Kraftstoff in Reservekanistern: Was ist erlaubt?

21.5.2019

Darf man Benzin oder Diesel in einem Reservekanister mit im Auto haben? Und wenn ja, in welchen Mengen? Wir haben alles Wissenswerte zu diesem Thema zusammengestellt.

Mann trägt Benzinkanister zu seinem Auto
© F1online/Sam Edwards

Vorschriften in Deutschland

In Deutschland darf in Privatfahrzeugen die Gesamtmenge von 60 Liter je Reservebehälter nicht überschritten werden. Der Kanister muss der Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) entsprechen. Das bedeutet, dass er dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein muss. Um eine Gefährdung für die Insassen möglichst gering zu halten, sollte der Kanister so weit wie möglich von den Personen im Fahrzeug entfernt, also am besten im Kofferraum, gesichert verstaut werden. Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich aber, nicht mehr als 10 Liter mitzunehmen.

Vorschriften im Ausland

Doch wie sieht es im Ausland aus? Wir haben die Bestimmungen, ob und wie viel Sprit man in Reservekanistern mitnehmen darf, für die wichtigsten Reiseländer aufgelistet:

Land Erlaubte Kraftstoffmenge in Kanistern Land Erlaubte Kraftstoffmenge in Kanistern
Belgien                     10 Liter Niederlande 10 Liter
Bulgarien        Mitnahme verboten Österreich          10 Liter
Dänemark 10 Liter Polen 20 Liter
Estland      20 Liter Portugal 10 Liter
Frankreich 10 Liter Rumänien Mitnahme verboten
Griechenland Mitnahme verboten Schweiz 25 Liter
Italien 10 Liter Serbien 5 Liter
Kroatien Mitnahme verboten Slowakei 20 Liter
Lettland 10 Liter Slowenien 10 Liter
Liechtenstein 25 Liter Spanien 10 Liter
Litauen 20 Liter Tschechien 10 Liter
Luxemburg Mitnahme verboten Türkei 25 Liter
Montenegro 5 Liter Ungarn 10 Liter
Nordmazedonien 20 Liter    

 

Ignoriert man diese Vorgaben, muss man mit empfindlichen Bußgeldern rechnen, die von Land zu Land unterschiedlich hoch sein können.

Tipp Icon

Sicherheit geht vor

Unser Tipp: Ungeachtet der rechtlichen Vorschriften empfehlen wir aus Sicherheitsgründen generell nicht mehr als 10 Liter mitzunehmen!

Reservekanister auf Fährschiffen

Besondere Bestimmungen gelten für Fährschiffe. Betroffen sind alle Reisenden, die ihr Auto mit der Fähre transportieren:

  • Ein generelles Mitnahmeverbot für Reservekraftstoff in Kanistern besteht aus Sicherheitsgründen auf allen Schiffen nach Großbritannien, Irland, Island und Zypern.
  • Darüber hinaus kann die Mitnahme von Kraftstoff auch auf Fähren in die skandinavischen Länder Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland verboten sein. Nähere Auskünfte dazu erteilt die zuständige Fährgesellschaft.

 

Zollrechtliche Fragen

Reservekraftstoff in Kanistern muss bei der Einreise in beziehungsweise der Ausreise aus Nicht-EU-Staaten verzollt werden. Innerhalb der EU gibt es für Kraftstoff keine Zollgrenzen mehr. Bei der Einfuhr von mehr als 20 Litern nach Deutschland muss aber Mineralölsteuer entrichtet werden.

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