VW T-Roc im ADAC Test

10.8.2018

Der VW T-Roc mischt den Markt der Kompakt-SUVs auf. Der ADAC hat den Konkurrenten von Audi Q2, Skoda Karoq und Seat Ateca getestet. Dazu: alle technische Daten, Preise und der Euro NCAP Crashtest. Plus: Erste Details zum T-Roc Cabrio

  • Der VW T-Roc ist der erste Kompakt-SUV von Volkswagen
  • Mit morderner Technik, frischen Farben und frecher Form soll der Crossover punkten
  • Ab 2020 wird es auch eine Cabrio-Version geben

Kompakt-SUV für junge Zielgruppe

"Volkswagen wird jünger", betont VW-Chef Herbert Diess und zeigt auf den T-Roc, der gerade den Markt der kompakten SUV ordentlich aufmischt. Frische Farben, freche Formen, moderne Technik: Der Neue im Reigen der Sport Utility Vehicles präsentiert auf 4,23 Meter Länge eine ordentliche Portion Charme und überrascht mit einem vergleichsweise gutem Platzangebot.

Wenn man es platt sagen wollte, könnte man den T-Roc als höhergelegten Golf bezeichnen. Oder als goldene Mitte zwischen dem "normalen" Kompakten und dem deutlich größeren Tiguan. Er steht auf derselben Plattform wie der Golf, bedient sich aus demselben Motorenregal und nutzt auch sonst Technik und Ausstattung des Bestsellers. Allerdings vermitteln das Box-Design und die aufrechtere und höhere Sitzposition das trendige SUV-Gefühl.

Die Passagiere vorne können sich über Platzmangel nicht beschweren. Auf der Rückbank wird es allerdings ein wenig eng für die Knie, wenn vorn ausgewachsene Zeitgenossen sitzen. Bis 1,80 Meter große Personen fühlen sich im Fond des T-Roc noch wohl.

Gute Noten fährt  der Kofferraum nur auf dem Papier ein: 445 Liter Volumen, also 100 mehr als der Golf zu bieten hat, klingen erst mal gut. Doch die Messwerte des ADAC fallen ernüchternd aus. Bis zur Kofferraumabdeckung passen gerade einmal 245 Liter in den Gepäckraum. Mit ein Grund: Beim Testwagen war ein Subwoofer in der Reserveradmulde eingebaut. Er verhindert, dass der Gepäckraumboden abgesenkt werden kann. T-Roc-Käufer müssen sich also zwischen gutem Sound und einem größeren Kofferraum entscheiden. Sind die Sitze umgeklappt, fasst der VW immerhin gemessene 1015 Liter.

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VW T-Roc: 5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Der VW T-Roc erreicht im Crashtest volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet.

Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut. Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist durchweg gering bis sehr gering. Der T-Roc ist serienmäßig mit einem Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem ausgestattet.

Hier geht es zu den detaillierten Crashtest-Ergebnissen des VW T-Roc.

Sehen Sie hier das Video zum VW-T-Roc-Crashtest*.

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Jede Menge Assistenzsysteme

Der T-Roc richtet sich an junge und jung gebliebene Käufer, deshalb ist er auch individuell zu gestalten. Es gibt elf zum Teil recht auffällige Außen- und vier Dachfarben, insgesamt sind 24 Kombinationen möglich. Der Innenraum präsentiert sich in der Ausstattungsversion Style auf Wunsch ebenfalls recht bunt – Armaturenbrett, Einfassungen und Sitze können in der jeweiligen Außenfarbe geordert werden. Das ist nach VW-Maßstäben fast schon avantgardistisch.

Optional holen die Wolfsburgern jetzt auch das digitale Cockpit in die Klasse der kompakten SUV, die Vernetzungs- und Infotainment-Angebote im T-Roc sind auf dem aktuellsten Stand. Die Ausstattung mit Assistenzsystemen ist ein Beweis für die Demokratisierung der Sicherheits-Helfer, ihren Siegeszug aus den großen in immer kleinere Baureihen. V

om Frontassistenten mit Fußgängererkennung über den Spurverlassens- und den Toter-Winkel-Warner, den Auspark-Helfer oder der automatischen Distanzregelung bis zum Stau- und Notfall-Assistenten – alles ist im Angebot, teils serienmäßig, teils optional.

Die Innenraum-Materialien wirken billig

Und auch an Feinheiten wie induktive Handy-Lademöglichkeit oder die Möglichkeit, persönliche Einstellungen per Schlüssel zu programmieren, haben die Techniker gedacht. Nicht wirklich überraschend: Diese netten Zutaten kosten fast durchgehend Aufpreis.

Auch wenn der T-Roc gut verarbeitet ist, überrascht VW-Kenner die Wahl der Materialien im Innenraum. Hier sieht es sehr nach Sparprogramm aus: Alles ist aus hartem Kunststoff, die sonst so typische Liebe zum Detail sucht man vergebens. Nur ein Beispiel: Die Dekorleisten an den hinteren Türen sind nur angedeutet und passen weder in Farbe noch in Struktur zu den vorderen Türleisten. Hier sollte VW dringend nachbessern – oder den recht ambitionierten Preis senken.

Die Fahrleistungen sind sehr gut

Die wichtigste Frage bei einem neuen Auto lautet natürlich: Wie fährt es sich? Zum ADAC Test trat der 2.0 TDI mit 150 PS an. Er verhilft dem SUV zu recht guten Fahrleistungen und kurzen Zwischenspurts. Die Beschleunigung von 60 auf 100 km/h ist in 5,7 Sekunden erledigt – wichtig, wenn etwa ein Lkw auf der Landstraße überholt werden muss. Allerdings geht es im Innenraum alles andere als leise zu. Der Motor brummt stets unüberhörbar und wird beim Beschleunigen recht dominant. Offenbar wurde auch an der Geräuschdämmung gespart. Ein Golf ist merklich leiser.

Beim Verbrauch erwies sich der TDI nicht als Sparwunder. 6,0 Liter Diesel im ADAC EcoTest gehen angesichts der leicht erhöhten Karosserie noch in Ordnung, zumal der Testwagen mit Automatikgetriebe und Allradantrieb ausgestattet war. Bei den Schadstoffen gibt es keine Auffälligkeiten. Dank SCR-Kat bleiben die NOx-Emissionen gering. Auch die Partikel werden wirksam gefiltert.

Auffallend ist, wie deutlich sich die Versionen Style und Sport unterscheiden. Erstere gibt den flinken Komfort-Flitzer, das Fahrwerk steckt auch üble Unebenheiten beeindruckend geschmeidig weg, das Komfortlevel ist in Relation zur überschaubaren Länge und dem Radstand von 2,59 Metern beeindruckend hoch. Der Sport kommt dagegen deutlich straffer daher, liefert die Rückmeldungen von der Straße wesentlich weniger gedämpft.

Dass er sich noch einen Tick knackiger ums Eck jagen lässt als sein Style-Bruder, ist die andere Seite der Medaille. Für welche der beiden Ausführungen man sich entscheidet, oder ob man einfach die auch schon ordentlich ausgestattete Basis namens T-Roc wählt, bleibt also letztlich eine Frage des Geldbeutels und des Geschmacks.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

 

Diese Motoren werden angeboten:

Motorisierung
Leistung Normverbrauch
Preis
1.0 TSI  85 kW/115 PS  5,1 – 5,2 l Super/100 km
ab 20.390 €
1.5 TSI  ACT
110 kW/150 PS  5,3 – 5,4 l Super/100 km
ab 22.875 €
2.0 TSI 4Motion  140 kW/190 PS  6,7 – 6,8 l Super/100 km
ab 30.800 €
1.6 TDI  85 kW/115 PS  4,3 – 4,4 l Diesel/100 km
ab 23.075 €
2.0 TDI 4Motion
110 kW/150 PS
5,0 l Diesel/100 km
ab 29.875 €

 

Preise ab 20.390 Euro

VW bietet den Neuen mit drei 115, 150 und 190 PS starken Benzinern und mit zwei Dieseln mit 115 und 150 PS an. Während die kleinen Motoren jeweils an Frontantrieb gekoppelt sind, ist der 4Motion-Allrad für die stärksten zusammen mit dem DSG-Getriebe serienmäßig.

Zwar klingt der Basis-T-Roc mit 115 PS-TSI und Sechsganggetriebe ab 20.390 Euro preislich attraktiv, doch wer Wert auf eine gute Ausstattung, etwas mehr Leistung und Allradantrieb legt, kommt damit bei weitem nicht hin. Die getestete Ausführung liegt bei knapp 32.000 Euro, was angesichts der sehr schlichten Materialqualität im Innenraum sehr selbstbewusst ist.

Unter dem Strich ist der T-Roc eine interessante Alternative zum Golf für alle, die etwas höher sitzen wollen und einen trendigen SUV dem Klassiker vorziehen. Das hochwertigere Auto bekommt man aber mit dem Golf.

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht im PDF: VW T-Roc 2.0 TDI Style 4Motion DSG (PDF-Download730,21 KB)

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Technische Daten & Testergebnisse

VW T-Roc 2.0 TDI Style 4Motion DSG (Herstellerangaben)
Motor  Vierzylinder-Turbodiesel, 1968 cm3, 110 kW/150 PS,
340 Nm bei 1750 U/min 
Fahrleistungen  8,4 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 200 km/h 
Verbrauch  5,1 Liter Diesel/100 km,
134 g CO2/km 
Maße  L 4,23 /B 1,82 /H 1,57 m 
Kofferraumvolumen  445-1237 l 
Preis  31.825 Euro, Baureihe ab 20.390 Euro 

 

ADAC Testergebnis                    Gesamtnote: 2,5                    
Karosserie/Kofferraum 2,8                    
Innenraum 2,4                    
Komfort 2,8                    
Motor/Antrieb 2,0                    
Fahreigenschaften 2,4 
Sicherheit 1,9 
Umwelt/EcoTest (3 Sterne von 5) 3,3

 

  • Das hat uns gefallen: Bequemer Ein- und Ausstieg. Gutes Platzangebot vorn. Viele Assistenzsysteme lieferbar. Kräftiger Motor. Guter Fußgängerschutz.
  • Das hat uns nicht gefallen: Viel Hartplastik im Innenraum. Hohe Geräuschkulisse. Erhöhter Verbrauch.        

VW T-Roc Cabrio kommt 2020

Zoom-In
Der neue VW T-ROCK Cabrio in Fahrt
So wird das T-Roc-Cabrio vermutlich aussehen

Volkswagen hat angekündigt, ab 2020 ein offenes SUV auf Basis des T-Roc zu bauen. Eine Investition von 80 Millionen Euro im Werk Osnabrück hat der Aufsichtsrat offiziell genehmigt. Die ehemaligen Karmann-Werke führen damit eine lange Tradition beim Bau offener VW-Modelle fort.

Details zum kommenden T-Roc-Cabriolet verrät VW noch nicht. Eine erste Skizze deutet an, dass es sich um eine zweitürige Variante mit einem langgezogenen Stoffdach handeln wird. Bei den Motoren wird das Cabrio vermutlich Aggregate des geschlossenen T-Roc übernehmen. Der Einstiegspreis beim T-Roc liegt derzeit bei rund 20.400 Euro. Das Cabrio dürfte etwa 5.000 Euro mehr kosten.

Auf dem Genfer Autosalon 2016 hatte VW mit dem T-Cross Breeze das ungewöhnliche Konzept eines SUV-Cabriolets präsentiert, das auf Basis des VW T-Cross beruht. Dass diese Studie Ausblick auf ein Serienmodell geben könnte, haben wohl nur wenige erwartet. Bis auf den offenen Beetle hat VW derzeit keine Frischluft-Variante im Programm. Die Produktion des Golf Cabriolet endete 2016, zuvor war schon das Klappdach-Cabrio Eos eingestellt worden.

Text: Mario Hommen/SP-X, Rudolf Huber/MID, Jochen Wieler. Fotos: Schulte Design (1), PR.

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