Stadtautos: Das sind die besten Cityflitzer

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Von Jochen Wieler

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Frontansicht eines fahrenden Fiat 500e
Klein, wendig, übersichtlich: Der Fiat 500 ist ein gutes Stadtauto© ADAC/Martin Hangen

Wer viel in der Stadt unterwegs ist, braucht ein Auto, das gut zu parken ist, einen kleinen Wendekreis hat und übersichtlich ist. Hier sind die Modelle, die sich perfekt als Stadtauto eignen.

  • Worauf es beim Stadtauto ankommt

  • Die Top 50 der Stadtautos im ADAC Test

  • Ranking mit Abmessungen und Wendekreis

Autos werden immer größer: Dieser Trend lässt sich seit vielen Jahren beobachten. Doch was für mehr Komfort und ein besseres Platzangebot sorgt, hat auch Nachteile. Besonders in den Innenstädten ist ein großes, unübersichtliches Auto häufig ein Klotz am Bein, wenn die Parkplatzsuche zur mühsamen Angelegenheit wird. Besser also, man wählt kleine Autos für die Stadt.

Was ist ein Stadtauto?

Ganz ausgestorben sind kleine, stadttaugliche Autos zum Glück noch nicht. Der ADAC untersucht jedes Fahrzeug im Rahmen des Autotests auch auf dessen Stadttauglichkeit hin und hat eine ganze Reihe von Autos identifiziert, die hierbei passabel abschneiden.

Bei dieser Teilauswertung des Autotests spielt selbstredend weder die Motorleistung noch die Zuladung eine Rolle. Vielmehr schauen sich die ADAC Testingenieure folgende für den Stadtverkehr relevante Punkte an.

  • Fahrzeuglänge und Breite: Je kleiner, desto besser.

  • Anzahl der Türen: Vier Türen sind praktischer als zwei.

  • Wendekreis: Handlichkeit zählt, gerade auch beim Wenden.

  • Übersichtlichkeit und Rundumsicht: Sind auch Radler beim Abbiegen gut zu sehen?

  • Sicht auf Hindernisse vorn und hinten: Wie gut sieht man sie mit bloßem Auge, und gibt es Hilfsmittel wie Parkpiepser oder Kameras?

  • CO₂-Ausstoß in der Stadt: Sparsam sollte das Auto natürlich auch sein und entsprechend wenig CO₂ emittieren.

Tabelle: Die 50 besten Stadtautos

Hier sind die 50 stadttauglichsten Modelle aus rund 500 Modellen, die in den letzten fünf Jahren beim ADAC getestet worden sind. Einen kompletten Marktüberblick kann die Liste deshalb nicht darstellen, sie gibt aber einen guten Anhaltspunkt. Gelistet sind nicht nur Neuwagen. Ist ein Auto inzwischen nur noch als Gebrauchtwagen zu haben, ist das beim angegebenen Bauzeitraum ersichtlich.

Wer den Smart Fortwo als Stadtauto schlechthin vermisst: Er wurde eingestellt und zuletzt 2018 vom ADAC getestet, hat es also nicht mehr in diese Auswertung aktuellerer Autotests geschafft. Mit der damaligen Bewertung von 2,0 bei der Stadttauglichkeit wäre er aber auch vorn dabei gewesen. Die gute Nachricht für alle Fortwo-Fans: 2026 soll das Nachfolgemodell vorgestellt werden.

Welches Auto ist am besten für die Stadt?

Renault Twingo Electic steht auf der Straße
Der Renault Twingo der letzten Generation (bereits eingestellt) eignet sich gut als Stadtauto© Renault

Am Renault Twingo wäre er trotzdem nicht vorbeigezogen. Mit einer hervorragenden 1,9 in der ADAC Bewertung kommt der Franzose dem Idealbild eines stadttauglichen Fahrzeugs ziemlich nahe. Besonders bemerkenswert ist sein Mini-Wendekreis von nur 8,6 Metern. Dass er nur 150 Kilometer schafft, ohne nachzuladen, ist in der Stadt kein Problem.

Gleiches gilt für den Honda e, der mit 180 Kilometern Reichweite im Test kaum weiter gekommen ist. Der japanische Kleinwagen war pfiffig gemacht, hatte sogar moderne Kameraaußenspiegel an Bord und gilt als Geheimtipp für Individualisten. Beide Autos sind nur noch gebraucht zu haben.

Stadtauto Top: Kleinst- und Kleinwagen

Auffällig und nicht weiter verwunderlich: Auf den vorderen Plätzen mit der Note "gut" (bis 2,5) finden sich in erster Linie Kleinstwagen mit einer Länge von deutlich unter 4 Metern wie auch Seat Mii, Fiat Panda und Fiat 500. Mit ihrer geringen Grundfläche haben sie einfach Vorteile in der City. Die besten Modelle haben außerdem oft Heckantrieb, was ein weites Einschlagen der Vorderräder ermöglicht und somit den Wendekreis verkleinert – ein wichtiges Kriterium bei der Stadttauglichkeit, auch in höheren Klassen.

Wer ein bisschen mehr Platz braucht und lieber einen Kleinwagen möchte, findet zum Beispiel mit aktuellen Honda Jazz, Škoda Fabia und Seat Ibiza gute Alternativen. Sie sind allerdings bereits um die 4 Meter lang, sodass es nicht mehr für ein "gut", sondern nur noch für die Note "befriedigend" in Sachen Stadttauglichkeit reicht.

Stadtauto Flop: Oberklasseautos und Pick-ups

Seitenansicht eines fahrenden VW Amarok
Über Land, wie hier zu sehen, ist ein Pick-up deutlich besser aufgehoben als in der Stadt© Volkswagen

Dass große Autos der Oberklasse und sperrige Pick-ups für die Stadt nicht gut geeignet sind, dürfte keine sonderlich überraschende Erkenntnis sein. Der Vollständigkeit halber nennen wir beim Blick auf die Bewertung als Stadtauto dennoch die Schlusslichter der rund 500 in den letzten fünf Jahren bewerteten Modelle.

So finden sich unter den schlechtesten Fahrzeugen drei Pick-ups, namentlich der Isuzu D-Max mit einer Note von 4,9, der VW Amarok mit einer 5,1 und der Ford Ranger, ebenfalls mit einer 5,1. Kein Wunder bei Fahrzeuglängen zwischen 5,38 Metern (Ford) und 5,30 Metern (Isuzu).

Doch auch der Vorgänger des aktuellen Ford Explorer gibt mit einer Note von 4,9 keine gute Figur ab. Das sperrige US-Format (5,06 Meter Länge) macht auf europäischen Straßen wenig Freude, wozu auch der immense Wendekreis von 12,6 Metern beiträgt.

Und bei einer Länge von 5,39 Meter (!) kommen auch erfahrene Chauffeure am Steuer eines aktuellen BMW 7er ins Schwitzen, wenn sie durch enge Gässchen zirkeln müssen. Das Oberklasseauto gibt es nur noch in Langversion mit Stretch-Radstand. Für die bequeme Fahrt auf der Autobahn ideal, für die Stadt dagegen ein echter Flop: Note 5,0 für die City-Tauglichkeit.

Fazit

Ein ausladendes SUV oder eine Oberklasselimousine ist definitiv nicht die richtige Entscheidung, wenn man oft in der Stadt unterwegs ist. Dann ist gut beraten, wer ein paar Nummern kleiner wählt. Ein Auto sollte ohnehin immer nur so groß sein wie unbedingt nötig. Das spart Ressourcen, dem Besitzer Geld und bei der Parkplatzsuche Nerven.

Die Hersteller sollten die kleinen und stadttauglichen Autos nicht aus den Augen verlieren. Der ADAC beobachtet seit vielen Jahren, dass die Anzahl der angebotenen Kleinst- und Kleinwagen stetig abnimmt.

Fachliche Beratung: Maximilian Bauer, ADAC Technik Zentrum