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Gesetzgeber erlaubt mehr Bio im Diesel

B7: Dieselsprit mit Pflanzenöl

Zum 31. Januar 2009 wurde der Verkauf von Dieselkraftstoff in neuer Qualität den an deutschen Tankstellen zugelassen. Der kleine, aber bedeutende Unterschied ist die Erhöhung des zulässigen Biodiesel-Anteils von vormals 5 (B5) auf nun 7 Volumenprozent (B7).


  • Bio im Diesel kann das Motorenöl verdünnen

    Beim Verbrennungsprozess gelangt immer ein geringer Anteil von Kraftstoff ins Motoröl, das dadurch verdünnt wird. Ab einer gewissen Konzentration kann das Motoröl so dünnflüssig werden, dass sich kein tragfähiger Schmierfilm mehr ausbilden kann. Dies führt unter Umständen langfristig zu einem höheren Verschleiß einiger Motorkomponenten.

    Unbestritten ist, dass die Beimischung von FAME (Fettsäure-Methylester / Biodiesel) grundsätzlich zu einer zusätzlichen Ölverdünnung führt, insbesondere im Kurzstreckenbetrieb und bei Fahrzeugen mit vollwirksamen DPF. Dass eine erhöhte Ölverdünnung auftreten kann, belegen die Ergebnisse einiger Feldversuche. Ursache: der ins Motoröl eingebrachte FAME-Anteil verdampft nicht. Der mineralische Dieselkraftstoffanteil kann hingegen bei genügend hohen Motorenöltemperaturen wieder verdampfen. Die vom Hersteller vorgeschriebenen Ölwechselintervalle sind daher von besonderer Bedeutung.


  • Bio im Diesel kann Alterungsbeständigkeit verschlechtern

    Die Oxidationsstabilität ist ein Maß für die Haltbarkeit des FAME und begründet sich im hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Die Stabilität wird durch zu hohe Lagertemperaturen der Saat oder des Öls, Lichteinwirkung auf das Öl, durch den Wassergehalt und durch katalytisch wirkende Metalle (z.B. Kupfer) negativ beeinflusst.

    Durch die Alterung entstehen im Kraftstoff Oxidationsprodukte, die u. a. zu Ablagerungen an den Einspritzpumpen oder bei Mischung mit mineralischem Diesel zum Zusetzen des Filters führen können. Durch Zugabe von Additiven kann die Haltbarkeit verlängert werden. Das Thema Oxidationsstabilität deshalb wurde in der Norm DIN EN 590 für B7 Dieselkraftstoff gemeinsam mit der Automobil- und Mineralölindustrie definiert.


  • Herstellerfreigaben für B7

    VDA und VDIK haben als Vertreter der Automobilwirtschaft gegenüber dem ADAC bestätigt, dass B7 für alle Dieselmodelle verträglich ist, wenn der Kraftstoff der Norm entspricht und die Fahrzeughalter die vorgegebenen Ölwechselintervalle einhalten. Das Einhalten der Ölwechselintervalle ist sehr wichtig, um eine kritische Ölverdünnung zu vermeiden. Eine Reduzierung der Ölwechselintervalle bei Fahrzeugen mit Wartungs-Intervallanzeige soll es laut Herstellerangaben durch die Betankung mit B7 jedoch nicht geben.


  • ADAC Standpunkt: Mehr Bio im Diesel ist nicht machbar

    Nach den vorliegenden Informationen geht der ADAC davon aus, dass die Erhöhung des max. zulässigen Biosprit-Anteils im Dieselkraftstoff von bisher 5 Vol. % (B5) auf 7 Vol. % (B7) nicht zu technischen Problemen und zu Nachteilen für die Autofahrer führt.

    Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Kraftstoff der gültigen Norm DIN EN 590 entspricht. Darüber hinaus sollten Dieselfahrer wegen einer möglichen Verdünnung des Motoröls unbedingt die Ölwechselintervalle einhalten.

    Eine höhere Beimischungsquote als 7 Vol. % hält der ADAC nach jetzigem Stand der Technik bei Bestandsfahrzeugen nicht für machbar.

    Grundsätzlich muss die nachhaltige Produktion des Beimischungsanteils sichergestellt sein. 

    Der ADAC erwartet daher die Einhaltung der deutschen und europäischen Nachhaltigkeitsverordnungen durch die Biokraftstoffproduzenten sowie, falls sich Bedarf für Nachbesserungen herausstellt, die wirksame Ausgestaltung der Regelungen.

    Die Nutzung von Biokraftstoffen birgt grundsätzlich Potenzial, um die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs und die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu verringern. Dieses Potenzial soll nach Auffassung des ADAC genutzt werden. Dazu müssen jedoch Rahmenbedingungen geschaffen werden, die negative Effekte unter sozialen, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten effektiv ausschließen .


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