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Mercedes B-Klasse im Test: Wie gut ist der neue Van?

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Die neue Mercedes B-Klasse hat ein sportlicheres Aussehen bekommen, dazu moderne Technik und das intelligente Infotainment-System MBUX. Der B 220d im ADAC Test. Plus: Crashtest-Ergebnis, technische Daten und Preise.

  • Die neue B-Klasse-Generation sieht sportlicher und schicker aus

  • Motoren: Drei Benziner und drei Diesel mit moderner Abgasreinigung

  • Preis der Basisversion B 160: 28.144 € 

  • Viele Assistenzsysteme für mehr Sicherheit, Cockpit wie in der A-Klasse

Die ersten beiden Generationen der Mercedes B-Klasse waren besonders bei Senioren beliebt. Das dürfte auch beim neuen Modell nicht anders sein. Immerhin sieht es jetzt ein wenig sportlicher und schicker aus: Dank flacherer Frontpartie im Stil der A-Klasse, leicht abgesenkter Dachlinie, größeren Rädern (16 bis 19 Zoll) und der Kombination aus großem Dachspoiler und seitlich an der Heckscheibe angebrachtem Spoiler wirkt der Kompakt-Van nun deutlich eleganter als der biedere Vorgänger.

Mehr Platz und großer Kofferraum

Trotz des niedrigeren Daches fällt das Raumgefühl großzügiger aus als noch im Vorgänger. Auch die objektiven Messwerte des ADAC bestätigen den Größenzuwachs: Die B-Klasse bietet vorn eine Menge Platz. Die Sitze lassen sich für knapp zwei Meter große Menschen weit genug zurückschieben. Die Kopffreiheit würde sogar für 2,15 m Körpergröße ausreichen.
Auch im Fond sollte es keine Klagen von Mitfahrern geben: Selbst wenn die Vordersitze auf 1,85 m große Menschen eingestellt sind, reicht dahinter die Beinfreiheit noch für knapp zwei Meter große Leute. Nur die Kopffreiheit ist etwas knapper, hier geht man ab 1,95 m auf Tuchfühlung mit dem Dachhimmel. Für zwei Personen nebeneinander ist die Innenbreite großzügig, für drei Erwachsene wird es eng – nur für kurze Strecken empfehlenswert. Das Raumgefühl ist angenehm, nur der Kopf befindet sich recht nah an der C-Säule.

Das Ein- und Aussteigen klappt in der B-Klasse deutlich bequemer als etwa in der A-Klasse, denn die etwas höhere Karosserie bringt einige Vorteile mit sich. Große Türausschnitte vorn, Sitze in günstiger Höhe (vorn 47 cm über der Straße, Sitze ganz nach unten gestellt), und nicht zu breite Schweller erleichtern das Einsteigen merklich. Letztere sind oft bei den beliebten SUV-Konkurrenten ein Problem. Im Fond stört einzig der etwas knappe Türausschnitt im Bereich des Fußraums, ansonsten fällt es auch hier nicht schwer, ein- und auszusteigen.

Auch die Variabilität der neuen B-Klasse hat zugelegt: Die Lehne der Rücksitze ist serienmäßig 40:20:40 teilbar und je nach Ausführung kann man die Rückbank gegen Aufpreis um 14 Zentimeter verschieben und die Lehnen in eine steilere Position klappen. So können es sich entweder die im Fond Sitzenden etwas kommoder machen, oder der Gepäckraum kann erweitert werden. Dieser fasst nach ADAC Messungen zwischen 345 (mit Laderaumabdeckung) und 1295 Liter.

Mercedes B-Klasse: Moderner Innenraum

Am Fahrerarbeitsplatz dominieren freistehende Bildschirme in je nach Ausstattung drei verschiedenen Ausführungen: Die Einstiegsvariante hat zwei 7-Zoll-Displays, die darüber ein 7- und ein 10,25-Zoll-Display und als High-Tech-Lösung gibt es eine Widescreen-Variante, die das halbe Armaturenbrett mit zwei 10,25-Zoll-Displays einnimmt.
Nach der A-Klasse erhält nun auch die B-Klasse das Multimediasystem MBUX, das unter anderem die mit dem Schlüsselsatz "Hey Mercedes" aktivierbare, intelligente Sprachsteuerung, Navigationsdarstellung mit Augmented-Reality oder diverse Online-Funktionen über "Mercedes me" beinhaltet.

Mit den entsprechenden Kreuzchen in der Aufpreisliste kann die B-Klasse entweder über das Touchdisplay am Armaturenbrett bedient werden, über das Touchpad auf der Mittelkonsole oder per berührungsempfindlichen Tasten im Lenkrad. Das wirkt zwar alles hypermodern, führt den Fahrer wegen der vielen Funktionen und Bedienmöglichkeiten allerdings mitunter auf einen falschen Pfad – und längerer Ablenkung.

Wem das wahlweise Drücken, Hebeln oder Wischen zu viel ist, gibt die Befehle an das Auto per Spracheingabe weiter. Die Spracherkennung des Autos soll laut Mercedes so intelligent sein, dass sie mehr und mehr lernt, den Fahrer richtig zu verstehen. Auf Anhieb funktionierte das während der ersten Testfahrt nur bedingt. Für Technikfans mag das System beeindruckend sein, aber ob sich die traditionell älteren B-Klasse-Fahrer damit einen Gefallen tun?

Motoren: Fünf Benziner und vier Diesel

Aktuell stehen fünf Benzin- und vier Dieseltriebwerke zur Wahl. Die mit Zylinderabschaltung und Partikelfilter ausgestatteten 1,3-Liter-Vierzylinder-Ottomotoren leisten zwischen 80 kW/109 PS im B 160 und 120 kW/163 PS im B 200, der 2-Liter-Motor 140 kW/190 PS (B 220) und 165 kW/224 PS (B 250). 
Ergänzt wird das Angebot durch den aus der A-Klasse bekannten 1,5-Liter-Diesel wahlweise mit mageren 70 kW/95 PS (B 160d) oder akzeptablen 85 kW/116 PS (B 180d) und den 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS oder 140 kW/190 PS. Bis auf die zwei jeweils kleinsten Motorisierungen, die mit Handschaltung kommen, sind alle anderen Versionen ausschließlich mit Automatikgetriebe (Doppelkupplung) erhältlich, regulär mit sieben Stufen, in Verbindung mit dem größeren Diesel kommt das neue 8G-DCT zum Einsatz.

Wem die Automatik gelegentlich zu träge reagiert beim Beschleunigen, der kann der B-Klasse per Knopfdruck eine sportlichere Grundhaltung einimpfen. Dann spricht sowohl die Automatik als auch der Motor deutlich spontaner auf Gasbefehle an. Das ermöglicht das schnelle Einfädeln in den Verkehr oder das Überholen auf der Landstraße, ohne dass ein solches Manöver gefährlich wird. Die Abstimmung des Fahrwerks fällt ganz Mercedes-like komfortabel aus. 

190 PS Diesel mit tollen Fahrleistungen

Für den ersten ADAC Test stand uns der starke Diesel mit 190 PS zur Verfügung. Mit ihm wird die B-Klasse zum Wolf im Schafspelz. Er beschleunigt den kleinen Van so vehement, dass mitunter die Vorderräder durchdrehen und vom ESP eingebremst werden müssen. Abgesehen davon macht der Baby-Benz richtig viel Spaß, glänzt mit prächtigem Durchgzugsvermögen und tollen Fahrleistungen. 7,2 Sekunden auf Tempo 100 – das traut man einem Van kaum zu.

Und der Verbrauch? Im ADAC Ecotest kommt der B 220d auf 5,2 Liter Diesel im Schnitt. Angesichts der Leistung ist das ein recht guter Wert. Hier zahlt sich offenbar auch die gute Aerodynamik der Karosserie aus, auf die Mercedes großen Wert gelegt hat. Bei der Schadstoffreinigung hat Mercedes einen sehr großen Aufwand betrieben und die B-Klasse mit einem doppelten SCR-Reinigungssystem und NOx-Speicherkat ausgerüstet. Das Resultat sind vorbildlich niedrige Schadstoffemissionen. Selbst bei Volllast auf der Autobahn kommen so gut wie keine Stickoxide aus dem Auspuff. Insgesamt bekommt der Mercedes so vier von fünf Sternen im ADAC Ecotest. 

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Die nun dritte Generation der B-Klasse ist überdies mit Assistenzsystemen ausgestattet, die vor Jahren noch der S-Klasse vorbehalten waren. Zum Beispiel kann man mit ihr teilautomatisiert fahren. Dank Kamera- und Radarsystemen erfasst sie das Verkehrsumfeld bis zu 500 Meter voraus und nutzt Karten- und Navigationsdaten für weitere Assistenz-Funktionen: So passt der Abstandstempomat beispielsweise vor Kurven oder Kreisverkehren die Geschwindigkeit an.

Auf Wunsch sind außerdem Extras wie adaptive Multibeam-Scheinwerfer, Head-up-Display, Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern oder per Fußbewegung schließende Heckklappe erhältlich.

Das Preisniveau ist allerdings Mercedes-typisch selbstbewusst. Zwar bleibt das Basismodell unter 30.000 Euro, doch das kommt ziemlich nackt daher. Und die getestete Version B 220d gibt es nicht unter 39.264 Euro – mit ein paar Extras sind dann schnell 50.000 Euro und mehr erreicht.

Technische Daten (Herstellerangaben)Mercedes B 220d Progressive 8G-DCT

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 140 kW/190 PS, 400 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

7,2 s auf 100 km/h, 234 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

5,1 l Diesel/100 km, 135 g CO₂/km

Maße

L 4,42 / B 1,80 / H 1,56 m

Kofferraumvolumen

445 – 1530 l

Preis

41.555 €

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

4,2s

Bremsweg aus 100 km/h

33,4 m

Wendekreis

11,0 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,2 l Diesel/100 km , 165 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

825 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,9 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1615 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

345 / 700 / 1295 l

ADAC TestergebnisGesamtnote: 1,9

Karosserie/Kofferraum

2,3

Innenraum

2,2

Komfort

2,2

Motor/Antrieb

1,6

Fahreigenschaften

2,1

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

2,1

Das hat uns gefallen: Sehr flotte Fahrleistungen bei angemessenem Verbrauch. Gute Bremswerte. Umfangreiche Assistenzsysteme. Sehr gutes Multi-Beam-LED-Licht (Option). Hoher Fahrkomfort mit adaptiven Dämpfern (Option)

Das hat uns nicht gefallen: Bediensystem mit hohem Lernaufwand und viel Ablenkungspotenzial. Hohe Aufpreise für viele Selbstverständlichkeiten. Kleiner Kraftstofftank

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Mercedes B 220d Progressive nachlesen.

Testbericht zum Mercedes B 220d Progressive
PDF, 854 KB
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Volle 5 Sterne im Crashtest

Die Mercedes-Benz B-Klasse erreicht volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut (für die zweite Sitzreihe optional), der Fahrer wird zusätzlich mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder weitgehend gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Die B-Klasse ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, aktivem Spurhaltesystem und systemintegriertem Speedlimiter serienmäßig ausgestattet. 

Mercedes B-Klasse-Crashtest im Detail

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Motoren im Überblick

ModellHubraumLeistung0-100 km/hPreis

B 160

1332 cm³

109 PS

11,3 s

28.144 €

B 180

1332 cm³

136 PS

9,4 s

29.780 €

B 200

1332 cm³

163 PS

8,5 s

31.476 €

B 220

1991 cm³

190 PS

7,1 s

35.355 €

B 250

1991 cm³

224 PS

6,4 s

38.931 €

B 160d

1461 cm³

95 PS

12,7 s

30.416 €

B 180d

1461 cm³

116 PS

10,9 s

31.577€

B 200d

1950 cm³

150 PS

8,3 s

35.932 €

B 220d

1950 cm³

190 PS

7,2 s

39.264 €

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