Heizkosten steigen 2026: So teuer sind Öl, Gas und Wärmepumpe
Von André Gieße

Die Heizkosten steigen laut einer bundesweiten Studie in diesem Winter erneut. Für welche Haushalte es im Jahr 2026 voraussichtlich besonders teuer wird und mit welcher Heizung man am wenigsten zahlt.
Je nach Heizart entwickeln sich die Kosten 2026 sehr unterschiedlich
Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise noch Glück haben
Eine Heiztechnik dürfte dauerhaft am günstigsten bleiben
Haushalte in Deutschland müssen im laufenden Jahr wohl erneut mit höheren Heizkosten rechnen. "Besonders Heizöl und Holzpellets dürften deutlich teurer werden", berichtete die Beratungsgesellschaft co2online in ihrem neuen Heizspiegel für 2026. Beim Erdgas sieht die gemeinnützige Organisation dagegen trotz der aktuell gestiegenen Großhandelspreise insgesamt eine leichte Entlastung.
"Durch geringe Beschaffungskosten zum Jahresbeginn und den Wegfall der Gasspeicherumlage könnten die Heizkosten im Jahresdurchschnitt leicht sinken", begründeten die Experten ihre Berechnung. Allerdings könnten die zuletzt gestiegenen Großhandelspreise mit Verzögerung auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Gaskosten Ende 2026 oder im Laufe des Jahres 2027 wieder steigen lassen, sagte ein Sprecher.
Heizkosten steigen vor allem bei Ölheizungen
Die Experten von co2online haben die erwarteten Heizkosten unter anderem für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus durchgerechnet. Dort prognostizieren sie vor dem Hintergrund des Irankriegs für Heizöl in diesem Abrechnungsjahr einen Anstieg von 24 Prozent auf 1275 Euro.
Bei Holzpellets rechnen sie für 2026 mit einem Plus von 17 Prozent auf 870 Euro jährliche Heizkosten. Als einen Hauptgrund sieht co2online dabei die anhaltende Knappheit der Pellet-Rohstoffe infolge einer schwachen Baukonjunktur. Bei Erdgas sehen die Experten einen leichten Rückgang um 4 Prozent auf 1120 Euro Jahreskosten.
Auch bei den anderen untersuchten Heizarten rechnet co2online mit leichten Anstiegen: bei Fernwärme um 1 Prozent auf 1310 Euro und bei Wärmepumpen um 3 Prozent auf 735 Euro. Bezogen auf ein durchschnittliches 130 Quadratmeter großes Einfamilienhaus sind die Kostenentwicklungen laut dem Heizspiegel im Jahr 2026 ähnlich.
Heizkosten-Prognose 2026 für Wohnung und Einfamilienhaus
| Heizart | 70-qm-Wohnung | 130-qm-Haus |
|---|---|---|
Erdgas | 1120 Euro (-4 %) | 1930 Euro (-5 %) |
Heizöl | 1275 Euro (+24 %) | 2745 Euro (+28 %) |
Fernwärme | 1310 Euro (+1 %) | 2055 Euro (+1 %) |
Wärmepumpe | 735 Euro (+3 %) | 1300 Euro (+3 %) |
Holzpellets | 860 Euro (+17 %) | 1740 Euro (+23 %) |
Wie Haushalte Heizkosten sparen können
Die Gesellschaft betonte, dass viele Haushalte ihre Heizkosten deutlich senken könnten. "Rund 90 Prozent aller Haushalte verfügen noch über Sparpotenzial", hieß es. Schon einfache Verhaltensänderungen wie richtiges Heizen und Lüften oder ein geringerer Warmwasserverbrauch könnten den Energieverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren. "Noch größere Einsparungen ermöglichen Heizungsoptimierungen, Dämmmaßnahmen oder den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme."
Zur Entwicklung der Heizkosten in den kommenden Jahrzehnten stellte co2online auch eine Langfristberechnung an. Demnach könnten sich die Heizkosten für Gas- und Ölheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Ursachen sieht die Gesellschaft unter anderem steigende CO₂-Kosten, höhere Netzentgelte sowie die im neuen Heizungsgesetz vorgeschriebenen Beimischungen wie Biomethan, Wasserstoff oder Bio-Heizöl.
Wärmepumpe wohl dauerhaft am günstigsten
Bei Fernwärme und Holzpellets sei in den nächsten 20 Jahren mit einem moderaten Anstieg der Kosten zu rechnen. "Die Kosten für Wärmepumpen werden dagegen deutlich langsamer steigen und voraussichtlich dauerhaft am niedrigsten bleiben", erklärte ein Sprecher.
Fossiles Heizen sei langfristig hingegen teurer und bleibe mit größeren Kostenrisiken verbunden als das Heizen mit erneuerbaren Energien. "Wer heute eine neue Heizung plant, sollte diese Entwicklung kennen, auch wenn der Einbau von reinen Gas- und Ölheizungen wieder erlaubt ist."
Mit Material von dpa.