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Der ADAC

Test Mercedes A-Klasse Limousine: Was bringt das Stufenheck?

Mercedes A-Klasse Limousine fahrend auf der Straße
Sieht gut aus: Die A-Klasse als Stufenheck ∙ © Mercedes

Neben dem schicken CLA hat Mercedes einen weiteren Stufenheck-Ableger der A-Klasse im Programm: die A-Klasse Limousine. Preis: ab knapp 30.000 Euro. Der A 200d im ADAC Test. Plus: Daten, Verbrauch, Video.

  • Die kompakte Limousine wird zusätzlich zum CLA angeboten

  • Einstiegsmodell A 180 ab 29.122 Euro

  • Motoren zwischen 95 und 306 PS; auch als Plug-in-Hybrid

Mercedes hat die neue A-Klasse auch als Limousine aufgelegt. Ungewöhnlich, denn bisher hatte diesen Part das schicke Stufenheck-Coupé CLA inne. Doch offenbar wollte man dem Audi A3 Stufenheck und dem BMW 2er etwas entgegensetzen. Und wohl auch mit einem kleineren Stufenheckmodell diejenigen Kunden zurückgewinnen, denen eine C-Klasse mittlerweile zu groß geraten ist.

Der ADAC hat die Limousine als A 200d mit 150 PS starkem Dieselmotor getestet. Diese Version ist zwar ab rund 33.000 Euro zu haben, doch dabei dürfte es in den seltensten Fällen bleiben. Der Testwagen war zum Beispiel mit allerlei Extras ausgerüstet – und am Ende standen 55.000 Euro auf der Liste.

Beim Außendesign orientiert sich der 4,55 Meter lange Viertürer bis zur B-Säule am kompakten Fünftürer. Das Heck bildet eine klassische Stufe, die relativ kurz und knackig ausfällt.

Kleinerer Kofferraum als im CLA, aber mehr Platz

410 Liter Kofferraumvolumen sollen sich darunter laut Hersteller verbergen. Doch die ADAC Messung offenbart nur 335, doppelte Böden nicht mit eingerechnet. Damit ist der Kofferraum der A-Klasse Limousine sogar etwas kleiner als der des 14 Zentimeter längeren CLA Coupé. Immerhin passen sechs Getränkekisten in den Kofferraum der Limousine.

Die Stunde der Stufenheck-A-Klasse schlägt beim Platzangebot auf der Rückbank, wo der eng geschnittene CLA nicht mithalten kann. In der A-Klasse sitzt man recht kommod. Die Beinfreiheit würde hier sogar für 1,95 Meter große Personen reichen (wenn vorn ein 1,85-Meter großer Fahrer sitzt), limitierend ist allerdings die Kopffreiheit: Bei 1,85 Metern Körpergröße ist Schluss.

Modernes Cockpit, schwierige Bedienung

In der erste Reihe ist kein Unterschied zur A-Klasse mit Heckklappe. Heißt: Das Platzangebot ist ordentlich und Fahrer und Beifahrer finden sich vor einem sehr modern gehaltenen Armaturenbrett wieder mit runden, beleuchteten Lüftungsdüsen und einem auffälligen Bildschirm, der sich bis zur Mittelkonsole erstreckt. Der sieht super stylish aus, wirkt aber so mit Funktionen überfrachtet, dass man einige Zeit braucht, um damit zurecht zu kommen.

Zudem verwirren sehr vielfältige Arten der Bedienung: Für welche Funktion man den Touchscreen bemüht, das berührungsempfindliche Touchpad auf der Mittelkonsole, die Sprachbedienung, die auch Befehle versteht wie "Mir ist warm" und dann die Heizung runterregelt oder die berührungsempfindlichen Lenkradtasten, muss man erst herausfinden. Hier wäre weniger mehr gewesen.

A-Klasse mit gutem Federungskomfort

Standardmäßig ist die A-Klasse mit einem konventionellen Fahrwerk (Komfortfahrwerk) ausgestattet. Gegen Aufpreis stehen zudem ein Komfortfahrwerk mit 15 mm Tieferlegung und wie im Falle des Testwagens ein Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern zur Wahl. Die kleine Limousine bietet mit den optionalen Adaptivdämpfern einen gelungenen Federungskomfort. Besonders auf der Landstraße und Autobahn gibt sich der kleine Benz alle Mühe, sachte schwingend über Bodenwellen zu rollen. Mit gemessenen 68,8 dB bei 130 km/h ist die A-Klasse Limousine allerdings nicht sonderlich leise.

Top-Noten erhält die A-Klasse beim ADAC Ausweichtest. Der Stuttgarter lässt sich präzise und zügig durch die Pylonengasse dirigieren, dabei verhält sich der Schwabe jederzeit sicher und bestens kontrollierbar. Das ESP regelt sensibel und nur im nötigen Rahmen.

Vier Diesel, fünf Benziner, ein Plug-in-Hybrid

Bei den Benzinern hat man eine recht große Auswahl. Vom Brot-und-Butter-Modell A 180 (136 PS) bis zum sportlichen AMG-Modell A 35 4Matic (306 PS) stehen sechs Versionen zur Verfügung. A 220 (190 PS) und 250 (224 PS) gibt es optional sogar mit Allradantrieb 4Matic. Bei den Dieselmotoren gibt es eine Bandbreite von 95 (A 160d) bis 190 PS (A 220d).

Und selbst einen alternativen Antrieb hat die Limousine zu bieten in Form des A 250e, der als Plug-in-Hybrid auf eine Systemleistung von 218 PS kommt. Rein elektrisch dürfte der Mercedes damit rund 60 Kilometer weit kommen bis der Benziner eingreift.

A 200d: Testverbrauch 5,1 l Diesel/100 km

Im ADAC Test musste sich der A 200d samt Doppelkupplungsgetriebe beweisen. Der Zweiliter-Turbodiesel leistet 150 PS und sorgt für mehr als ausreichende Fahrleistungen. Von null auf hundert km/h beschleunigt die A 200 d Limousine in 8,2 Sekunden, die Spitze liegt bei beachtlichen 227 km/h – mehr Leistung braucht man nicht. Zumal auch die Durchzugskraft für einen 150-PS-Motor erstaunlich gut ist: Beim Überholen vergehen von 60 auf 100 km/h nur 4,8 Sekunden, so dass auf der Landstraße Lkw zügig und sicher passiert werden können. Auch der Testverbrauch geht mit 5,1 Litern Diesel im Schnitt völlig in Ordnung.

Nicht ganz überzeugen kann allerdings die Laufkultur des Dieselmotors. Besonders bei niedrigen Drehzahlen neigt der Antrieb zu unschönen Vibrationen und ist damit weit von dem Niveau entfernt, das man von einem Mercedes erwarten würde.

Mercedes A-Klasse Limousine im Video

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Das Getriebe überzeugt nicht, die Abgasreinigung schon

Die Schaltstrategie des Getriebes gefiel den ADAC Testingenieuren nicht. Vor allem das Ansprechverhalten beim Anfahren und nach einem Gaspedalbefehl aus gleichmäßiger Fahrt heraus wirkt unsouverän – was gerade angesichts des kräftigen Motors schade ist. Das Getriebe braucht lang, bis es sich für einen passenden Gang entschieden hat. Im schlimmsten Fall rollt man langsam in die Kreuzung hinein, statt zügig anzufahren.

Gut dagegen: Die gesetzlich limitierten Schadstoffe wie Kohlenmonoxid, Stickoxid etc. liegen durchgehend auf einem niedrigen Niveau. Nicht nur auf dem ADAC Prüfstand. Die wirkungsvolle Abgasreinigung stellte der Wagen auch bei einer Fahrt im realen Straßenverkehr (PEMS-Messung) unter Beweis.

Fazit

Die A-Klasse Limousine ist eine gute Alternative für Stufenheck-Fans, die nicht auf das bessere Platzangebot einer C-Klasse angewiesen sind oder deren Garage einfach bei immer größeren Maßen von Mittelklassefahrzeugen an ihre Grenzen kommt. Schließlich ist eine C-Klasse mittlerweile 4,69 Meter lang. Preiswert ist die A-Klasse Limousine aber nicht.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Mercedes A 200d als PDF herunterladen
PDF, 846 KB
PDF ansehen

Mercedes A 200d: Technische Daten

HerstellerangabenMercedes A 220d Limousine Progressive 8G-DCT

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 110 kW/150 PS, 320 Nm bei 1400 U/min

Getriebe

8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Fahrleistungen

8,2 s auf 100 km/h, Spitze 227 km/h

Verbrauch (WLTP)

4,8 l Diesel/100 km

Maße

L 4,55 / B 1,80 / H 1,45 m

Kofferraum

410 Liter

Preis

36.587 €, Baureihe ab 29.122 Euro

ADAC Messwerte

AuszugMercedes A 220d Limousine Progressive 8G-DCT

Überholvorgang 60-100 km/h

4,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,9 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,1 l Diesel/100 km, 162 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

840 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,8 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1560 / 450 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt

335 / 685 l

ADAC Testergebnis

Mercedes A 220d Limousine Progressive 8G-DCT

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,4

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

1,8

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

2,1

Gesamtnote

2,0

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

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