Hantavirus: Drei Tote auf Kreuzfahrtschiff

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Von Tanja Echter

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Ein Kreuzfahrtschiff fährt auf dem Meer
Auf Kreuzfahrtschiff: Drei Menschen mit Hantavirus-Erkrankung gestorben© Shutterstock/Capt. Kyrylo

Auf einem Atlantik-Kreuzfahrtschiff sind drei Passagiere nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weitere Personen infiziert. Was bisher bekannt ist.

  • Ein Deutscher unter Verstorbenen

  • WHO untersucht Todes- und Infektionsfälle

  • Hantavirus meist durch Nagetiere verbreitet

Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" war mit rund 150 Passagieren und 61 Besatzungsmitgliedern zuletzt auf dem Weg von Ushuaia in Argentinien zum Zielhafen in Kap Verde. Während der Reise sind drei Menschen an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben.

Aufgrund des Virusausbruchs können die Passagiere in Kap Verde nicht von Bord gehen. Lediglich für drei Personen sei dort eine medizinische Evakuierung geplant. Seitens der Reederei heißt es, man prüfe derzeit eine Landung auf den Kanarischen Inseln, um weitere medizinische Untersuchungen einzuleiten. Eine Person mit laborbestätigter Hantavirus-Infektion wird bereits in Südafrika intensivmedizinisch behandelt.

Bei den drei Verstorbenen handelt es sich um einen Deutschen sowie ein Ehepaar aus den Niederlanden. Nachgewiesen wurde das Virus lediglich bei der verstorbenen Niederländerin, so die Reederei unter Berufung auf die WHO. An Bord gibt es aktuell weitere Verdachtsfälle, unter anderem zwei erkrankte Besatzungsmitglieder. Laut WHO besteht kein erhöhtes Risiko für die breite Öffentlichkeit.

Schwere Hantavirus-Verläufe möglich

Hantaviren werden meist durch den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere übertragen, etwa über Urin, Kot oder kontaminierten Staub. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist möglich, aber sehr selten.

Viele Infizierte bemerken lediglich schwache grippeähnliche Beschwerden, meist zwei bis vier Wochen nach der Infektion. Je nach Virustyp kann es aber auch zu schweren Verläufen kommen, unter anderem mit Blutungen in der Haut und Funktionsstörungen der Nieren.

In Nord- und Südamerika tritt häufiger das Hantavirus-induzierte kardiopulmonale Syndrom (HPS/HCPS) auf. Es beginnt in der Regel plötzlich mit hohem Fieber, Bauch- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Schwäche. Im späteren Verlauf kann es zu akuter Atemnot kommen und lebensgefährlich werden.

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Hygiene schützt vor Hantaviren

Bislang gibt es keine Medikamente gegen das Hantavirus. Nach dem Aufenthalt in der Natur (z.B. beim Trekking in Endemiegebieten) sowie in Räumen, in denen sich Nagetiere tummeln, sollte man sich die Hände gründlich waschen. Bei Mäusebefall gilt: Lebensmittel fest verschlossen aufbewahren, Flächen gründlich desinfizieren, Atemschutzmaske und Handschuhe tragen.

Mit Material von dpa.