Deutschlandticket: Wo, wann und für wen das 49-Euro-Ticket gilt

Preiswerter auch von Stadt zu Stadt: Das Deutschlandticket wird viele Bahnfahrten günstiger machen ∙ Bild: © ADAC/David Klein/Shutterstock, Video: © ADAC e.V.

Das sogenannte Deutschlandticket kommt: Das 49-Euro-Ticket, Nachfolger des 9-Euro-Tickets startet im Frühjahr 2023. Was zu Gültigkeit und Verkaufsstellen bekannt ist.

  • Update: Finanzierung ist jetzt gesichert

  • Start des 49-Euro-Tickets am 1. April oder 1. Mai

  • Das Deutschlandticket wird als monatlich kündbares Abo erhältlich sein

  • Fahrräder dürfen nicht kostenlos mitfahren

Millionen Fahrgäste in Deutschland werden von einem bundesweiten 49-Euro-Monatsticket profitieren. Es wird für Busse und Bahnen im Nahverkehr gelten.

Start und Gültigkeit des 49-Euro-Tickets

Nachdem sich Bund und Länder über die Finanzierung des Deutschlandtickets geeinigt haben, müssen vor dem Verkaufsstart nur noch technische Fragen geklärt werden. Als wahrscheinlichster Termin für die Einführung gilt der 1. April oder der 1. Mai 2023.

Erste Eckpunkte stehen bereits fest: Das 49-Euro-Ticket soll es digital und als Plastikkarte geben. Es wird jeweils für einen Monat gültig und nur im monatlich kündbaren Abo erwerbbar sein. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) bietet bereits vor dem offiziellen Start die Möglichkeit, das Ticket online zu bestellen. Die erste Abbuchung erfolgt erst dann, wenn das Abo tatsächlich startet.

Deutschlandticket: So wird es finanziert

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten haben sich darauf geeinigt, das 49-Euro-Ticket gemeinsam zu finanzieren – beide Seiten werden jeweils 1,5 Milliarden Euro zuschießen. Der Bund wird zudem dauerhaft mehr Geld für den ÖPNV überweisen.

Derzeit zahlt der Bund Regionalisierungsmittel in Höhe von 9,4 Milliarden. Dieses Geld nutzen die Länder, um Busse und Bahnen bei den Verkehrsunternehmen zu bestellen. Hinzu kommt schon jetzt eine Milliarde Euro aus einem anderen Topf.

Was gilt für bestehende Abos?

Viele ÖPNV-Nutzerinnen und Nutzer haben bereits jetzt ein Abonnement für den Nahverkehr. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird beispielsweise ihre Bestandskundinnen und -kunden zeitnah zum 49-Euro-Ticket informieren und sie möglichst einfach umbuchen lassen, wenn das neue Deutschlandticket für sie eine günstige Alternative darstellt.

Wo gilt das 49-Euro-Ticket?

Wie schon sein 9-Euro-Vorgänger soll das 49-Euro-Ticket in allen Bussen und Bahnen des öffentlichen Nahverkehrs bundesweit gelten. Mit einem Preis von 49 Euro wäre das neue Ticket sehr viel günstiger als viele bisherige Abos in deutschen Großräumen.

Zudem wird es für seine Inhaberinnen und Inhaber das Studium der extrem komplizierten Tarifmodelle in Städten und Gemeinden überflüssig machen.

Bleibt der Preis dauerhaft bei 49 €?

Für das 49-Euro-Ticket ist eine Einführungsphase von zwei Jahren geplant. Aber bereits ab dem zweiten Jahr – also 2024 – könnte das Ticket teurer werden. Geplant ist nämlich eine Preis-Dynamisierung: Die Abogebühr würde automatisch mit der Inflationsrate steigen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kündigte auf der Pressekonferenz nach der Einigung an, in seinem Bundesland auch eine günstigere Variante für bestimmte Gruppen anbieten zu wollen. Ähnliche Modelle könnte es auch in anderen Bundesländern geben.

Was gilt für die Mitnahme von Fahrrädern?

Fahrräder können nicht kostenlos mitgenommen werden, es muss ein Extra-Ticket gelöst werden. Beim 9-Euro-Ticket im Sommer gab es es ebenfalls keine kostenlose Fahrrad-Mitnahme. Bei der Deutschen Bahn kostet eine Fahrradtageskarte im Nahverkehr derzeit sechs Euro.

29-Euro-Ticket in Berlin verlängert

In Berlin gilt aktuell die regionale Übergangsvariante des 29-Euro-Tickets. Dieses gibt es seit Oktober im Abonnement, es gilt allerdings nur für den Tarifbereich AB (Stadtgebiet Berlin). Der Berliner Senat hat das 29-Euro-Ticket bis Ende März 2023 verlängert und erwägt, es auch noch darüber hinaus anzubieten.

Mit Material von dpa