Italien-Urlaub in Corona-Zeiten: Einreise für Touristen erschwert

Familie bei einer Wanderung. Im Hintergrund die bunten Häuser der Cinque Terre
Die Cinque Terre an der italienischen Riviera zählen zu den beliebtesten Zielen ausländischer Touristen ∙ © iStock.com/Imgorthand

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Italien ist eine der Lieblings-Destinationen deutscher Urlauber. Doch die Covid-19-Pandemie hat vieles verändert: Das ganze Land ist derzeit Corona-Risikogebiet. Was Reisende bei der Urlaubs-Planung und vor Ort beachten sollten.

  • Update: Stufenweise Öffnung ab Ende April

  • Reisen nach Italien nur unter strengen Auflagen möglich

  • Transit durch Tirol muss innerhalb von 12 Stunden erfolgen

  • Reisen zwischen den italienischen Regionen nur mit triftigem Grund

  • 7-Tage-Inzidenz: 164,4 Infizierte je 100.000 Einwohner

Aktuelle Lage in Italien

Italien ist eines der Länder in Europa, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurden. Die landesweite 7-Tage-Inzidenz liegt mit 164,4 (Stand: 20. April, Quelle: Johns Hopkins University) aktuell weiterhin deutlich über der kritischen Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner – das ist ähnlich hoch wie derzeit in Deutschland.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Italien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Italien: Das müssen Reisende wissen

Wichtig für die Einreise nach Italien

Nach der Rückkehr aus Italien nach Deutschland

Wichtig für den Transit durch Österreich und die Schweiz

Diese Regeln gelten für Autofahrer in Italien

Reisen mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Fähre

Die wichtigsten Corona-Regeln in Italien

Italien ist in vier Risikozonen eingeteilt

Ausnahme für Ferienhausbesitzer

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder eindringlich von nicht zwingend notwendigen Reisen bis auf Weiteres ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit wirklich zwingend notwendig ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Bei der Rückkehr nach Deutschland aus dem Ausland gelten Test- und Quarantäneregelungen.

Wichtig für die Einreise nach Italien

  • Reisewarnung des Auswärtigen Amtes: JA

  • Corona-RisikogebietJA

  • Corona-Test bei Einreise: JA (PCR oder Antigen, nicht älter als 48 Stunden)

  • Einreise-Formular benötigt: JA (Digitale Anmeldung*)

  • Quarantäne nach der Einreise: JA

Wer aus EU-Ländern nach Italien einreisen will, benötigt einen negativen Corona-Test (PCR oder Antigen), der nicht älter als 48 Stunden sein darf, und muss sich außerdem fünf Tage in Quarantäne begeben. Im Anschluss an die fünf Tage muss ein weiterer Corona-Test erfolgen. Die Regelung gilt bis vorerst 30. April.

Für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Tirol aufgehalten haben oder durch Tirol gereist sind, beträgt die Quarantänepflicht 14 Tage. Ausnahmen gelten für den Transit (siehe unten).

Außerdem muss die Einreise dem zuständigen italienischen Gesundheitsamt am Aufenthaltsort in Italien (Dipartimento di prevenzione del’azienda sanitaria locale) gemeldet werden.

Für die Einreise nach Südtirol ist ein eigenes Formular* auszufüllen.

Bis auf Weiteres ist es verboten, innerhalb Italiens in andere Regionen zu reisen. Die Polizeibehörden können daher die Einreise nach Italien untersagen, wenn sich das angegebene Reiseziel in einer anderen Region befindet als dort, wo die Einreise stattfindet. Als Ausnahme gelten triftige Gründe wie Arbeit, Gesundheit, absolute Dringlichkeit oder dauerhafte Rückkehr zu Wohnort/Wohnsitz/Wohnung sowie Transitfahrten (innerhalb von 36 Stunden) ins benachbarte Ausland.

Nach der Rückkehr aus Italien nach Deutschland

  • Testpflicht nach der Rückreise: JA

  • Quarantäne in Deutschland: JA (in den meisten Bundesländern)

  • Meldepflicht nach der Rückkehr: JA (Digitale Einreiseanmeldung*)

Wichtig für die Rückkehr aus dem Ausland nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Flugreisenden müssen bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. Ohne negativen Test ist kein Mitflug möglich. Die Regelung gilt voraussichtlich bis 12. Mai.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier. Ebenso alles Wichtige zur Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten.

Wichtig für den Transit durch Österreich und die Schweiz

Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt durch Österreich oder die Schweiz. Der Transit durch Österreich ist grundsätzlich erlaubt. Private Reisende, die auf dem Weg nach Italien durch Tirol fahren, müssen das Bundesland aufgrund italienischer Bestimmungen innerhalb von 12 Stunden durchqueren, sonst droht eine 14-tägige Quarantäne.

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist geöffnet, der Transit durch die Schweiz möglich. Auch hier gelten für Rückkehrer nach Deutschland Quarantäne- und Testpflichten.

Tankstellen und Autobahntankstellen sind in ganz Italien geöffnet. In den Raststätten am Brenner werden nur Waren zum Mitnehmen verkauft, die außerhalb der Geschäftslokale verzehrt werden müssen. 

Diese Regeln gelten für Autofahrer in Italien

Rotes Auto fährt durch italienische Landschaft
Für Autofahrer gelten in Italien spezielle Regeln ∙ © Shutterstock/Roman Babakin

Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen – weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln sind in diesem Fall einzuhalten. Die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes ist jedoch vorgeschrieben, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. Hier müssen die allgemein geltenden Abstandsregeln beachtet werden. Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer in einem Fahrzeug begrenzt: Dem italienischen Außenministerium zufolge dürfen in diesen Fällen höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

Im Beispielsfall eines fünfsitzigen Pkw dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie zum Beispiel in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

In Südtirol ist die Zahl der Mitfahrer laut Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen hingegen nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Regelung gilt auch in Friaul und Venetien.

Im Trentino werden Personen, die miteinander in engem Kontakt stehen, ohne im selben Haushalt zu leben, Haushaltsangehörigen gleichgestellt. In diesen Fällen kann dort im Auto ggf. auf Mindestabstände und Maske verzichtet werden.

Es ist möglich, dass in weiteren Provinzen Italiens oder sogar innerhalb der Provinzen in einzelnen Regionen abweichende Regelungen bestehen. Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden.

Reisen mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Fähre

Die Flughäfen und Bahnverbindungen in Italien sind in Betrieb – wenn auch reduziert. Reisende sollten sich vor der geplanten Abfahrt informieren, ob ihre Zugverbindung aktuell bedient wird.

Die Schnellzüge von Trenitalia dürfen derzeit nur zu 50 Prozent ausgelastet werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Während der gesamten Bahnfahrt gilt eine Maskenpflicht. Auf der Strecke Rom–Mailand werden in den Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszügen coronafreie Bahnfahrten angeboten: Nur frisch Getestete dürfen an Bord, das gilt für Personal und Gäste. Schnelltests können auch am Gleis gemacht werden.

Alle Reisenden müssen beim Einstieg in ein öffentliches Transportmittel (Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre) dem Beförderer eine Einreiseerklärung* (pdf) übergeben. Dieser wiederum muss vor dem Einstieg die Körpertemperatur der Passagiere prüfen und bei Fieber oder unvollständig ausgefüllter Einreiseerklärung den Einstieg verweigern. Außerdem ist ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den Passagieren zu gewährleisten.

Die wichtigsten Corona-Regeln in Italien

  • Der Abstand von mindestens einem Meter oder mehr ist vorgeschrieben – auch für Touristen

  • Maskenpflicht, auch unter freiem Himmel. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Der Mund-Nasen-Schutz muss auch in Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen getragen werden

  • Landesweite Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens

  • In öffentlichen Verkehrsmitteln darf maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein

Italien: Einteilung in vier Risikozonen

Die 20 italienischen Regionen sind je nach Infektionsgeschehen in vier Risikozonen (rot, orange, gelb und weiß) eingeteilt, in denen zusätzliche abgestufte Maßnahmen gelten.

In den roten Zonen (Aostatal, Apulien, Sardinien) dürfen die Menschen ihre Wohnungen lediglich aus beruflichen bzw. gesundheitlichen Gründen verlassen. Die Ein- und Ausreise ist grundsätzlich verboten. Darüber hinaus werden alle Geschäfte, die keine lebenswichtigen Produkte anbieten, geschlossen. Dies gilt auch für Restaurants und Bars. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Geschäftsreisende.

In den orangen Zonen (alle anderen Regionen) sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. In Restaurants und Bars dürfen Gäste nicht mehr am Tisch bedient werden, erlaubt ist nur noch zeitweiser Außer-Haus-Verkauf. Hier und auch in den gelben Zonen dürfen Hotels grundsätzlich Übernachtungsgäste empfangen. 

In den gelben Zonen (derzeit keine Region) dürfen Restaurants und Bars ihre Räumlichkeiten von 5 Uhr bis 18 Uhr für Gäste öffnen – bis 22 Uhr diejenigen, die Essen auch zum Mitnehmen anbieten. Auch Museen und Ausstellungen können von Montag bis Freitag öffnen.

In den weißen Zonen (derzeit keine Region) sind die meisten Beschränkungen aufgehoben.

Stufenweise Öffnungen ab Ende April

Ab 26. April soll mit der Wiedereinführung der Gelben Zonen auch die Bewegungsfreiheit steigen. Fahrten über Regionalgrenzen hinaus sollen dann wieder möglich sein. Auch die Außengastronomie darf dann in einigen Regionen wieder öffnen. Weitere Öffnungsschritte sollen bis Juli schrittweise erfolgen.

Ausnahme für Ferienhausbesitzer mit Zweitwohnsitz

Deutsche, die eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus in Italien besitzen und dort einen Zweitwohnsitz angemeldet haben (dies muss bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie geschehen sein), dürfen in vielen Regionen unter Einhaltung der oben genannten Regeln ebenfalls einreisen. Sie dürfen auch durch andere Regionen hindurchfahren, sofern diese auf dem Weg zu ihrem Zweitwohnsitz liegen.

In einigen Provinzen oder Regionen kann es jedoch restriktivere Regeln geben. Es ist daher ratsam, sich vorab bei der zuständigen lokalen "Prefettura" zu informieren.

Reiseziel Italien: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps und Infos

Mit Material von dpa.

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