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Wohnmobile im Winter: Anwohner ärgern sich über zugeparkte Straßen

Wohnmobile belegen Parkplätze in einem Wohnviertel in Hamburg
Für manche vielleicht ärgerlich, aber erlaubt: Parkende Wohnmobile im Wohngebiet ∙ © imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Der Campingboom in Deutschland ist ungebrochen, doch wohin mit dem Camper im Winter? Immer mehr Wohnmobile werden am Straßenrand oder in dicht bebauten Gebieten abgestellt. Das mag für Anwohner ärgerlich sein, verboten ist es nicht.

  • Parken am Straßenrand für Wohnmobile grundsätzlich erlaubt

  • Einschränkungen für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen

  • Das gilt beim Parken mit Saisonkennzeichen

Ein fremdes Wohnmobil vor dem eigenen Gartenzaun, das die Aussicht versperrt, mag noch ein Luxusproblem sein. Doch in vielen Städten sieht man in den Wintermonaten auch dieses immer wieder ähnliche Bild: Insbesondere in Anwohnerstraßen reihen sich dicht an dicht Wohnmobile oder Wohnwagen, um dort gebührenfrei zu überwintern. Wenn dann der Parkraum knapp wird, ist der Ärger groß.

Wohnmobil & Camper: Wo dürfen sie im Winter parken?

Doch die Parkplatz suchenden Anwohner haben rechtlich wenig Ansprüche: Die meisten der Wohnmobile, Caravans oder Gespanne parken legal am Straßenrand oder auf Parkplätzen. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt das. Viele Einschränkungen gelten nur für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht.

Sind Parkplätze mit dem Schild "Parkplatz" bezeichnet, so dürfen auch diese Fahrzeuge dort parken. Es sei denn, ein Zusatzzeichen verbietet es. Ein paar Sonderregeln gibt es aber zu beachten.

Wenn's zu eng wird: Parken verboten

An engen Straßenstellen darf nicht geparkt werden. Wohnmobile und Camper sind normalerweise breiter als normale Pkw. So kann es sein, dass die Durchfahrt eines Fahrzeugs (größtmögliche Breite 2,55 Meter zuzüglich eines Sicherheitsabstands von mindestens 0,5 Metern) nicht mehr möglich ist.

Auch beim Parken gegenüber von Grundstückseinfahrten muss man als Camper besonders achtsam sein. Mindestens 3,5 Meter Platz muss der Grundstücksnutzer haben, um seine Einfahrt nutzen zu können.

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Gibt es ein Zeitlimit fürs Abstellen des Campers?

Nein. Wird ein Fahrzeug im Rahmen der StVO geparkt, kann es dort auch grundsätzlich unbegrenzt stehen bleiben, sofern es keine anderslautende Einschränkung gibt. Allerdings sollte man alle drei Tage nach dem Fahrzeug sehen. So bleibt genug Zeit, auf beispielsweise mobile Halteverbotsschilder zu reagieren und ein Abschleppen zu verhindern.

Das Parken von angekoppelten Wohnanhängern ist erlaubt, wenn nicht durch Verkehrszeichen das Parken von Pkw mit Anhängern verboten ist. So lange ein Wohnwagen angekuppelt ist, dürfen Pkw und Wohnwagen ohne Zeitbegrenzung am Straßenrand geparkt sein.

Parken mit Saisonkennzeichen oder Wohnwagen

Außerhalb des Zeitraums, den das Saisonkennzeichen ausweist, darf das Fahrzeug generell nirgendwo im öffentlichen Raum geparkt werden.

Abgekoppelte Wohnwagenanhänger unter zwei Tonnen zulässigem Gesamtgewicht dürfen in Wohngebieten parken, aber nicht länger als zwei Wochen auf ein und demselben Parkplatz. Ein neuer 2-Wochen-Zeitraum beginnt erst dann, wenn der Parkplatz geräumt und so für andere frei gemacht wurde. Die Polizei notiert daher die Ventilstellung parkender Anhänger, um feststellen zu können, ob der Hänger durchgängig stand oder bewegt wurde.

Für schwerere Anhänger über zwei Tonnen gibt es weitere Einschränkungen: In Wohngebieten darf beispielsweise in der Zeit von 22 bis 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht geparkt werden.

Markierungen beachten, Gehwege tabu

Wohnwagen und Wohnmobil dürfen nicht über eine Parkflächenmarkierung (aufgezeichnete Linien) hinausragen. Passen sie nicht in die Markierung, ist das Abstellen dort verboten.

In verkehrsberuhigten Bereichen beispielsweise ist das Parken nur innerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen erlaubt.

Soweit Verkehrszeichen das Parken auf Gehwegen ausnahmsweise erlauben, gilt das nur für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 2,8 Tonnen.

Parkraummangel: Wohnmobile nicht allein schuld

Wohnmobile und Camper allein sind für das Parkplatzproblem vielerorts nicht verantwortlich. Viele Reisemobil- und Caravanbesitzer parken ihr Fahrzeug auf dem eigenen Privatgrund oder mieten einen Stellplatz. Auch Lieferwagen, die immer größer werdenden Pkws und der Zweit- oder Drittwagen eines Haushalts verschärfen den Kampf um den Parkplatz.

Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch gut

Jeder sollte beim Parken seines Fahrzeugs auf ein Miteinander mit den anderen Verkehrsteilnehmern achten. Gerade auf Schulwegen kann ein Wohnmobil beispielsweise rechtlich zwar korrekt abgestellt sein; dennoch könnten Schulkinder dadurch gefährdet werden, dass die Sicht beim Überqueren der Straße beeinträchtigt wird.

Wohnmobile, Wohnwagen und andere Spezialfahrzeuge sind oftmals besonders breit und hoch. Deshalb sollten die Besitzer speziell darauf achten, dass die Sicherheit von anderen Verkehrsteilnehmern durch das Parken des eigenen Fahrzeugs nicht beeinträchtigt oder gefährdet wird. Im Zweifelsfall lieber nicht vor der Schule oder einem Kindergarten parken – selbst wenn es erlaubt ist.

Zuladung von Wohnmobilen im Vergleich: So schnell sind sie überladen

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Regina Ammel
Redakteurin
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