Vorschriften für Straßen und Verkehrssituationen

Alkohol & Straßenverkehr

Promillegrenzen: Welche gelten in Deutschland und im Ausland?

Wer mit 0,5 ‰ oder mehr ein Kraftfahrzeug führt oder als Fahranfänger gegen das Alkoholverbot am Steuer verstößt und dabei keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, bekommt einen Bußgeldbescheid wegen einer Ordnungswidrigkeit. Das heißt in aller Regel: 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg. Nach Ablauf des Fahrverbotes wird der Führerschein zurückgegeben.

  • Absolute Fahruntüchtigkeit

    Eine Straftat liegt immer dann vor, wenn der Kraftfahrzeugführer trotz einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 ‰ oder mehr bzw. der Radfahrer trotz einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 ‰ fährt.  Auf Ausfallerscheinungen kommt es dabei nicht an.

  • Relative Fahruntüchtigkeit

    Aber auch bei geringeren Promillewerten (ab etwa 0,3 ‰) liegt nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat vor, wenn alkoholtypische Ausfallerscheinungen (Schlangenlinienfahrt, alkoholtypischer Unfall) festgestellt wurden. In diesen Fällen droht eine Geldstrafe, bei Wiederholungstätern sogar Freiheitsstrafe. Die Fahrerlaubnis wird für mindestens sechs Monate entzogen, bei alkoholbedingtem Unfall mindestens 12 Monate.

  • Strafrechtliche Folgen

    Die bei Straftaten verhängte Geldstrafe richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Die Fahrerlaubnis wird entzogen und eine Sperrfrist festgelegt. Vor Ablauf der Sperrfrist darf keine neue Fahrberechtigung erteilt werden. Ab 1,6 ‰ ist dafür die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorgeschrieben, ebenso bei wiederholten Trunkenheitsfahrten.

  • Versicherungsrechtliche Konsequenzen

    In der Haftpflichtversicherung ist ein Regress für regulierte Fremdschäden bis 5.000,- € möglich, wenn der Unfall durch Alkoholkonsum verschuldet wurde. In der Vollkaskoversicherung kann der Versicherer die vertraglich geschuldete Leistung für den eigenen Schaden vermindern.