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Der ADAC

Hilfe bei Problemen an der Tankstelle

Frau tankt Cabrio
Welcher Preis gilt und was tun bei einem Schaden an der Tankstelle? ∙ © iStock.com/BraunS

Tanken gehört zum Alltag. Aber wenn das Auto beim Tanken beschädigt wird oder der Preis an der Anzeigetafel nicht mit dem an der Zapfsäule zusammenpasst, steht der Kunde vor Problemen. ADAC Juristen erklären die wichtigsten Fälle.

  • Welcher Preis gilt: Der Spritpreis an der Zapfsäule ist entscheidend

  • Getankt, aber nicht bezahlt: Es drohen zusätzliche Kosten und Verfolgung wegen Betrugs

  • Schaden am Auto: Der Tankstellenbetreiber haftet oft nicht

Bezahlen an der Tankstelle

Zahlen mit 500-Euro-Schein

Nach dem Gesetz muss grundsätzlich in bar in Euro bezahlt werden. Weist die Tankstelle an den Zapfsäulen deutlich sichtbar darauf hin, dass 500-Euro-Scheine nicht akzeptiert werden, ist das rechtlich aber nicht zu beanstanden.

Hat der Tankstellenbetreiber diesen Hinweis nicht angebracht, gerät er in Annahmeverzug, wenn Sie getankt haben und dann bei der Bezahlung abgewiesen werden. Er muss z.B. für doppelte Fahrtkosten aufkommen, wenn Sie erst bei der Bank Bargeld holen müssen, um die Tankfüllung bezahlen zu können.

Münzen müssen nicht in beliebiger Menge akzeptiert werden. Niemand ist verpflichtet, bei einer Zahlung mehr als 50 Münzen anzunehmen.

Kartenzahlung

Akzeptiert der Tankstellenbetreiber die Kartenzahlung, muss er nach Ansicht des ADAC bei einem Ausfall des Kartensystems schon an der Zapfsäule entsprechende Hinweise anbringen. Der Kunde kann sich dann entscheiden, ob er trotzdem tankt und damit eine Barzahlung akzeptiert.

Preis an der Zapfsäule gilt

Tankstellenkunden orientieren sich an den Preisen auf der Anzeigetafel an der Straße. Entscheidend ist aber der Preis an der Zapfsäule.

Die Benzinpreise ändern sich oft mehrmals am Tag. Dadurch kommt es immer wieder zu einer Differenz zwischen den Preisangaben auf der Anzeigetafel und der Zapfsäule. Bei der elektronischen Umstellung der Preise werden zuerst die Zapfsäulen, dann die Kassen und zuletzt die Anzeigetafeln umgestellt. Der ADAC hält diese Vorgehensweise für verbraucherunfreundlich und fordert daher eine zeitgleiche Umstellung der Preise an Anzeigetafeln und Zapfsäulen. Der Kunde muss sich auf die Preisangaben auf der Anzeigetafel verlassen können.

Tipp: Vergleichen Sie den Preis auf Zapfsäule und Anzeigetafel, bevor Sie tanken.

Getankt, aber nicht bezahlt

Wenn Sie tanken und das Tankstellengelände verlassen, ohne vorher zu bezahlen, müssen Sie neben der Tankrechnung mit hohen zusätzlichen Kosten rechnen.

Der Tankstellenbetreiber kann in so einem Fall ohne vorherige Mahnung

  • die Bezahlung der Tankrechnung und

  • zusätzliche Kosten wie z.B. Anwaltsgebühren, Kosten für Videoauswertungen, Auslagenpauschalen oder Kosten für einen Detektiv verlangen.

Darüber hinaus können strafrechtliche Konsequenzen wegen Betruges drohen. Wenn wegen Tankbetruges gegen Sie ermittelt wird, sollten Sie dringend anwaltlichen Rat einholen. Hier finden Sie die Adressen der ADAC Vertragsanwälte.

Getankt - Schaden am Auto

Zapfhahn verursacht Schaden

Wer haftet, wenn der Zapfhahn an Ihr Auto schlägt und dadurch ein Schaden entsteht?

Haben Sie sich richtig verhalten und die Zapfpistole richtig bedient, haftet der Tankstellenbetreiber für den Schaden am Auto, wenn er seine Verkehrssicherungspflicht schuldhaft verletzt hat. Das heißt, der Tankstellenbetreiber muss dafür sorgen, dass die Zapfsäulen keine technischen Defekte aufweisen und den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Er muss aber nicht nach jedem Tankvorgang überprüfen, ob der letzte Kunde den Zapfhahn richtig eingehängt hat.

Fällt der Zapfhahn beim automatischen Betanken aus der Tanköffnung heraus und entsteht dadurch ein Schaden an Ihrem Auto, haftet der Tankstellenbetreiber grundsätzlich nicht. Sie müssen damit rechnen, dass sich der Zapfhahn aus der Tanköffnung lösen kann, wenn Sie ihn nicht festhalten.

Falschen Sprit getankt – Schaden am Motor

Wenn das falsche Benzin getankt wird, kommt es zu Schäden am Motor. Eine (Mit-)Haftung des Tankstellenbetreibers oder des Mineralölkonzerns für die Fehlbetankung kommt aber nur dann infrage, wenn diese nachweislich ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt haben.

Für den Kunden besteht oft Verwechslungsgefahr bei den Kraftstoffbezeichnungen. Auch die Anordnung der Zapfsäulenbatterien ist manchmal irritierend. Bisher hat die Rechtsprechung eine Haftung des Tankstellenbetreibers für die Betankung mit falschem Kraftstoff aber abgelehnt. In den bisher verhandelten Fällen war eine Verletzung von Schutz- und Kennzeichnungspflichten nicht erkennbar. Die Richter argumentieren, dass durch die Beschilderung an den Zapfsäulen und die Aufkleber auf den Zapfpistolen die Kraftstoffart und -qualität ausreichend kenntlich gemacht wird.

Ausgerutscht – Kunde verletzt

Rutschten Sie auf dem Tankstellengelände aus und verletzen Sie sich, können Sie unter Umständen Schadenersatz und Schmerzensgeld verlangen. Ein Tankstellenbetreiber muss dafür sorgen, dass Kunden auf dem Tankstellengelände nicht zu Schaden kommen (sog. Verkehrssicherungspflicht).

Sie müssen allerdings allgemeine Gefahren hinnehmen. Bei Regen müssen Sie immer mit witterungsbedingter Nässe rechnen. Auch auf den Austritt kleiner Mengen Kraftstoff aus der Zapfpistole müssen Sie sich einstellen. Der Tankstellenbetreiber muss hierfür nicht haften.

Eine Benzinpfütze muss der Tankstellenbetreiber aber unverzüglich beseitigen, sobald er davon erfährt. Allerdings kann nicht verlangt werden, dass er nach jedem Tankvorgang überprüft, ob Kraftstoff verschüttet wurde. Er muss aber durch ein engmaschiges Kontrollsystem dafür sorgen, dass auch Verunreinigungen, die von Kunden nicht gemeldet werden, nicht übermäßig lange zu einer Gefahrquelle werden.

Helmverbot in Tankstellen

Immer wieder wundern sich Motorradfahrer über ein sog. Helmverbot in Tankstellen. Dieses Verbot wird meist mit Schildern (durchgestrichener Motorradhelm) zum Ausdruck gebracht. Dabei handelt es sich nicht um ein gesetzliches Verbot, sondern um eine Sicherheitsanweisung des Tankstellenbetreibers, die mit der Gefahr von Überfällen durch vermummte Personen begründet wird.

Der Betreiber der Tankstelle hat das Hausrecht. Es ist daher möglich und üblich, dass Kunden gebeten werden, den Helm abzunehmen. Weigert sich ein Kunde, den Helm auszuziehen, kann dem Kunden der Zutritt zum Tankstellengebäude verweigert und sogar ein Hausverbot ausgesprochen werden.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Nicht veröffentlichen

Angela Baumgarten
Fach-Autorin
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