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ISOFIX oder Gurt: Wie befestige ich den Kindersitz richtig?

Baby sitzt im Kindersitz im Auto und lacht
Ein Kindersitz ist erst sicher, wenn er korrekt eingebaut und das Kind richtig angeschnallt ist ∙ © iStock.com/scyther5

Ob mit ISOFIX-System oder Dreipunktgurt: Der richtige Einbau des Kindersitzes garantiert eine sichere Fahrt für Kinder. Wir geben die wichtigsten Infos zur Sicherung von Kind und Kindersitz im Auto.

  • ISOFIX ist ein einfaches und stabiles Befestigungssystem

  • Eine Gurtinstallation ist genauso sicher, aber fehleranfälliger beim Einbau

  • Hosenträgergurt, Fangkörper oder Dreipunktgurt sichern das Kind im Sitz

Welche Befestigungsmöglichkeiten gibt es?

Kindersitz Befestigung Isofix
Kennzeichnung für ISOFIX-Halterungen zwischen Sitzfläche und Rückenlehne ∙ © iStock.com/jpgfactory

Es gibt zwei Varianten, einen Kindersitz im Auto einzubauen: Die ISOFIX-Verankerung oder die Gurtinstallation. Für einen ISOFIX-Kindersitz muss das Fahrzeug mit entsprechenden Haltebügeln versehen sein, damit der Sitz fest mit dem Auto verankert werden kann. Seit 2013 sind alle neuen Fahrzeuge mit den ISOFIX-Halterungen ausgestattet, die Autositze sind entsprechend gekennzeichnet. Ansonsten sollten Sie die Angaben im Handbuch Ihres Fahrzeugs beachten.

Die zweite Möglichkeit ist die Befestigung mit den fahrzeugeigenen Sicherheitsgurten. Dabei wird der Kindersitz mit dem Dreipunktgurt fest an den Autositz geschnallt. Für eine fehlerfreie Gurtführung und richtige Montage muss dazu immer die Bedienungsanleitung des Kindersitzes genau gelesen werden.

ISOFIX-System

Unter "ISOFIX" versteht man eine genormte, feste Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeug, die vor allem den sicheren Einbau des Kindersitzes deutlich erleichtert. Dabei werden die Sitze mit ISOFIX-Bügeln fest mit der Karosserie des Fahrzeugs verbunden. Die ISOFIX-Verankerungspunkte werden heute überwiegend auf den beiden äußeren Rücksitzen serienmäßig verbaut. Spezielle Rastarme am Kindersitz greifen mit Schnappverschlüssen um die ISOFIX-Bügel im Fahrzeug. Der Sitz ist dann fest im Fahrzeug verankert. Viele ISOFIX-Sitze dürfen auch mit ihrer ebenfalls vorhandenen "normalen" Gurtbefestigung in alle Fahrzeuge eingebaut werden.

Statt den Kindersitz durch die Bügel direkt mit dem Fahrzeug zu verbinden, kann auch eine ISOFIX-Basis genutzt werden: Eine mit ISOFIX befestigte Basisstation, auf die sich passende Kindersitze aufsetzen und einrasten lassen. Das ist vor allem bei Babyschalen üblich, die z. B. in Kombination mit Kinderwägen einen schnellen Ein- und Ausbau benötigen.

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ISOFIX-Kindersitze mit einer Universal-Zulassung (Prüfsiegel) brauchen, zusätzlich zu den zwei Bügeln, einen dritten Befestigungspunkt: Ein Top Tether oder ein Stützfuß sorgen dafür, dass der Kindersitz nicht übermäßig weit nach vorne gedreht werden kann.

Top Tether

© ADAC e.V.

Der Top Tether ist ein zusätzlicher Haltegurt oben am Kindersitz, der an entsprechender Stelle im hinteren Teil des Fahrzeugs angebracht wird. Meist befindet sich der Verankerungspunkt hinter der Rücksitzlehne oder im Kofferraum.

Stützfuß

© ADAC e.V.

Der Kindersitz kann auch mit einem Stützfuß ausgestattet sein, der auf dem Fahrzeugboden platziert wird. Teilweise gibt es in Fahrzeugen Staufächer im Fußraum, deshalb darf ein Sitz mit Stützfuß nur in den in der Typenliste aufgeführten Fahrzeugmodellen eingebaut werden. Der Kindersitzhersteller hat für diese Fahrzeuge geprüft, dass sich der Sitz sicher montieren lässt und dass der Fußraum für den Stützfuß geeignet ist.

Gurtinstallation

Baby sitzt im Kindersitz im Auto und ist angeschnallt
Der richtige, möglichst straffe Gurtverlauf fixiert den Kindersitz ∙ © Shutterstock/didesign021

In einem Fahrzeug ohne ISOFIX-Bügel kann der Kindersitz mit dem gewöhnlichen Dreipunktgurt eingebaut werden. Ansonsten sollte immer die ISOFIX-Variante bevorzugt werden. Bei der Gurtinstallation muss immer darauf geachtet werden, dass der Autogurt den vom Kindersitzhersteller vorgeschriebenen Verlauf folgt und dass er möglichst straffgezogen wird. Der richtige Gurtpfad ist auf den meisten Kindersitzen farblich gekennzeichnet, es sollte dazu unbedingt die Anleitung befolgt werden, um Einbaufehler zu vermeiden.

Die meisten neuen Kindersitze dürfen nur noch mit einem Dreipunktgurt gesichert werden, ein Zweipunktgurt (Beckengurt) ist nicht ausreichend. Eine Ausnahme stellt der neuere Kindersitz BRITAX Römer Max-Way Plus (9-25 kg) dar. Wenige ältere Modelle, die der ADAC getestet hat, können auch nur mit einem Zweipunkt-Sicherheitsgurt befestigt werden, z. B. der GRACO SnugFixGRACO Logico S HP bzw. TEUTONIA Tario (je bis 13 kg), WAVO G 0/1 (9-18 kg) und der BRITAX Max-Way (9-25 kg). Sitzerhöher für größere Kinder dürfen generell nur mit einem Dreipunktgurt angebracht werden. Somit gibt es für Kinder ab ca. 7 Jahren auch keine geeigneten Kindersitze für die Befestigung mit einem Zweipunktgurt.

Problem: Gurt zum Befestigen des Kindersitzes ist zu kurz

Es kann vor allem beim Befestigen von Babyschalen dazu kommen, dass der Sicherheitsgurt nicht um die Kindersitzschale reicht. In diesen Fällen darf der Gurt nur mit Genehmigung des Fahrzeugherstellers verlängert werden. Unter Umständen sollte man prüfen, ob bei einem Vergleichsfahrzeug die Gurtlänge ähnlich kurz ausfällt. Falls es im Ersatzteilprogramm des Herstellers keine längere Gurt-Version gibt, sollten Babyschalen, die ein Grundgestell (Basis) aufweisen, verwendet werden. Diese Technik benötigt relativ wenig Gurtlänge.

Gurtsysteme beim Kindersitz

Kind sitzt im Kindersitz im Auto 2019
Ein Hosenträgergurt sollte möglichst stramm am Körper des Kindes sitzen ∙ © Shutterstock/Zatevahins

Für das Anschnallen des Kindes im Sitz stehen verschiedene Systeme zur Verfügung: Hosenträgergurte, Fangkörper oder der Dreipunktgurt.
Bei Kindersitzen mit eigenem Hosenträgergurt wird zwischen einem Drei- und Fünfpunktgurt unterschieden. Babyschalen haben meist einen Dreipunkt-Hosenträgergurt (Y-Gurt), dieser verläuft über die Schultern und wird zwischen den Beinen festgeschnallt. Für Kleinkinder werden Kindersitze mit Fünfpunkt-Hosenträgergurt angeboten, er verläuft noch zusätzlich rechts und links um die Hüfte und wird über dem Bauch befestigt. Wichtig bei Systemen mit Hosenträgergurt: Die Gurte müssen immer möglichst eng am Körper des Kindes anliegen und der Körpergröße angepasst werden (Schulterhöhe). Der ADAC empfiehlt, dicke Jacken auszuziehen und das korrekt gesicherte Kind mit einer Decke zuzudecken, damit der Gurt optimal anliegt.

Baby schläft in einem Kindersitz im Auto
Der Rumpf des Kindes wird beim Unfall durch den Fangkörper abgefangen ∙ © iStock.com/splendens

Ein Kindersitz mit Fangkörper (Tischchen) wird immer in Fahrtrichtung und in Verbindung mit dem Dreipunktgurt des Fahrzeugs befestigt. Er darf in der entsprechenden Gewichtsklasse niemals ohne Tischchen verwendet werden. Der Vorteil bei Fangkörpersystemen liegt darin, dass die Belastungen bei einem Frontunfall etwas geringer sind als bei Hosenträgersystemen. Allerdings sollten rückwärtsgerichtete Kindersitze mit Hosenträgergurten vorwärtsgerichteten Kindersitzen immer vorgezogen werden, da Kinder entgegen der Fahrtrichtung am sichersten untergebracht sind.

Bei Sitzerhöhungen werden Kinder fast immer mit dem normalen Dreipunkt-Sicherheitsgurt des Fahrzeugs gesichert. Es ist deshalb darauf zu achten, dass der Schultergurt mittig über die Schulter des Kindes verläuft und es beim Schlafen nicht aus dem Gurt fällt. Bei Bewegungen des Kindes muss der Schultergurt immer von der Gurt-Aufrollautomatik wieder straffgezogen werden.

Viele weitere Tipps rund um das Thema Kindersicherung finden Sie beim ADAC Kindersitzberater.