Stadtautos: Das sind die besten Cityflitzer
Von Jochen Wieler

Wer viel in der Stadt unterwegs ist, braucht ein Auto, das gut zu parken ist, einen kleinen Wendekreis hat und übersichtlich ist. Hier sind die Modelle, die sich perfekt als Stadtauto eignen.
Worauf es beim Stadtauto ankommt
Die Top 50 der Stadtautos im ADAC Test
Ranking mit Abmessungen und Wendekreis
Autos werden immer größer: Dieser Trend lässt sich seit vielen Jahren beobachten. Doch was für mehr Komfort und ein besseres Platzangebot sorgt, hat auch Nachteile. Besonders in den Innenstädten ist ein großes, unübersichtliches Auto häufig ein Klotz am Bein, wenn die Parkplatzsuche zur mühsamen Angelegenheit wird. Besser also, man wählt kleine Autos für die Stadt.
Was ist ein Stadtauto?
Ganz ausgestorben sind kleine, stadttaugliche Autos zum Glück noch nicht. Der ADAC untersucht jedes Fahrzeug im Rahmen des Autotests auch auf dessen Stadttauglichkeit hin und hat eine ganze Reihe von Autos identifiziert, die hierbei passabel abschneiden.
Bei dieser Teilauswertung des Autotests spielt selbstredend weder die Motorleistung noch die Zuladung eine Rolle. Vielmehr schauen sich die ADAC Testingenieure ausschließlich folgende für den Stadtverkehr relevante Punkte an.
Fahrzeuglänge und Breite: Je kleiner, desto besser.
Anzahl der Türen: Vier Türen sind praktischer als zwei.
Wendekreis: Handlichkeit zählt, gerade auch beim Wenden.
Übersichtlichkeit und Rundumsicht: Sind auch Radler beim Abbiegen gut zu sehen?
Sicht auf Hindernisse vorn und hinten: Wie gut sieht man sie mit bloßem Auge, und gibt es Hilfsmittel wie Parkpiepser oder Kameras?
CO₂-Ausstoß in der Stadt: Sparsam sollte das Auto natürlich auch sein und entsprechend wenig CO₂ emittieren.
Tabelle: Die 50 besten Stadtautos
Hier sind die 50 stadttauglichsten Modelle aus rund 500 Modellen, die in den letzten fünf Jahren beim ADAC getestet worden sind. Einen kompletten Marktüberblick kann die Liste deshalb nicht darstellen, sie gibt aber einen guten Anhaltspunkt. Gelistet sind nicht nur Neuwagen. Ist ein Auto inzwischen nur noch als Gebrauchtwagen zu haben, ist das beim angegebenen Bauzeitraum ersichtlich.
| Marke und Modell (Bauzeitraum) | ADAC Testnote Stadttauglichkeit | Länge | Breite ohne Außenspiegel | Wendekreis |
|---|---|---|---|---|
1,9 | 3615 mm | 1646 mm | 8,6 m | |
2,0 | 3894 mm | 1752 mm | 9,2 m | |
2,2 | 3495 mm | 1665 mm | 8,7 m | |
2,3 | 3556 mm | 1645 mm | 9,8 m | |
2,4 | 3605 mm | 1595 mm | 9,4 m | |
2,4 | 3653 mm | 1643 mm | 9,3 m | |
2,5 | 3620 mm | 1652 mm | 9,7 m | |
2,5 | 3701 mm | 1583 mm | 9,6 m | |
2,5 | 3632 mm | 1683 mm | 9,7 m | |
2,5 | 3571 mm | 1627 mm | 9,3 m | |
2,5 | 3600 mm | 1645 mm | 9,8 m | |
2,6 | 3860 mm | 1735 mm | 9,6 m | |
2,6 | 3675 mm | 1680 mm | 9,8 m | |
2,6 | 3845 mm | 1665 mm | 9,2 m | |
2,6 | 3632 mm | 1683 mm | 9,7 m | |
2,7 | 3915 mm | 1735 mm | 10,4 m | |
2,7 | 4105 mm | 1694 mm | 10,1 m | |
2,7 | 4108 mm | 1780 mm | 10,4 m | |
2,7 | 3700 mm | 1740 mm | 9,4 m | |
2,7 | 3645 mm | 1645 mm | 9,8 m | |
2,7 | 3840 mm | 1735 mm | 9,6 m | |
2,7 | 3700 mm | 1690 mm | 9,4 m | |
2,7 | 3465 mm | 1615 mm | 10,2 m | |
2,8 | 3990 mm | 1720 mm | 9,9 m | |
2,8 | 4065 mm | 1695 mm | 10,4 m | |
2,8 | 4059 mm | 1780 mm | 10,4 m | |
2,8 | 4153 mm | 1780 mm | 10,6 m | |
2,8 | 4074 mm | 1751 mm | 10,6 m | |
2,8 | 3821 mm | 1727 mm | 10,8 m | |
2,9 | 3858 mm | 1756 mm | 10,8 m | |
2,9 | 4061 mm | 1765 mm | 10,7 m | |
2,9 | 4053 mm | 1798 mm | 10,4 m | |
2,9 | 4055 mm | 1745 mm | 10,4 m | |
2,9 | 4080 mm | 1695 mm | 10,5 m | |
2,9 | 4069 mm | 1735 mm | 10,0 m | |
2,9 | 4108 mm | 1780 mm | 10,4 m | |
2,9 | 4050 mm | 1798 mm | 10,5 m | |
2,9 | 4065 mm | 1725 mm | 10,2 m | |
2,9 | 4060 mm | 1765 mm | 10,7 m | |
2,9 | 4055 mm | 1745 mm | 10,4 m | |
2,9 | 4044 mm | 1694 mm | 10,1 m | |
2,9 | 4046 mm | 1756 mm | 10,6 m | |
2,9 | 4087 mm | 1787 mm | 10,6 m | |
3,0 | 4399 mm | 1799 mm | 11,2 m | |
3,0 | 4352 mm | 1816 mm | 11,1 m | |
3,0 | 3940 mm | 1745 mm | 10,4 m | |
3,0 | 3990 mm | 1820 mm | 10,2 m | |
3,0 | 3825 mm | 1610 mm | 10,6 m | |
3,0 | 3922 mm | 1744 mm | 10,3 m |
Wer den Smart Fortwo als Stadtauto schlechthin vermisst: Er wurde eingestellt und zuletzt 2018 vom ADAC getestet, hat es also nicht mehr in diese Auswertung aktuellerer Autotests geschafft. Mit der damaligen Bewertung von 2,0 bei der Stadttauglichkeit wäre er aber auch vorn dabei gewesen. Die gute Nachricht für alle Fortwo-Fans: 2026 soll das Nachfolgemodell vorgestellt werden.
Welches Auto ist am besten für die Stadt?

Am Renault Twingo wäre er trotzdem nicht vorbeigezogen. Mit einer hervorragenden 1,9 in der ADAC Bewertung kommt der Franzose dem Idealbild eines stadttauglichen Fahrzeugs ziemlich nahe. Besonders bemerkenswert ist sein Mini-Wendekreis von nur 8,6 Metern. Dass er nur 150 Kilometer schafft, ohne nachzuladen, ist in der Stadt kein Problem.
Gleiches gilt für den Honda e, der mit 180 Kilometern Reichweite im Test kaum weiter gekommen ist. Der japanische Kleinwagen war pfiffig gemacht, hatte sogar moderne Kameraaußenspiegel an Bord und gilt als Geheimtipp für Individualisten. Beide Autos sind nur noch gebraucht zu haben.
Stadtauto Top: Kleinst- und Kleinwagen
Auffällig und nicht weiter verwunderlich: Auf den vorderen Plätzen mit der Note "gut" (bis 2,5) finden sich in erster Linie Kleinstwagen mit einer Länge von deutlich unter 4 Metern wie auch Seat Mii, Fiat Panda und Fiat 500. Mit ihrer geringen Grundfläche haben sie einfach Vorteile in der City. Die besten Modelle haben außerdem oft Heckantrieb, was ein weites Einschlagen der Vorderräder ermöglicht und somit den Wendekreis verkleinert – ein wichtiges Kriterium bei der Stadttauglichkeit, auch in höheren Klassen.
Wer ein bisschen mehr Platz braucht und lieber einen Kleinwagen möchte, findet zum Beispiel mit aktuellen Honda Jazz, Škoda Fabia und Seat Ibiza gute Alternativen. Sie sind allerdings bereits um die 4 Meter lang, sodass es nicht mehr für ein "gut", sondern nur noch für die Note "befriedigend" in Sachen Stadttauglichkeit reicht.
Stadtauto Flop: Oberklasseautos und Pick-ups

Dass große Autos der Oberklasse und sperrige Pick-ups für die Stadt nicht gut geeignet sind, dürfte keine sonderlich überraschende Erkenntnis sein. Der Vollständigkeit halber nennen wir beim Blick auf die Bewertung als Stadtauto dennoch die Schlusslichter der rund 500 in den letzten fünf Jahren bewerteten Modelle.
So finden sich unter den schlechtesten Fahrzeugen drei Pick-ups, namentlich der Isuzu D-Max mit einer Note von 4,9, der VW Amarok mit einer 5,1 und der Ford Ranger, ebenfalls mit einer 5,1. Kein Wunder bei Fahrzeuglängen zwischen 5,38 Metern (Ford) und 5,30 Metern (Isuzu).
Doch auch der Vorgänger des aktuellen Ford Explorer gibt mit einer Note von 4,9 keine gute Figur ab. Das sperrige US-Format (5,06 Meter Länge) macht auf europäischen Straßen wenig Freude, wozu auch der immense Wendekreis von 12,6 Metern beiträgt.
Und bei einer Länge von 5,39 Meter (!) kommen auch erfahrene Chauffeure am Steuer eines aktuellen BMW 7er ins Schwitzen, wenn sie durch enge Gässchen zirkeln müssen. Das Oberklasseauto gibt es nur noch in Langversion mit Stretch-Radstand. Für die bequeme Fahrt auf der Autobahn ideal, für die Stadt dagegen ein echter Flop: Note 5,0 für die City-Tauglichkeit.
Fazit
Ein ausladendes SUV oder eine Oberklasselimousine ist definitiv nicht die richtige Entscheidung, wenn man oft in der Stadt unterwegs ist. Dann ist gut beraten, wer ein paar Nummern kleiner wählt. Ein Auto sollte ohnehin immer nur so groß sein wie unbedingt nötig. Das spart Ressourcen, dem Besitzer Geld und bei der Parkplatzsuche Nerven.
Die Hersteller sollten die kleinen und stadttauglichen Autos nicht aus den Augen verlieren. Der ADAC beobachtet seit vielen Jahren, dass die Anzahl der angebotenen Kleinst- und Kleinwagen stetig abnimmt.
Fachliche Beratung: Maximilian Bauer, ADAC Technik Zentrum