Auto & Innovation

Kleiner Rocker: Fahrbericht VW T-Roc

22.11.2017

Frische Farben, freche Formen, moderne Technik: Mit dem T-Roc will Volkswagen den boomenden Markt der Kompakt-SUVs aufmischen. Wir testen, wie gut der Konkurrent von Audi Q2, Skoda Karoq und Seat Ateca geworden ist. Dazu: alle technische Daten, Fakten und Preise

Nur ein höhergelegter Golf?

„Volkswagen wird jünger“, betont VW-Markenvorstand Herbert Diess und zeigt auf den T-Roc, der jetzt den Markt der kompakten SUV ordentlich aufmischen soll. Frische Farben, freche Formen, moderne Technik: Der Neue im Reigen der Sport Utility Vehicles vom Schlage eines Skoda Karoq, Seat Ateca, Hyundai Kona oder auch des Audi Q2/Q3 präsentiert auf 4,23 Meter Länge eine ordentliche Portion Charme und überrascht mit einem vergleichsweise großen Platzangebot.

Wenn man es platt sagen wollte, könnte man den T-Roc als höhergelegten Golf bezeichnen. Oder als goldene Mitte zwischen dem „normalen“ Kompakten und dem deutlich größeren Tiguan. Er steht auf derselben Plattform wie der Golf, bedient sich aus demselben Motorenregal und nutzt auch sonst Technik und Ausstattung des Bestsellers. Allerdings vermitteln das Box-Design und die aufrechtere und höhere Sitzposition das trendige SUV-Gefühl.

Die Passagiere vorne können sich über Platzmangel nicht beschweren. Auf der Rückbank wird es allerdings ein wenig eng für die Knie, wenn vorn ausgewachsene Zeitgenossen sitzen. Gute Noten fährt wiederum der Kofferraum ein, der mit 445 Liter Volumen bei voller Fünfer-Bestuhlung knapp 100 Liter mehr bietet als der Golf. Werden die Rücksitzlehnen umgeklappt, entsteht eine stufenlose, aber leicht nach oben geneigte Staufläche mit 1237 Litern. Respektabel.

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Es gibt jede Menge Assistenzsysteme

Der T-Roc richtet sich an junge und jung gebliebene Käufer, deshalb ist er auch individuell zu gestalten. Es gibt elf zum Teil recht auffällige Außen- und vier Dachfarben, insgesamt sind 24 Kombinationen möglich. Der Innenraum präsentiert sich in der Ausstattungsversion Style auf Wunsch ebenfalls recht bunt – Armaturenbrett, Einfassungen und Sitze können in der jeweiligen Außenfarbe geordert werden. Das ist nach VW-Maßstäben fast schon avantgardistisch.

Optional holen die Wolfsburgern jetzt auch das digitale Cockpit in die Klasse der kompakten SUV, die Vernetzungs- und Infotainment-Angebote im T-Roc sind auf dem aktuellsten Stand. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist ein Beweis für die Demokratisierung der Sicherheits-Helfer, ihren Siegeszug aus den großen in immer kleinere Baureihen. Vom Frontassistenten mit Fußgängererkennung über den Spurverlassens- und den Toter-Winkel-Warner, den Auspark-Helfer oder der automatischen Distanzregelung bis zum Stau- und Notfall-Assistenten – alles ist im Angebot, teils serienmäßig, teils optional.

Und auch an Feinheiten wie induktive Handy-Lademöglichkeit oder die Möglichkeit, persönliche Einstellungen per Schlüssel zu programmieren, haben die Techniker gedacht. Nicht wirklich überraschend: Diese netten Zutaten kosten fast durchgehend Aufpreis.

Er fährt sich flink, agil & stabil

Die wichtigste Frage bei einem neuen Auto lautet natürlich: Wie fährt es sich? Bei den ersten Runden mit dem 150 PS-TDI und dem 190 PS-TSI präsentierte sich der T-Roc vom Start weg als echter VW. Leicht zu bedienen, solide bis ins Detail, agil, flink und stabil, mit gutem Geradeauslauf und einer Extra-Portion Fahrspaß in schnellen, engen Kurven.

Auffallend ist, wie deutlich sich die Versionen Style und Sport unterscheiden. Erstere gibt den flinken Komfort-Flitzer, das Fahrwerk steckt auch üble Unebenheiten beeindruckend geschmeidig weg, das Komfortlevel ist in Relation zur überschaubaren Länge und dem Radstand von 2,59 Metern beeindruckend hoch. Der Sport kommt dagegen deutlich straffer daher, liefert die Rückmeldungen von der Straße wesentlich weniger gedämpft.

Dass er sich noch einen Tick knackiger ums Eck jagen lässt als sein Style-Bruder, ist die andere Seite der Medaille. Für welche der beiden Ausführungen man sich entscheidet, oder ob man einfach die auch schon ordentlich ausgestattete Basis namens T-Roc wählt, bleibt also letztlich eine Frage des Geldbeutels und des Geschmacks.

Die Preise starten bei 20.000 Euro

Zum Start bietet VW den Neuen zunächst mit zwei 115 und 190 PS starken Benzinern und mit einem 150 PS-TDI an. In Kürze folgen die Diesel mit 115 und 190 PS und der 1,5 Liter-TSI mit 150 PS. Während die kleinen Motoren jeweils an Frontantrieb gekoppelt sind, ist 4Motion-Allrad für die mittleren Motorisierungen optional und für die höchsten zusammen mit dem DSG serienmäßig.

Die ersten Erfahrungen mit dem mittleren Diesel mit Allrad und Doppelkupplungsgetriebe: Der T-Roc ist agil und erfreulich munter, der Verbrauch bewegte sich bei flotter Fahrweise um die sechs Liter pro 100 Kilometer. Deutliche Erkenntnis: Mehr Leistung muss eigentlich nicht sein. Obwohl sie natürlich, wie die Fahrt mit dem 190 PS-TSI zeigte, sehr viel Spaß machen kann. Das Niedersachsen-SUV wird damit zum Ampelstart-Star und beeindruckt mit spontaner, geschmeidiger Kraftentfaltung – bei einem Testverbrauch von rund 7,8 Litern im gemischten Fahrbetrieb.

„Der T-Roc ist weit unter dem Tiguan eingepreist“, betont ein VW-Sprecher. So ist der Basis-T-Roc als 115 PS-TSI mit Sechsganggetriebe ab 20.390 Euro zu haben, als Style kostet er mindestens 22.590 Euro. Der 190 PS-Benziner wird zum Start nur als Sport angeboten und kostet ab 30.800 Euro. Beim 150 PS-TDI mit Allrad und DSG als Style stehen mindestens 31.825 Euro auf der Preisliste.

Daten & Fakten (Herstellerangaben)

VW T-Roc Sport TSI 4Motion
Fünftüriges, fünfsitziges Kompakt-SUV mit Allradantrieb

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner, 1984 cm3, 140 kW/190 PS, 320 Nm bei 1500 - 4180 U/min
Fahrleistungen: 7,2 s von 0 auf 100 km/h, Höchstgeschwindigkeit 216 km/h
Verbrauch: 6,8 Liter Super je 100 km, CO2-Emissionen: 155 g/km
Maße: L 4,23 m/B 1,82 m/H 1,57 m
Kofferraumvolumen: 445 - 1237 l
Preis: ab 30.800 Euro, Baureihe ab 20.390 Euro

Text: Rudolf Huber/MID. Fotos: PR

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