Update: Tankrabatt in Italien verlängert
Super E10 in Schweden am günstigsten, Diesel in Spanien
Dänemark bei beiden Kraftstoffen am teuersten
Tanktourismus oft nicht ratsam
In manchen Ländern kann man sein Fahrzeug prinzipiell günstiger betanken als in Deutschland. Dazu gehören beispielsweise regelmäßig Polen, Spanien und Tschechien. Um so überraschender ist es, dass Schweden im aktuellen Vergleich wieder das günstigste Benzin anbietet. Mit 1,51 Euro liegt er 79 Cent unter den aktuellen deutschen Preis (2,30 Euro). Diesel dagegen ist derzeit wieder in Spanien mit 1,83 Euro am günstigsten. Hier liegt die Preisdifferenz zu Deutschland bei 59 Cent.
Teurer als in Deutschland tankt man – immer bezogen auf landesweite Durchschnittspreise – in Dänemark den Niederlanden und häufig auch in der Schweiz. Dies war auch vor Beginn des Iran-Konflikts der Fall.
Wegen Iran-Konflikt: Preisdeckelungen im Ausland
Italien: Tankrabatt für Diesel endet am 5. Oktober
Die italienische Regierung hat die Senkung der Verbrauchsteuer auf Diesel noch einmal verlängert. Diese Maßnahme, die die Verbraucher beim Dieseltanken ursprünglich mit 17 Cent je Liter entlastet hatte, lief am 17. September aus. Ab Freitag, 18. September, beträgt die Entlastung noch 12,2 Cent. Am 26. September wird sie dann ein weiteres Mal, auf 6,1 Cent pro Liter gesenkt. Diese Senkung endet zum 5. Oktober hin. Anschließend soll wieder eine mobile Verbrauchsteuer eingeführt werden. Für Benzin gab es keine Entlastung.
Österreich: Spritpreisbremse auch im September
Sprit in Österreich ist wegen der niedrigeren Mineralölsteuer generell etwas günstiger als in Deutschland. Aber auch hier waren die Preise im Zuge des Iran-Konflikts gestiegen. Die im April eingeführte Spritpreisbremse wird auch im September weitergeführt. Bis Ende des Monats wird die Mineralölsteuer (MöSt) um 1,9 Cent pro Liter gesenkt.
Weiterhin gültig ist, dass die Tankstellen bis Ende September Preissenkungen bei den internationalen Preisnotierungen verpflichtend weitergeben müssen.
Tankrabatt in Polen ist ausgelaufen
In Polen sind die Preise für Benzin und Diesel im September deutlich steigen. Mit dem Ende der polnischen Schulferien endete auch das stattlich verordnete Spritpreispaket, das die Verbraucher und Verbraucherinnen bis dahin entlastet hatte. Aktuell kostet der Liter Super durchschnittlich 1,82 Euro und der Liter Diesel 2 Euro.
Kroatien: Staatlich regulierte Höchstpreise
Die kroatische Regierung hat die Höchstpreise für Kraftstoffe erneut begrenzt. Die Preisobergrenze liegt deutlich unter den Durchschnittspreisen in Deutschland. Derzeit zahlt man für ein Liter Benzin (1,73 Euro) und Diesel (1,85 Euro). Premiumkraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl sind von der Preisdeckelung ausgenommen.
Außerdem gilt die Verordnung lediglich für Tankstellen an Staats-und Kreisstraßen – nicht für Tankstellen auf Autobahnen. Der Durchschnittspreis in Kroatien liegt laut EU-Kommission aktuell bei 1,74 Euro je Liter Benzin und bei Diesel bei 1,92 Euro.
Frankreich: Spritpreis-Grenze für Total-Tankstellen
Angesichts des weiterhin nicht gelösten Iran-Kriegs und steigender Kraftstoffpreise hat der Energiekonzern Total für sein Tankstellennetz in Frankreich bis auf Weiteres einen Spritpreisdeckel eingeführt. Der Preis an TotalEnergies-Tankstellen für Benzin ist auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter begrenzt, teilte der Konzern mit. Die Höchstpreise gelten an den rund 3300 Tankstellen des Unternehmens in Frankreich.
Die von der EU-Kommission mitgeteilten durchschnittlichen Kraftstoffpreise liegen höher: 2,17 pro Liter Benzin und 2,29 für Diesel.
Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist
Selbst wenn der Literpreis aktuell in vielen Ländern Europas deutlich teurer geworden ist, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt das daran, dass in solchen Ländern generell geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt.
Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer.
Tanktourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam
Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien kann Autofahrer und Autofahrerinnen zu einer Art Tanktourismus verleiten. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns.
Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten.
Auch im Ausland regionale Unterschiede
Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist oder Touristin achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App.
Mit Material von dpa.