Mazda 3: Golf-Konkurrent im ADAC Test

17.7.2019

Der Mazda 3 kämpft hart gegen den VW Golf. Doch der kompakte Japaner hat einiges zu bieten, wie der ADAC Test zeigt. Plus: Ausblick auf den "Diesotto"-Motor.

  • Der Mazda 3 punktet mit viel Komfort, Sicherheit und Design
  • Aktuell zwei Motoren: 122 PS Mildhybrid-Benziner und 116 PS Diesel
  • Ab September 2019 gibt es den weltweit ersten Benziner mit Selbstzündung zum Spritsparen
  • Konkurrenten sind VW Golf, Opel Astra, Ford Focus und Kia Ceed

 

Klar, gegen den VW Golf hat in Deutschland kein Auto eine Chance. Jedenfalls nicht, wenn das Erfolgskriterium die Verkaufszahlen sind. Das gilt für deutsche Konkurrenten, aber viel mehr noch für Importmodelle. So auch für den neuen Mazda 3 aus Japan. Eigentlich schade, denn er hat einiges zu bieten, wie der aktuelle ADAC Test mit dem 2,0-Liter-Benziner mit Mildhybridsystem zeigt. Und ab September gibt es mit der Skyactiv-X-Version den weltweit ersten "Diesotto" zu kaufen – einen Zwitter aus Diesel und Benziner.

Innenraum mit modernem Design

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Im Cockpit ansprechende Optik mit klaren Linien

Der Mazda 3 basiert technisch auf einer neuen Plattform mit Verbundlenkerhinterachse und ist im aktuellen, reduzierten Mazda-Design gestaltet. Das Cockpit wirkt sehr schön aufgeräumt, der Fahrer findet schnell eine angenehme Sitzposition. Die Materialien im Innenraum sind hochwertig und passgenau.

Dazu gibt es neue Sitze, die sich genauso wie das Lenkrad nun umfassender verstellen lassen. Der Bildschirm auf der Mittelkonsole misst 8,8 Zoll und wird von einem Head-up-Display vor dem Fahrer ergänzt. Die Bedienung findet nicht per Berührung am Bildschirm statt, sondern – mit Ausnahme der Klimaeinheit –  über einen Dreh-Drücksteller auf der Mittelkonsole. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut und erschließt sich dem Nutzer auf Anhieb, so die ADAC Ingenieure. 

Auch das Multimedia-Angebot ist bemerkenswert gut. Das Infotainmentsystem umfasst ein Radio samt DAB, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und -Audiostreaming, Navigationssystem, zwei USB-Anschlüsse sowie Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto. Gegen Aufpreis steht ein Bose-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern zur Verfügung. Eine induktive Lademöglichkeit für Smartphones ist gegen Aufpreis erhältlich.

Benzin-Motor mit Mild-Hybridtechnik 

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In Fahrt: Sichere Straßenlage, sehr gute Laufruhe

Der getestete Benziner mit zwei Liter Hubraum und einem Mild-Hybridsystem läuft angenehm ruhig und unaufgeregt. Kritik gibt es an der Leistungsentfaltung des Skyactiv-G 2.0 genannten Triebwerks. Fürs Überholen muss der Fahrer ein oder gar zwei Gänge herunterschalten, damit das zügig vonstattengeht. Unter 3000 Touren ist nicht viel los mit der Maschine – das bestätigt auch der Blick auf das Leistungsdiagramm des 2.0 G. Seine 122 PS liegen bei 6000, das maximale Drehmoment von 213 Nm auch erst bei 4000 Umdrehungen an. 

Der Kraftstoffverbrauch beträgt im ADAC Ecotest 6,4 Liter Super pro 100 km – trotz Mild-Hybridsystem und Zylinderabschaltung. Das ist nicht mehr als ein durchschnittlicher Wert in dieser Fahrzeugklasse. Innerorts liegt der Verbrauch bei 6,5 Liter, außerorts bei 5,6  und auf der Autobahn bei 7,4 Liter pro 100 Kilometer. Aufgrund eines erhöhten Kohlenmonoxidaustoßes unter hoher Last im Autobahnzyklus schneidet der Motor in der Schadstoffbewertung gerade noch gut ab. Gesamtergebnis: lediglich drei von fünf möglichen Sternen.

Das Auto liegt satt und sicher auf der Straße, die Lenkung arbeitet präzise, die manuell zu schaltenden Gänge flutschen geradezu durch die Kulisse. Allein bei Bodenwellen und Straßenunebenheiten reagiert das Fahrwerk nicht perfekt. Stärkeres Ein- und Ausfedern bringt immer ein bisschen Unruhe in die Karosserie. Und so bekommt der Mazda 3 für den Federungskomfort nur eine mittelprächtige Note. Den ADAC Ausweichtest absolviert der Japaner sehr sicher und zeigt dabei auch fahrdynamisches Talent.

Wem das an Elastizität und Durchzugskraft zu wenig ist, der sollte zum 1.8 Diesel (116 PS) greifen. Der ist mit 25.290 € zwar 2300 € teurer, läuft aber für einen Diesel ebenfalls schön ruhig und soll etwa einen Liter weniger Kraftstoff verbrauchen (im Vergleich: 4,2 zu 5,2 Liter pro 100 Kilometer). Beide Varianten gibt es auf Wunsch auch mit Automatikgetriebe.

Im September 2019 bringt Mazda den weltweit ersten "Diesotto"-Motor in Serie. Bei diesem Skyactive-X genannten Aggregat handelt es sich um einen Benziner mit Kompressionszündung, der die Vorteile von Diesel- und Ottomotor verbinden soll. Das Triebwerk hat einen Hubraum von 2,0 Litern und wird ebenfalls von einem Mild-Hybridsystem unterstützt. Optional ist der Skyactiv-X mit Allradantrieb kombinierbar.

Bei ersten Fahrtests überzeugte der Skyactiv-X durch Laufruhe und ordentliche Fahrleistungen dank 180 PS. Wer das volle Leistungspotential ausschöpfen möchte, muss den Motor aber in hohen Drehzahlbereichen bewegen. Und das behagt vielen Autofahrern überhaupt nicht. Ob die erwarteten Vorteile hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches in der Realität zu erreichen sind, muss ein späterer ADAC Test zeigen. 

     

Gute Ausstattung, Automatik als Extra

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Kein Touchscreen: Bedienung per Dreh-Drück-Rad

Zur Serienausstattung: Bereits die Basisversion ist umfangreich ausgestattet. Grundsätzlich bietet das Kompaktmodell Voll-LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, Klimaanlage, Abstandstempomat sowie ein modernes Infotainmentsystem.

Die Sicherheitsausstattung umfasst unter anderem Kollisionsverhinderer, Aufmerksamkeitsassistent und Verkehrszeichenerkennung. 1300 Euro Aufpreis kostet das Ausstattungspaket Selection mit Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Sitz- und Lenkradheizung sowie schlüssellosem Zugangssystem. 2000 Euro ruft Mazda für ein Automatikgetriebe auf.

Bei den Assistenzsystemen soll die Fahrerüberwachung per Infrarot- und LED-Technik die Müdigkeit des Fahrers ständig im Blick haben. Zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit werden unter anderem die Körperhaltung und die Bewegungen der Augenlider herangezogen. Ein "Front Cross Traffic Alert" mit Radartechnik für die Unfallvermeidung an T-Kreuzungen sowie ein adaptiver Tempomat mit Staupilot, der selbstständig lenkt, beschleunigt und verzögert.

Insgesamt bewerten die ADAC Testingenieure die aktive Sicherheit mit der Höchstnote 0,6 – summa cum laude. Bei den Platzverhältnissen kann der Mazda 3 dem VW Golf wiederum nicht das Wasser reichen. Und so hat der Japaner bei der technischen Bewertung dann doch das Nachsehen im Vergleich zum VW Golf.    

Daten, Messwerte, Test-Ergebnis im Überblick

ADAC Messwerte (Auszug) Mazda 3 Skyactiv-G 2.0 M Hybrid Selection
Überholvorgang 60-100 km/h 6,0 s 
Bremsweg aus 100 km/h 33,5 m 
Wendekreis 11,8 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC Ecotest 6,4 l Super/100 km , 172 g CO2/km (well-to-wheel) 
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)  3 Sterne
Reichweite 795 km
Innengeräusch bei 130 km/h 68,4 dB (A)
Leergewicht / Zuladung 1395 / 480 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch  325 / 685 / 1040 l

 

ADAC Testergebnis Gesamtnote: 2,4
Karosserie/Kofferraum 3,0
Innenraum 2,7
Komfort 2,7
Motor/Antrieb 2,1
Fahreigenschaften 2,0
Sicherheit 1,7
Umwelt/Ecotest 2,9

 

  • Das hat uns gefallen: Sehr umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Hervorragendes Schaltgetriebe. Aufgeräumtes Cockpit. Wertiges Interieur. Sichere und agile Fahreigenschaften.
  • Das hat uns nicht gefallen: Schlechte Rundumsicht. Wenig Platz im Fond. Hohe Ladekante. 

   

Crashtest: Fünf Sterne für den Mazda 3

Der Mazda 3 erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderliche Punktzahl sehr deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorn und hinten ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, der Fahrer wird zudem mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder fast durchgehend sehr gering. Zudem bietet die Fahrzeugfront einen sehr guten Fußgängerschutz mit überwiegend sehr geringem Verletzungsrisiko. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung, für den Beifahrersitz sind sie nicht erhältlich.

Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar. Der Mazda 3 ist unter anderem mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. 

Hier finden Sie die Details zum Crashtestergebnis des Mazda 3.

Motoren des Mazda 3 im Überblick

Motor Leistung Preis
Skyactiv-G 2.0 M Hybrid Vierzylinder-Benziner, 90 kW/122 PS ab 22.990 €
Skyactiv-D 1.8 Vierzylinder-Turbodiesel, 85 kW/116 PS ab 25.290 €
Skyactiv-X 2.0 M Hybrid FWD Vierzylinder-"Diesel-Benziner", 132 kW/180 PS
ab 26.790 €