Benzinpreis und Dieselpreis: So entstehen die Spritpreise aktuell
Von André Gieße

Die Benzin- und Dieselpreise schwanken – von Tankstelle zu Tankstelle und täglich. Woran das liegt, wie die Spritpreise entstehen und wie Autofahrende Tankkosten sparen können.
Steuern und Abgaben machen einen großen Teil der Spritpreise aus
Dollar-Kurs, Konjunktur und Politik können Preise für Rohöl erhöhen
Im Vergleich zu EU-Nachbarländern ist Kraftstoff in Deutschland oft teurer
Mineralölkonzerne, Tankstellenbetreiber, der Staat: Viele wollen an Diesel und Benzin verdienen. Auch der Dollar-Kurs, politische Krisen oder die Konjunktur beeinflussen die Kraftstoffpreise.
Steuern und Abgaben auf Kraftstoff
Die Steuern und Abgaben auf Sprit in Deutschland sind vergleichsweise hoch und machen häufig über die Hälfte des Gesamtpreises aus. Hauptbestandteile sind die fixe Energiesteuer (ehemals Mineralölsteuer), die jährlich steigende CO₂-Abgabe und die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.
Steuern und Abgaben am Spritpreis:
Energiesteuer
CO₂-Abgabe
Mehrwertsteuer (MwSt)
Steuern sollen die Staatsausgaben finanzieren – oder den Verbrauch in eine bestimmte Richtung lenken. Die Energiesteuer hat einen beträchtlichen Anteil am Spritpreis, wie die Tabelle zeigt.
| Energieträger | Energie- oder Stromsteuer |
|---|---|
Erdgas (CNG, LNG) | 34,98 Cent/kg |
Flüssiggas (Autogas) | 22,09 Cent/Liter |
Diesel | 47,04 Cent/Liter |
Benzin | 65,45 Cent/Liter |
Strom | 2,05 Cent/kWh |
Der Rest der Spritpreise setzt sich zusammen aus den eigentlichen Kosten des Produkts – vom Einkauf des Rohöls über dessen Transport nach Deutschland und die Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule. Und natürlich wollen die Mineralölkonzerne einen möglichst hohen Gewinn erzielen.
Zusammensetzung bei E10 und Diesel
Ende März 2026 betrug der Steuer- und Abgabenanteil bei den Spritpreisen im Schnitt rund 55 Prozent bei E 10-Benzin und rund 44 Prozent bei Diesel. Die Angaben basieren auf den durchschnittlichen Literpreisen an Tankstellen in Deutschland.
Im Jahr 2025
Im Jahr 2025 betrug der Steuer- und Abgabenanteil bei den Spritpreisen im Schnitt rund 64 Prozent bei Benzin und rund 56 Prozent bei Diesel. Die Angaben basieren auf den durchschnittlichen Literpreisen an Tankstellen in Deutschland.
Ölpreis treibt Benzin und Diesel
Neben Steuern und Abgaben beeinflussen Marktkräfte die Kraftstoffpreise. Das beginnt beim globalen Rohstoffhandel, der sich abhängig von Konjunktur, politischer Lage oder Jahreszeit bewegt. Auch der Kurs des Dollars hat erhebliche Auswirkungen: Erdöl zur Herstellung von Benzin und Diesel wird weltweit fast ausschließlich in der US-amerikanischen Währung gehandelt. Steigt also der Dollar-Kurs im Verhältnis zum Euro, steigen oft auch die Preise an der Zapfsäule.
Gleichzeitig bewegt der Wettbewerb zwischen den Tankstellenbetreibern – in Deutschland etwa Aral, Shell, Total, Esso oder Jet – den Spritpreis. Indirekt haben auch Autofahrerinnen und -fahrer einen gewissen Einfluss auf das Preisgefüge, indem sie stets die günstigste Zapfsäule ansteuern.
Preisunterschiede innerhalb Europas
Die Kraftstoffpreise sind im europäischen Ausland oft niedriger als in Deutschland, vor allem aufgrund deutlich geringerer Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel. Viele Nachbarländer haben außerdem keine vergleichbar hohen spezifischen Umweltaufschläge wie den CO₂-Preis. Einige EU-Länder begrenzen die Kraftstoffpreise aktiv durch Dekrete oder Deckelungen.
Wer Urlaub mit dem Auto plant, kann sich vor der Fahrt ins Ausland beim ADAC über die aktuellen Kraftstoffpreise der jeweiligen Reiseziele oder Transitländer informieren. Die Preisunterschiede für Diesel und Benzin sind mitunter erheblich. Zusätzlich differieren die Spritpreise in den Ländern Europas – teilweise deutlich – von Tankstelle zu Tankstelle beziehungsweise Region zu Region.
Übersicht: Günstige Tankstelle finden
Mit dem Online-Tankvergleich und der kostenlosen ADAC Drive-App bietet der ADAC eine digitale Übersicht über die aktuellen Preise für Benzin, Diesel und Erdgas/CNG in Deutschland sowie Informationen rund um den Kraftstoffmarkt. Die Preise für Super E10, Super und Diesel werden in Echtzeit von den Tankstellen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gemeldet, von dort an den ADAC übermittelt und dann an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben. Die Preisinformationen für Erdgas/CNG werden von gibgas.de zur Verfügung gestellt.
Weitere Informationen rund um den Kraftstoffmarkt stellt der ADAC unter adac.de/tanken bereit.