Flughafenmalaria: Infektionsrisiko fernab der Tropen

• Lesezeit: 3 Min.

Von Anna Besson

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Leute kommen an eiem japanischen Flughafe an
An manchen Airports werden Passagiere vor Flughafenmalaria gewarnt© Shutterstock/Henry Saint John

Selten, aber möglich: Malaria kann auch außerhalb der Risikogebiete auftreten, zum Beispiel am Flughafen. Das sollten Sie dazu wissen.

  • Eingeschleppte tropische Mücken als Überträger

  • Flughafenmalaria wird häufig erst spät erkannt

  • Schutzmaßnahmen dämmen Ausbreitung ein

Was ist Flughafenmalaria?

Bei der Flughafenmalaria handelt es sich um eine Infektion mit dem Malariaerreger außerhalb der Risikogebiete. Infizierte Mücken der Gattung Anopheles werden in Flugzeugen oder in Gepäck und anderen Transportgütern aus Malariagebieten eingeschleppt.

Am Zielort überleben die Insekten einige Tage und können Menschen, die am Flughafen arbeiten oder in der Nähe leben, stechen und infizieren.

Bei der Koffermalaria reisen die Mücken im Gepäck mit nach Hause, wo sie dann zustechen können. So kommt es auch in Ländern zu Infektionen, die eigentlich frei von Malaria sind.

Wie häufig kommt Flughafenmalaria vor?

Flughafenmalaria ist selten. Von 1969 bis 2024 traten in Europa gerade einmal 145 Fälle auf:

  • 105 Fälle von Flughafenmalaria

  • 32 Fälle von Koffermalaria

  • 8 Verdachtsfälle

Wie erkenne ich den Stich einer Malariamücke?

Der Stich einer Malariamücke unterscheidet sich nicht von dem anderer Mückenarten. Daher lässt sich nicht am Stich erkennen, ob jemand mit Malaria infiziert wurde. Eine Diagnose kann nur durch bestimmte Labortests gestellt werden.

Was sind die Symptome einer Flughafenmalaria?

Die Flughafenmalaria äußert sich wie Malaria mit diffusen Symptomen:

  • Fieberschübe

  • Grippeartige Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen

  • Abgeschlagenheit

  • Übelkeit

  • Durchfall

Symptome treten etwa zwei Wochen nach dem Stich einer infizierten Malariamücke auf und werden oft als grippaler Infekt fehlinterpretiert. Dies erschwert und verzögert die Diagnose.

Ist Flughafenmalaria gefährlicher als Malaria?

Ja, die Flughafenmalaria kann gefährlicher sein als Malaria, die bei einem Aufenthalt in den Tropen auftritt. Da die Symptome auch auf andere Erkrankungen hinweisen können und ein vorheriger Tropenaufenthalt als möglicher Hinweis für die Infektion fehlt, vergeht meist mehr Zeit bis zur Diagnose – und in der Folge auch bis zur Behandlung.

Eine schnelle Behandlung wiederum ist entscheidend für den positiven Verlauf der Erkrankung. Unbehandelt sind Komplikationen möglich:

  • Krampfanfälle

  • Atemnot

  • Schock

  • Spontane Blutungen

  • Verringerte Urinausscheidung

  • Koma

  • Organversagen, z.B. der Nieren oder der Leber

Malaria-Steckbrief
  • Weltweit existieren fünf Erreger, die jeweils unterschiedliche Krankheitsformen auslösen

  • Verbreitung vor allem in Afrika, aber auch in Asien, Lateinamerika und Ozeanien

  • Übertragung in erster Linie durch den Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke

  • Seltener durch Kontakt mit infiziertem Blut, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Kanülen bei Drogenabhängigen oder eine Organtransplantation

  • In Deutschland besteht eine Meldepflicht für Malariaerkrankungen

Was tun Airlines gegen die Verbreitung von Flughafenmalaria?

Je nach Vorgaben des Ziellandes sind Fluggesellschaften bei Interkontinentalflügen aus Malariagebieten verpflichtet, den Frachtraum, das Cockpit sowie die Kabine bei geöffneten Gepäckabteilen mit einem Insektizid zu besprühen (Desinsektion).

Zufällig ins Flugzeug geratene Insekten werden so abgetötet. Dies geschieht in der Regel, bevor die Passagiere das Flugzeug boarden. Die Desinsektion kann zusätzlich während des Fluges und vor der Landung wiederholt werden.

Wie kann man sich und andere vor Malaria schützen?

Wer von einer Reise aus einem Malaria-Risikogebiet zurückkehrt, sollte bis zu zwei Wochen nach dem Urlaub Mückenspray auftragen. So kann eine Übertragung auf heimische Stechmücken vermieden werden, die wiederum ihrerseits Malaria verbreiten könnten.

Forschungseinrichtungen, Gesundheitsämter und Citizen-Science-Projekte beobachten aktuell die Verbreitung tropischer Mückenarten in Deutschland. Diese Informationen tragen dazu bei, entsprechende Schutz-, Informations- und Kommunikationsstrategien zu entwickeln.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.