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Norderney, Borkum, Langeoog & Co.: Tipps für den Urlaub auf Ostfriesischen Inseln

Fahrradfahrer auf Friesland
Ferien in Friesland: Sommerurlaub auf den sieben ostfriesischen Inseln ∙ © ADAC/Jörg Modrow

Wattwandern, Wassersport oder Thalasso – die sieben Ostfriesischen Inseln sind nicht nur in Zeiten von Corona ein beliebtes Reiseziel. Infos und Tipps für Ihren Inselurlaub an der Nordsee – von Borkum über Juist und Norderney bis Wangerooge.

  • Ein Überblick über die sieben Ostfriesischen Inseln

  • Außer bei Borkum sind An- und Abreise nur bei Flut möglich

  • Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Urlaub zu jeder Jahreszeit

  • Von Wassersport bis Thalasso – jede Insel hat ihre Besonderheiten

Lange Sandstrände, Dünenlandschaften, Wattenmeer, romantische Dörfer mit engen Gassen, gemütliche Cafés, die zu Kuchen und Tee mit Kluntjes einladen – all das ist typisch für die sieben Ostfriesischen Inseln. Auf Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge geht es ruhig und entspannt zu. Die Uhren ticken hier langsamer, und jede Insel hat ihren eigenen Charme. Ob für Familien mit Hund, Aktiv- oder Thalasso-Urlauber: Für jeden Urlaubstypen gibt es eine passende ostfriesische Insel.

Von verschiedenen Orten an der Küste des Festlands bringen Fähren die Urlauber an ihr Wunschziel. Außer bei Borkum sind An- und Abreise von Ebbe und Flut abhängig. Nur, wenn das Wasser tief genug ist, können die Schiffe fahren. Mit etwas Glück sieht man unterwegs Seehunde beim Sonnenbaden. Alternativ erreichen Sie alle Eilande – außer Spiekeroog – mit dem Flugzeug.

Vorort geht es in der Regel autofrei mit der Inselbahn, zu Fuß, mit dem Rad oder der Pferdekutsche weiter. Alle sieben Inseln sind weitestgehend barrierefrei. Viele Tourismusbüros verleihen solarbetriebene strandtaugliche Rollstühle oder behindertengerechte Strandkörbe.

Damit Sie die passende Insel für Ihren Urlaub und Ihre Bedürfnisse finden, sind hier die wichtigsten Fakten, Infos und Tipps im Überblick. Außerdem erfahren Sie hier, wie die aktuellen Corona-Maßnahmen und Sonderregelungen auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln aussehen.

Norderney, das ostfriesische Gesamtpaket

Norderney gilt mit seinen rund 6.500 Einwohnern als die Lebhafteste der Inselkette. Mit einem großen Angebot an Sport, Kultur und Unterhaltung ist sie für Urlauber ein ostfriesisches Gesamtpaket. Es gibt es sogar ein barockes Kurtheater.

Sportbegeisterte können das 80 Kilometer lange Rad- und Wanderwegenetz abstrampeln, reiten oder sich in verschiedenen Wassersportarten austoben. Das regt nicht nur den Kreislauf an, sondern Klima und Meerwasser sind hier besonders wohltuend für Haut und Körper.

Auf Norderney erwartet Sie ein hoher Komfort an Hotellerie. Abenteuerlustige können sich einen Schlafstrandkorb* mieten und zum Klang der rauschenden Wellen einschlafen. Davor müssen Sie unbedingt in der Konditorei im Ortszentrum ein Stück "Schlickkuchen" probieren. Man munkelt, das sei der beste Kuchen der Welt. Guten Appetit!

Norderney* im Überblick

Größe

26 km²

Besucher

544.000 (2017)

Fortbewegung

zu Fuß oder per Fahrrad; Autos müssen nach dem Gepäckausladen auf Parkplätzen außerhalb des Zentrums bleiben

Highlights

Heimatmuseum "Altes Fischerhaus", alte Inselwindmühle, Leuchtturm, Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Salzwiesen mit seltenen Vogelarten, Moore und Salzsümpfe, Kur-Theater Norderney

Begrüßung

"He!"

Borkum: Die größte Ostfriesische Insel

Wer Action sucht, findet in Borkums Bucht die besten Voraussetzungen zum Kitesurfen. Oder wie wäre es mit eine Fahrt im Kitebuggy oder Strandsegelwagen? Das Hinterland bietet 130 km Rad- und Wanderwege, hier können Sie 560 Pflanzen- und mehr als 260 Vogelarten erkunden. Für die Gemütlichen eignet sich der schier endlose Sandstrand für ausgiebige Spaziergänge.

Diese sollten Sie unbedingt an der Promenade ausklingen lassen. Hier reihen sich viele Cafés, Restaurants und "Milchbuden" aneinander. Für letztere ist Borkum berühmt. Die kleinen Häuschen am Strand versorgen Sie mit Snacks und Getränken. Bei Sonnenuntergang ist es hier besonders schön.

Ob für Groß, Klein, Jung, Alt, Familie, Paar oder Single – auf dem westlichen Ende der Inselkette gibt es für jeden etwas zu entdecken. Zudem sind An- und Abreise unkompliziert: Weil Borkum als Einzige immer vollständig von Seewasser umgeben ist, sind Fähren und Boote nicht von der Flut abhängig.

Borkum* im Überblick

Größe

31 km²

Besucher

300.000 (2017)

Fortbewegung

Inselbahn, Elektrobus, zu Fuß oder mit dem Rad; Autofahren in bestimmten Bereichen erlaubt

Highlights

Alter, Neuer und Elektrischer Leuchtturm, Wasserturm, historische Baken, Feuerschiff "Borkumriff", Heimatmuseum "Dykhus", Musikpavillon auf der Promenade, Milchbuden

Begrüßung

"Öy!" oder "Moin!"

Langeoog: Eine Insel für Genießer

Wie wäre es mit einem Ausflug auf einem gemieteten Rad an das Ostende der Insel? In der Gaststätte auf der Meierei, einem landwirtschaftlichen Gutshof in typischem Ostfriesencharme, gibt es die Spezialität des Eilands: Dickmilch mit Sanddornsaft. Der Nachtisch ist ein Muss für jeden Urlauber.

So geht´s: Ordentlich Zucker auf die Dickmilch streuen, Sanddornsaft darübergießen, Schwarzbrot hineinbröseln, fertig.

Der Genuss geht weiter bei einem Spaziergang am 14 Kilometer langen Sandstrand, einer Wattwanderung oder einer Thalasso-Anwendung. Die salzige Luft einatmen und die Nordsee auf Körper und Geist wirken lassen – das Meerwasser bietet genügend Ressourcen für natürliche Heilverfahren.

Und wem es auf Langeoog gefällt, der kommt garantiert wieder. Wer die Insel 25 Mal besucht hat, wird zum offiziellen Ehrengast ernannt.

Langeoog* im Überblick

Größe

20 km²

Besucher

221.000 (2017)

Fortbewegung

Autos sind verboten, Inselbahn befördert Gäste vom Hafen zum Bahnhof, ansonsten zu Fuß

Highlights

14 Kilometer langer Sandstrand, Wasserturm am Ortsrand, Meierei und Langeoogs Ostende, beeindruckende Dünenlandschaft, "Lale Andersen"-Denkmal im Zentrum, Vogelwarte, Heimatmuseum, Aussichtspunkt "Melkhörndüne" mit Blick ins Pirolatal

Juist: Ruhe, Entspannung, Entschleunigung

Im Vergleich zu Norderney und Borkum geht es auf Juist gemächlich zu. Nicht umsonst nennen rund 1700 Insulaner ihre Insel auch "Töwerland" (friesisch für "Zauberland"). Hier heißt es: Alltag hinter sich lassen, Entspannung im Einklang mit der Natur, kein Touristenrummel.

Für noch mehr Entschleunigung sorgen Outdoor-Yogakurse und Meditationen. Zudem gibt es geführte Wanderungen zu speziellen heilsamen Kraftorten. Besonders eindrucksvoll: An der schmalsten Stelle ist Juist nur 500 Meter breit. Bei einem Spaziergang lässt sich die Insel problemlos durchqueren sowie Nord- und Südküste erkunden.

Kulinarisch ist Slow Food angesagt. Einen Besuch im Käseladen "Kees un Botterfatt" in der Strandstraße 21 sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Eine große Auswahl an Bio-Käse, friesischen Spezialitäten, wie die Juister Sanddornbeerenkonfitüre und selbstgemachte Desserts – hier gibt es viele Leckereien.

Juist* im Überblick

Größe

16 km²

Besucher

130.000 (2017)

Fortbewegung

Autos sind verboten, deshalb zu Fuß, per Pferdekutsche oder mit einem (E-)Bike

Highlights

Sandriff "Bill", Wäldchen, Hammersee, Loog (Ortsteil) , Küstenmuseum, Seezeichen, Leuchtturm Memmertfeuer, alter Bahnhof, Strandpromenade, Wasserturm, Haus "Siebje"

Wangerooge: Die Insel mit einem Herz für Tiere

Die schönste Hunde"wiese" der Welt gibt es angeblich auf Wangerooge. Auf dem östlichen Schlusslicht der Inselkette sind Tiere besonders willkommen. Am Ende des Badestrands findet sich ein separater Bereich für Hunde, viele Unterkünfte sind tierfreundlich und im Restaurant "StrandLust" dürfen nicht nur die Urlauber schlemmen. Das Lokal bietet spezielles "Hundeeis" an, eine Art Frozen Yoghurt für Vierbeiner.

Wangerooge präsentiert sich lebendig und familienorientiert, in der Hauptstraße vom Bahnhof zur Strandpromenade ist einiges los. Trotzdem ist Hektik fehl am Platz, denn das Inselmotto trifft es auf den Punkt: "Gott schuf die Zeit. Von Eile hat er nichts gesagt."

Übrigens: Im Laufe der Jahrhunderte hat sich Wangerooge immer mehr von seinen Nachbarn entfernt. Durch Seegang und Strömungen gibt es im Westen starke Dünenabbrüche, während sich auf der anderen Seite angeschwemmter Sand anstaut. So wandert die Insel immer mehr gen Osten.

Wangerooge* im Überblick

Größe

8 km²

Besucher

127.000 (2017)

Fortbewegung

Autos sind verboten, Inselbahn vom Hafen in den Ort, sonst zu Fuß, per Fahrrad oder E-Scooter

Highlights

Alter und Neuer Leuchtturm, Westturm, Meerwasser-Erlebnisbad "Oase", Café "Pudding", Nationalpark-Haus, Aussichtsplattformen (östlich des Dünenübergangs zum Café Neudeich)

Spiekeroog – die Zurückhaltende

Die grün-weißen Friesenhäuser, kunstvollen Veranden, gemütlichen Cafés und süßen Läden machen Spiekeroog zur urigsten ostfriesischen Insel. Hier ist weniger mehr.

Insel umrunden, mal links, mal rechts rum, zum Strand und zurück, nur zu Fuß, Fahrräder gibt es nur für Einheimische – so sieht ein typischer Urlaubstag aus. Ein Besuch im Café "Teetied" rundet den Tag ab. In der ganzjährig geöffnet Teestube gibt es bei frischen Waffeln und Kuchen die volle Dröhnung Ostfriesland.

Wer noch mehr Tradition erleben will, kann an der historischen Dorfführung "Tätjes Inseldorf"* teilnehmen. Bei der Tour lernen Urlauber die Insel und den Alltag der Insulaner vor 150 Jahren kennen.

Spiekeroog* im Überblick

Größe

18 km²

Besucher

95.000 (2017)

Fortbewegung

Autos sind verboten, deshalb nur zu Fuß (Fahrräder gibt es nur für Einheimische)

Highlights

300 Jahre alte Dorfkirche, Inselmuseum, Kurioses Muschelmuseum, Seehundsbänkefahrt, Museums-Pferdebahn, Dorfkern, "Drinkeldodenkarkhof" (Friedhof der Ertrunkenen)

Familienurlaub auf Baltrum

Insel umrunden, mal links, mal rechts rum, zum Strand und zurück, nur zu Fuß, Fahrräder gibt es nur für Einheimische – so sieht ein typischer Urlaubstag aus. Ein Besuch im Café "Teetied" rundet den Tag ab. In der ganzjährig geöffnet Teestube gibt es bei frischen Waffeln und Kuchen die volle Dröhnung Ostfriesland.

Wer noch mehr Tradition erleben will, kann an der historischen Dorfführung "Tätjes Inseldorf" teilnehmen. Bei der Tour lernen Urlauber die Insel und den Alltag der Insulaner vor 150 Jahren kennen.

Auf Baltrum kommen vor allem Kinder auf ihre Kosten: von Kinderturnen am Strand, Kinderwattwanderungen bis zu Puppentheater und Spaß in "Onnos Kinderspöölhus", einem überdachten Kinderspielplatz.

Der "Gezeitenpfad" ist für die ganze Familie interessant. Auf sieben Kilometern quer über das Eiland, vorbei an 19 spannenden Stationen, lernen Sie die schönsten Ecken der Insel kennen.

Zum Pflichtprogramm gehört auch ein Besuch im "Café Kluntje"*. In Baltrums schönster Teestube lernen Urlauber die ostfriesische Teekultur kennen. Aber Vorsicht: Wer als Tourist nicht auffallen will, darf das Heißgetränk, traditionell serviert mit Kluntje (Kandis) und Sahne, vor dem Trinken nicht umrühren.

Ansonsten geht es auf Baltrum romantisch, ruhig und verschlafen zu. Pferde transportieren alles, was man für das tägliche Leben braucht, den Rest erledigen die rund 500 Einwohner. In puncto Strand und Natur hält die kleine Insel locker mit ihren ostfriesischen Nachbarn mit.

Baltrum* im Überblick

Größe

6,5 km²

Besucher

78.000 (2017)

Fortbewegung

Autos sind verboten, deshalb zu Fuß

Highlights

Glockenstuhl, "Onnos Kinderspöölhus", Meerwasserschwimmbad "SindBad", Kutschfahrt, Rosengarten, Aussichtsdüne "Utkiek"

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