Promillegrenzen für Auto- und Radfahrer

12.3.2018

Wer alkoholisiert fährt, gefährdet nicht nur sich und andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch seinen Führerschein. Denn Alkoholsündern am Steuer drohen hohe Strafen. Auch Fahrradfahrer und Fußgänger müssen beim Thema Alkohol im Straßenverkehr aufpassen.

Promillegrenzen: Welche gelten in Deutschland und im Ausland?
Besser die Schlüssel liegen lassen: Wer alkoholisiert fährt, gefährdet sich und andere.

Promillegrenzen für Autofahrer

Wer mit 0,5 – 1,09 Promille ein Kraftfahrzeug führt oder als Fahranfänger gegen das Alkoholverbot am Steuer verstößt - und dabei in beiden Fällen keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid. Das heißt in aller Regel: 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg. Nach Ablauf des Fahrverbotes wird der Führerschein zurückgegeben.

  • Absolute Fahruntüchtigkeit

    Eine Straftat liegt immer dann vor, wenn der Kraftfahrzeugführer trotz einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille und mehr fährt. Auf Ausfallerscheinungen kommt es dabei nicht an.

  • Relative Fahruntüchtigkeit

    Aber auch bei geringeren Promillewerten (ab etwa 0,3 Promille) liegt nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat vor, wenn alkoholtypische Ausfallerscheinungen (Schlangenlinienfahrt, alkoholtypischer Unfall) festgestellt wurden. In diesen Fällen droht eine Geldstrafe, bei Wiederholungstätern sogar eine Freiheitsstrafe. Die Fahrerlaubnis wird für mindestens sechs Monate entzogen. Wird aufgrund des Alkohols ein Unfall verursacht sind es mindestens 12 Monate.

  • Strafrechtliche Folgen

    Die bei Straftaten verhängte Geldstrafe richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Die Fahrerlaubnis wird entzogen und eine Sperrfrist festgelegt. Vor Ablauf der Sperrfrist darf keine neue Fahrberechtigung erteilt werden. Ab 1,6 Promille ist dafür die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorgeschrieben, ebenso bei wiederholten Trunkenheitsfahrten.

  • Versicherungsrechtliche Konsequenzen

    In der Haftpflichtversicherung ist ein Regress für regulierte Fremdschäden bis 5000 Euro möglich, wenn der Unfall durch Alkoholkonsum verschuldet wurde. In der Vollkaskoversicherung kann der Versicherer die vertraglich geschuldete Leistung für den eigenen Schaden vermindern. 

  • Absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger

    Ein absolutes Alkoholverbot besteht für Fahranfänger und junge Fahrer. Wer in der Probezeit oder unter 21 Jahre alt ist und unter der Wirkung von Alkohol fährt, muss 250 Euro Geldbuße zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Zudem wird ein Aufbauseminar verhängt und die Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert.

 

Promillegrenzen für Fahrradfahrer

Nicht nur motorisierte Verkehrsteilnehmer müssen aufpassen, sondern auch Radfahrer. Wer mit 1,6 Promille auf dem Fahrrad unterwegs ist, begeht eine Straftat und bekommt neben einer Geldstrafe von meist einem Monatsnettogehalt (30 Tagessätze) zwei Punkte in Flensburg. Außerdem ist die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) Pflicht. Wer hier durchfällt, verliert die Fahrerlaubnis. Die Behörde kann das Radfahren sogar verbieten, wenn Wiederholungsgefahr attestiert wird.

Eine Promillegrenze für Fußgänger gibt es nicht. Betrunkene Fußgänger, die einen Verkehrsunfall verursachen, müssen aber mit rechtlichen Konsequenzen rechnen und für einen Schaden haften.

 

Die Promillegrenzen im Ausland und die Strafen bei Missachtung weichen zum Teil erheblich ab: Die Übersicht.

Hier finden Sie Informationen zum Thema Restalkohol.