Elektroauto kaufen – neu, geleast oder gebraucht?

16.7.2019

Heute führen bereits viele Wege zum e-Auto – vom Kauf eines Neuwagens, über das Leasing bis zum Erwerb eines gebrauchten Stromers. Wir sagen, was es dabei zu beachten gilt und welche finanziellen Förderungen es gibt.

Mehrere Elektroautos an einer Ladestation
©Shutterstock/sungsu han

Neukauf von e-Autos

Eigentümer von e-Autos sind gerade im urbanen Raum am Puls der Zeit: umweltbewusst, zukunftssicher und vor allem mit günstigen Betriebskosten gesegnet. Dazu kommen niedrige Versicherungsprämien und eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Dennoch sollte jeder Interessent als Erstes prüfen, ob sich der Neukauf für ihn wirtschaftlich lohnt. Dazu gilt es, auf jeden Fall das eigene Fahrprofil Fahrverhalten einzuschätzen und die Möglichkeit der privaten Batterieaufladung mit einer Wallbox vom zertifizierten Elektrofachbetrieb prüfen zu lassen.

Die Anschaffungspreise für neue e-Autos fallen ohne Subventionen deutlich höher aus als bei vergleichbaren Dieseln oder Benzinern. Eine kurze Haltedauer führt gerade auf dem technisch innovativen Markt der e-Autos zu starken Wertverlusten.In Deutschland greift der Staat dem Verbraucher beim Neukauf eines Elektroautos kräftig unter die Arme. Die Bundesregierung will den Absatz neuer Elektrofahrzeuge mit Hilfe einer Prämie fördern. Das ehrgeizige Ziel lautet hierbei, einen Absatz von mindestens 300.000 Fahrzeugen zu fördern. Der sogenannte Umweltbonus wurde 2016 eingeführt und läuft noch bis 30. Juni 2019. Bis zum 31. März 2018 waren 57.549 Anträge eingereicht, davon 33.318 für reine Batterieelektrofahrzeuge und 24.214 für Plug-in-Hybride. Der Umweltbonus ist also von Verbraucherseite noch lange nicht ausgeschöpft. 

Der Umweltbonus

Die staatliche Kaufprämie kann ausschließlich über die Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden. Der Antrag erfolgt nach dem Erwerb des Fahrzeugs. 

Welche Fahrzeuge werden gefördert?

Gefördert werden Pkw, deren Netto-Listenpreis als Basismodell 60.000 Euro nicht überschreitet. Die Fahrzeuge müssen im Inland neu zugelassen werden und mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen sein. Das Fahrzeug muss weiterhin auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge stehen. 

Gefördert werden

  • reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge
  • Fahrzeuge ohne lokale CO2-Emmissionen
  • Fahrzeuge die weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer verursachen.

Höhe der Förderung

  • reine Batterieelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge: 4000 Euro
  • Plug-in-Hybride: 3000 Euro

Neu seit März 2018: Das Doppelförderungsverbot wurde aufgehoben, d.h. Käufer von neuen e-Autos können jetzt mehrere gleichartige Förderprogramme in Anspruch nehmen. Der Tesla Model S wurde als förderungsfähig anerkannt.

Gut zu wissen: Einige Anbieter Händler oder Hersteller bieten dem Käufer eines e-Autos die Möglichkeit, die Batterie zu mieten. Die Höhe der monatlichen Kosten hängt von Laufleistung und Mietdauer ab. Wird die Laufleistung überschritten, kommt eine Kilometerpauschale obendrauf, fährt man weniger, wird eine Pauschale zurückerstattet. Auch bei Mietbatterien kommt der Käufer in den Genuss von Garantien. Wenn die Batterie während der Laufzeit schlappmacht, erhält der Mieter für den Rest der Laufzeit kostenlos Ersatz.

Elektroauto leasen

Vor allem Unternehmer und Geschäftsleute haben steuerliche Vorteile beim Leasing, das gilt selbstverständlich auch für e-Autos. Beständige Leasingraten geben dem Mieter Planungssicherheit. Das Restwertleasing ist für Endverbraucher wenig attraktiv. Beim Kilometerleasing kann es zu Problemen bei der erbrachten Kilometerleistung kommen, wenn sie über der vertraglich vereinbarten liegt. Wer ein e-Auto least, kann das Fahrzeug nach Ablauf des Vertrages einfach zurückgeben und muss sich nicht um den Verkauf kümmern. 

Auch das Leasing eines e-Autos wird über den Umweltbonus durch den Staat gefördert. Dabei muss im Vertrag der Eigenanteil des Automobilherstellers, der mindestens 50 Prozent des Umweltbonus betragen muss, in Abzug gebracht werden. Wie beim Kauf kann der Antrag erst nach dem Erwerb erfolgen. Die Auslieferung und die Erstzulassung des Kfz können auch danach erfolgen.

Gut zu wissen
Im Leasingvertrag muss eine Berechnung der monatlichen Leasingrate ohne Umweltbonus ausgewiesen werden. Beim gewerblichen Leasing gelten Sonderregeln.

Ausführliche Informationen und Tipps zum privaten Leasing

Kauf eines gebrauchten Elektroautos

Elektro-Fahrzeuge sind schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Deshalb gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt immer mehr E-Autos zu kaufen. Fündig werden Sie vor allem bei Modellen aus der ersten Generation. Häufig handelt es sich dabei um Leasingrückläufer. 

ADAC Mustervertrag für gebrauchte E-Autos

Wollen Sie Ihr gebrauchtes E-Auto verkaufen oder einen gebrauchten Stromer kaufen? Der ADAC Kaufvertrag für gebrauchte E-Fahrzeuge, 223,15 KB enthält alle Besonderheiten beim Kauf (und Verkauf) eines E-Autos.

Auf diese Teile müssen Sie achten

Beim Kauf eines gebrauchten E-Autos gelten die gleichen rechtlichen Regeln wie beim normalen Autokauf.

Während der Wertverlust bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen nach 4 Jahren bei ca. 50% liegt, ist dieser bei gebrauchten E-Fahrzeugen wesentlich geringer, da es nicht so viele Verschleißteile hat. Typische Verschleißteile wie Auspuff, Zündkerzen, Zahnriemen, Getriebeschaden usw. fallen weg. Der E-Motor ist einfacher gebaut und hält daher auch länger. Schauen Sie aber bei den Reifen genau hin. Diese nutzen sich wegen des hohen Anfahr-Drehmoments relativ schnell ab. Gerade die hinteren Bremsen verrosten wegen geringerer Nutzung schnell. Hochvolt-Leitungen müssen auf Marderverbiss geprüft werden. 

Antriebsbatterie prüfen

Beim E-Auto müssen Sie besonders auf den Zustand der Antriebsbatterie achten. Sie altert sowohl über die Zeit als auch mit der Anzahl der Ladezyklen. Die Reichweite des E-Autos sinkt mit abnehmender Batterieleistung. Die Hersteller geben oft eine Garantie auf die Antriebsbatterie. Hat die Batterie einen Defekt, zahlt der Hersteller im Rahmen der Garantie die Beseitigung des Fehlers. Dabei muss nicht immer gleich eine komplett neue Batterie eingebaut werden, manchmal reichen einzelne Segmente.

Manche Fahrzeuge liefern eine Anzeige über den Zustand der gebrauchten Batterie. Eine Probefahrt nach dem Voll-Aufladen deutet zumindest an, wie weit man mit dem eigenen Fahrstil kommen könnte. Das Auslesen des Akkuzustandes ist bei den meisten Modellen dagegen noch ein Problem. Am ehesten kann Ihnen hier ein Markenhändler helfen.

Batterie oft nur gemietet

Bei E-Autos gilt bei einigen Herstellern (v.a. Renault) die Besonderheit, dass die Batterie nicht mitverkauft werden kann. Der Käufer eines E-Autos muss entweder einen neuen Mietvertrag über die Batterie abschließen oder den bestehenden Mietvertrag (mit Zustimmung des Vermieters) übernehmen. 

Vorteil gemieteter Batterien ist, dass eine defekte Batterie getauscht wird. Vor allem bei gebrauchten E-Autos ist die Batteriemiete deshalb durchaus sinnvoll. So laufen Sie nicht Gefahr, für eine neue Batterie mehrere tausend Euro ausgeben zu müssen. Nachteil: Zum Kaufpreis kommt noch die monatliche Miete für die Batterie dazu.

Weitere Tipps für den Kauf eines gebrauchten Elektroautos

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de