Elektro-Audi A2: So gut fährt der Prototyp

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Von Redaktion

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Der neue Audi A2 Prototpy im Test stehend fotografiert
Noch getarnt: Die Form des neuen Audi A2 erkennt man aber schon ganz gut© Audi

Audi legt den A2 neu auf. Auf Basis des VW ID.3 Neo kommt ein aerodynamischer Kompaktwagen mit Ähnlichkeit zum alten A2. Reichweite: bis zu 649 Kilometer nach Norm. Erste Testfahrt.

  • Neuer Audi A2 soll sehr sparsam werden

  • Drei Akkugrößen: 50, 58 und 79 kWh

  • Marktstart noch 2026

Neuer Audi A2 ab 38.200 Euro

Der neue Audi A2 Prototpy fahrend von hinten zu sehen
Markant: Die schmalen Heckleuchten und der Spoiler, der die Heckscheibe teilt© Audi

Er war das große Sparwunder der Jahrtausendwende und feiert jetzt sein Comeback bei der Generation E: Gut 20 Jahre nach der Premiere des Originals bringt Audi den A2 zurück. Er soll noch vor Jahresende in den Handel kommen und bei 38.200 Euro starten. Damit wird er rund 9000 Euro weniger als der Q4 kosten, Audis bisheriges Elektro-Einstiegsmodell.

Während Audi in den 2000er-Jahren auf Aluminium und Magnesium setzte, ist Leichtbau zwar diesmal kein großes Thema. Aber wie beim Original kommt eine ausgefeilte Aerodynamik zum Tragen. Der A2 der Neuzeit hat deshalb nicht nur eine ganz ähnliche Silhouette mit Stupsnase, eingezogenem Heck und einer stark gerundeten Kehrseite, bei der sich quer übers Heck erneut ein Spoiler zieht.

Es gibt auch aerodynamischen Feinschliff am Unterboden oder im Radhaus. Das zahlt sich aus: Obwohl der A2 jetzt auf 18-Zoll-Rädern steht statt auf 14 Zoll und er deutlich breitere Reifen hat, ist der cw-Wert sogar noch gesunken – von 0,25 beim alten 3-Liter-A2 auf 0,24 beim aktuellen Modell.

Sparsam: Der Elektro-A2 soll nur 13 kWh verbrauchen

Der neue Audi A2 Prototpy fahrend von vorne zu sehen
Die Stupsnase des A2 sorgt für eine gute Aerodynamik© Audi

Was noch vergleichbar ist mit früher, das ist die Nähe zum Mutterhaus – nur dass der neue A2 sich die Technik nicht mehr mit dem kleinsten VW teilt, sondern eine Klasse aufsteigt. Er gehört deshalb nicht zur Familie von ID. Polo oder Škoda Epiq, sondern wird zum feinen Vetter des VW ID.3 Neo, bekommt also gegenüber dem Q4 optimierte Batteriezellen und effizientere E-Motoren.

Das drückt den Normverbrauch im besten Fall auf 13,0 kWh/100 km. Wer den noch getarnten Prototyp bei der ersten Ausfahrt wie der Autor mit eiserner Disziplin bewegt, kommt sogar auf Durchschnittswerte von 12,3 kWh. Allerdings ist der Fahrspaß dann eher eingeschränkt.

Dabei ist das doch eigentlich einer der großen Unterschiede zum Vorgänger mit Verbrenner. Ja, mit maximal 160 km/h ist auch der neue A2 kein Rennwagen und er zuckelt in der gehobenen Kompaktklasse hinterher. Aber wo früher die Spardiesel nervig genagelt haben, herrscht jetzt eine himmlische Ruhe, und zumindest beim Anfahren ist der A2 heute – dem sofort verfügbaren Drehmoment der E-Maschine sei Dank – fast schon sportlich. Wer mal kurz die Effizienz ausblendet, hat da beim Ampelsport richtig Spaß.

4,30 Meter: Deutlich länger als der Ur-A2

Der neue Audi A2 Prototpy im Test
Noch abgedeckt: Der A2 bekommt ein Cockpit im aktuellen Audi-Stil© Audi

Es gibt aber noch einen zweiten Punkt, in dem sich Alt und Neu gravierend unterscheiden: Weil der A2 vom Kleinwagen in die Kompaktklasse aufgestiegen ist, bietet er deutlich mehr Raum. Kein Wunder, der Radstand ist mit 2,77 Metern identisch wie beim Q4, und in der Länge ist er zwar mit 4,30 Metern 30 Zentimeter kürzer als der große Bruder, er überragt den Original-A2 aber um einen halben Meter.

Und wo der erste A2 ein Schmalhans von 1,67 Metern war, macht sich der Nachfolger mit 1,92 Metern sehr viel breiter. Er sieht deshalb nicht nur von außen richtig erwachsen aus, sondern hat auch innen reichlich Platz in der ersten wie in der zweiten Reihe, in der sich auch Erwachsene wohlfühlen.

Zu Cockpit und Kofferraum schweigt Audi noch

Nur zum Kofferraum und einem möglichen Frunk sagt Audi noch nichts. Und ob am A2 im Gegensatz zum ID.3 eine Anhängelast erlaubt ist, ist ebenfalls noch nicht raus. Dafür erkennt man bei der Fahrt mit dem Prototyp schon, dass Audi lieber Premium bieten will als klein gerechnete Preise. Deshalb gib es zum Beispiel ein Head-up-Display und Ladeschalen mit Magsafe-Anschluss, einen intelligenten Tempomaten und eine Rekuperation mit Weitblick.

Dass der A2 das Cockpit des ID.3 auftragen muss, haben die Audianer trotz gleicher Technik-Basis möglicherweise verhindern können. Zwar war bei der ersten Testfahrt das Cockpit noch getarnt, doch scheint sich die Bildschirmlandschaft mit ihrer markanten Rundung auf der rechten Seite an den aktuellen Audi-Modellen zu orientieren.

Magere Ladeleistung, aber hohe Reichweite

Der neue Audi A2 Prototpy im Test
Autor Thomas Geiger zum A2: "Kein Rennwagen, aber viel Platz"© Audi

Angeboten wird der A2 nach aktuellem Stand mit vier Motoren vom 170-PS-Einsteiger bis zum Topmodell mit 326 PS. Außerdem gibt es drei 400-Volt-Akkus mit 50, 58 oder 79 kWh, die allerdings nur mit einer mageren Maximalleistung von 105 kW geladen werden können.

Kleines Trostpflaster: So effizient wie der A2 sein will, muss er zumindest nicht so oft an die Leine. Schließlich liegt die Normreichweite im Bestfall mit dem größten Akku bei 649 Kilometern. Bei der Schleichfahrt mit dem noch getarnten A2-Exemplar hat der Bordcomputer selbst für den mittleren Akku Werte von knapp 500 Kilometern ausgewiesen.

Text: Thomas Geiger, Jochen Wieler

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