Hoverboards & E-Skateboards: Das gilt im Straßenverkehr

19.7.2019

Hoverboards und E-Skateboards machen Spaß. Aber sind sie auch erlaubt? ADAC Juristen erklären, wo man mit den Elektro-Boards fahren darf, ob eine Versicherung nötig ist, wer für Schäden bei Unfällen bezahlt.

Hoverboard - diese Verkehrsregeln sollten Sie kennen
 ©iStock.com/kazatin
  • Hoverboards & Co. dürfen nicht im öffentlichen Verkehrsraum genutzt werden
  • Für während der Fahrt verursachte Schäden bezahlt die Privathaftpflicht nicht
  • Eigentlich wäre sogar ein Führerschein nötig


Hoverboards
sind zweirädrige Fahrzeuge ohne Lenkstange. Die Steuerung erfolgt durch Gewichtsverlagerung. Ein Gyroskop, auch Kreiselstabilisator genannt, verhindert, dass die Elektro-Boards während der Fahrt kippen. Auch Elektro-Skateboards werden durch Gewichtsverlagerung gelenkt, beschleunigt und gebremst wird mithilfe einer Funk-Fernbedienung oder per App.

Wo dürfen Hoverboards und Elektro-Skateborads fahren?

Beide dürfen nur im „abgegrenzten nichtöffentlichen Verkehr“ bewegt werden – also beispielsweise auf abgetrennten oder abgesperrten Innenhöfen oder der Terrasse. Der Grund: Laut Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) und Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) brauchen Fortbewegungsmittel, die "bauartbedingt", also ohne eigene körperliche Anstrengung, schneller als 6 km/h fahren können, einen Sitz, einen Lenker, Bremsen, Beleuchtung und einen Spiegel. All das haben Hoverboards nicht, sie sind aber schneller als 6 km/h. Deshalb sind öffentliche Wege und Straßen für sie tabu. Wer gegen diese Regel verstößt, dem drohen eine Geldbuße und 1 Punkt in Flensburg.

Muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden?

Eigentlich müssten die Elektro-Boards angesichts ihrer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 6 km/h pflichtversichert sein. Eine solche Versicherung wird allerdings nicht angeboten: Die Gefährte dürfen schließlich nicht im öffentlichen Verkehr bewegt werden – da braucht es auch keine Versicherung.

Braucht man für Hoverboards und E-Skateboards einen Führerschein?

Ja. Nur: Der Gesetzgeber kümmerte sich nicht um Hoverboards und Co., als er die aktuellen Führerschein-Fahrzeugklassen festlegte. Daher lässt sich auch nicht sagen, welche konkrete Fahrerlaubnisklasse nötig wäre, um ein Hoverboard legal im öffentlichen Straßenraum zu bewegen.

Rein theoretisch könnten die Boards unter die Kraftrad-Klassen AM, A1, A2, A, aber auch unter die Pkw-Klasse B fallen. Die Folge: Wer ohne entsprechende Führerscheinklasse mit einem Hoverboard auf der Straße fährt, macht sich auch nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis) strafbar.

Zahlt die private Haftpflichtversicherung bei Unfällen?

Schäden, die beim Betrieb des Elektro-Boards verursacht werden, sind momentan nicht von der privaten Haftpflichtversicherung erfasst. Sach- oder Personenschäden muss der Fahrer daher aus eigener Tasche bezahlen.

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Text: Juristische Zentrale