Diesel-Fahrverbot München: Tempo 30 auf dem Mittleren Ring

Autos auf dem Mittleren Ring in München im Sommer
Diesel-Fahrverbot: In München sind in der Umweltzone viele Diesel-Fahrzeuge ausgesperrt© imago images/Westend61

Auf dem Mittleren Ring in München gilt schon länger ein Fahrverbot für Diesel mit der Abgasnorm 4/IV und älter. Eine Verschärfung für Euro-5-Dieselfahrzeuge ist nun abgewendet. Was stattdessen kommt.

  • Update: Tempo 30 statt weiterer Fahrverbote

  • Tempolimit soll Abgasbelastung senken

  • Diese Zufahrten sind vom Diesel-Fahrverbot ausgenommen

Zur Verbesserung der Luftqualität soll auf einem Abschnitt des Mittleren Rings in München künftig Tempo 30 gelten – die Verschärfung des Fahrverbots in der Innenstadt einschließlich des Mittleren Rings hat sich damit vorerst erledigt. Eine Ausweitung des Fahrverbots auf Diesel mit Abgasnorm 5/V hätte über 40.000 Fahrzeuge in München sowie eine große Zahl von Pendlerinnen und Pendlern aus dem Umland betroffen.

Eingeführt werden soll das Tempolimit auf der Landshuter Allee, einem Abschnitt des Mittleren Rings, an der die Grenzwerte für das giftige Abgas Stickstoffdioxid 2023 überschritten wurden. Das Umweltreferat bekam dagegen keine Mehrheit für die Forderung, das Fahrverbot in der Umweltzone der Stadt auf Fahrzeuge mit der Abgasnorm 5/V auszuweiten.

Mittlerer Ring: Abschnittsweise Tempo 30

Im März hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Verschärfung des Fahrverbots angemahnt, das seit Februar 2023 nur für Autos mit der Abgasnorm 4/IV und schlechter gilt. Grund waren die Überschreitungen an der Landshuter Allee und einer anderen Hauptverkehrsstraße.

Nun müssten schnelle Maßnahmen ergriffen werden, damit diese Grenzwerte signifikant unterschritten werden, urteilte das Gericht. Das Tempolimit soll schnellstmöglich im Abschnitt zwischen Parkharfe am Olympiastadion bis zur Arnulfstraße/Auffahrt Donnersberger Brücke eingeführt werden, muss vorher aber noch juristisch geprüft werden.

Diese Autos sind vom Diesel-Fahrverbot betroffen

Nicht mehr auf dem Mittleren Ring fahren dürfen Dieselfahrzeuge mit Euro 4/IV Abgasnorm und schlechter. Benziner oder Fahrzeuge mit anderen Antriebsarten dürfen hingegen die um den Mittleren Ring erweiterte Umweltzone befahren, wenn diese über eine Grüne Umweltplakette verfügen.

Lange Zeit bestand die Umweltzone Münchens aus der Innenstadt innerhalb des Mittleren Rings. Seit 1. Februar 2023 ist jedoch die wichtigste Verkehrsader der Stadt ebenfalls Teil der Umweltzone. Ältere Dieselfahrzeuge dürfen seither den Mittleren Ring nur noch mit Ausnahmegenehmigung befahren. Entsprechende Verkehrsschilder weisen darauf hin.

München: Diese Ausnahmen gibt es

Schild Umweltzone frei ab Euro 5
Wer dieses Schild vorfindet, darf hier nur mit einem Diesel der Abgasnorm 5/V und höher weiterfahren© dpa/Sven Hoppe

Ausgenommen vom Diesel-Fahrverbot sind die Zu- und Abfahrt zur Großmarkthalle, zum Autoreisezug (Ostbahnhof), zur Parkharfe Olympiastadion und zum Campingplatz Thalkirchen. Ausnahmeregelungen gibt es unter anderem für den Lieferverkehr und Anwohnende. Weitere Ausnahmen gibt es zum Beispiel für Handwerker, Schichtdienstleistende, Menschen mit Behinderung, Pflegedienste.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) waren von 67,7 Millionen zugelassenen Pkw im Jahr 2022 noch 21,9 Prozent mit den Emissionsgruppen 4 und 5 unterwegs.

Fahrverbot gilt nicht für Oldtimer

Oldtimer mit deutscher Zulassung, die ein H-Kennzeichen bzw. ein rotes 07-Kennzeichen haben, sowie ausländische Fahrzeuge, die dieselben Voraussetzungen erfüllen, dürfen die Umweltzonen aufgrund einer generellen Ausnahmeregelung befahren (Anhang 3 zu § 2 Absatz 3 35. BimSchV).

Diesel-Fahrverbot München: So hoch ist das Bußgeld

Verstößt man gegen das zonale Diesel-Fahrverbot, wird dies nach dem derzeit gültigen Bußgeldkatalog mit 100 Euro geahndet. Rechtsgrundlage ist das Bundesimmissionsschutzgesetz. Zuzüglich Gebühren und Auslagen erwarten einen bei Missachtung der Vorschrift Kosten in Höhe von 128,50 Euro. Es gibt keinen Punkt in Flensburg.

Mehr Infos zum Diesel-Fahrverbot in München finden Sie hier

Fahrverbot München: Keine Ausnahme bei Durchreise

Aufpassen sollten Reisende besonders dann, wenn es sich rund um München staut. Vom Fahrverbot betroffene Dieselfahrende sollten sicherstellen, dass ihr Navigationsgerät sie dann nicht – statt über den äußeren Autobahnring A99 – durch die Stadt oder über den Mittleren Ring führt. Auch Ortskundige, die den schnelleren Weg durch die Stadt nutzen wollen, müssen sich umstellen.

München-Besuch: Park&Ride-Parkplätze nutzen

Gäste, die München mit einem älteren Dieselfahrzeug für einen Städtetrip besuchen wollen, sollten den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Hierzu können zahlreiche Park&Ride-Parkplätze außerhalb der Umweltzone angesteuert werden. Mit dem bald erhältlichen Deutschlandticket ist das Zentrum dann unkompliziert zu erreichen.