Elektroauto kaufen – neu, geleast oder gebraucht?

24.4.2019

Heute führen bereits viele Wege zum e-Auto – vom Kauf eines Neuwagens, über das Leasing bis zum Erwerb eines gebrauchten Stromers. Wir sagen, was es dabei zu beachten gilt und welche finanziellen Förderungen es gibt.

Mehrere Elektroautos an einer Ladestation
©Shutterstock/sungsu han
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Neukauf von e-Autos

Eigentümer von e-Autos sind gerade im urbanen Raum am Puls der Zeit: umweltbewusst, zukunftssicher und vor allem mit günstigen Betriebskosten gesegnet. Dazu kommen niedrige Versicherungsprämien und eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Dennoch sollte jeder Interessent als Erstes prüfen, ob sich der Neukauf für ihn wirtschaftlich lohnt. Dazu gilt es, auf jeden Fall das eigene Fahrprofil Fahrverhalten einzuschätzen und die Möglichkeit der privaten Batterieaufladung mit einer Wallbox vom zertifizierten Elektrofachbetrieb prüfen zu lassen.

Die Anschaffungspreise für neue e-Autos fallen ohne Subventionen deutlich höher aus als bei vergleichbaren Dieseln oder Benzinern. Eine kurze Haltedauer führt gerade auf dem technisch innovativen Markt der e-Autos zu starken Wertverlusten.In Deutschland greift der Staat dem Verbraucher beim Neukauf eines Elektroautos kräftig unter die Arme. Die Bundesregierung will den Absatz neuer Elektrofahrzeuge mit Hilfe einer Prämie fördern. Das ehrgeizige Ziel lautet hierbei, einen Absatz von mindestens 300.000 Fahrzeugen zu fördern. Der sogenannte Umweltbonus wurde 2016 eingeführt und läuft noch bis 30. Juni 2019. Bis zum 31. März 2018 waren 57.549 Anträge eingereicht, davon 33.318 für reine Batterieelektrofahrzeuge und 24.214 für Plug-in-Hybride. Der Umweltbonus ist also von Verbraucherseite noch lange nicht ausgeschöpft. 

Der Umweltbonus

Die staatliche Kaufprämie kann ausschließlich über die Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden. Der Antrag erfolgt nach dem Erwerb des Fahrzeugs. 

Welche Fahrzeuge werden gefördert?

Gefördert werden Pkw, deren Netto-Listenpreis als Basismodell 60.000 Euro nicht überschreitet. Die Fahrzeuge müssen im Inland neu zugelassen werden und mindestens sechs Monate auf den Antragsteller zugelassen sein. Das Fahrzeug muss weiterhin auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge stehen. 

Gefördert werden

  • reine Batterieelektrofahrzeuge
  • Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge
  • Fahrzeuge ohne lokale CO2-Emmissionen
  • Fahrzeuge die weniger als 50 Gramm CO2-Emissionen pro Kilometer verursachen.

Höhe der Förderung

  • reine Batterieelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge: 4000 Euro
  • Plug-in-Hybride: 3000 Euro

Neu seit März 2018: Das Doppelförderungsverbot wurde aufgehoben, d.h. Käufer von neuen e-Autos können jetzt mehrere gleichartige Förderprogramme in Anspruch nehmen. Der Tesla Model S wurde als förderungsfähig anerkannt.

Gut zu wissen: Einige Anbieter Händler oder Hersteller bieten dem Käufer eines e-Autos die Möglichkeit, die Batterie zu mieten. Die Höhe der monatlichen Kosten hängt von Laufleistung und Mietdauer ab. Wird die Laufleistung überschritten, kommt eine Kilometerpauschale obendrauf, fährt man weniger, wird eine Pauschale zurückerstattet. Auch bei Mietbatterien kommt der Käufer in den Genuss von Garantien. Wenn die Batterie während der Laufzeit schlappmacht, erhält der Mieter für den Rest der Laufzeit kostenlos Ersatz.

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Elektroauto leasen

Vor allem Unternehmer und Geschäftsleute haben steuerliche Vorteile beim Leasing, das gilt selbstverständlich auch für e-Autos. Beständige Leasingraten geben dem Mieter Planungssicherheit. Das Restwertleasing ist für Endverbraucher wenig attraktiv. Beim Kilometerleasing kann es zu Problemen bei der erbrachten Kilometerleistung kommen, wenn sie über der vertraglich vereinbarten liegt. Wer ein e-Auto least, kann das Fahrzeug nach Ablauf des Vertrages einfach zurückgeben und muss sich nicht um den Verkauf kümmern. 

Auch das Leasing eines e-Autos wird über den Umweltbonus durch den Staat gefördert. Dabei muss im Vertrag der Eigenanteil des Automobilherstellers, der mindestens 50 Prozent des Umweltbonus betragen muss, in Abzug gebracht werden. Wie beim Kauf kann der Antrag erst nach dem Erwerb erfolgen. Die Auslieferung und die Erstzulassung des Kfz können auch danach erfolgen.

Gut zu wissen
Im Leasingvertrag muss eine Berechnung der monatlichen Leasingrate ohne Umweltbonus ausgewiesen werden. Beim gewerblichen Leasing gelten Sonderregeln.

Ausführliche Informationen und Tipps zum privaten Leasing

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Kauf eines gebrauchten Elektroautos

Der Gebrauchtwagenmarkt für Elektroautos entsteht gerade erst und ist was das Angebot angeht bei Weitem nicht mit dem für Benziner oder Diesel vergleichbar. e-Auto-Interessenten werden vor allem bei Modellen aus der ersten e-Generation fündig, die häufig auch Leasingrückläufer sind. 

Beim Kauf eines gebrauchten e-Autos gelten prinzipiell die gleichen Regeln wie beim Erwerb eines gebrauchten Benziners oder Diesels. Denn ein auch ein e-Auto ist ein Auto – wenn auch mit weniger Verschleißteilen. So entfallen Verschleißteile, die mit Verbrennungsmotor und Getriebe zusammenhängen wie z. B. Kupplung, Auspuffanlage. Schauen Sie aber bei den Reifen genau hin, da diese aufgrund des hohen Anfahr-Drehmoments rasch verschleißen. Gerade die hinteren Bremsen verrosten wegen geringerer Nutzung schnell und müssen dann ausgetauscht werden. Hochvolt-Leitungen müssen auf Marderverbiss geprüft werden. Worauf Sie achten müssen, sagt Ihnen unsere ADAC Gebrauchtwagen-Checkliste

Beim e-Auto gilt es, ein besonderes Augenmerk auf den Zustand der Batterie zu legen. Denn sie altert sowohl kalendarisch (also über die Zeit) als auch nach der Anzahl der Ladezyklen. Und mit abnehmender Batterieleistung sinkt proportional auch die Reichweite. Die Hersteller geben oft üppige Garantielaufzeiten auf die Antriebsbatterie, die momentan teuerste Komponente von e-Autos. Das bedeutet nach unseren Erfahrungen nicht, dass immer gleich eine komplett neue Batterie eingebaut wird, manchmal reichen einzelne Segmente. Eine Anzeige über den Zustand der gebrauchten Batterie liefert etwa der Nissan Leaf I. Und eine einfache Probefahrt nach dem Voll-Aufladen deutet zumindest an, wie weit man mit dem eigenen Fahrstil kommen könnte. Das einfache Auslesen des Akkuzustandes ist bei den meisten Modellen hingegen noch ein Problem. Markenhändler können hier dem Verbraucher am ehesten helfen.

Gut zu wissen
Grundsätzlich gibt es keinen rechtlichen Unterschied, ob ein normales Kfz oder eines mit Elektroantrieb verkauft oder gekauft wird.

Allerdings gibt es im Bereich der e-Autos bei einigen Herstellern (v.a. Renault) doch eine Besonderheit. Manchmal wird die Batterie nicht mitverkauft, sondern der (Neuwagen-)Käufer kann oder muss mit dem Hersteller bzw. dessen Tochterunternehmen einen Mietvertrag über die Batterie abschließen. Der Kunde hat den Vorteil, dass der Hersteller oft bestimmte Garantien über die Leistungsfähigkeit der Batterie übernimmt, und im Falle eines Defekts die Mangelbeseitigungskosten zu Lasten des Herstellers gehen. Etwas komplizierter kann es aber beim Weiterverkauf solcher Fahrzeuge werden, weil die Batterie ja nicht mitverkauft wird. Hier müssen dann die Mietvertragsbedingungen herangezogen werden, um zu sehen, was der Käufer/Mieter dort zu unternehmen hat.