Flughafenmalaria: Anwohner des Frankfurter Flughafens gestorben
Von Anna Besson, Tanja Echter

Selten, aber möglich: Malaria kann auch außerhalb der Risikogebiete auftreten, wie aktuell am Flughafen Frankfurt. Das sollten Sie dazu wissen.
Eingeschleppte tropische Mücken als Überträger
Flughafenmalaria wird häufig erst spät erkannt
Schutzmaßnahmen dämmen Ausbreitung ein
Malaria am Frankfurter Flughafen
Nach mehreren Malaria-Fällen am Flughafen Frankfurt erkrankten zuletzt zwei Anwohner aus dem Stadtteil Schwanheim. Beide wurden stationär behandelt, mittlerweile ist eine Person gestorben. Laut Frankfurter Gesundheitsamt waren die Betroffenen vor der Erkrankung nicht im Ausland und nicht am Flughafen tätig. Schwanheim liegt zirka fünf Kilometer vom Flughafen Frankfurt entfernt.
Am Frankfurter Flughafen hatten sich im Juli sechs Airport-Mitarbeiter mit Malaria angesteckt – mutmaßlich durch eine infizierte Anopheles-Mücke, die mit einem Flugzeug nach Deutschland gelangt war. Zwei erkrankte Mitarbeiter starben an den Folgen der Erkrankung.
In allen Fällen handelt es sich um Malaria tropica, die gefährlichste Form der Erkrankung. Die Gefahr für die Bevölkerung ist laut Frankfurter Gesundheitsamt gering, die klimatischen Bedingungen zur Verbreitung des Erregers sowie der Überträgermücken ungünstig. Bei ungewöhnlichen Krankheitssymptomen sollten Betroffene zum Arzt, insbesondere, wenn sie im Umfeld des Flughafens leben oder dort arbeiten. Eine Malariainfektion kann mittels Schnelltest nachgewiesen werden.
Was ist Flughafenmalaria?
Bei der Flughafenmalaria handelt es sich um eine Infektion mit dem Malariaerreger außerhalb der Risikogebiete. Infizierte Mücken der Gattung Anopheles werden in Flugzeugen, Gepäck und anderen Transportgütern aus Malariagebieten eingeschleppt.
Am Zielort überleben die Insekten einige Tage und können Menschen, die am Flughafen arbeiten oder in der Nähe leben, stechen und infizieren.
Bei der Koffermalaria reisen die Mücken im Gepäck mit nach Hause, wo sie dann zustechen können. So kommt es auch in Ländern zu Infektionen, die eigentlich frei von Malaria sind.
Wie häufig ist Flughafenmalaria?
Flughafenmalaria ist in Europa selten. Laut Robert Koch-Institut (RKI) wurden seit 2015 in Deutschland 14 mögliche Fälle erfasst, acht davon allein in 2026. Klimawandel und erhöhter Reiseverkehr könnten solche Infektionen aber künftig begünstigen.
Wie erkenne ich den Stich einer Malariamücke?
Der Stich einer Malariamücke unterscheidet sich nicht von dem anderer Mückenarten. Daher lässt sich nicht am Stich erkennen, ob jemand mit Malaria infiziert wurde. Eine Diagnose kann nur durch bestimmte Labortests gestellt werden.
Was sind die Symptome einer Flughafenmalaria?
Die Flughafenmalaria äußert sich wie Malaria mit diffusen Symptomen:
Fieberschübe
Grippeartige Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen
Abgeschlagenheit
Übelkeit
Durchfall
Symptome treten etwa zwei Wochen nach dem Stich einer infizierten Malariamücke auf und werden oft als grippaler Infekt fehlinterpretiert. Dies erschwert und verzögert die Diagnose.
Ist Flughafenmalaria gefährlicher als Malaria?
Ja, die Flughafenmalaria kann gefährlicher sein als Malaria, die bei einem Aufenthalt in den Tropen auftritt. Da die Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können und ein vorheriger Tropenaufenthalt als möglicher Hinweis für die Infektion fehlt, vergeht meist mehr Zeit bis zur Diagnose – und in der Folge auch bis zur Behandlung.
Eine schnelle Behandlung wiederum ist entscheidend für den positiven Verlauf der Erkrankung. Unbehandelt sind Komplikationen möglich:
Atemnot
Spontane Blutungen
Verringerte Urinausscheidung
Koma
Organversagen, z.B. der Nieren oder der Leber
Weltweit existieren fünf Erreger, die jeweils unterschiedliche Krankheitsformen auslösen
Verbreitung vor allem in Afrika, aber auch in Asien, Lateinamerika und Ozeanien
Übertragung in erster Linie durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke
Seltener durch Kontakt mit infiziertem Blut, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Kanülen bei Drogenabhängigen oder eine Organtransplantation
In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Malariaerkrankungen
Was tun Airlines gegen die Verbreitung von Flughafenmalaria?
Je nach Vorgaben des Ziellandes sind Fluggesellschaften bei Interkontinentalflügen aus Malariagebieten verpflichtet, den Frachtraum, das Cockpit sowie die Kabine bei geöffneten Gepäckabteilen mit einem Insektizid zu besprühen (Desinsektion).
Zufällig ins Flugzeug geratene Insekten werden so abgetötet. Dies geschieht in der Regel, bevor die Passagiere das Flugzeug boarden. Die Desinsektion kann zusätzlich während des Fluges und vor der Landung wiederholt werden.
Wie kann man sich und andere vor Malaria schützen?
Wer von einer Reise aus einem Malaria-Risikogebiet zurückkehrt, sollte bis zu zwei Wochen nach dem Urlaub Mückenspray auftragen. So kann eine Übertragung auf heimische Stechmücken vermieden werden, die wiederum ihrerseits Malaria verbreiten könnten.
Forschungseinrichtungen, Gesundheitsämter und Citizen-Science-Projekte beobachten aktuell die Verbreitung tropischer Mückenarten in Deutschland. Diese Informationen tragen dazu bei, entsprechende Schutz-, Informations- und Kommunikationsstrategien zu entwickeln.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.
Landesärztekammer Hessen: Flughafenmalaria: Eine seltene, aber ernstzunehmende Infektion, Stand 8/2025, unter https://www.laekh.de/fileadmin/user_upload/Heftarchiv/Einzelartikel/2025/07_08_2025/Flughafenmalaria.pdf (Abruf 16.6.2026)
Schork et al. Flughafenmalaria bei zwei Beschäftigten am internationalen Flughafen Frankfurt am Main, Gesundheitswesen 2022;84(04):395-396.
Robert Koch-Institut: Malaria, Stand 3/2024, unter https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Malaria.html (Abruf: 27.5.2026)
Epidemiologisches Bulletin: Änderung der Meldepflicht für den Erreger der Malaria, Stand 5/2025, unter https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/12720/EB-22-23-2025_10-25646-13177.pdf (Abruf: 27.5.2026)
Hallmaier-Wacker LK et al. Airport and luggage (Odyssean) malaria in Europe: a systematic review. Euro Surveill. 2024;29(41):pii=2400237.
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Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: Bayerisches Stechmückenmonitoring 2024-2026, unter https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltbezogener_gesundheitsschutz/klimawandel_gesundheit/infektionskrankheiten/stechmuecken_monitoring_index.htm (Abruf: 27.5.2026)