Mazda 3: Der neue Kompaktwagen im Fahrbericht 

23.5.2019

Der neue Mazda 3 trifft in der Golf-Klasse auf harte Konkurrenz. Doch der kompakte Japaner hat bei Ausstattung, Komfort und Sicherheit durchaus was zu bieten. Testfahrt, technische Daten, Video, Bilder, Preise

  • Die Preise des Mazda 3starten bei  23.000 Euro für die fünftürige Steilheckversion
  • Zunächst zwei Motoren: 122 PS Mildhybrid-Benziner und 116 PS Diesel
  • Technisches Highlight folgt: Ein Benziner mit Selbstzündung zum Spritsparen
  • Konkurrenten sind VW Golf, Opel Astra, Ford Focus und Kia Ceed

 

Klar, gegen den VW Golf hat in Deutschland kein Auto eine Chance. Jedenfalls nicht, wenn das einzige Erfolgskriterium die Verkaufszahlen sind. Das gilt für deutsche Konkurrenten, aber viel mehr noch für Importmodelle. So auch für den Mazda 3 aus Japan. Eigentlich schade, denn der neue Mazda 3 hat tatsächlich einiges zu bieten. Das ist das Fazit unserer ersten Fahrtests mit dem neuen Modell. 

Innenraum mit modernem Design

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Im Cockpit ansprechende Optik mit klaren Linien

Den kompakten Golf-Gegner gibt es als Fünftürer und viertürige Limousine. Wobei die Limousine eher etwas für die osteuropäischen Märkte ist, dort stehen Stufenheckmodelle immer noch sehr hoch im Kurs. Bei uns hingegen spielen die längst die kleinsten Nebenrollen.

Bereits auf den ersten Blick fällt die dynamischere Optik des Mazda 3 auf. Er basiert technisch auf einer neuen Plattform mit Verbundlenkerhinterachse und ist im aktuellen, reduzierten Mazda-Design gestaltet, das auf sogenannte "Charakterlinien" verzichtet: Die Flanke kommt beispielsweise schnörkellos glatt daher. Auch die Optik der Scheinwerfer ist sehr schlicht.

Im Innenraum gibt es neue Sitze, die sich genauso wie das Lenkrad nun umfassender verstellen lassen. Der Bildschirm des zentralen Infotainment-Systems misst 8,8 Zoll und wird von einem Head-up-Display vor dem Fahrer ergänzt. Die Bedienung findet nicht per Berührung am Bildschirm, sondern weitgehend über einen Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole statt. Alternativ können einige häufig gebrauchte Funktionen, zum Beispiel die Lautstärkeregelung, auch am Lenkrad ausgeführt werden.

Das Cockpit wirkt sehr schön aufgeräumt, der Fahrer findet schnell eine angenehme Sitzposition. Die Materialien im Innenraum sind hochwertig und passgenau. Der erste Eindruck  – sehr positiv. 

Benzin-Motor mit Mild-Hybridtechnik 

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In Fahrt: Sichere Straßenlage, herrliche Laufruhe

Wir fahren los – und hören so gut wie nichts von dem Verbrennungsgeräusch unter der Motorhaube. Der Benziner mit zwei Liter Hubraum und einem Mild-Hybridsystem läuft sensationell leise. Egal ob bei niedrigen oder hohen Drehzahlen – es dröhnt und vibriert nichts, es klingelt oder scheppert nichts.

Das Auto liegt in Kurven prima auf der Straße, die Lenkung arbeitet präzise, die manuell zu schaltenden Gänge flutschen geradezu durch die Kulisse. Allein bei Bodenwellen und Straßenunebenheiten reagiert das Fahrwerk nicht perfekt. Stärkeres Ein- und Ausfedern bringt immer ein bisschen Unruhe in die Karosserie. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Mehr Kritik gibt es an der Leistungsentfaltung des Skyative-G 2.0 genannten Triebwerks. Der Motor kommt trotz Mild-Hybridunterstützung beim Anfahren nicht richtig in Schwung. Auch fürs Überholen muss der Fahrer ein oder gar zwei Gänge herunterschalten, damit das zügig vonstattengeht. Unter 3000 Touren ist nicht viel los mit der Maschine – das bestätigt auch der Blick auf das Leistungsdiagramm des 2.0 G. Seine 122 PS liegen bei 6000, das maximale Drehmoment von 213 Nm auch erst bei 4000 Umdrehungen an.

Wem das an Elastizität und Durchzugskraft zu wenig ist, der sollte vielleicht eher zum 1.8 Diesel (116 PS) greifen. Der ist mit 25.290 € zwar 2300 € teurer, läuft aber für einen Diesel ebenfalls schön ruhig und soll etwa einen Liter weniger Kraftstoff verbrauchen (im Vergleich: 4,2 zu 5,2 Liter pro 100 Kilometer). Beide Varianten gibt es auf Wunsch auch mit Automatikgetriebe.

Im Laufe des Jahres bringt Mazda den ersten "Diesotto"-Motor in Serie. Bei diesem Skyactiv-X genannten Aggregat handelt es sich um einen Benziner mit Kompressionszündung, der die Vorteile von Diesel- und Ottomotor verbinden soll. Das Triebwerk hat einen Hubraum von 2,0 Litern und wird ebenfalls von einem Mild-Hybridsystem unterstützt. Optional ist der Skyactiv-X mit Allradantrieb kombinierbar.

     

Gute Ausstattung, Automatik als Extra

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Kein Touchscreen: Bedienung per Dreh-Drück-Rad

Bereits die Basisversion ist umfangreich ausgestattet. Grundsätzlich bietet das Kompaktmodell Voll-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, Klimaanlage, Abstandstempomat sowie ein Infotainmentsystem mit 8,8-Zoll-Display, Navigation, DAB-Radioempfang und die Konnektivitätsstandards Apple Carplay und Android Auto.

Die Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem Kollisionsverhinderer, Aufmerksamkeitsassistent und Verkehrszeichenerkennung. 1300 Euro Aufpreis kostet das Ausstattungspaket Selection mit Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Sitz- und Lenkradheizung sowie schlüssellosem Zugangssystem. 2000 Euro ruft Mazda für ein Automatikgetriebe auf.

Bei den Assistenzsystemen soll die Fahrerüberwachung per Infrarot- und LED-Technik die Müdigkeit des Fahrers ständig im Blick haben. Zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit werden unter anderem die Körperhaltung und die Bewegungen der Augenlider herangezogen. Ein "Front Cross Traffic Alert" mit Radartechnik für die Unfallvermeidung an T-Kreuzungen sowie ein adaptiver Tempomat mit Staupilot, der selbstständig lenkt, beschleunigt und verzögert.

Crashtest: Fünf Sterne für den Mazda3

Der Mazda 3 erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderliche Punktzahl sehr deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorn und hinten ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, der Fahrer wird zudem mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder fast durchgehend sehr gering. Zudem bietet die Fahrzeugfront einen sehr guten Fußgängerschutz mit überwiegend sehr geringem Verletzungsrisiko. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung, für den Beifahrersitz sind sie nicht erhältlich.

Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar. Der Mazda 3 ist unter anderem mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. 

Hier finden Sie die Details zum Crashtestergebnis des Mazda3.

 

Technische Daten (Herstellerangaben) Skyactiv-G 2.0 M Hybrid Skyactiv-D 1.8
Antrieb Vierzylinder-Benziner, 1998 cm3, 90 kW/122 PS, 213 Nm bei 4000 U/min Vierzylinder-Turbodiesel, 1759 cm3, 85 kW/116 PS, 270 Nm bei 1600 U/min 
Fahrleistungen 10,4 s auf 100 km/h, 197 km/h Spitze                     10,3 s auf 100 km/h, 194 km/h Spitze
Verbrauch 5,2 l Super/100km, 119 g CO2/km
4,2 l Diesel/100 km, 109 g CO2/km
Maße L 4,46 / B 1,80 / H 1,44 m L 4,46 / B 1,80 / H 1,44 m
Kofferraum 351 – 1026 l 351 – 1026 l
Leergewicht ab 1274 kg  ab 1299 kg 
Preis ab 22.990 Euro                     ab 25.290 Euro 

 

  • Motor läuft hervorragend leise. Sicheres Fahrwerk. Präzise Lenkung. Gut schaltbares Getriebe. Head-up-Display Serie.
  •  Mangelnde Durchzugskraft des Benziners. Kleiner Kofferraum mit hoher Ladekante. Unbequemer  Einstieg hinten.         

Text: Wolfgang Rudschies/ADAC, Holger Holzer/SP-X. Fotos: Mazda.

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