ADAC Spritpreisvergleich: So viel teurer tanken Sie auf Autobahnen
Von Katharina Dümmer

Autobahntankstellen verlangen für Sprit oft deutlich höhere Preise als jene abseits der Autobahn. Doch wie hoch ist die Preisdifferenz? Und lohnt sich das Abfahren? Der ADAC hat Preise aller Tankstellen in Deutschland erhoben und gibt Spartipps.
Mehrkosten an Autobahnen durchschnittlich rund 33 Cent
Preisdifferenz bei Super E10 bis zu 48 Cent, bei Diesel 50 Cent
Im Süden lohnt sich das Abfahren eher als im Osten
Tanken ist deutlich teurer geworden, und das nicht nur infolge des Irankriegs: Im Juni 2026 kosteten Benzin und Diesel im Schnitt ca. 1,80 Euro – selbst mit Tankrabatt. An Autobahntankstellen liegen die Preise meist deutlich höher. Wie groß die Unterschiede sind und ob sich das Abfahren lohnt, zeigt der aktuelle ADAC Spritpreisvergleich.
ADAC Spritpreisvergleich: 33 Cent Aufschlag an der Autobahn
Während des zweiwöchigen Erhebungszeitraums im April 2026 mussten Autofahrer und Autofahrerinnen noch ohne Tankrabatt klarkommen. So kostete der Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt auf Autobahnen 2,43 Euro, an sogenannten Straßentankstellen im Schnitt aber "nur" 2,10 Euro – ein Unterschied von rund 33 Cent pro Liter!
Ebenso groß war der Unterschied bei Diesel: 2,61 Euro auf der Autobahn gegen 2,28 Euro abseits der Autobahn. Damit beantwortet sich schon einmal die wichtigste Frage: Ja, es lohnt sich, von der Autobahn zum Tanken abzufahren.
Preisdifferenz an Autobahntankstellen bis zu 50 Cent

Die Autobahn zu verlassen, um einen kurzen Tankstopp an einer nahen Straßentankstelle mit in der Regel spürbar geringeren Preisen einzulegen, schont also den Geldbeutel spürbar und ohne größeren Aufwand. Aber selbst wer um keinen Preis dem Rat des ADAC folgen und abfahren möchte, kann Geld sparen, wenn er den Tankstopp klug plant. Denn auch unter den Autobahntankstellen unterscheiden sich die Preise erheblich: Die Preisspanne in der ADAC Untersuchung reichte bei Super E10 von 2,06 Euro pro Liter bis hin zu 2,54 Euro – das macht immerhin rund 48 Cent Unterschied. Noch etwas größer war die Differenz bei Diesel mit gut 50 Cent: Die Bandbreite reichte von 2,25 Euro bis 2,75 Euro.
Im Gegensatz zu den Vorjahren hat der ADAC die Methodik des Spritpreisvergleichs etwas verändert und erstmals eine Vollerhebung durchgeführt. Das heißt: Zwischen dem 6. und 19. April 2026 hat der ADAC die Preisdaten der mehr als 14.000 deutschen Tankstellen über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) ermittelt. Dorthin müssen fast alle Tankstellen in Deutschland regelmäßig ihre aktuellen Preise melden. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der von der MTS-K zur Verfügung gestellten Datengrundlage zu interpretieren. Rund 360 der Tankstellen liegen direkt an der Autobahn.
Anomalien in den erhobenen Daten wie Preise, die sich über einen längeren Zeitraum nicht verändert haben oder offensichtlich falsch gemeldete Preise wie zum Beispiel 9,99 Euro pro Liter, wurden zusätzlich überprüft und ggf. bereinigt.
Im Süden lohnt sich das Abfahren mehr, im Osten weniger
Wer die Autobahn verlässt, spart je nach Bundesland durchschnittlich 16 bis über 40 Cent pro Liter. Die Preisunterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich, und das gegenläufig auf bzw. abseits der Autobahn: Sowohl bei Super E10 als auch bei Diesel führten die ostdeutschen Bundesländer (und das Saarland) die Liste der preiswertesten Länder beim Tanken auf der Autobahn an. Ausreißer: Sachsen, das sich am teuren Ende bei Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Bayern fand.
Umgekehrt sah es bei den Straßentankstellen aus: Diese waren im Süden durchschnittlich am preiswertesten, im (Nord-)Osten am teuersten. Die Folge: In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen lohnte es sich besonders, zum Tanken von der Autobahn abzufahren, bei Preisdifferenzen von bis zu 43 Cent im Landesschnitt.
In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren die Unterschiede mit einem Plus von 16 bis 23 Cent im Vergleich zwar spürbar geringer, dennoch lohnt sich das Abfahren von der Autobahn natürlich auch hier. Mehrere Euro Ersparnis sind durchaus drin.
Zwei Preiswelten: Tanken auf der Autobahn vs. abseits der Autobahn
In Ostdeutschland ist Tanken abseits der Autobahn oft etwas teurer, weil es dort viel ländlichen Raum und deswegen weniger Tankstellen gibt. Es herrscht hier weniger Wettbewerb, weil beispielsweise im Umkreis von mehreren Kilometern nur eine Tankstelle vorhanden ist. Die geringere Bevölkerungsdichte und als Folge der Mangel an Mobilitätsoptionen führt dazu, dass Autofahrer und Autofahrerinnen stärker auf ihr Auto angewiesen sind – das ermöglicht es den Tankstellen, höhere Preise durchzusetzen.
Hinzu kommt in manchen Grenzregionen auch der sogenannte Tanktourismus: Viele tanken im günstigeren Ausland, wodurch deutsche Tankstellen weniger verkaufen und ihre Preise teilweise erhöhen, um am einzelnen verkauften Liter mehr zu verdienen.
Generell gilt:
Abseits der Autobahnen bestimmen vor allem Angebot und Wettbewerb die Preise – auf dem Land wegen weniger Wettbewerb und Ausweichmöglichkeiten oft zum Nachteil der Verbraucher.
Auf Autobahnen sind Faktoren wie Verkehrsaufkommen, Bequemlichkeit und hohe Zahlungsbereitschaft entscheidend für hohe Preise. An stark frequentierten süddeutschen Reiserouten mit vielen Durchreisenden etwa lassen sich höhere Preise durchsetzen.
Viele zahlen mehr, obwohl sich Abfahren lohnt
Laut einer ADAC Umfrage vom März/April 2024 tankt fast ein Viertel der Reisenden bei einer längeren Fahrt immer noch direkt an der Autobahn. Zwei Drittel davon tanken dann sogar üblicherweise voll.
In einer den aktuellen Preisvergleich begleitenden Umfrage antworteten knapp ein Viertel der Befragten auf die Frage, ab welchem Preisunterschied sie zum Tanken die Autobahn verlassen würden, dass sie unabhängig von der Höhe der Einsparung nicht extra abfahren würden. Demgegenüber würden 63 Prozent für eine Ersparnis die Autobahn verlassen, 42 Prozent von ihnen bereits ab einer Differenz pro Liter von bis zu 10 Cent.
Fazit: Kleine Umwege lohnen sich
Hohe Spritpreise machen sich besonders auf langen Autofahrten schnell bemerkbar – gerade auf Autobahnen zahlen Reisende oft deutlich mehr als nötig. Wer jedoch für den Tankstopp von der Autobahn abfährt und dafür einen kleinen Umweg in Kauf nimmt, kann spürbar sparen, ohne dass sich die Reise wesentlich verlängert.
Hoher Spritpreis: So lässt sich beim Tanken sparen
Neben einer spritsparenden Fahrweise lassen sich die Tankkosten mit diesen Tipps reduzieren.
Die erstbeste Tankstelle ist nicht immer die günstigste: Autofahrende sollten deshalb vor dem Tanken Spritpreise vergleichen und an teuren Anbietern vorbeifahren. So spart man nicht nur, sondern fördert auch den Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt.
Auf teures Super E5 verzichten: Generell gilt, dass alle Benzin-Fahrzeuge, die ab 2012 in Deutschland erstmals zum Verkauf angeboten wurden, Super E10 vertragen. Daher sollte man auf das teurere Super E5 verzichten, wenn das Fahrzeug dafür freigegeben ist. So lassen sich je Liter im Schnitt weitere rund 6 Cent sparen.
Am besten immer kurz vor 12 Uhr tanken, weil mittags die Preise deutlich erhöht werden. Seit der gesetzlichen Neuregelung im April 2026 dürfen Tankstellen nur noch einmal pro Tag um 12 Uhr ihre Preise anheben.
Eine praktische Hilfe bei der Suche nach günstigen Tankstellen bieten die Spritpreis-App "ADAC Drive" und adac.de/tanken. Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.