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Italien-Urlaub 2020: Das müssen Reisende jetzt wissen

VW Käfer an einem Mauthäuschen in Italien bei Trento
Nach Corona: Italien öffnet seine Grenzen für ausländische Touristen ∙ © ADAC/Rasmus Kaessmann

Eis, Spaghetti, Sonne und Meer – viele Deutsche wünschen sich nach der Corona-Krise nichts sehnlicher als einen Urlaub in Italien. Jetzt sind die Grenzen wieder offen. Das erwartet Touristen bei der Anreise und vor Ort.

  • Transitländer erlauben deutschen Auto-Urlaubern die Durchreise

  • Tankstopps und Toilettenpausen in Tirol verboten

  • Südtirol: Freiwillige Corona-Tests für Gäste

Österreich will Grenzen am 4. Juni öffnen

Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt unweigerlich durch Österreich oder die Schweiz. Österreich hat angekündigt, seine Grenzen ab 4. Juni für alle Nachbarländer außer Italien zu öffnen. Ob dies neue Auswirkungen für Transitreisende haben wird, ist derzeit noch unklar.

Noch schreibt Österreich offiziell einen "triftigen Grund" für die Einreise vor. Dazu zählt auch der Transitverkehr. Man darf das Land also nur passieren, sofern man gewährleistet, sich nirgends aufzuhalten und zum Beispiel durch eine Hotelbuchung nachweisen kann, dass die Ausreise in einen Drittstaat garantiert ist. Zwar werden die Grenzen nur noch stichprobenartig kontrolliert, ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums machte allerdings deutlich: "Nur weil etwas nicht permanent kontrolliert wird, heißt es nicht, dass es legitim ist".

Tankstopps in Österreich verboten: Bis zu 1450 Euro Strafe

An Tankstellen oder Rastplätzen müssen Autofahrer mit deutschem Kennzeichen damit rechnen, dass sie von der Polizei kontrolliert werden. Auf Nachfrage des ADAC erklärte die Tiroler Landesregierung, dass auch für die Toilettenpause kein Anhalten erlaubt sei. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1450 Euro. In Richtung Italien sind außerdem einige Grenzübergänge weiterhin geschlossen, so die Auskunft des österreichischen Innenministeriums.

Schweizer erlauben Durchreise auf direktem Weg

Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien bleibt weiterhin geschlossen. Aber: Die Schweiz erlaubt ausländischen Personen grundsätzlich die Durchreise auf direktem Weg, wenn sie sie in Richtung ihres Heimatstaats oder des Staates zu verlassen, in dem sie nachweislich ihren Aufenthalt haben.

Auf Nachfrage des ADAC erklärte das Schweizerische Amt für Gesundheit, dies gelte auch für deutsche Italien-Urlauber, sofern diese nachweisen könnten, dass sie die Schweiz nur als Transitland durchfahren. Tankstopps oder kurze Pausen seien möglich, so das Amt.

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Maske und Abstand: Corona-Regeln für Italien-Touristen

Ab sofort darf man auch innerhalb Italiens wieder reisen. Eine Warn-App soll im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen. Diese soll ab 8. Juni in zunächst vier von 20 Regionen aktiviert werden. Auch für Touristen sollen überall Abstandsregeln gelten, Sonnenschirme am Strand weit genug voneinander entfernt stehen. Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten.

Büfetts in Hotels sind verboten. In Restaurants gilt eine Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss selbst mitgebracht werden. Zum Essen darf er abgenommen werden. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen. In einigen Geschäften besteht die Pflicht, Einweghandschuhe zu tragen. Diese werden bereitgestellt. Es darf Fieber gemessen und der Zutritt ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad verweigert werden.

Bei Verstoß gegen die Abstandsregel (landesweit ein Meter; in Südtirol zwei Meter) bzw. Maskenpflicht gibt es keine einheitliche Regelung, da die jeweiligen Regionen zuständig sind. In einigen Provinzen gibt es keine explizite Regelung. Zum Teil wird auch noch unterschieden, wo man gegen die Maskenpflicht verstößt. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Strafe beispielsweise höher ausfallen als anderswo. Grober Richtwert ist aber ein Strafrahmen von 400 bis 3000 Euro, bei Sofortzahlung kann es Nachlässe geben.

Tankstellen und Autobahntankstellen sind in ganz Italien geöffnet.

Flughäfen gehen wieder in Betrieb , außerdem soll es wieder mehr Bahnverbindungen geben.

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Sardinien: Fähren fahren wieder

Die Fährverbindungen sollen in ganz Italien mit Öffnung der Grenzen hochgefahren werden. Dazu zählt auch die beliebte Verbindung nach Sardinien. Es kann Fieberkontrollen beim Check-In geben. Die Reedereien dürfen die Schiffe nicht voll auslasten, auf Mindestabstand muss außerdem geachtet werden. Es wird dringend empfohlen, sich vor der Abreise beim entsprechenden Anbieter über die genauen Regelungen für die Überfahrt zu informieren.

Bislang hatte die Inselregierung Sardiniens im Falle einer Öffnung darauf bestanden, dass Gäste vor der Einreise mit einem ärztlichen Attest belegen müssen, dass sie kürzlich negativ auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Offenbar kommt diese Regelung nicht. Sardinien-Touristen müssen stattdessen eine unterschriebene Selbstauskunft, in der Angaben über den derzeitigen Gesundheitszustand gemacht werden sollen, vorweisen. Die Registrierung der Urlauber auf einer Tracing-App soll auf freiwilliger Basis geschehen. Eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht.

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Südtirol: Freiwillige Corona-Tests für Gäste

In der autonomen Provinz Südtirol haben Hotels und Bergbahnen bereits geöffnet. Mittels eines eigenen Südtiroler Landesgesetzes wurden umfangreiche Sicherheitsauflagen eingeführt, die die Bevölkerung, aber auch künftige Gäste schützen sollen: Wenn die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, gilt in ganz Südtirol Maskenpflicht.

Restaurants und Bars dürfen nicht mehr Gäste empfangen, als es Sitzplätze gibt, und die Tische müssen so gereiht sein, dass die Abstandsregel eingehalten werden kann. Auch im öffentlichen Nahverkehr und in den Seilbahnen werden Kapazitäten begrenzt, Mindestabstände und regelmäßige Desinfektion müssen gewährleistet sein.

Demnach sind auch weitreichende Tests für Mitarbeiter im Tourismus und bei Gästen geplant. Bei den Gästen handelt es sich um freiwillige Corona-Tests, die von den Betrieben angeboten werden können, so die Auskunft von Südtirol Tourismus in Bozen auf Anfrage des ADAC.

Keine Quarantäne mehr für Italien-Rückkehrer

Die meisten deutschen Bundesländer haben ihre Quarantäne-Regelungen gelockert: Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien nach Bayern zurückkehrt, muss sich ab sofort nicht mehr für 14 Tage in häusliche Isolation begeben. Wer in Baden-Württemberg die deutsche Grenze passieren möchte, kann dies ebenfalls tun, ohne sich danach in Quarantäne zu begeben. Ausnahme: Wenn im Herkunftsland die Zahl der Neuinfizierten bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt, ist Quarantäne weiter erforderlich.

Noch rät Deutschland von touristischen Reisen ab

Grundsätzlich gilt noch bis 14. Juni die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen ins Ausland rät die Behörde bis dahin ab. Dies ist zwar kein generelles Reiseverbot, aber eine ernst zu nehmende Empfehlung. Reisende entscheiden in eigener Verantwortung, ob sie eine Reise antreten.

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Mit Material von dpa.