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Italien-Urlaub 2020: Das müssen Reisende jetzt wissen

roter VW Käfer fährt am Gardasee entlang
Nach Corona: Deutsche können wieder nach Italien reisen ∙ © ADAC/Rasmus Kaessmann

Eis, Spaghetti, Sonne und Meer – viele Deutsche wünschen sich nach der Corona-Krise nichts sehnlicher als einen Urlaub in Italien. Jetzt sind die Grenzen wieder offen. Das erwartet Touristen bei der Anreise und vor Ort.

  • Transitländer erlauben deutschen Auto-Urlaubern die Durchreise

  • Italien begrenzt Anzahl der Mitfahrer im Auto

  • Sardinien-Fähre: Maskenpflicht und Fieberkontrolle

Österreich und Schweiz: problemlose Durchreise

Wer von Deutschland nach Italien mit dem Auto reist, fährt unweigerlich durch Österreich oder die Schweiz. Die Grenzen zwischen Deutschland und Österreich sind wieder frei befahrbar. Auch die Grenze zwischen Österreich und Italien ist in beiden Richtungen passierbar. Die Grenze zwischen der Schweiz und Italien ist ebenfalls wieder geöffnet. Transitreisende aus Deutschland müssen aktuell nicht mit Einschränkungen rechnen.

Auch innerhalb Italiens darf man wieder reisen. Tankstellen und Autobahntankstellen sind in ganz Italien geöffnet.

Eins, zwei, drei, zu viele? Corona-Regeln für Autofahrer in Italien

Kommen alle Insassen eines Autos aus demselben Haushalt, gibt es keine Einschränkungen - weder Maskenpflicht noch Abstandsregeln sind in diesem Fall einzuhalten.

Die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes ist jedoch vorgeschrieben, sobald Personen aus weiteren Haushalten zusammen unterwegs sind. Hier müssen die allgemein geltenden Abstandsregeln beachtet werden. Deshalb ist die Zahl der Mitfahrer in einem Fahrzeug begrenzt: Dem italienischen Außenministerium zufolge dürfen in diesen Fällen höchstens zwei Personen je Sitzreihe und nur auf den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden. Der Beifahrersitz muss frei bleiben.

Im Beispielsfall eines fünfsitzigen Pkw dürfen somit neben dem Fahrer nur zwei weitere Personen im Fahrzeug Platz nehmen. Sind, wie z.B. in einem Minibus, weitere Sitzreihen vorhanden, so können zwei weitere Personen je Sitzreihe auf den Außenplätzen mitgenommen werden.

Auf Motorrädern oder Mopeds dürfen nur Beifahrer befördert werden, die demselben Haushalt angehören, da hier der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

In Südtirol ist die Zahl der Mitfahrer laut Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen hingegen nicht begrenzt. Kommen diese aus verschiedenen Haushalten, müssen sie aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Es ist möglich, dass in weiteren Provinzen Italiens oder sogar innerhalb der Provinzen in einzelnen Regionen abweichende Regelungen bestehen. Bei Verstoß gegen diese Vorschriften muss mit einer hohen Geldstrafe zwischen 400 und 3000 Euro gerechnet werden. Auch die Weiterfahrt kann untersagt werden.

Flug-, Bahn- und Fernbusverkehr startet wieder

Die meisten Flughäfen in Italien sind wieder in Betrieb, außerdem gibt es wieder mehr Bahnverbindungen. Die Deutsche Bahn fährt wieder alle Ziele in Italien an, vereinzelte Ausfälle gibt es nur auf der EC-Strecke München-Innsbruck-Verona. Die Fernbusse von Flixbus fahren wieder zwischen Deutschland und Italien. Kreuzfahrtschiffe legen aber noch nicht wieder an Italiens Küsten an.

Maske und Abstand: Corona-Regeln für Italien-Touristen

Innerhalb des Landes gelten überall Abstandsregeln - auch für Touristen.

Für Strandbesuche gibt es besondere Auflagen: Sonnenschirme am Strand müssen weit genug voneinander entfernt stehen (pro Schirm zwölf Quadratmeter Fläche). Zwischen den Sonnenstuhlreihen gilt ein Mindestabstand von drei Metern. Buchungen für den Zugang zu Strandbädern sollen verhindern, dass die Menschen zu dicht aneinander in der Sonne braten.

Das gilt für italienische Hotels, Gastronomie und Handel

Die Hotellerie fährt langsam hoch. Der Grad der Öffnung ist regional unterschiedlich. So sind etwa im Zentrum Roms viele Unterkünfte noch geschlossen. An den Küsten haben zahlreiche Hotels die erforderlichen Hygieneregeln und Vorschriften zum Abstandhalten etwa beim Essen und beim Sonnen bereits umgesetzt.

Büfetts in Hotels sind verboten. In Restaurants und Cafes gilt eine Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz muss selbst mitgebracht werden. Zum Essen darf er abgenommen werden. Desinfektionsmittel müssen überall bereit stehen.

In einigen Geschäften besteht die Pflicht, Einweghandschuhe zu tragen. Diese werden bereitgestellt. Es darf Fieber gemessen und der Zutritt ab einer Körpertemperatur von 37,5 Grad verweigert werden.

Hohe Strafen bei Verstößen gegen die Regeln möglich

Bei Verstoß gegen die Abstandsregel (landesweit ein Meter) bzw. Maskenpflicht gibt es keine einheitliche Regelung, da die jeweiligen Regionen zuständig sind. In einigen Provinzen gibt es keine explizite Regelung.

Zum Teil wird auch noch unterschieden, wo man gegen die Maskenpflicht verstößt. In öffentlichen Verkehrsmitteln kann die Strafe beispielsweise höher ausfallen als anderswo. Grober Richtwert ist aber ein Strafrahmen von 400 bis 3000 Euro, bei Sofortzahlung kann es Nachlässe geben.

Kulturstätten in Italien haben wieder geöffnet

Touristenmagnete wie das Kolosseum und der Petersdom in Rom, die Uffizien in Florenz, die Kathedralen in Mailand und Florenz, der Schiefe Turm von Pisa und die Ausgrabungsstätte Pompeji sind wieder geöffnet. Die Mailänder Scala öffnet ab Juli in kleinen Schritten für das Publikum.

Reiseziel Italien: Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Tipps und Infos

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Sardinien-Fähre: Formular und Fieberkontrolle

Bei Fährfahrten, etwa nach Sardinien, kann es Fieberkontrollen beim Check-In geben. Die Reedereien dürfen die Schiffe nicht voll auslasten, auf Mindestabstand muss geachtet werden. Große Reedereien wie etwa Moby Lines schreiben während der gesamten Überfahrt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vor. Es wird dringend empfohlen, sich vor der Abreise beim entsprechenden Anbieter über die genauen Regelungen für die Überfahrt zu informieren.

Bei der Ankunft wird Sardinien-Touristen Fieber gemessen. Zudem benötigen sie eine unterschriebene Selbstauskunft*, in der Angaben über den derzeitigen Gesundheitszustand gemacht werden sollen. Die Registrierung der Urlauber auf einer Tracing-App soll auf freiwilliger Basis geschehen.

Südtirol: Freiwillige Corona-Tests für Gäste

In der autonomen Provinz Südtirol haben Bergbahnen und etwa die Hälfte der Hotels geöffnet. Mittels eines eigenen Südtiroler Landesgesetzes wurden umfangreiche Sicherheitsauflagen eingeführt, die die Bevölkerung, aber auch künftige Gäste schützen sollen: Wenn die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann, gilt in ganz Südtirol Maskenpflicht.

Restaurants und Bars dürfen nicht mehr Gäste empfangen, als es Sitzplätze gibt, und die Tische müssen so gereiht sein, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können. Auch im öffentlichen Nahverkehr und in den Seilbahnen werden Kapazitäten begrenzt, Mindestabstände und regelmäßige Desinfektion müssen gewährleistet sein.

Demnach sind auch weitreichende Tests für Mitarbeiter im Tourismus und bei Gästen geplant. Bei den Gästen handelt es sich um freiwillige Corona-Tests, die von den Betrieben angeboten werden können, so die Auskunft von Südtirol Tourismus in Bozen auf Anfrage des ADAC.

Keine Quarantäne mehr für Italien-Rückkehrer

Wer aus EU- und Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien nach Deutschland zurückkehrt, muss sich ab sofort nicht mehr für 14 Tage in häusliche Isolation begeben. Ausnahme: Wenn im Herkunftsland die Zahl der Neuinfizierten bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen liegt, ist Quarantäne weiter erforderlich.

Hier finden Sie weitere aktuelle Informationen zu Quarantäne-Regeln bei der Rückkehr nach Deutschland.

Strandvergnügen und Sightseeing – was in den Urlaubsländern möglich ist

Auch wenn immer mehr Länder ihre Grenzen für deutsche Touristen öffnen, wird der Sommerurlaub 2020 wegen des Coronavirus unter besonderen Umständen stattfinden. Die aktuelle Lage der beliebtesten Reiseziele:

Mit Material von dpa.

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