Reisende, die jetzt mit dem Auto ins Ausland fahren oder auf dem Heimweg sind, können je nach Reiseland beim Tanken Geld sparen. Wo Sprit günstiger ist als in Deutschland – und wo teurer. Update: Österreich verlängert Spritpreisbremse Italien beschließt Tankrabatt für Diesel bis 6. August Super E10 in Schweden am günstigsten, Diesel in Spanien Besonders teuer: Super E10 in Dänemark, Diesel in den Niederlanden Tanktourismus oft nicht ratsam Wer zu einer Autofahrt ins Ausland startet, tankt häufig hinter der Grenze billiger. Insbesondere wenn es in Richtung Osten oder Südosten geht, sind die Spritpreise fast immer deutlich niedriger als in Deutschland. Dies geht aus Daten der EU-Kommission hervor. Dieser Trend setzt sich derzeit auch während des Konflikts im Nahen Osten fort. Benzin und Diesel in Europa weiter teuer Reisende sollten beachten, dass die Kraftstoffpreisentwicklung auch im Ausland weiterhin sehr dynamisch ist und die Kosten fürs Tanken noch immer höher sind als vor Beginn des Nahost-Konflikts. Einige Länder hatten darauf mit Steuersenkungen oder Preisbremsen reagiert, viele davon sind nun aber ähnlich wie in Deutschland ausgelaufen. Wo man im Ausland generell günstiger tankt Es gibt jedoch Länder, in denen man sein Fahrzeug prinzipiell günstiger als in Deutschland betanken kann. Dazu gehören beispielsweise Polen, Spanien und Tschechien. Teurer als in Deutschland tankt man – immer bezogen auf landesweite Durchschnittspreise – in den Niederlanden, in Dänemark und häufig auch in der Schweiz. Dies war auch vor Beginn des Iran-Konflikts der Fall. Betrachtet man die Daten der EU-Kommission, betragen die Preisdifferenzen zwischen den Ländern bei Super E10 derzeit über 1 Euro, bei Diesel 67 Cent. Wegen Iran-Konflikt: Preisdeckelungen im Ausland Österreich: Spritpreisbremse wird verlängert Sprit in Österreich ist wegen der niedrigeren Mineralölsteuer dort generell etwas günstiger als in Deutschland. Aber auch hier waren die Preise im Zuge des Iran-Konflikts gestiegen. Die im April eingeführte Spritpreisbremse wird auch im August weitergeführt. Bis Ende August wird die Mineralölsteuer (MöSt) um 1,9 Cent pro Liter gesenkt. Weiterhin gültig ist, dass die Tankstellen bis Ende August Preissenkungen bei den internationalen Preisnotierungen verpflichtend weitergeben müssen. Italien: Tankrabatt für Diesel bis 6. August Die italienische Regierung senkt die Verbrauchssteuer einzig auf Diesel und nur bis Donnerstag, 6. August. Wie Finanzminister Giancarlo Giorgetti am Montag, 27. Juli, mitteilte, wird Diesel um insgesamt 17 Cent je Liter billiger. Für Benzin ist keine Entlastung vorgesehen. Am Dienstag, 4. August, will die Regierung erneut über die Entwicklung der Kraftstoffpreise beraten und über ein mögliches weiteres Vorgehen entscheiden. Zur Begründung des Tankrabatts verwies Giorgetti auf den deutlich stärkeren Preisanstieg bei Diesel im Vergleich zu Benzin infolge der internationalen Konflikte. Kroatien: Staatlich regulierte Höchstpreise Die kroatische Regierung hatte zu Beginn der Krise im Nahen Osten beschlossen, die Höchstpreise für Kraftstoffe zu begrenzen. Die Preisobergrenze liegt seither deutlich unter den Durchschnittspreisen in Deutschland. Sie gilt für Benzin, Diesel, blauen Diesel und Flüssiggas (LPG) in Flaschen und Kanistern, nicht jedoch für Premiumkraftstoffe und Benzin mit höherer Oktanzahl. Frankreich: Spritpreis-Grenze für Total-Tankstellen Angesichts des weiterhin nicht gelösten Iran-Kriegs und steigender Kraftstoffpreise führt der Energiekonzern Total für sein Tankstellennetz in Frankreich erneut einen Spritpreis-Deckel ein. Ab sofort werde der Preis für Benzin auf 1,99 Euro und der für Diesel auf 2,25 Euro pro Liter begrenzt, teilte Total in Paris mit. Die Höchstpreise gelten an den rund 3300 Tankstellen des Konzerns in Frankreich. An drei Wochenenden im Ferienmonat August, an denen besonders viele Menschen verreisen, gibt es auch Diesel für 1,99 Euro. Total hatte die Spritpreise bereits im Mai und Juni zeitweise limitiert. Warum Tanken im Ausland oft günstiger ist Selbst wenn der Literpreis aktuell in vielen Ländern Europas deutlich teurer geworden ist, bleibt er vorerst oft unter den Kraftstoffpreisen in Deutschland. Fast immer liegt das daran, dass in solchen Ländern generell geringere Steuern und Abgaben auf Benzin und Diesel fällig sind – dafür gibt es dort aber in der Regel andere Einnahmequellen für den Staat, wie zum Beispiel eine Zulassungssteuer, die es in Deutschland nicht gibt. Hinzu kommt, dass auch der Wechselkurs eine Rolle spielen kann, wie etwa in Polen. "Gewinnt die dortige Währung gegenüber dem Euro an Wert, schlägt sich das auch in den Spritpreisen nieder und sie erscheinen – wie beim Beispiel Polen – auf den ersten Blick noch mal ein wenig günstiger als bei uns", erklärt ADAC Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Tanktourismus ins Nachbarland nicht immer ratsam Die günstigen Spritpreise in Slowenien, Polen, der Slowakei und Tschechien lösten zu Beginn des Nahost-Konflikts eine Art Tanktourismus aus. Doch während der Sprit im Tank (und bis zu 20 Liter in Reservekanistern) zollfrei die Grenze passieren darf, müssen größere Mengen verzollt werden. Der deutsche Zoll führt deshalb vermehrt Stichprobenkontrollen durch. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Grenzgebieten Brandenburgs, Sachsens und Bayerns. Der ADAC rät davon ab, lange Strecken oder größere Umwege nur zum Tanken zurückzulegen. Dies lohnt aufgrund des Kraftstoffverbrauchs für diese Strecken und auch wegen des Zeitaufwands selten. Wenn man allerdings sowieso in einem günstigen Land unterwegs ist, lohnt es sich natürlich, den Tank – zum Beispiel auch vor der Heim- oder Weiterreise – noch einmal vollzumachen. Wer zusätzlich Reservekanister füllen möchte, sollte die erlaubte Menge an Kraftstoff keinesfalls überschreiten. Auch im Ausland regionale Unterschiede Auch im Ausland gibt es zum Teil starke regionale Unterschiede. In manchen Ländern ist der Sprit außerdem – genau wie in Deutschland – an den Autobahnen sehr viel teurer als hinter der jeweils nächsten Ausfahrt. Darauf sollte man auch als Tourist oder Touristin achten. Wer für Deutschland die Spritpreise in Echtzeit verfolgen möchte, dem hilft die ADAC Drive App. Mit Material von dpa.