Finanzierung und Leasing

Leasingmodelle und Spielregeln

Kraftfahrzeugleasing

Das Kraftfahrzeugleasing hat sich zwischenzeitlich als Alternative zum Barkauf und den klassischen Finanzierungen durchgesetzt. Obwohl der private Leasingnehmer keinerlei Steuervorteile nutzen kann, schließen auch für Privatleute immer mehr Leasingverträge ab.

Ihre ADAC Juristen raten: Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie sich für einen Leasingvertrag entscheiden und beachten Sie insbesondere folgende Punkte :

Checkliste - Was Sie vor Vertragsschluss beachten sollten (122,21 KB)

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Leasingvertragsmodelle

Bevor man einen Leasingvertrag abschließt, sollte man sich über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Vertragsmodells informieren. Wir möchten Ihnen die gängigen Varianten mit ihren Eigenheiten kurz vorstellen.

Restwertvertrag

Beachten Sie, dass der kalkulierte Restwert nicht der Kaufpreis ist, mit dessen Zahlung man das Fahrzeug bei Vertragsende von der Leasinggesellschaft erwirbt. Leasingfahrzeuge kann man nämlich grundsätzlich nicht von der Leasinggesellschaft kaufen. Wer das Fahrzeug von Anfang an kaufen möchte, sollte lieber einen Fahrzeugkredit wählen. Auch Sondervereinbarungen mit dem Händler, neben dem Leasingvertrag, gerichtet auf den späteren Ankauf, sind nicht risikolos. Wenn der Händler nämlich das Geschäft aufgibt – oder gar in Konkurs geht – entfällt die Ankaufsmöglichkeit ersatzlos.
Ist der Restwert zu hoch angesetzt, muss der Leasingnehmer die Differenz zwischen tatsächlichen Fahrzeugwert und kalkuliertem Restwert nachzahlen. Man sollte deshalb darauf achten, dass kalkulierter Restwert und tatsächlicher Fahrzeugwert voraussichtlich deckungsgleich sind.
Beachten Sie, dass das Fahrzeug im schlechtesten Falle bei der Endabrechnung nur zum Händlereinkaufspreis verwertbar ist. Der dem Leasinggeber geschuldete kalkulierte Restwert sollte deshalb immer auf der Basis des Händlereinkaufspreises vereinbart werden – und nicht auf der Basis des Händlerverkaufspreises (der ca. 10 bis 15% über dem Einkaufspreis liegt). 


Kilometerleasing

Verschiedene Angebote einholen für gleiche Laufzeit und gleiche Kilometerleistung.
Prüfen, wie hoch die mit den Leasingraten abgedeckte Kilometerleistung ist und was die Mehrkilometer kosten.
Fährt man voraussichtlich mehr, sollte man sich ein Alternativangebot auf der Basis der real zu erwartenden Kilometerleistung ausrechnen lassen.
Die individuell vereinbarten Mehr- und Minderkilometersätze sollten gleich hoch sein. Niedrigere Minderkilometersätze sollte man nicht akzeptieren (Mehr- und Minderkilometersätze differieren oft um 0,06 EUR und mehr!). Für unterschiedliche Sätze gibt es keine plausiblen Gründe.
Darauf achten, dass eine Minderkilometersatzvereinbarung nicht ganz fehlt, sonst bekommt man bei Kilometerunterschreitung nichts zurück.


Vertrag mit Andienungsrecht

Achtung!  Der Leasinggeber kann am Ende zwar verlangen, dass der Leasingnehmer das Fahrzeug kauft, wenn es weniger wert ist als der kalkulierte Restwert. Der Leasingnehmer seinerseits hat aber kein Erwerbsrecht.
Das gilt auch dann, wenn der Leasingnehmer vorher sehr hohe Leasingraten akzeptiert hat, in Erwartung einer Ankaufsmöglichkeit
Ist das Fahrzeug mehr wert, als der kalkulierte Restwert, verwertet die Leasinggesellschaft selbst – oder bietet das Fahrzeug dem Leasingnehmer zum tatsächlichen höheren Wert zum Kauf an. Der Leasingnehmer muss aber dann nicht kaufen.
Versprechen Leasinggesellschaft oder Händler mündlich, dass das Fahrzeug später zum (niedrigeren) Restwert angekauft werden kann, verlangen Sie hierzu eine schriftliche Vereinbarung! Darauf achten, dass eine Minderkilometersatzvereinbarung nicht ganz fehlt, sonst bekommt man bei Kilometerunterschreitung nichts zurück.
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Leasingspielregeln

Leasinggesellschaften (Leasinggeber) kaufen für den Leasingkunden (Leasingnehmer) das Fahrzeug bei einem Händler, so wie es sich der Leasingnehmer ausgesucht hat. In der Regel tritt die Leasinggesellschaft in den vom Leasingnehmer als Fahrzeugkäufer mit dem Lieferanten geschlossenen Kaufvertrag ein. Das Fahrzeug wird dann dem Leasingnehmer für die fest vereinbarte Laufzeit zur Benutzung zur Verfügung gestellt. Der Leasingnehmer bezahlt hierfür das Leasingentgelt.
 

  • Restwertverträge können vom Verbraucher innerhalb von zwei Wochen widerrufen werden. Adressat ist die Leasinggesellschaft. Beim Kilometerleasing ist die Rechtslage nach einer Gesetzesänderung derzeit unklar. Gemäß OLG Düsseldorf besteht auch hier ein Widerrufsrecht (OLG Düsseldorf vom 02.12.2012, Az.: 24 U 15/12). Eine höchstrichterliche Entscheidung durch den BGH wurde im Jahr 2013 in letzter Minute verhindert, da die beteiligten Leasinggesellschaften eine höchstrichterliche Entscheidung in letzter Sekunde verhinderten (BGH Az.: VIII ZR 332 und VIII ZR 333). Daher sollte man bei Vertragsschluss ausdrücklich auf der schriftlichen Vereinbarung eines Widerrufsrechts bestehen.

  • Leasing ist kein Ratenkauf, am Ende des Leasingvertrages muss man das Fahrzeug an den Leasinggeber zurückgeben. Will ein Leasingnehmer das Fahrzeug nach Ablauf der Leasingzeit kaufen, muss schriftlich ein Ankaufsrecht mit dem Händler vereinbart werden. In diesem Fall ist dann der Händler der neue Vertragspartner für den anschließenden Gebrauchtwagenkaufvertrag – nach Beendigung des Leasingvertrages. In einem solchen Fall handelt es sich also um zwei völlig verschiedene Verträge, mit verschiedenen Vertragspartnern und verschiedenem Inhalt.

  • Bei Leasing fährt man nicht billiger als beim Kredit – ausgenommen bei speziellen Sonderangeboten. Trotz niedriger Raten gilt: die endgültige Belastung steht immer erst bei Vertragsende fest.

  • Leasing ist laufzeitgebunden – das bedeutet, dass ein vorzeitiges Aussteigen oder "Herauskaufen" des Fahrzeuges grundsätzlich nicht möglich ist. Jeder vorzeitige Ausstieg aus einem Leasingvertrag – gleich aus welchem Rechtsgrund - ist teuer, denn die Leasinggesellschaft hat Anspruch auf das vereinbarte Leasingentgelt für die Gesamtlaufzeit!

  • Steuerliche Vorteile vom Leasing haben nur Geschäftsleasingnehmer, nicht Privatleasingnehmer. Deshalb hat Kraftfahrzeugleasing für Privatleute auch keine besonderen finanziellen Vorteile gegenüber einem Fahrzeugkredit. Bevor man einen speziellen Leasingvertragstyp abschließt, sollte man sich über die Vor- und Nachteile des jeweiligen Vertragsmodells informieren.
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Tipps für Leasingmodelle

Um einen möglichst reibungslosen Vertragsablauf sicher zu stellen sollte man

  • das Fahrzeug gut pflegen
  • Fristen der Sachmängelhaftungszeit und Garantiefristen beachten
  • Fahrzeugmängel in jedem Fall immer sofort in der Fachwerkstatt beseitigen lassen
  • fällige Inspektionen nicht versäumen.

 

Außerdem sollte man im Kleingedruckten nachsehen

  • bevor man Änderungen am Fahrzeug vornimmt
  • bevor man die Reparatur von Unfallschäden in Auftrag gibt
  • bevor man ins außereuropäische Ausland fährt
  • bevor man andere ans Steuer lässt.