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Italien in Corona-Zeiten: Das müssen Reisende wissen

Weißes Auto fährt auf einer kurvenreichen Straße in der Toskana
Auch die Toskana darf derzeit von Touristen nicht mehr bereist werden ∙ © iStock.com/Bim

Italien bleibt auch während der Corona-Pandemie das Sehnsuchtsziel vieler deutscher Urlauber. Allerdings stiegen die Covid-19-Zahlen zuletzt rasant. Das ganze Land ist jetzt Risikogebiet.

  • Lombardei und Piemont sind nicht mehr in der roten Risikozone

  • Neue Einreiseregeln in Deutschland auch für Urlaubs-Rückkehrer aus Italien

  • Aktuelle Inzidenz: 274,82 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, haben Bund und Länder den Reiseverkehr innerhalb Deutschlands bis mindestens 10. Januar massiv eingeschränkt. Was gilt nun bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands möglich?

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiv zunehmenden Corona-Infektionen sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslands-Urlaub derzeit sinnvoll ist.

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt. Zudem sind Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen möglich.
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

  • Der Flug-, Bahn- und Fährverkehr findet auch ins Ausland grundsätzlich statt. Reisende müssen allerdings mit Ausfällen oder Terminänderungen rechnen und sollten sich kurzfristig bei ihrer Airline, Reederei oder Bahngesellschaft über den aktuellen Stand informieren.

Italien ist eines der Länder in Europa, das am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Nach einem zwischenzeitlichen starken Anstieg, fällt die Zahl der Infektionen zuletzt wieder langsam.

Die landesweite 7-Tage-Inzidenz in Italien liegt mit 274,82 (Stand: 2. Dezember) aktuell aber weit über der kritischen Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Italien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Einreise in einzelne Regionen jetzt verboten

Die Einreise von deutschen Staatsbürgern nach Italien ist grundsätzlich möglich – wie für die Bürger aus den meisten EU-Mitgliedstaaten. Allerdings machen jetzt einige, vom Infektionsgeschehen besonders betroffene Regionen dicht: Für die Regionen Abruzzen, Aostatal, Kampanien, Südtirol und Toskana ist die Ein- und Ausreise grundsätzlich verboten, auch innerhalb dieser Regionen sind Bewegungen von einer Provinz oder Gemeinde in andere nicht erlaubt.

Das bedeutet: Aus Deutschland kommende Auto-Reisende, die zum Beispiel über den Brenner nach Italien einreisen möchten, können an der Grenze zurückgewiesen werden. Um dies zu verhindern, müssen sie die Notwendigkeit ihrer Reise nachweisen und eine Selbsterklärung* (in deutscher Sprache) ausfüllen.

Reisende, die sich zuvor in Spanien, Kroatien, Malta oder in Teilen Frankreichs aufgehalten haben, müssen einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Nach der Einreise aus diesen Ländern besteht die Pflicht, sich beim italienischen Gesundheitsamt am Aufenthaltsort zu melden. Für Einreisende aus Rumänien gilt die Pflicht zur 14-tägigen Selbstisolation, genauso wie für Reisende aus Drittstaaten.

Wer sich in den vergangenen 14 Tagen in Ländern wie u.a. Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nord-Mazedonien oder in der Republik Moldau aufgehalten hat oder hindurchgefahren ist, darf grundsätzlich nicht nach Italien einreisen.

Corona-Regeln für Autofahrer in Italien

Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen - weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln sind in diesem Fall einzuhalten.

Die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes ist jedoch vorgeschrieben, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. Hier müssen die allgemein geltenden Abstandsregeln beachtet werden. Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer in einem Fahrzeug begrenzt: Dem italienischen Außenministerium zufolge dürfen in diesen Fällen höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

Im Beispielsfall eines fünfsitzigen Pkw dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie z.B. in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

Auf Motorrädern oder Mopeds dürfen nur Beifahrer befördert werden, die demselben Haushalt angehören, da hier der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

In Südtirol ist die Zahl der Mitfahrer laut Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen hingegen nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Regelung gilt auch in Friaul und Venetien.

Im Trentino werden Personen, die miteinander in engem Kontakt stehen, ohne im selben Haushalt zu leben, Haushaltsangehörigen gleichgestellt. In diesen Fällen kann dort im Auto ggf. auf Mindestabstände und Maske verzichtet werden.

Es ist möglich, dass in weiteren Provinzen Italiens oder sogar innerhalb der Provinzen in einzelnen Regionen abweichende Regelungen bestehen. Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden.

Das müssen Auto-Urlauber am Gardasee beachten

Neue Quarantäne-Regeln für Reise-Rückkehrer

Seit 8. November gelten in Deutschland neue Einreiseregeln, die allerdings je nach Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein können: Wer aus einem Corona-Risikogebiet zurückkehrt, muss sich in eine zehntägige Quarantäne begeben, die er in den meisten Bundesländern frühestens ab dem fünften Tag durch einen negativen Test abkürzen kann. Zudem ist ein digitales Einreiseformular* auszufüllen, das an die zuständige Gesundheitsbehörde weitergeleitet wird.

Quarantäne und Testpflicht: Die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten

Österreich-Transit: Gesundheitskontrollen am Brenner

Rotes Auto fährt durch italienische Landschaft
Noch haben deutsche Urlauber freie Fahrt in ganz Italien ∙ © Shutterstock/Roman Babakin

Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt durch Österreich oder die Schweiz. An den Grenzen zwischen Deutschland und Österreich gibt es keine Einschränkungen. Auch die Grenze zwischen Österreich und Italien ist in beiden Richtungen passierbar.

Wegen der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen hat Österreich seine Gesundheitskontrollen am Brenner verstärkt. Stichprobenartig kontrolliert wird auf der Brenner-Bundesstraße und dem Autobahnübergang zwischen Italien und Österreich (italienische A22/österreichische A13).

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist ebenfalls geöffnet, der Transit durch die Schweiz möglich.

Tankstellen und Autobahntankstellen sind in im ganzen Land geöffnet. In den Raststätten am Brenner werden nur Waren zum Mitnehmen verkauft, die außerhalb der Geschäftslokale verzehrt werden müssen. 

Flug-, Bahn- und Fernbusverkehr

Die Flughäfen und Bahnverbindungen in Italien sind in Betrieb. Die Deutsche Bahn fährt Ziele in Italien an, auch die Direktverbindungen über den Brenner (via Brixen, Bozen, Trento und Rovereto) nach Verona. Die Schnellzüge von Trenitalia dürfen weiterhin nur zu 50 Prozent ausgelastet werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Während der gesamten Bahnfahrt gilt eine Maskenpflicht.

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Zug-, Flug- und Fährpassagiere benötigen Selbstauskunft

Alle Reisenden müssen beim Einstieg in ein Transportmittel (Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre) dem Beförderer eine Einreiseerklärung* (pdf) übergeben. Dieser wiederum muss vor dem Einstieg die Körpertemperatur der Passagiere prüfen und bei Fieber oder unvollständig ausgefüllter Einreiseerklärung den Einstieg verweigern. Außerdem ist ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den Passagieren zu gewährleisten.

Für die Einreise nach Sardinien*, Sizilien*, Apulien* und Kalabrien* müssen Touristen eine zusätzliche Selbstauskunft ausfüllen.

Lockdown Light bis 3. Dezember

Um die Pandemie einzudämmen, gelten bis mindestens 3. Dezember in ganz Italien verschärfte Maßnahmen:

  • Zwischen 22 und 5 Uhr herrscht eine generelle nächtliche Ausgangssperre. Das Verlassen der Wohnung ist nur aus einem triftigen Grund erlaubt.

  • In öffentlichen Verkehrsmitteln wird eine Obergrenze eingeführt. Es darf maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein.

  • Einkaufszentren dürfen am Wochenende nicht öffnen.

  • Museen und Ausstellungen sind geschlossen.

Die 20 italienischen Regionen sind je nach Infektionsgeschehen in drei Risikozonen (rot, orange und gelb) eingeteilt, in denen zusätzliche abgestufte Maßnahmen gelten.

Rote Zonen, gelbe und orange Zonen

In den roten Zonen (Abruzzen, Aostatal, Autonome Provinz Bozen, Kampanien, Toskana) dürfen Bürger ihre Wohnungen lediglich aus beruflichen bzw. gesundheitlichen Gründen verlassen oder weil sie ihre Kinder in die Schule begleiten müssen. Darüber hinaus werden alle Geschäfte, die keine lebenswichtigen Funktionen haben, geschlossen. Dies gilt auch für Restaurants und Bars. Hotels dürfen keine neuen Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Gäste auf Geschäftsreisen.

In den orangen (Apulien, Basilikata, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Lombardei, Marken, Piemont und Umbrien) und gelben Zonen dürfen Hotels grundsätzlich Übernachtungsgäste empfangen. Der Grad der Öffnung ist allerdings regional unterschiedlich. Restaurants, Bars und Cafés bleiben in der gelben Zone bis 18 Uhr geöffnet, in der orangen Zone müssen sie schließen.

Südtirol schließt Hotels und Restaurants

In Südtirol, das derzeit auch als rote Zone gilt, ist der Tourismus weitgehend zum Erliegen gekommen: Auch hier dürfen Beherbergungsbetriebe keine Gäste aus touristischen, sondern ausschließlich aus beruflichen Gründen aufnehmen. Schwimm-, Thermalbäder und Wellnessbereiche bleiben geschlossen, Veranstaltungen im Bereich Kultur, Freizeit, Messen und Sport sind untersagt. Restaurants und Bars dürfen nur noch einen Abhol- oder Bringdienst anbieten.

Landesweite Maskenpflicht auch unter freiem Himmel

Italiens Regierung hat den coronabedingten allgemeinen Notstand bis 31. Januar 2021 verlängert. Überall in Italien ist ein Abstand von mindestens einem Meter oder mehr vorgeschrieben – auch für Touristen.

Mittlerweile gilt in ganz Italien eine Maskenpflicht, auch unter freiem Himmel. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Der Mund-Nasen-Schutz muss auch in Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen getragen werden.

In einigen Regionen ist zudem das Flanieren in den Stadtzentren und an Stränden verboten.

Mann mit Maske steht in Italien am Strand
An Italiens Stränden wird größtenteils auf Abstand geachtet ∙ © imago images/ZUMA Wire

Alle Discos – auch im Freien – sind geschlossen. Größere Ansammlungen sind verboten, Stehen die Leute zu eng zusammen und trinken auf der Piazza, greift die Polizei häufig ein. Auch Konzerte oder Tanzveranstaltungen bleiben tabu. In einigen Geschäften müssen Kunden Einweghandschuhe tragen. Diese werden bereitgestellt. Es darf Fieber gemessen und der Zutritt ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad verweigert werden.

Skigebiete bleiben für Freizeitsportler geschlossen.

Hohe Strafen bei Verstößen gegen die Regeln möglich

Bei Verstößen gegen die verschärften Maßnahmen sowie die Abstandsregeln (landesweit ein Meter) bzw. Maskenpflicht gibt es keine einheitliche Regelung, da die jeweiligen Regionen zuständig sind. Mit hohen Geldbußen ist aber zu rechnen.

Zum Teil wird auch unterschieden, wo man z.B. gegen die Maskenpflicht verstößt. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Strafe höher ausfallen als anderswo. Grober Richtwert ist aber ein Strafrahmen von 400 bis 3000 Euro, bei Sofortzahlung kann es Nachlässe geben.

Reiseziel Italien: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps und Infos

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Mit Material von dpa.

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