Schwere Waldbrände und Hitzewelle: So ist die Lage in Spanien
Von Sabrina Doschek

Großer Waldbrand in Andalusien: Im Südwesten Spaniens fliehen hunderte Menschen vor einem Feuer, das sich weiter schnell ausbreitet. Und auch in anderen Urlaubsregionen brennt es.
Neues Feuer im Südwesten des Landes außer Kontrolle
Landesweit rund 40 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände
Sonnenfinsternis am 12. August: Einschränkungen wegen Waldbrandgefahr
Waldbrände: Das sagen ADAC Reiserechts-Fachleute
Andalusien: Neuer Waldbrand im Südwesten Spaniens
Wegen eines Waldbrands im Südwesten Spaniens sind knapp 500 Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer, das am Donnerstag, 6. August, in der Provinz Huelva ausgebrochen war, breitet sich aus und hat nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens inzwischen rund 20.000 Hektar Land erfasst.
Das Feuer sei derzeit außerhalb der Löschkapazität, sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Nicht wegen fehlender Mittel, sondern "aufgrund des extremen und unberechenbaren Verhaltens der Flammen", heißt es.
Nahe der Stadt Niebla, etwa 60 Kilometer westlich von Sevilla, sind ebenfalls weiterhin rund 500 Einsatzkräfte im bewaldeten Hügelland gegen die Flammen im Einsatz. Unterstützt werden sie zeitweise von bis zu 26 Löschflugzeugen und Hubschraubern.
Insgesamt 41 aktive Waldbrände in Spanien
In weiten Teilen des Landes wird in den nächsten Tagen mit hohen Temperaturen gerechnet, laut spanischem Wetterdienst herrscht mäßige Hochtemperaturgefahr. Somit ist die Waldbrandgefahr in Spanien noch nicht gebannt. Eine aktuelle Wettervorhersage bietet der staatliche spanische Wetterdienst Aemet.
Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals Incendios Forestales waren am Montag, 10. August, landesweit 41 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Die meisten wüteten demnach in der bei Urlaubern beliebten Region Valencia im Osten sowie in Kastilien und León im Nordwesten des Landes. Betroffen waren aber auch die Regionen Katalonien und Kastilien-La Mancha.
Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer in Spanien bereits rund 200.000 Hektar Land zerstört. Auch andere europäische Länder werden seit Wochen von einer ganzen Serie von Waldbränden heimgesucht.
Sonnenfinsternis: Einschränkungen wegen Waldbrandgefahr
Millionen Menschen fiebern der totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 entgegen. Wegen der hohen Waldbrandgefahr haben nun allerdings mehrere Regionen in Spanien Einschränkungen erlassen.
So gelten beispielsweise in Aragón Zufahrtsbeschränkungen für Berggebiete, in Kastilien und León wurden besonders gefährdete Flächen gesperrt. Galicien hat insgesamt 29 Beobachtungsorte geschlossen, und in der Region Valencia bleiben 15 Parks sowie weitere Naturschutzgebiete gesperrt. Auch Veranstaltungen rund um die Sonnenfinsternis wurden abgesagt, darunter die Festivals Iberia Eclipse in Soria und Sizigia in Huesca (hier wurden rund 10.000 Menschen erwartet).
Reisenden wird geraten, nur offizielle Beobachtungsplätze zu nutzen, nicht in trockener Vegetation zu parken und Rettungswege freizuhalten. Aktuelle Informationen zu Sperrungen und Einschränkungen veröffentlichen die regionalen Behörden und die spanische Verkehrsbehörde DGT.
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Waldbrände in mehreren Regionen Portugals
In Portugal werden weiterhin einzelne Waldbrände registriert. Nach Angaben portugiesischer Waldbrandportale ist die Zahl aktiver Einsätze derzeit jedoch deutlich geringer als in den vergangenen Wochen. Die Behörden beobachten die Lage.
Die meisten Brände konzentrieren sich derzeit auf den Norden und das Zentrum Portugals sowie Teile des Landesinneren. Aufgrund der Temperaturen herrscht vor allem in der nördlichen Landeshälfte und im Hinterland der Algarve eine sehr hohe bis extreme Waldbrandgefahr. Für das gesamte portugiesische Festland wurde die Waldbrand-Alarmstufe ausgerufen. Weitere Informationen finden Sie beim Auswärtigen Amt und bei Fogos (aktuelle Brandherde sind auf der Landkarte durch ein rotes Flammensymbol gekennzeichnet).
ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Verhaltensregeln bei Waldbränden
In betroffenen Waldbrandregionen sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Nicht selten werden Waldbrände auch durch Unachtsamkeit ausgelöst.
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Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Beginn der Reise abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Aktuelle Verkehrsmeldungen aus Spanien bietet die Website des spanischen Verkehrsministeriums DGT.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
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Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortsetzt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Mit Material von dpa.