Unterzuckerung: Bei Hypoglykämie nicht Auto fahren

• Lesezeit: 3 Min.

Von Anna Besson

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Eine Frau gähnt am Steuer weil sie unterzuckert ist
Bei Schwindel oder Müdigkeit durch eine Unterzuckerung sollten Sie nicht ans Steuer© iStock.com/skynesher

Eine Unterzuckerung kann spontan und unabhängig von einer Diabetes-Erkrankung auftreten, auch beim Autofahren. Wie Sie richtig reagieren.

  • Einer Unterzuckerung lässt sich vorbeugen

  • Unterzuckerung hat verschiedene Ursachen

  • Starke Unterzuckerung kann zum Notfall werden

Wann spricht man von Unterzuckerung?

Fällt der Blutzucker, also die Konzentration der im Blut gelösten Glukose, unter einen kritischen Wert, ist von einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) die Rede. Dieser Grenzwert ist abhängig vom jeweiligen Lebensalter und liegt bei Erwachsenen bei ungefähr 50 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) Glukose. Zum Vergleich: Der Normalzuckerwert im nüchternen Zustand liegt bei unter 100 mg/dl.

Neben dieser Maßeinheit ist auch Millimol pro Liter (mmol/l) gebräuchlich, also die Menge der Zuckermoleküle im Blut. Hier liegt der Normwert bei etwa 3,3 bis 7,8 mmol/l.

Was ist eine Überzuckerung?

Bei einer Überzuckerung steigt der Blutzuckerspiegel auf über 140 mg/dl. Hält dieser Zustand dauerhaft an, diagnostizieren Ärzte in der Regel einen Diabetes mellitus. Aber auch bei Menschen ohne Diabetes kann es nach stark zuckerhaltigen Speisen zu solch hohen Werten kommen. Hier ist der Körper allerdings durch die erhöhte Insulinproduktion in der Lage, ein Gleichgewicht herzustellen.

Wie entsteht eine Unterzuckerung?

Es gibt verschiedene Gründe für eine Unterzuckerung. Bei Diabetes mellitus tritt sie als unerwünschte Nebenwirkung auf, wenn versehentlich das blutzuckersenkende Medikament überdosiert wurde.

Eine Unterzuckerung kommt auch bei anderen Erkrankungen vor, ist aber bei gesunden Menschen ebenfalls möglich:

  • Mehr Bewegung oder Sport als gewohnt – auch Stunden später verbrennt der Körper noch Glukose im Blut und reduziert so den Blutzuckerspiegel

  • Zu kleine oder zu wenige Mahlzeiten mit ausreichend Kohlenhydraten

  • Alkohol- oder Kaffeekonsum

  • Tumor in der Bauchspeicheldrüse, der eine Insulinüberproduktion auslöst

  • Mangelernährung, Fasten oder Nahrungsverweigerung (Nüchtern-Hypoglykämie, meist sechs Stunden nach der letzten Mahlzeit)

  • Gestörter Hormonhaushalt

  • Verzehr von kohlenhydratreichen Speisen, die zu einem zu schnellen Blutzuckeranstieg und dadurch zu einer zu hohen Insulinausschüttung führen

  • Magenentfernung oder -verkleinerung (Dumping-Syndrom)

  • Genetische Veranlagung

Wie macht sich eine Unterzuckerung bemerkbar?

Welche Symptome auftreten, ist abhängig von der Stärke der Unterzuckerung. Eine Unterzuckerung kann zu jeder Tageszeit auftreten, auch nachts. Zu den möglichen Beschwerden zählen:

  • Schwitzen

  • Zittern

  • Heißhunger

  • Herzrasen

  • Konzentrationsstörungen

  • Verwirrtheit

  • Unruhe

  • Übelkeit

  • Erbrechen

  • Müdigkeit

Bei einer starken Unterzuckerung kann es zu Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit bis hin zu einem lebensbedrohlichen Schock kommen. Es handelt sich dann um einen Notfall, der schnelle medizinische Hilfe erfordert (Notruf 112).

Lebensrettende Daten: Der ADAC Notfallpass

Ein Notfallpass liefert den Rettungskräften im Ernstfall entscheidende Informationen. Im ADAC Notfallpass liegen alle Daten sicher verschlüsselt in der Wallet-App auf dem Smartphone. Er ist bereits in den Großteil der Rettungskette integriert und kann von den Rettungskräften ausgelesen werden.

Was hilft sofort bei Unterzuckerung?

Die Symptome einer Unterzuckerung lassen nach, wenn Zucker in jeglicher Form aufgenommen wird. Zum Beispiel mit Süßigkeiten wie Gummibärchen, Traubenzucker oder Fruchtsäften. Nicht hilfreich ist der Verzehr von Schokolade: Hier verhindert der hohe Fettgehalt, dass der Zucker schnell gespalten wird und ins Blut gelangt.

Auf ein zuckerhaltiges Getränk sollte ein Snack oder eine Mahlzeit mit Kohlenhydraten folgen, die langsamer verdaut ins Blut gelangen.

Unterzuckerung beim Autofahren

Bei einer Unterzuckerung dürfen Sie nicht Auto fahren, weil das Konzentrations- sowie das Sehvermögen beeinträchtigt sein können. Hinzu kommt eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit.

Wenn Sie während der Fahrt erste Anzeichen wie Unruhe, Schweißausbrüche oder Herzrasen spüren, sollten Sie möglichst rasch anhalten und etwas Zuckerhaltiges zu sich nehmen.

Bei Diabetes-Patienten sind stabile Blutzuckerwerte Voraussetzung für das Autofahren.

Unterzuckerung vorbeugen

Ob am Steuer, auf Reisen oder zu Hause – so beugen Sie einer Unterzuckerung vor:

  • Essen Sie regelmäßig, und passen Sie Ihre Mahlzeiten den geplanten Aktivitäten an.

  • Achten Sie auf kleinere Mahlzeiten, die ausreichend Kohlenhydrate, aber auch einen Ballaststoff-, Fett- und Eiweißanteil enthalten.

  • Verzichten Sie auf eine zu hohe Kohlenhydratzufuhr, die zu einer gesteigerten Insulinproduktion führen kann.

  • Für längere Autofahrten: Packen Sie Snacks wie Obst, Gemüse oder belegte Brote ein.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.