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– Abgasnorm Euro 6 –

Abgasgrenzwerte, Einführungsfristen, etc. (Prüfung nach WLTP)

Mit Einführung des neues Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) und der direkten Messungen der Emissionen bei Fahrt auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions) werden strengere Anforderungen an die Zulassung von Pkw festgeschrieben.

WLTP – Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure)

Um realitätsnähere Verbrauchsangaben zu erhalten, hat die UNECE (United Nations Economic Commission for Europe) im Auftrag der EU-Kommission einen neuen Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light-Duty Test Cycle) und ein neues Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches entwickelt.

Zur Übernahme des neuen Prüfverfahrens in das Typgenehmigungsverfahren wurde die „VERORDNUNG (EU) 2017/1151 DER KOMMISSION vom 1. Juni 2017 zur Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 715/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 5 und Euro 6) und über den Zugang zu Fahrzeugreparatur- und -wartungsinformationen, zur Änderung der Richtlinie 2007/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission sowie der Verordnung (EU) Nr. 1230/2012 der Kommission und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 der Kommission“ erlassen. 

Diese sieht vor, dass der neue WLTC/WLTP für die Typgenehmigung neuer Pkw-Modelle ab 1. September 2017 (1. September 2018 für neu zugelassene Fahrzeuge) verbindlich festgeschrieben wird, um somit den NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) als Grundlage zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches abzulösen. Die neue Verordnung wurde am 7. Juli 2017 im Amtsblatt der EU veröffentlicht und tritt zwanzig Tage später in Kraft (27. Juli 2017).

Die bereits für die Typgenehmigung nach NEFZ geltenden Euro 6-Grenzwerte bleiben bestehen.


RDE – Real Driving Emissions

Trotz Erfüllung strenger Abgasnormen mit niedrigen Grenzwerten im Typgenehmigungszyklus be-steht die Gefahr, dass im realen Fahrbetrieb deutlich mehr Emissionen ausgestoßen werden – mit der Folge, dass die Immissionsbelastung in Städten kaum sinkt. Messungen zeigen, dass insbesondere die Stickoxidemissionen NOx außerhalb des Prüfzyklus deutlich über dem Typgenehmigungsgrenzwert liegen. 

Um die Abgasemissionen im realen Fahrbetrieb besser abbilden zu können, wurden daher im Rahmen des europäischen Abgasgesetzgebungsverfahrens neben den Emissionsmessungen im vorgeschriebenen Typgenehmigungszyklus auf Abgasprüfständen direkte Messungen der Emissionen bei Fahrt auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions) unter Einsatz portabler Messtechnik (PEMS, Portable Emissions Measurement Systems) aufgenommen. So soll sichergestellt werden, dass die Automobilindustrie Abgastechniken einsetzt, die wirksam Emissionen über alle Betriebszustände verringern.

Drei Gesetzespakete zu RDE wurden bereits verabschiedet. Die Verordnung (EU) 2016/427 vom 10. März 2016 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 6) legt die Grundlagen für RDE-Messungen mit portabler Messtechnik (PEMS) fest. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union, trat das erste Paket zu RDE rückwirkend zum 1. Januar 2016 in Kraft. 

Im 2. Paket, der Verordnung (EU) 2016/646 vom 20. April 2016 zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 692/2008 hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro 6), wurde ein sogenannter Übereinstimmungsfaktor (CF, Conformity Factor) für Stickoxidemissionen NOx (zulässige Abweichung der realen Emissionen zum Prüfstandgrenzwert) von 2,1 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. September 2017 (ab 1. September 2019 für neu zugelassene Fahrzeuge) festgelegt. Der – vom ADAC geforderte – Übereinstimmungsfaktor von 1,5 gilt erst ab 1. Januar 2020 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle (ab 1. Januar 2021 für neu zugelassene Fahrzeuge). 

Mit dem 3. Paket, der Verordnung (EU) 2017/1154 vom 7. Juni 2017, folgte die Festschreibung eines Übereinstimmungsfaktor (CF, Conformity Factor) für Partikelzahlemissionen PN von 1,5 für neu typgenehmigte Pkw-Modelle ab 1. September 2017 (ab 1. September 2018 für neu zugelassene Fahrzeuge).

Das vierte Gesetzespaket zu RDE ist in Vorbereitung. Dieses soll sich u.a. mit den „In-Use-Conformity-Tests“, also Untersuchungen mit bereits im Verkehr befindlichen Fahrzeugen, befassen.


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