Pannenstatistik 2021: Der Streik der Starterbatterien

Eine Frau hat eine Autopanne, der ADAC hilft
Nur mit Maske: Gelber Engel im Corona-Jahr 2020 ∙ © ADAC/Uwe Rattay

Corona hat im Jahr 2020 zu weniger Pannen-Einsätzen des ADAC geführt. Die Ausfallquote von Batterien ist jedoch noch höher als sonst. Plus: Die zuverlässigsten Autos im ADAC Pannen-Index.

  • 109 Fahrzeugreihen im ADAC Pannen-Index

  • Weniger Pannen, aber mehr Batterieausfälle

  • Extra-Auswertung: Die Pannen der Elektroautos

Das Jahr 2020 ist durch nichts so stark beeinflusst worden wie durch die Corona-Pandemie: So wenig Kontakte und so wenig Mobilität wie möglich, lautete die einzig mögliche Devise. Kein Wunder also, dass sich die Einschränkungen in der ADAC Statistik über die Autopannen niedergeschlagen haben.

3,4 Millionen Pannen, Hauptursache Starterbatterie

So waren die Straßenwachtfahrer und Mobilitätspartner des ADAC im Jahr 2020 bei vergleichsweise wenigen, nämlich "nur" 3,386 Millionen Pannen im Einsatz – ein Rückgang von knapp 10 Prozent gegenüber dem Jahr 2019. Die geringere Einsatzzahl entspricht in etwa dem Corona bedingt gesunkenen Verkehrsaufkommen. Der erste Lockdown im Frühjahr 2020 ließ das Verkehrsaufkommen auf deutschen Autobahnen kurzzeitig um fast 50 Prozent zurückgehen.

Trotz des ständigen Wechsels zwischen Lockdown und Lockerung bleibt es bei der üblichen Konstante: Die Batterie ist die häufigste Pannenursache. Und mit 46,3 Prozent aller Pannen rangierte der Wert sogar über dem Vorjahr von 41,8 Prozent. Grund des Anstiegs: In Autos, die wochenlang nicht bewegt werden, verlieren die Batterien ihre Spannung, die Autos springen nicht mehr an. Bester Beweis: Der ungewöhnlich hohe Peak bei den Batterieausfällen im April 2020, also direkt nach dem harten Lockdown.

Die komplette Pannenhilfebilanz 2020 finden Sie hier

Die Pannenstatistik 2021 im Video

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Uwe Rattay

ADAC Zuverlässigkeitsindex für 109 Modellreihen

Insgesamt 109 Fahrzeugreihen von 25 Automarken sind in der Pannenstatistik 2021 ausgewertet worden. Herangezogen wurden alle Pannen im Laufe des Jahres 2020, die Fahrzeuge im Alter von 3 bis 10 Jahren (Erstzulassung 2011 bis 2018) betrafen und die in mindestens einem der Zulassungsjahre mindestens 10.000 mal verkauft und angemeldet wurden. Modelle mit weniger Zulassungen werden grundsätzlich nicht ausgewertet. Außerdem werden selbstverschuldete Pannen (Beispiel: leerer Tank) und Reifendefekte im Zuverlässigkeitsindex des ADAC nicht berücksichtigt.

In der Pannenstatistik-Tabelle finden Sie alle gewerteten Modellreihen, alphabetisch sortiert und in Fahrzeugklassen eingeteilt. Hinweis: Wenn Sie auf einen der Umschaltpfeile am Kopf der Tabelle klicken, bekommen Sie die jeweils nächste Fahrzeugklasse angezeigt. Die Bewertung der Pannenhäufigkeit folgt dem Farbschema Dunkelgrün (= sehr niedrig ) bis Rot (= sehr hoch).

Das Farbschema bietet eine gute und schnelle Orientierung für Gebrauchtwagenkäufer. Dabei gilt: Bei Autos mit Modelljahren in grüner Bewertung ist das Risiko einer Fehlerquelle geringer, bei Autos mit Modelljahren in roter Bewertung ist dagegen erhöhte Vorsicht angebracht.

Die Bewertungen sind grundsätzlich als Orientierungshilfe zu verstehen, aber nicht mehr als das. Denn ein Fahrzeug kann auch abweichen von der statistischen Bewertung – sowohl im Positiven wie auch im Negativen. Wer also nach der Vorauswahl ein passendes Angebot auf dem Gebrauchtwagen-Markt gefunden hat, sollte unabhängig von der statistischen Bewertung einen professionellen Gebrauchtwagen-Check durchführen lassen. Das hilft, teure Reparaturen im Nachgang zu vermeiden.

Überblick: Tops & Flops der Pannenstatistik

40 der 109 Modellreihen zeigen sich im Pannenjahr 2020 als recht zuverlässig, sind deshalb dunkelgrün und grün markiert. Das heißt aber auch umgekehrt. Bei rund der Hälfte der Fahrzeuge auf deutschen Straßen ergibt sich hinsichtlich der Zuverlässigkeit unserer Autos ein gemischtes Bild mit Höhen und Tiefen. Und 16 Fahrzeugmodelle schneiden sogar besonders schlecht ab (Orange und Rot). Die Tops & Flops finden Sie hier noch einmal gesondert gegeneinander gestellt. Zuerst erscheinen die Tops, weiter unten dann die Flops einer Fahrzeugklasse. Auch hier bekommen Sie beim Click auf die Umschaltpfeile am Kopf der Tabelle die jeweils nächste Fahrzeugklasse angezeigt.

Die meisten Pannen hat der 10 Jahre alte Kia Ceed

Den unrühmlichen ersten Platz bei der Unzuverlässigkeit belegt ein Auto der unteren Mittelklasse: Der 10 Jahre alte Kia Ceed mit einer Pannenhäufigkeit von 52,7 Promille. Nur die jüngsten Baujahre des Koreaners zeigen sich nahezu pannenfrei. Über alle Baujahre betrachtet betrafen die häufigsten Defekte – neben der Starterbatterie – den Anlasser, die Kraftstoffpumpe, die Steuerkette und die Zündkerzen.

Ein ähnlich gestaffeltes Bild von Ausfällen zeigt sich beim Hyundai i20. Neben den Zündkerzen waren hier auch defekte Zündschlösser immer wieder für Pannen verantwortlich. Beim Seat Alhambra und VW Sharan traten die Pannen praktisch über alle Baujahre in überdurchschnittlicher Häufigkeit auf: Hauptursachen waren die Abgasrückführung oder die AdBlue-Einspritzung.

Eine erschreckend schlechte Figur gab der Smart Forfour ab, der seit 2015 verkauft wird. Bei allen Jahrgängen machte extrem häufig die Batterie schlapp. Sehr ausfällig benahmen sich auch der Opel Insignia, der Nissan Qashqai, der Ford S-Max sowie Renault Kangoo und Renault Rapid – die beiden letzteren vor allem im jungen Alter. Bei den Renaults haperte es oft an der Fahrzeugelektrik.

Absolut top: Modelle von Audi, BMW und Toyota

ADAC Pannenhelfer misst Batterie
Zu schwache Batterie: Motor startet nicht ∙ © ADAC/Martin Hangen

Unter den Modellen, die ihre Dienste 2020 ausgesprochen gut verrichtet haben, befinden sich auffallend viele Fahrzeuge der Marken Audi und BMW. A3, A4, A5, Q3 und Q5 heißen die Zuverlässigkeitssieger bei Audi. Gibt es mal Ausfälle, notiert die Pannenstatistik bei älteren A1 häufig das Zündkabel, beim Q5 vermehrt die Einspritzdüsen. Bei BMW haben sich 1er, 2er, 3er, 4er, X1, X3 und Mini so gut wie nichts zuschulden kommen lassen.

Knapp dahinter, mit etwas mehr Pannen, rangieren die Mercedes-Modelle A, CLA, GLA sowie C-Klasse, GLC und GLK. Bei den Fahrzeugen war immer wieder mal ein Zündschloss oder ein Anlasser defekt.

Überraschungskandidaten im positiven Sinne sind der Fiat Punto und der Dacia Sandero. Beim Punto ist sehr erstaunlich, dass selbst hochbetagte Exemplare (der Jahrgänge 2011 bis 2013) wenig Pannen aufwiesen. Und der Dacia Sandero beweist, dass besonders günstig konstruierte Autos nicht zwangsläufig zu den Liegenbleibern gehören müssen.

Zur großen Masse der relativ unauffälligen Modelle gehören das Kleinwagen-Trio Seat Ibiza, Škoda Fabia, VW Polo. Auch der Bestseller VW Golf tritt im Vergleich mit den Konkurrenten Ford Focus und Opel Astra pannentechnisch kaum in Erscheinung. Wobei der Opel Astra nicht nur – wie der Focus – im höheren Alter, sondern auch bei den jüngeren Baujahren schwächelt. Hauptgrund beim Astra: die Batterie.

Sonderauswertung: Die Pannen von Elektroautos

Immer häufiger wird nach den Pannenursachen bei Elektroautos gefragt. Deshalb hat der ADAC eine Sonderauswertung erstellt. Ergebnis: Auch hier sind entladene und defekte 12-Volt-Bordbatterien eindeutig die Hauptverursacher. Mit einem Anteil von 54 Prozent ist der bei Elektroautos sogar rund acht Prozent höher als bei Fahrzeugen mit einem konventionellen Benzin- oder Dieselantrieb.

Die Erklärung: Um ein Elektroauto in Betrieb zu nehmen, bedarf es wie bei jedem Auto einer Bordbatterie. Die sorgt nämlich dafür, dass sich die Türen öffnen und dass die Hochvoltspannungsversorgung aktiviert wird. Denn die Bordelektrik, das Licht oder das Infotainmentsystem arbeiten im Unterschied zum elektrischen Antrieb mit einer Spannung von 12 Volt.

Der große Akku im Unterboden liefert dagegen Strom auf einer Spannungslage von meist 400 Volt, einige Autos wie der Porsche Taycan arbeiten sogar mit 800 Volt Spannungslage. Fällt dann aber die kleine 12-Volt-Batterie für die Bordelektrik aus, bleiben die Türen zu – und auch das aufgeladene Hochvoltsystem kann nicht aktiviert werden.

Defekte von spezifischen Bauteilen eines Elektroautos wie dem Akku, Elektromotor oder der Ladetechnik erweisen sich bisher als zuverlässig und tragen nur mit 4,4 Prozent zu den Pannen bei. Weil aber Elektroautos auf unseren Straßen im Durchschnitt noch deutlich jünger sind als die herkömmlichen Fahrzeuge, ist aber zu erwarten, dass verschleiß- und alterungsbedingte Pannen von E-Autos in den nächsten Jahren ansteigen werden.

ADAC Tipps gegen Batterie- und Reifenprobleme

ADAC Pannenhelfer wechselt den Reifen an einem Pannenfahrzeug
Reifendefekte machen 7,1 % der Pannenfälle aus ∙ © ADAC/Beate Blank

Auch wenn sich die Auswertung der ADAC Pannenstatistik als Service in erster Linie an Gebrauchtwagenkäufer richtet, bleiben die Fahrzeughersteller in der Pflicht: Viele der festgestellten Probleme werden bereits dem Fahrzeug in die Wiege gelegt. Denn obwohl die Zuverlässigkeit der Autos im Lauf der Jahre besser wurde, gibt es immer noch Schwachpunkte, die leicht ab Werk zu vermeiden wären. Trotzdem kann der Fahrzeughalter einige Pannenfaktoren beeinflussen.

  • Batterieprobleme: Im Schnitt halten Batterien fünf bis sechs Jahre. Allerdings bleiben schon viele junge Fahrzeuge mit leerer oder defekter Batterie liegen. Die Gründe hierfür liegen oft in einer hohen Belastung durch viele elektrische Verbraucher. Wer neben dem heimischen Parkplatz eine Steckdose hat, kann die Batterie gelegentlich aufladen. Auch ein rechtzeitiger Austausch bzw. eine Batteriekontrolle helfen, diese Pannenursache zu verhindern. Sofern längere Fahrten anstehen, diese bewusst auch mal mit dem "Kurzstreckenauto" fahren, um die Batterie vollständig zu laden. Aber: Die Hersteller bleiben auch aufgefordert, das Batteriemanagement neuer Fahrzeuge zu verbessern und ein Entladen der Batterie technisch zu verhindern.

  • Reifendefekte: Auch wenn dafür meist nicht der Fahrzeughersteller verantwortlich ist, können Funktionsstörungen oder falsch interpretierte Warnungen der Reifendruck-Kontrollsysteme ein Problem sein. Der Trend zu Pannensets statt Notrad bzw. Ersatzreifen schränkt die Möglichkeiten zur eigenständigen Weiterfahrt nach einer Reifenpanne zusätzlich ein. Als Autofahrer kann man die Pannenwahrscheinlichkeit verringern, indem man den Reifendruck mindestens alle zwei Wochen überprüft und regelmäßig Sichtkontrollen hinsichtlich Abnutzung oder Rissen durchführt.

Artikel zur Batteriepflege:

Leere Autobatterie? So vermeiden Sie eine Panne
Autobatterie laden – so geht's

Tipps für den Gebrauchtwagenkauf

Selbst wenn ein Modell in der ADAC Pannenstatistik als zuverlässig aufgeführt ist, können einzelne Exemplare einer Modellreihe in ihrer Zuverlässigkeit doch sehr unterschiedlich sein. Denn: Je älter das Fahrzeug ist, umso größer ist der Einfluss des Halters auf die Pannenanfälligkeit.

Deshalb gilt beim Kauf eines älteren Fahrzeugs ganz allgemein:

Und hier finden Sie alles zum Thema Gebrauchtwagen

Pannenstatistik-Archiv, Methodik & Hintergrund

PDFs ADAC Pannenstatistik 2007 bis 2020

Bis 2011 wurden die Pannenstatistiken mit der Jahreszahl der Datenerfassung versehen (Testjahr), die Veröffentlichung fand aber immer erst im Folgejahr statt. Seit 2013 ist das Veröffentlichungsjahr namensgebend, das heißt, die Pannenstatistik 2013 berichtet über die Zahlen aus dem Jahr 2012. Die Pannenstatistik 2012 fehlt also nicht, nur die Benennungslogik hat sich geändert.

Pannenstatistik 2020

Pannenstatistik 2019

Pannenstatistik-2018

Pannenstatistik-2017

Pannenstatistik-2016

Pannenstatistik-2015

Pannenstatistik-2014

Pannenstatistik-2013

Pannenstatistik-2011

Pannenstatistik-2010

Pannenstatistik-2009

Pannenstatistik-2008

Pannenstatistik-2007

Grundlagen der Auswertungen

Die ADAC Straßenwachtfahrer erfassen jede Pannenhilfe elektronisch und legen diese in einer Datenbank ab. Registriert werden u. a. Typ, Zulassungsjahr, Motorart, Kilometerstand, das defekte Bauteil und die Fehlerursache. Diese Daten helfen auch bei künftigen Pannen, die Ursachen schneller zu finden und zu beheben. Die Karosserieform und Antriebsart (z. B. Kombi oder Coupé, Front- oder Allradantrieb) sind für die Pannenursache nicht entscheidend und werden daher nicht erfasst. Unterschiedliche Typen, die auf einer gemeinsamen Technik aufbauen, werden zusammengefasst (z. B. VW Golf/Jetta).

Die ADAC Pannenstatistik wurde bis 2013 für Fahrzeugmodelle der ersten sechs Zulassungsjahre veröffentlicht. Dadurch sollte der Fahrereinfluss (z. B. Pflege und Wartung) auf den technischen Zustand des Fahrzeugs möglichst ausgeblendet werden. Festgestellte Mängel waren in der Regel dem Hersteller anzulasten. Der damit ausgeübte mediale Druck auf die Hersteller zur Produktverbesserung führte zu einer positiven Entwicklung kapitaler Pannen seit Beginn der Pannenstatistik. Die Zahl der Pannen ist von über 23 (1978) auf unter drei (2013) pro 1000 Fahrzeuge gesunken.

Durch die geringen Pannenzahlen in den ersten beiden Betriebsjahren und das für Autofahrer gesunkene finanzielle Risiko durch die längeren Garantiezeiten ist eine Differenzierung in den ersten Betriebsjahren inzwischen weniger sinnvoll. Die Pannenkennzahlen unterscheiden sich oft nur noch in der zweiten oder dritten Nachkommastelle.

Aus diesem Grund und da die Fahrzeuge in Deutschland im Durchschnitt immer älter werden, wird seit der Pannenstatistik 2014 der Fokus auf die Zulassungsjahre drei bis zehn gelegt. Zwar nimmt der Einfluss durch die entsprechende Fahrzeugpflege und -wartung zu. Andererseits macht es für einen Gebrauchtwagenkäufer nicht den entscheidenden Unterschied, warum eine mögliche Panne entsteht – wichtig sind die Informationen über typische und mögliche Schwachstellen an einem Modell. Und hier gibt die Pannenstatistik wertvolle Hinweise.

Überdies steigt damit auch die Anzahl der in der Statistik berücksichtigten Pannenfälle; der Einfluss der Assistance-Fälle sinkt, die Möglichkeit der Differenzierung zwischen den Modellen und Zulassungsjahren nimmt zu.

Auf die Erstellung einer Rangliste wird verzichtet. Um weiterhin einen schnellen Überblick über gute und weniger gute Fahrzeugmodelle zu gewährleisten, werden die Pannenkennzahlen je Jahr farbig unterlegt, von grün = sehr wenige Pannen, bis rot = sehr viele Pannen.

Datenbasis

Grundsätzlich gilt: Fälle, in denen der ADAC gerufen wurde, weil ein Fahrzeug z. B. im Notlaufmodus noch zur Werkstatt fahren konnte, tauchen nicht in der Statistik auf.

Schritte bei der Generierung der finalen Datenbasis für die Pannenstatistik:

1. Neben den rund 1750 ADAC Straßenwachtfahrern erbringen auch rund 1000 Straßendienstpartner im Auftrag des Clubs Pannenhilfe. Letztere führen keine detaillierten Aufzeichnungen, können daher zur Statistik keine Daten beitragen.

2. Jeder Hersteller oder Importeur bietet eigene "Assistance"-Dienste an, teilweise erbringt sie der ADAC im Auftrag. Um Verzerrungen der Statistik zu vermeiden und Gleichstand herzustellen, müssen die Assistance-Fälle unberücksichtigt bleiben.

3. Selbstverschuldete Pannen (z. B. wegen Spritmangel) oder Reifendefekte werden nicht eingerechnet.

4. Die Pannenstatistik enthält nur Modelle des dritten bis zehnten Zulassungsjahres.

5. Die Modelle müssen in einem Jahr mindestens 10.000 Zulassungen in einem und 7000 in mindestens einem weiteren Jahr (bei EZ vor 1 bis 10 Jahren) haben. Aus der Gesamtzahl gemeldeter Pannen wird eine repräsentative Datenbasis ermittelt.

Zertifizierung und Prüfung durch Dritte

Das ADAC Test Zentrum, in dem die Pannenstatistik berechnet wird, ist nach der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 zertifiziert. Alle drei Jahre findet hierzu eine entsprechende Auditierung durch die international anerkannte Zertifizierungsstelle DQS statt. Jährlich dazwischen gibt es eine Re-Zertifizierung und ein internes Audit, in der auch die Prozesse zur Berechnung der Pannenstatistik überprüft werden.

Zusätzlich wurde das Berechnungsverfahren durch ein wissenschaftliches Gutachten von Professoren der Universitäten Twente und Groningen überprüft und das Vorgehen und die Ergebnisse als valide bezeichnet.

FAQs

Wie wird festgelegt, welches Feld welche Farbe bekommt?
Die Farben dienen lediglich als Hilfestellung, um die Ergebnisse schneller zu erfassen, und sind nach Erstzulassungsjahren festgelegt (Spalten!). Dabei erhalten immer die niedrigsten 15 Prozent eine dunkelgrüne Färbung, die schlechtesten fünf Prozent eine rote Färbung. Dazwischen werden die drei Farben Hellgrün, Gelb und Orange so verteilt, dass die Abstände gleich groß sind.

Warum sind nicht alle Felder gefüllt?
Es werden nur dann Werte angezeigt, wenn mindestens 7000 Fahrzeuge am Jahresanfang des untersuchten Jahres zugelassen waren. Dadurch wird verhindert, dass statistische Ausreißer das Bild verzerren.

Warum fehlt das Modell "xy"?
Es werden nur Modelle angezeigt, die in mindestens einem der berichteten Jahre mehr als 10.000 zugelassene Fahrzeuge enthalten.

Welche Pannen sind enthalten?
Nur technische Pannen, die vom ADAC behandelt wurden. Das sind ca. 50 Prozent aller in Deutschland auftretenden Pannen. Die realen Pannenwahrscheinlichkeiten liegen also höher. Um die Pannenanfälligkeit von Modellen zu vergleichen, ist die Datenbasis des ADAC jedoch völlig ausreichend und gleichzeitig die größte ihrer Art.

Wieso werden die Daten für die Erstzulassungsjahre der ersten beiden Jahre nicht angezeigt?
Die Pannenwahrscheinlichkeit in den ersten beiden Jahren nach der Zulassung eines Fahrzeuges ist so niedrig, dass die Werte, die der ADAC hier berechnen könnte, nicht aussagekräftig und verlässlich genug sind. Daher werden diese Zahlen nicht veröffentlicht.

Wie berechnet sich die durchschnittliche Jahreslaufleistung?
Die durchschnittliche Jahreslaufleistung wird als Mittelwert aller in der Pannenstatistik berücksichtigten Fahrzeuge berechnet. Der ADAC notiert bei jeder Panne den Kilometerstand des Fahrzeugs. In der Regel werden junge Fahrzeuge etwas mehr bewegt, da sie dann oft dienstlich genutzt werden.

Warum wurden auch ältere Modelle bis zu zehn Jahren betrachtet?
Mit dieser Erweiterung bietet der ADAC auch dem Gebrauchtwagenkäufer, der sich für ein älteres Modell interessiert, eine Entscheidungsgrundlage zur Pannensicherheit. Das durchschnittliche Pkw-Fahrzeugalter in Deutschland liegt bei etwa 9,8 Jahren, was damit auch berücksichtigt wird.

Datenanalyse und fachliche Beratung: Jan Schreier, ADAC Technik Zentrum

Wolfgang Rudschies
Redakteur
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