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Italien in Corona-Zeiten: Das müssen Reisende wissen

Winterliche Stadt mit Schnee
Sterzing in Südtirol: Der Winter ist da, Touristen aber vorerst nicht ∙ © Shutterstock/Zigres

Italien bleibt auch während des Corona-Winters vor allem für Skiurlauber ein beliebtes Reiseziel. Allerdings sind die Covid-19-Zahlen aktuell hoch. Das ganze Land ist Risikogebiet.

  • Update: Uffizien in Florenz öffnen wieder

  • Italien verlangt negativen Corona-Test bei der Einreise

  • Reisen innerhalb der Regionen sind verboten

  • Aktuelle Inzidenz: 173,60 Infizierte je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen

Urlaub im Ausland trotz Lockdown? Die wichtigsten Fakten

Um die Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen, raten Bund und Länder von nicht zwingend notwendigen Reisen bis mindestens 14. Februar ab. Was gilt bei Reisen ins Ausland? Ist ein Urlaub außerhalb Deutschlands überhaupt möglich?

  • Für die meisten Länder gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

  • Reisen ins Ausland sind nicht ausdrücklich verboten. Angesichts der in Europa und weiten Teilen der Welt massiven Corona-Infektionswelle sollte sich aber jeder überlegen, ob ein Auslandsurlaub derzeit sinnvoll ist

  • Die Grenzen sind von deutscher Seite aus offen. Einzelne Länder haben aber von sich aus Beschränkungen oder Einreiseverbote verhängt: Jeder Reisende ist selbst dafür verantwortlich, sich darüber zu informieren. Wartezeiten durch Grenzkontrollen und Zurückweisungen sind möglich
    Die aktuelle Lage an Deutschlands Grenzen

Italien ist eines der Länder in Europa, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurden. Nach einem zwischenzeitlichen starken Anstieg, fällt die Zahl der Infektionen wieder langsam.

Die landesweite 7-Tage-Inzidenz in Italien liegt mit 173,60 (Stand: 18. Januar, Quelle: ECDC) aktuell aber weit über der kritischen Grenze von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat ganz Italien zum Corona-Risikogebiet erklärt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen dorthin.

Italien verlangt negativen Corona-Test bei der Einreise

Die Einreise von deutschen Staatsbürgern nach Italien ist grundsätzlich möglich – wie für die Bürger aus den meisten EU-Mitgliedstaaten. Seit dem 10. Dezember muss man jedoch eine Selbsterklärung* (pdf) ausfüllen und einen negativen PCR-Test vorweisen. Der Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Liegt kein Test vor, müssen die Reisenden sich in Selbstisolation begeben. Die Einreise muss dem zuständigen italienischen Gesundheitsamt am Aufenthaltsort in Italien (Dipartimento di prevenzione del’azienda sanitaria locale) gemeldet werden.

Aktuell ist es verboten, innerhalb Italiens in andere Regionen zu reisen. Die Polizeibehörden können daher die Einreise nach Italien untersagen, wenn sich das angegebene Reiseziel in einer anderen Region befindet als dort, wo die Einreise stattfindet. Als Ausnahme gelten triftige Gründe wie Arbeit, Gesundheit, absolute Dringlichkeit oder dauerhafte Rückkehr zu Wohnort/Wohnsitz/Wohnung.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier. Ebenso alles Wichtige zur Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten.

Österreich- und Schweiz-Transit möglich

Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt durch Österreich oder die Schweiz. An den Grenzen zwischen Deutschland und Österreich gibt es keine Einschränkungen für Transitreisende. Auch die Grenze zwischen Österreich und Italien ist in beiden Richtungen passierbar.

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist ebenfalls geöffnet, der Transit durch die Schweiz möglich.

Tankstellen und Autobahntankstellen sind in ganz Italien geöffnet. In den Raststätten am Brenner werden nur Waren zum Mitnehmen verkauft, die außerhalb der Geschäftslokale verzehrt werden müssen. 

Flug-, Bahn- und Fernbusverkehr

Die Flughäfen und Bahnverbindungen in Italien sind in Betrieb. Es kann es zu Einschränkungen im internationalen Bus-, Bahn,- Flug- und Fährverkehr kommen.

Die Deutsche Bahn fährt Ziele in Italien an, auch die Direktverbindungen über den Brenner (via Brixen, Bozen, Trento und Rovereto) nach Verona. Die Schnellzüge von Trenitalia dürfen weiterhin nur zu 50 Prozent ausgelastet werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Während der gesamten Bahnfahrt gilt eine Maskenpflicht.

Alle Reisenden müssen beim Einstieg in ein Transportmittel (Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre) dem Beförderer eine Einreiseerklärung* (pdf) übergeben. Dieser wiederum muss vor dem Einstieg die Körpertemperatur der Passagiere prüfen und bei Fieber oder unvollständig ausgefüllter Einreiseerklärung den Einstieg verweigern. Außerdem ist ein Mindestabstand von einem Meter zwischen den Passagieren zu gewährleisten.

Für die Einreise nach Apulien* und Kalabrien* müssen Touristen eine zusätzliche Selbstauskunft ausfüllen.

Einteilung der Regionen in vier Risikozonen

Die 20 italienischen Regionen sind je nach Infektionsgeschehen in vier Risikozonen (rot, orange, gelb und weiß) eingeteilt, in denen zusätzliche abgestufte Maßnahmen gelten.

Zu den roten Zonen gehören Sizilien und die Autonome Provinz Bozen. Hier dürfen die Menschen ihre Wohnungen lediglich aus beruflichen bzw. gesundheitlichen Gründen verlassen. Die Ein- und Ausreise ist grundsätzlich verboten. Darüber hinaus werden alle Geschäfte, die keine lebenswichtigen Funktionen haben, geschlossen. Dies gilt auch für Restaurants und Bars. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Geschäftsreisende.

In den orangen Zonen sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen. In Restaurants und Bars dürfen Gäste nicht mehr am Tisch bedient werden, erlaubt ist nur noch zeitweiser Außer-Haus-Verkauf. Hier und auch in den gelben Zonen dürfen Hotels grundsätzlich Übernachtungsgäste empfangen.

In den gelben Zonen dürfen Restaurants und Bars ihre Räumlichkeiten von 5 Uhr bis 18 Uhr für Gäste öffnen – bis 22 Uhr diejenigen, die Essen auch zum Mitnehmen anbieten. Auch Museen – wie etwa die Uffizien in Florenz – und Ausstellungen können wieder von Montag bis Freitag öffnen.

In den weißen Zonen sind die meisten Beschränkungen aufgehoben. Aktuell gilt dies aber für keine der Regionen.

Weitere Regelungen für ganz Italien

  • Der Abstand von mindestens einem Meter oder mehr ist vorgeschrieben – auch für Touristen.

  • Maskenpflicht, auch unter freiem Himmel. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Der Mund-Nasen-Schutz muss auch in Geschäften, Zügen oder anderen geschlossenen Räumen getragen werden.

  • Die landesweit geltende Ausgangssperre besteht von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens.

  • In öffentlichen Verkehrsmitteln darf maximal die Hälfte der Plätze besetzt sein.

  • Alle Skigebiete bleiben bis Mitte Februar geschlossen.

Corona-Regeln für Autofahrer in Italien

Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen - weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln sind in diesem Fall einzuhalten.

Die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes ist jedoch vorgeschrieben, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. Hier müssen die allgemein geltenden Abstandsregeln beachtet werden. Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer in einem Fahrzeug begrenzt: Dem italienischen Außenministerium zufolge dürfen in diesen Fällen höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

Im Beispielsfall eines fünfsitzigen Pkw dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie z.B. in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

In Südtirol ist die Zahl der Mitfahrer laut Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen hingegen nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Regelung gilt auch in Friaul und Venetien.

Im Trentino werden Personen, die miteinander in engem Kontakt stehen, ohne im selben Haushalt zu leben, Haushaltsangehörigen gleichgestellt. In diesen Fällen kann dort im Auto ggf. auf Mindestabstände und Maske verzichtet werden.

Es ist möglich, dass in weiteren Provinzen Italiens oder sogar innerhalb der Provinzen in einzelnen Regionen abweichende Regelungen bestehen. Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden.

Hohe Strafen bei Verstößen gegen die Regeln möglich

Bei Verstößen gegen die verschärften Maßnahmen sowie die Abstandsregeln bzw. Maskenpflicht gibt es keine einheitliche Regelung, da die jeweiligen Regionen zuständig sind. Mit hohen Geldbußen ist aber zu rechnen.

Zum Teil wird auch unterschieden, wo man z.B. gegen die Maskenpflicht verstößt. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Strafe höher ausfallen als anderswo. Grober Richtwert ist aber ein Strafrahmen von 400 bis 3000 Euro, bei Sofortzahlung kann es Nachlässe geben.

Reiseziel Italien: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps und Infos

Mit Material von dpa.

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