Österreich verschärft Strafen für Raser drastisch

Blitzer auf der A12 zwischen Kufstein und Innsbruck
Tempolimit-Verstöße in Österreich können mit bis zu 5000 Euro Bußgeld bestraft werden ∙ © Imago Images/imagebroker

Raser in Österreich werden ab sofort härter bestraft. Sie müssen nicht nur mit einem deutlich höheren Bußgeld rechnen, bei extremen Verstößen gegen Tempolimits kann möglicherweise auch das Fahrzeug beschlagnahmt werden.

  • Bußgeld kann von 2180 Euro auf 5000 Euro ansteigen

  • Raser können in Extremfällen ihr Auto verlieren

  • Teilnehmer von illegalen Autorennen werden besonders hart bestraft

Weil sich offenbar zu viele Autofahrer von den bisherigen Strafen nicht abschrecken ließen, hat das österreichische Verkehrsministerium die Maßnahmen gegen extremes Rasen verschärft. Zu spüren bekommen die Verschärfungen nicht nur notorische Schnellfahrer, sondern auch Teilnehmer von illegalen Autorennen. Auch ausländische Autourlauber, die zu sehr gegen Tempolimits verstoßen, sind von den höheren Bußgeldern nicht ausgenommen.

Österreich: Bußgeld mehr als verdoppelt

Wer 30 Stundenkilometer zu schnell fährt, muss nun mindestens 150 statt 70 Euro zahlen. Die Strafe steigt dann mit überhöhtem Tempo immer weiter an, von bisher maximal 2180 Euro auf bis zu 5000 Euro. Die maximale Geldbuße ist in der Regel aber nur bei sehr schweren Fällen und bei Wiederholungstätern zu befürchten. Wird ein deutscher Raser in Österreich ertappt, sollte er umgehend bezahlen. Bußgelder können europaweit vollstreckt werden.

Raser: In Extremfällen verlieren sie ihr Fahrzeug

In besonders gefährlichen Fällen können die Fahrzeuge künftig beschlagnahmt werden, etwa bei hoher Geschwindigkeitsüberschreitung unter gefährlichen Verhältnissen, mehrfach wiederholtem Rasen, Fahren nach Abnahme des Führerscheins wegen Rasens oder auch Rasen ohne Führerschein.

Dies gilt allerdings erst zum Jahresende, da hier noch zahlreiche rechtliche Fragen offen sind. Geklärt werden muss unter anderem, wie vorgegangen wird, wenn das Fahrzeug einer dritten Person gehört. Von dieser Maßnahme könnten auch ausländische Autofahrer betroffen sein.

Führerschein kann länger entzogen werden

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h innerorts und mehr als 50 km/h außerorts wird die Führerschein-Mindestentzugsdauer von zwei auf vier Wochen verdoppelt.

Wichtig: Die geplante Maßnahme zum Führerscheinentzug haben für deutsche Autofahrer in der Regel nur Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis in Österreich.

Kein Pardon für Teilnehmer von illegalen Wettrennen

Außerdem führt Österreich den Straftatbestand "illegale Wettrennen" ein: Wer an solchen Rennen teilnimmt, muss mit dem Entzug des Führerscheins von mindestens sechs Monaten rechnen. Anschließend folgen verkehrspsychologische Überprüfungen. Im Extremfall soll Rasern das Auto weggenommen werden können.

Diese Strafen drohen bei illegalen Autorennen in Deutschland

Das sagt der ADAC Partnerclub ÖAMTC

Der ÖAMTC befürwortet die Verschärfung von Sanktionen bei schweren Verkehrsübertretungen. Allerdings dürften dabei minimale Übertretungen nicht in einen Topf mit "Rasen" geworfen werden. Hier brauche es klare Abgrenzungen, so Chefjurist Martin Hoffer gegenüber den Medien.

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Mit Material von dpa.

Katharina Dümmer
Redakteurin
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