Hitzewelle und schwere Waldbrände: So ist die Lage in Spanien
Von Katja Fastrich

Spanien und Mallorca steht erneut eine gefährliche Hitze bevor, und auch die Zahl der Waldbrände steigt durch die Hitzewelle. Was Reisende jetzt wissen müssen.
Extreme Hitze in Andalusien, Aragonien und in der Inselmitte Mallorcas
Feuer bei Madrid breiten sich weiter aus
Waldbrände und Hitzewelle: Das sagen ADAC Reiserechts-Fachleute
Spanien steuert mit Temperaturen bis zu 44 Grad auf die dritte Hitzewelle dieses Sommers zu. Ab Dienstag, 21. Juli, könne es vor allem im südöstlichen Drittel des Landes, im Nordosten und im Inneren Mallorcas gefährlich heiß werden, warnte der staatliche spanische Wetterdienst Aemet.
Warnstufe Rot: Extreme Gesundheitsgefahr durch Hitze
Besonders betroffen werden wieder jeweils Städte entlang der Flusstäler des Guadalquivir in Andalusien und des Ebro in Aragonien sein. Am heißesten könnte es der Vorhersage zufolge am Donnerstag, 23. Juli, mit 44 Grad in der kleinen Stadt Macael in Andalusien werden. In Teilen der autonomen Region im Süden Spaniens gab der Wetterdienst deshalb die Warnstufe Rot wegen einer "extremen" Gesundheitsgefahr heraus.
Hitzewelle: Fast 40 Grad auf Mallorca
Auf der Ferieninsel Mallorca könnte es in Palma schon am Dienstag mit 39 Grad flirrend heiß werden, im Landesinneren sollen am Freitag sogar 40 Grad erreicht werden. Dort und wie in anderen Teilen des Festlandes wurde die Warnstufe Orange (erhebliche Gefahr) angekündigt.
Spanien: Waldbrände bei Madrid breiten sich aus
Der seit Donnerstag, 16. Juli, nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid wütende Waldbrand hat sich weiter sehr schnell ausgebreitet. Inzwischen seien 26.000 Hektar verbrannt, teilte die Regierung der autonomen Region Kastilien-La Mancha mit. Das ist doppelt so viel wie noch am Sonntag und entspricht in etwa 36.000 Fußballfeldern.
In der Waldbrandregion mussten inzwischen rund 1200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden, heißt es von offizieller Seite. Die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Waldbrandes, der einen Umfang von 120 Kilometern habe, würden noch einmal verstärkt.
Südfrankreich: In diesen Urlaubsregionen gibt es derzeit Waldbrände
Feuer zerstören mehr als 100.000 Hektar Land
Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer in Spanien bereits mehr als 100.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Das waren mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Spanien sowie der iberische Nachbar Portugal und andere europäische Länder werden seit Wochen von einer ganzen Serie an Waldbränden heimgesucht. Bei einem Brand vorige Woche in der südspanischen Region Andalusien starben 13 Menschen.
ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.
Aktuelle Verkehrsmeldungen aus Spanien bietet die Website des spanischen Verkehrsministeriums DGT .
Verhaltensregeln bei Waldbränden
In den betroffenen Waldbrandregionen sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Nicht selten werden Waldbrände auch durch Unachtsamkeit ausgelöst.
Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende
Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.
Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.
Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Beginn der Reise abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.
Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund
Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.
Gesundheitsrisiko Hitze: Wie Sie sich schützen
Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?
Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.
Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortsetzt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.
Waldbrände: Das gilt für Individualreisende
Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.
Mit Material von dpa.