Mercedes GLE (2026): Das Luxus-SUV wurde runderneuert
Von Redaktion

Der Mercedes-Benz GLE gehört seit Jahren zu den prägenden Modellen im Segment der großen Premium-SUVs. 2026 wurde das aktuelle Modell zum zweiten Mal überarbeitet. Die Infos und die erste Testfahrt.
Alle sieben Motoren sind elektrifiziert
Plug‑in-Hybride mit über 100 Kilometer Reichweite
Neues intelligentes Fahrwerk
Mercedes frischt den seit 2018 gebauten GLE ein weiteres Mal auf. Ein weiteres Mal? Ja, denn im Jahr 2023 feilte Mercedes schon an der Aerodynamik, dem Verteilergetriebe und dem 48-Volt-Bordnetz. Dieses Mal haben sich die Ingenieure vor allem Optik, Fahrwerk, Motor und Bord-Elektronik vorgeknöpft. Insgesamt hat Mercedes 3000 Teile geändert.
Mercedes GLE Facelift 2026: Das ist neu

Die aktuelle Modellpflege bringt ein geschärftes Design mit: neue LED-Lichtsignaturen, eine überarbeitete Frontschürze mit schwarzem Klavierlack-Panel, einen auffälligen Kühlergrill sowie neue Außenspiegel als aerodynamische Optimierung. Insbesondere die neuen Lichtsignaturen mit integrierten Stern-Elementen verleihen dem GLE einen moderneren Auftritt.
Das weiterentwickelte "Digital Light" bietet ein rund 40 Prozent größeres Ausleuchtungsfeld und soll dabei bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen. Am Heck zieht sich nun ein durchgehendes Lichtband über die gesamte Breite.
Die Proportionen des GLE bleiben weiter imposant: Mit einer Länge von rund 5 Metern und einem entsprechend großen Radstand vermittelt das Fahrzeug Präsenz und ein Sicherheitsgefühl, bringt jedoch damit auch Nachteile im urbanen Alltag mit sich. Das Einparken in engen Lücken oder Parkhäusern kann schon mal herausfordernd werden. Neben dem GLE bietet Mercedes auch weiterhin das GLE Coupé mit einem nach hinten abfallenden Dach und einer sportlicheren Note an.
Innenraum: Der GLE ist edel und hochwertig

Im Innenraum spielt der GLE seine größten Stärken aus: Hochwertige Materialien, eine exzellente Verarbeitung und ein großzügiges Platzangebot sorgen für ein hohes Komfortgefühl. Dazu kommen bequeme Sitze mit optionalen Komfortfeatures wie Multikontursitzen. Das große Glaspanoramadach zählt nun zur Serienausstattung.
Zentraler Bestandteil des neuen GLE bleibt das Infotainmentsystem MBUX, das durch große Displays, eine lernfähige Sprachsteuerung und eine zunehmende Integration von Onlinediensten überzeugt. Der serienmäßige Superscreen zieht sich über die gesamte Breite des Cockpits und kombiniert drei jeweils 31,2 Zentimeter große Displays zu einer durchgehenden Einheit. Unter der großen Glasfläche verschmelzen Fahrzeugfunktionen, Informationen und Entertainment zu einer individuell anpassbaren Benutzeroberfläche. Der Beifahrer erhält seinen eigenen Bildschirm.
Mit dem aus der S-Klasse bereits bekannten Betriebssystem MB.OS lassen sich nun Funktionen mit Over-the-Air-Updates durchführen und Funktionen freischalten. Der virtuelle Assistent versteht dank KI Zusammenhänge, kann komplexe Dialoge führen, lernt aus den Gewohnheiten des Fahrers und kann Situationen vorausschauend einschätzen. Die physischen Tasten liegen selbsterklärend in Griffweite und der Screen reagiert schnell. Nur manche Apps benötigen ein paar Sekunden zu viel Zeit zum Nachdenken, bevor sie ihre Arbeit verrichten.
Sieben Motoren stehen beim GLE zur Wahl

Für Deutschland ist der GLE 350d 4Matic interessant. In diesem Modell arbeitet ein 3,0-Reihensechszylinder mit 286 PS, unterstützt von einem 48-Volt-Mildhybridsystem mit 23 PS. Im GLE 450d leistet der Diesel 367 PS und wird von der E-Maschine mit 23 PS unterstützt. Zusammen stehen 390 PS und 750 Nm Drehmoment zur Verfügung. Die Kraft gelangt über eine Neun-Stufen-Automatik und den Allradantrieb 4Matic auf die Straße.
Ein neuer, elektrischer Heizkatalysator bringt die Abgasanlage schnell in den optimalen Arbeitsbereich, um Schadstoffe zu reinigen. Wer es darauf ankommen lässt, beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 6,2 Sekunden und fährt bis zu 250 km/h schnell. Mercedes nennt einen WLTP-Verbrauch von 7,4 Litern Diesel je 100 Kilometer.
Im "Basis"-Benziner GLE 450 4Matic entwickelt ein 3,0-Liter-Sechszylinder 381 PS und 560 Nm Drehmoment, kombiniert mit einem nun 23 PS starken E-Motor. Der Reihensechser arbeitet zurückhaltend säuselnd im Hintergrund und reagiert recht spontan auf Gasbefehle. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der GLE dann sehr zügig in 5,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.
Das klingt nach deutlich mehr Kraft und Leistung, als ein Familien-SUV tatsächlich braucht, aber beim Überholen, Auffahren auf die Autobahn oder Anhängerbetrieb können Reserven schließlich nie schaden. Außerdem arbeitet der Motor angenehm meist im unteren Drehzahlbereich bei niedriger Lautstärke und mit kaum wahrnehmbaren Vibrationen.
Die Ruhe und Kraft des Sechszylinders passen zum lässigen Gleiten im GLE. In Kombination mit dem präzise abgestimmten Fahrwerk, der direkten Lenkung und den bequemen Sitzen werden selbst mehrstündige Autofahrten nicht langweilig. Nur den offiziellen Durchschnittsverbrauch von 9,5 Liter auf 100 Kilometer nach WLTP werden die meisten Käuferinnen und Käufer bei flotter Fahrweise wohl kaum erreichen.
Der GLE 450e fährt elektrisch – ein bisschen

Interessant ist auch der Plug‑in-Hybrid. Der GLE 450e kombiniert einen Sechszylinder-Benziner mit einem 184 PS starken Elektromotor. Zusammen ergeben sich 435 PS und 680 Nm, das sind 75 PS mehr Leistung im Vergleich zum Vorgänger. Die Batterie bietet 25,7 kWh nutzbare Kapazität. Nach WLTP sind damit bis zu rund 100 Kilometer rein elektrisch möglich. Für die meisten täglichen Fahrten dürfte das reichen.
Bei der Fahrt schaltet das System fast unmerklich zwischen den Antrieben um und arbeitet sehr dezent im Hintergrund. Es ist schon ein Blick auf den Drehzahlmesser nötig, um überhaupt zu merken, dass gerade sechs Zylinder Kraftstoff konsumieren. Bei spontanen Sprints arbeiten beide Motoren harmonisch zusammen und beschleunigen das SUV sehr zügig.
Für Leistungshungrige bietet Mercedes dazu noch die Sechszylinder AMG 53 (472 PS) und AMG 53 Hybrid (585 PS) an, dazu kommt der neu entwickelte Achtzylinder GLE 580 (537 PS), der aber eher für den amerikanischen Markt interessant sein dürfte.
GLE mit elektronisch aktivem Fahrwerk

Bei drei Fahrwerken setzt Mercedes weiter auf Komfort. Schon das Serienfahrwerk haben die Ingenieure komfortabel und dennoch sportlich abgestimmt: Unebenheiten filtert der GLE schnell und souverän weg, damit Passagiere lange Strecken entspannt zurücklegen können. Trotz 21-Zoll-Rädern rollt der GLE selbst auf schlechten Straßen ruhig ab, ohne zu poltern oder Stöße in die Karosserie zu lassen. In Kurven bleibt der GLE lange neutral, bis sich die Karosserie leicht neigt. Dazu passt auch die direkt arbeitende Lenkung.
Mehr Komfort bietet das optionale E-Active-Body-Control-Fahrwerk. Mercedes setzt hier auf Elektronik: 20 Sensoren ermitteln die Fahrbahnunebenheit rund 1000-mal die Sekunde und passen die Federung an jedem Rad einzeln entsprechend an. Wanken in Kurven oder Bremsennicken kann das System damit stark minimieren.
Noch geschmeidiger rollt GLE aber mit der Airmatic-Luftfederung ab. Neu ist eine cloudbasierte und intelligente Dämpferregelung: Das System kann Informationen über bekannte Fahrbahnunebenheiten aus der Mercedes-Cloud nutzen und die Dämpfung bereits vor einer längeren Bodenwelle anpassen – wie auf einem fliegenden Teppich zischt der Benz damit über schlechte Straßen.
Viel Platz, aber kein Leichtgewicht
Spätestens bei kräftigem Bremsen oder in engen Kurven zeigt sich aber, dass hier ein großes SUV unterwegs ist. Der GLE kaschiert seine Masse zwar mit moderner Fahrwerkstechnik, wegzaubern kann sie Mercedes aber nicht.
An den grundsätzlichen Platzverhältnissen ändert die Modellpflege wenig. Der GLE bietet viel Raum für Passagiere und Gepäck und ist auf Wunsch als Siebensitzer erhältlich. Der Kofferraum fasst 630 Liter und wächst bei umgelegter Rückbank auf bis zu 1795 Liter. Das ist ausreichend für Familienurlaub, Großeinkauf oder Sportausrüstung. Wenn es denn das Budget hergibt: Ab 92.064 Euro ist der GLE als 350d zu haben, nach oben sind die Grenzen offen.
Text: Fabian Hoberg
Mercedes GLE: Technische Daten
Technische Daten (Herstellerangaben) | Mercedes-Benz GLE 350 d 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/26) | Mercedes-Benz GLE 450 d 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/26) | Mercedes-Benz GLE 450 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/26) | Mercedes-Benz GLE 450 e 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/26) |
|---|---|---|---|---|
Motorart | Diesel (Mild-Hybrid) | Diesel (Mild-Hybrid) | Otto (Mild-Hybrid) | PlugIn-Hybrid |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 2.989 ccm | 2.989 ccm | 2.999 ccm | 2.999 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 227 | 287 | 297 | 320 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 309 | 390 | 404 | 435 |
Drehmoment (Systemleistung) | 650 Nm | 750 Nm | 560 Nm | 680 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 3.200 U/min | 4.000 U/min | 5.000 U/min | 2.200 U/min |
Antriebsart | Allrad | Allrad | Allrad | Allrad |
Beschleunigung 0-100km/h | 6,2 s | 5,3 s | 5,3 s | 5,6 s |
Höchstgeschwindigkeit | 235 km/h | 250 km/h | 250 km/h | 240 km/h |
Reichweite WLTP (elektrisch) | - | - | - | 102 km |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 196 g/km | 196 g/km | 217 g/km | 75 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 7,5 l/100 km | 7,5 l/100 km | 9,5 l/100 km | 3,3 l/100 km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | - | - | - | 21,7 kWh/100 km |
Batteriekapazität (Netto) in kWh | - | - | - | 25,7 |
Ladeleistung (kW) | - | - | - | AC:11,0 DC:60,0 |
Kofferraumvolumen normal | 630 l | 630 l | 630 l | 485 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 2.055 l | 2.055 l | 2.055 l | 1.915 l |
Leergewicht (EU) | 2.470 kg | 2.480 kg | 2.390 kg | 2.775 kg |
Zuladung | 690 kg | 680 kg | 665 kg | 600 kg |
Anhängelast ungebremst | 750 kg | 750 kg | 750 kg | 750 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 2.700 kg | 2.700 kg | 2.700 kg | 2.700 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre | 2 Jahre |
Länge x Breite x Höhe | 4.923 mm x 2.010 mm x 1.796 mm | 4.923 mm x 2.010 mm x 1.796 mm | 4.923 mm x 2.010 mm x 1.796 mm | 4.923 mm x 2.010 mm x 1.793 mm |
Grundpreis | 92.064 Euro | 98.282 Euro | 95.164 Euro | 95.176 Euro |
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