Hitze und Feuer in Frankreich: Schwere Waldbrände bei Bordeaux

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Von Katharina Dümmer

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Ein Feuerwerhmann versucht einen Waldbrand in der Nähe von Bordeux zu löschen
Feuerwehren bekämpfen den Waldbrand bei Bordeaux an der Atlantikküste mit einem Großaufgebot© dpa/Guillaume Bonnaud

In Frankreich kämpfen Einsatzkräfte seit Wochen gegen Waldbrände infolge großer Hitze. Betroffen sind derzeit auch Urlaubsregionen, vor allem an der Atlantikküste bei Bordeaux und am Mittelmeer. Die aktuelle Lage.

  • Update: 20.000 Touristen bei Bordeaux evakuiert

  • Frankreichs Mittelmeerküste mit höchster Warnstufe

  • Fachleute erwarten lange Waldbrandsaison in Frankreich

  • Diese Rechte haben Reisende

Die Hitzewelle in Frankreich, die in den vergangenen Wochen weite Teile des Landes im Griff hielt, hat nach einer kurzen Pause zu Wochenanfang (20. Juli) wieder Fahrt aufgenommen. Die Waldbrandsaison wird nach Prognosen des französischen Wetterdienstes Météo France kein schnelles Ende finden. Seit Jahresbeginn ist schon deutlich mehr Naturfläche als im Vorjahreszeitraum oder im besonders von Bränden geprägten Jahr 2022 verbrannt.

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Waldbrand bei Bordeaux treibt 20.000 Touristen in die Flucht

Am Mittwoch, 22. Juli, brach bei Bordeaux in der Atlantik-Region, die auch bei deutschen Urlaubern sehr beliebt ist, ein Großfeuer aus. Inzwischen wurden 20.000 Touristinnen und Touristen vorsorglich evakuiert. Betroffen seien zahlreiche Ferienzentren und mehrere Campingplätze (u.a. Campingplatz "La Grigne"), teilte die Präfektur des Departements Gironde am Donnerstagmorgen, 23. Juli, mit. Bislang sei niemand verletzt worden.

Der in der Ortschaft Saumos ausgebrochene Brand hat sich bereits auf einer Fläche von 2000 Hektar ausgedehnt und sich erst auf den Ort Le Porge und dann auf Lège Cap-Ferret und die bei Touristen beliebte Bucht von Arachon zubewegt. Die Lage sei weiterhin ungünstig, betonte die Präfektur. Zusätzliche Löschflugzeuge und Feuerwehreinheiten aus anderen Teilen Frankreichs wurden in die Region verlegt.

Auch ein Strand von Le Porge, wo sich rund 600 Fahrzeuge befanden, wurde geräumt. Wie die Präfektin betonte, gilt für das Departement Gironde die höchste Waldbrandwarnstufe Rot. Die Anweisungen der Behörden müssten strikt befolgt werden.

Nahe des Flughafens Bordeaux im Südwesten Frankreichs bekämpften die Feuerwehren zu Wochenbeginn ebenfalls ein Großfeuer. Am Airport gab es zeitweise Verspätungen. Der Flugbetrieb hat sich aber inzwischen normalisiert. Das Feuer ist eingedämmt.

Waldbrände in der Mittelmeer-Region

Im ganzen Land und auch im bergigen Hinterland der Urlauberinsel Korsika loderten in den vergangenen Tagen Waldbrände. Besonders angespannt ist derzeit die Lage im Hinterland der Mittelmeerküste. Für die gesamte Region im Südosten des Landes wiederholten die Behörden ihre Aufrufe zur Wachsamkeit aufgrund starker Winde, die sich voraussichtlich zum Ende der Woche noch verstärken werden, sowie großer Hitze und trockener Vegetation.

Seit Sonntag, 19. Juli, sorgt ein Großbrand zwischen Taradeau und Les Arcs im Hinterland von Saint-Tropez für einen Großeinsatz der Feuerwehren. Mindestens vier Häuser und 15 Autos verbrannten, die Zugstrecke zwischen Nizza und Marseille war am Sonntag stark beeinträchtigt.

Am Dienstag, 21. Juli, brach in der Region ein weiteres Großfeuer aus, das sich seit Mittwoch, 22. Juli, aber nicht mehr weiter ausbreitet. Hunderte Haushalte nahe der Stadt Cotignac waren nach Angaben der Präfektur des Departements Var zeitweise ohne Strom. Rund 500 Menschen, insbesondere in Pontevès wurden evakuiert. Mindestens 60 Gebäude wurden bislang von den Flammen beschädigt oder zerstört, etliche Landstraßen gesperrt, damit die Feuerwehren freie Fahrt haben. Zur Brandbekämpfung sind Löschflugzeuge, Hubschrauber und rund 350 Fahrzeuge im Einsatz.

Hitze in Frankreich: Warnstufe Rot im Süden

Nach Informationen des staatlichen Wetterdienstes Météo France reißt die jüngste Hitzewelle nicht ab. Für Donnerstag, 23.Juli, erwarten die Meteorologen in 28 Departements im Süden und Westen inklusive der Insel Korsika die zweithöchste Gefahrenstufe Orange. Für viele andere im ganzen Land gilt immerhin die Warnstufe Gelb. In den Urlauberregionen am Mittelmeer gilt sogar für fünf Departements die höchste Warnstufe Rot.

Etwas besser sieht es am Freitag, 24. Juli, aus: Da erwartet Météo France für kein Departement die höchste Warnstufe. Für 20 von ihnen im Süden und Westen inkl. Mittelmeerregion wird zumindest Orange gelten. Auf Korsika wird die Warnstufe auf Gelb herabgestuft.

Tipps für Reisende in Frankreich

Reisende in Waldbrandregionen müssen mit Evakuierungen, gesperrten Straßen (vor allem Landstraßen, mitunter auch Autobahnen wie etwa die wichtige französische Urlauberautobahn A9 in Richtung Spanien), Sichtbeeinträchtigung durch Rauchentwicklung, Einschränkungen im touristischen Angebot und unterbrochenen Bahnverbindungen rechnen.

Es ist möglich, dass Campingplätze oder andere Unterkünfte vorübergehend geschlossen werden müssen. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass Campingplätze zerstört sind und ein Aufenthalt dort nicht wie geplant stattfinden kann. Wer fürchtet, betroffen zu sein, sollte vor Reisebeginn mit der Unterkunft Kontakt aufnehmen und sich über die Situation vor Ort erkundigen.

Den Empfehlungen und Anweisungen der Behörden ist unbedingt Folge zu leisten. Die Lage in Waldbrandgebieten kann sich sehr schnell ändern.

Hier finden Sie aktuelle Verkehrsinfos zu Frankreich.

ADAC Auslandsnotruf

ADAC Mitglieder, die in ihrem Urlaub in Not geraten und Hilfe benötigen, können sich an den ADAC Auslandsnotruf (Tel. +49 89 22 22 22 ) wenden. Weitere Kontaktmöglichkeiten zum ADAC finden Sie hier.

Verhaltensregeln bei Waldbränden

In den besonders betroffenen Waldbrandregionen sollten Reisende besonders vorsichtig sein. Nicht selten werden Waldbrände auch durch Unachtsamkeit ausgelöst.

Naturkatastrophen: Diese Rechte haben Reisende

Pauschalurlauberinnen und -urlauber können kostenlos stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe sogenannte unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Reise erheblich beeinträchtigen.

Waldbrände können solche außergewöhnlichen Umstände sein, allerdings muss die gebuchte Reise auch konkret oder zumindest mit hinreichender Wahrscheinlichkeit von diesen Bränden bzw. den Folgen, wie Rauch in der Luft, betroffen sein. Urlauber können sich hierauf nur berufen, wenn die Reise zeitnah bevorsteht und es in eine Region gehen soll, in der die Waldbrände unmittelbar stattfinden.

Anders sieht es aus, wenn die Reise nicht in Kürze beginnt. Schließlich kann man nicht immer vorhersagen, wann Brände gelöscht sein könnten. Somit lässt sich auch nicht Wochen oder Monate vor Beginn der Reise abschätzen, ob diese erheblich beeinträchtigt wird. Ein kostenloses Storno wäre dann also nicht möglich. Brennt es irgendwo anders im Land, ist dies ebenfalls kein Grund, kostenfrei zurückzutreten. Es empfiehlt sich bei nicht unmittelbar bevorstehenden Reisen, die Entwicklung der Lage im Einzelfall vor Ort weiter zu beobachten.

Hitze oder Angst vor Waldbränden kein Stornogrund

Extreme Hitze allein genügt übrigens nicht, um eine Reise kostenlos zu stornieren. Wird die Reise aus bloßer Angst oder wegen Bedenken abgesagt, muss damit gerechnet werden, dass der Veranstalter Stornokosten verlangt.

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Feuer treten während des Urlaubs auf – was tun?

Treten im Pauschalurlaub die Probleme erst während der Reise auf, kann man den Vertrag unter gewissen Voraussetzungen kündigen und die Heimreise antreten. Hierzu muss aber belegt werden, dass die Reise durch außergewöhnliche Umstände erheblich beeinträchtigt wird. Muss der Reiseveranstalter aufgrund der vorzeitigen Kündigung der Reisenden Leistungen nicht mehr erbringen, kann er hierfür auch keine Kosten verlangen. Außerdem muss er die Rückreise der Reisenden sicherstellen, wenn diese Teil des Reisevertrags ist. Mögliche Mehrkosten sind vom Reiseveranstalter zu tragen.

Ist die Rückreise wegen außergewöhnlicher Umstände nicht möglich und müssen Reisende länger bleiben, ist der Veranstalter verpflichtet, eine Unterkunft für einen Zeitraum von maximal drei Tagen zu bezahlen. Wer seine Reise fortsetzt, kann den Reisepreis gegenüber dem Reiseveranstalter mindern, wenn ein (nicht unerheblicher) Reisemangel vorliegt, zum Beispiel weil vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht werden.

Waldbrände: Das gilt für Individualreisende

Nach deutschem Recht müssen auch Individualreisende bereits gebuchte Leistungen wie Flug und Unterkunft nicht zahlen, wenn diese nicht erbracht werden. Das kann der Fall sein, wenn die Urlaubsregion, in der sich das Hotel befindet, gesperrt ist. Ist die Unterkunft jedoch zugänglich, ohne dass Reisende sich in Gefahr begeben, sind diese auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Reisende bekommen auch dann ihr Geld zurück, wenn ein kostenfreies Rücktrittsrecht vertraglich vereinbart wurde.

Mit Material von dpa.