Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Produkte
Mitgliedschaft
Der ADAC

Was Premiumkraftstoffe sind und was sie können

Auto wird mit Tankstutzenbetankt
Vor dem Tanken gut hinschauen: Immer mehr Zapfhähne mit neuen Bezeichnungen sorgen an den Tankstellen für Verwirrung. ∙ © iStock.com/BraunS

Laut den Mineralölkonzernen sorgen Premiumkraftstoffe für mehr Leistung, weniger Verbrauch und leisere Motoren. Doch was ist drin in V-Power, Ultimate und Co.? Und können sie halten was, Werbung und Marketing versprechen? 

An vielen Tankstellen das gleiche Bild: Sie können nicht mehr nur zwischen Benzin und Diesel (je nach Motor) wählen, sondern die Mineralölkonzerne bieten heute eine Vielzahl an Kraftstoffen an. Deren Oktanzahlen sind unterschiedlich, die Namen ebenfalls, vor allem aber die Preise. Doch welcher Sprit ist für wen geeignet und was ist drin in den Premiumkraftstoffen mit vielversprechend klingenden Namen wie MaxxMotion, Synergy, Ultimate oder V-Power? Und können sie die Versprechen, die Marketing und Werbung geben, auch wirklich halten?

Die höheren Oktanzahlen von 100 in den Premiumkraftstoffen (einfaches SuperPlus Benzin hat 98 Oktan) bieten eine höhere Klopffestigkeit. Dadurch kommt es weniger zu Selbstzündungen des Kraftstoffs. Das wieder soll sich positiv auf Leistung und Verbrauch auswirken. Doch in der Realität sind die Motoren unserer Autos höchstens auf 98 Oktan ausgelegt. Das Potenzial von 100-Oktan-Sprit können die meisten also gar nicht ausnutzen. Auch Reinigungs- und andere Additive sind den teuren Sorten oft zugesetzt. Doch ob diese sich tatsächlich positiv auswirken, ist extrem schwer nachzuprüfen, und die Wirkung fällt in der Realität wohl eher gering aus. 

In Deutschland sind die Mindestanforderungen an die Kraftstoffqualität gesetzlich geregelt. Demnach dürfen nur Kraftstoffe angeboten werden, wenn sie den relevanten Normen entsprechen; etwa DIN EN 228 für Ottokraftstoffe und DIN EN 590 für Dieselkraftstoffe. Diese Kraftstoffe taugen für die übliche Verwendung. Besserer Sprit wird auch von den Fahrzeugherstellern grundsätzlich nicht erwartet oder vorgeschrieben.

Premiumkraftstoffe verwirren häufig an den Zapfsäulen

Was aber klar und ersichtlich ist, ist die Preisgestaltung bei den Premiumkraftstoffen: Bis zu 20 Cent Unterschied zu herkömmlichem Diesel oder Super sind keine Seltenheit. Die Premiumkraftstoffe schaden den Motoren nicht, aber die ausgelobte positive Wirkung ist einerseits schwer nachzuprüfen, andererseits ist sie bei Alltagsautos auch eher unwahrscheinlich, da Golf, Corsa oder Mini auf den täglichen Weg zur Arbeit ausgelegt sind und nicht auf die schnellste Runde am Hockenheimring. Wer seinem Auto aber mit dem teuren Sprit etwas Gutes tun möchte, der macht auch nichts falsch.

Problematisch ist hingegen die zunehmende Unübersichtlichkeit an den Tankstellen. Wegen immer mehr Zapfhähnen mit immer neuen Bezeichnungen müssen Autofahrer vor dem Tanken erst mal genau prüfen, welcher Sprit tatsächlich ins Auto muss. So kann MaxxMotion oder V-Power beispielsweise Benzin oder Diesel sein. 

Falsch getankt? Das müssen Sie beachten