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Halteverbot: Was erlaubt ist – und was nicht

Schild mit absolutem Halteverbot vor roter Wand
Dieses Verkehrszeichen ist vielen bekannt, doch was genau bedeutet es eigentlich? ∙ © iStock.com/k_rahn

Darf ich hier meinen Wagen abstellen? Diese Frage beschäftigt Autofahrer regelmäßig. Wann ein Halteverbot gilt, welche Verkehrsschilder dabei eine Rolle spielen und welches Bußgeld bei Verstößen droht. Die wichtigsten Infos.

  • Unterschied zwischen eingeschränktem und absolutem Halteverbot

  • Andere Verkehrszeichen können auf ein Halteverbot hinweisen

  • Bei Verstößen drohen Bußgelder

Beim Umzug wird der gemietete Transporter vor der Tür abgestellt und rasch be- oder entladen. Man lässt einen Mitfahrer schnell an der Ecke raus bzw. springt kurz aus dem Auto, um am Bankautomaten Geld abzuheben. Solche Situationen kennt jeder Autofahrer. Doch selbst wenn es nur für einen Moment ist: Nicht überall ist das Halten erlaubt. Meist weisen Halteverbotsschilder auf die entsprechenden Bereiche hin. Aber nicht immer ist die Situation so eindeutig.

Halten und Parken

Was ist, rechtlich betrachtet, der Unterschied zwischen Halten und Parken? Das Parken eines Fahrzeugs wird in §12 Absatz 2 der StVO wie folgt definiert: "Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt." Das Halten wiederum beschreibt die StVO als "eine gewollte Fahrtunterbrechung, die nicht durch die Verkehrslage oder eine Anordnung veranlasst ist". §12 bestimmt zudem, wo das Halten grundsätzlich unzulässig ist: an engen und an unübersichtlichen Straßenstellen, im Bereich von scharfen Kurven, auf Einfädelungs- und Ausfädelungsstreifen, auf Bahnübergängen sowie vor und in amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten. §18 verbietet außerdem das Halten auf Autobahnen und deren Seitenstreifen. Auch unmittelbar vor und auf Fußgängerüberwegen ist das Halten des Fahrzeugs nicht zulässig, sowie an verschiedenen Vorschriftzeichen wie zum Beispiel dem Andreaskreuz, wenn das Zeichen dadurch verdeckt werden würde. Die StVO spricht übrigens offiziell vom "Haltverbot", umgangssprachlich hat sich aber die Bezeichnung "Halteverbot" durchgesetzt.

Wichtig: Ein Halteverbot ist immer auch ein Parkverbot. Wo nicht gehalten werden darf, ist grundsätzlich auch das Parken verboten.

Eingeschränktes und absolutes Halteverbot

Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Arten von Halteverbot: dem eingeschränkten und dem absoluten. Im eingeschränkten Halteverbot ist das Halten bis zu einem gewissen Umfang erlaubt: nicht länger als drei Minuten, und das Fahrzeug darf in diesem Zeitraum nicht verlassen werden. Beim absoluten Halteverbot ist das Halten generell verboten.

So mancher Autofahrer kommt mit den Verkehrsschildern zum eingeschränkten und absoluten Halteverbot durcheinander. Tatsächlich sehen sie sich ähnlich: Bei einem runden Schild mit blauem Hintergrund, einer roten Umrandung und einer einzelnen diagonalen roten Linie von links oben nach rechts unten handelt es sich um das Verkehrszeichen zum eingeschränkten Halteverbot. In der StVO ist dieses als Zeichen 286 gelistet. Das Verkehrsschild für ein absolutes Halteverbot hat zweit diagonale Linien, sodass sich in der Mitte des Kreises ein rotes Kreuz bildet. Die StVO beziffert dieses als Zeichen 283.

Wo gilt das Halteverbot?

Halteverbote gelten immer nur auf der Straßenseite, auf der die Beschilderung angebracht ist. Meistens ist dies der rechte Fahrbahnrand. Der Bereich, in dem nicht gehalten oder geparkt werden darf, beginnt am Halteverbotsschild und zieht sich bis zur nächsten Kreuzung oder Einmündung.

Befinden sich zusätzlich kleine weiße Pfeile auf den Schildern, deutet dies auf eine Begrenzung des Halteverbotsbereichs hin. Ein Pfeil am oberen Rand des Schildes, der in Richtung Fahrbahn zeigt, kennzeichnet den Beginn der Halteverbotszone. Ist der Pfeil am unteren Rand des Verkehrszeichens angebracht und zeigt von der Fahrbahn weg, markiert dies das Ende der Halteverbotszone. Im Bereich zwischen diesen beiden Schildern darf nicht geparkt werden. Kurzes Halten kann erlaubt sein, wenn es sich um ein eingeschränktes Halteverbot handelt.

Außerdem gibt es eine Variante mit zwei Pfeilen auf dem Verkehrszeichen. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Folgezeichen. Weder vor, noch hinter dem Zeichen ist Halten oder Parken erlaubt.

Das bedeuten Zusatzzeichen

Die Verkehrszeichen zum Halteverbot können durch verschiedene Zusatzzeichen ergänzt werden. Diese befinden sich unter dem jeweiligen Zeichen.

So kann ein Halteverbot beispielsweise durch die zusätzliche Beschilderung "werktags" nur auf Werktage beschränkt werden. An Sonn- und Feiertagen wäre das Halten an dieser Stelle damit erlaubt.

Durch entsprechende Zusatzschilder kann zudem bestimmten Verkehrsteilnehmern – zum Beispiel Anwohnern – erlaubt werden, ihr Auto in der Halteverbotszone zu halten oder zu parken. Wichtig: Den dort gültigen Parkschein bzw. die Genehmigung immer sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen.

Halte- und Parkverbote können auch für einen gewissen Zeitraum ausgewiesen werden, etwa für angemeldete Umzüge oder Bauarbeiten. In solchen Fällen wird ein mobiles oder temporäres Halteverbot eingesetzt.

Halte- und Parkverbote durch andere Vorschriftzeichen

Auch ohne die beiden direkten Halteverbotsschilder können Halte- und Parkverbote gelten. So weist zum Beispiel das Andreaskreuz an Bahnübergängen nicht nur auf den Vorrang des Schienenverkehrs hin, sondern spricht auch ein Parkverbot aus. Innerorts darf fünf Meter vor und nach dem Schild nicht geparkt werden. Außerorts sind es sogar 50 Meter.

Vor einem Stoppschild, einem Vorfahrt-gewähren-Schild oder einer Ampel darf nicht gehalten werden, falls diese dadurch verdeckt wären.

Weitere Schilder gewähren zwar das Halten, verbieten allerdings ausdrücklich das Parken. An Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs etwa darf zwar grundsätzlich gehalten werden, parken ist hier jedoch verboten. Fünf Meter vor oder direkt auf Fußgängerüberwegen darf das Auto ebenfalls nicht abgestellt werden.

Diese Folgen drohen bei Verstößen

Das Missachten von Halteverboten ist in Deutschland der am häufigsten vorkommende Verkehrsverstoß. Meistens wird hier ein Bußgeld fällig. Eigentlich sollten diese Verstöße mit dem neuen Bußgeldkatalog noch konsequenter geahndet werden. Doch die geplanten Bußgelder, die seit dem 28. April 2020 gelten sollten, sind wegen eines Formfehlers nichtig. Verstöße werden daher weiterhin nach dem alten Bußgeldkatalog bewertet.

Nach diesem werden Verstöße in der Regel mit zehn Euro geahndet, etwa bei Halteverstößen an unübersichtlichen Stellen wie scharfen Kurven oder Fußgängerüberwegen. Werden dabei andere Verkehrsteilnehmer behindert, steigt meist auch das Bußgeld, und es können bis zu 30 Euro fällig werden.

Falschparker werden in der Regel strenger bestraft. Hier droht bei Verstößen ein Bußgeld von 15 bis 65 Euro. Werden dabei Rettungskräfte behindert, wird sogar ein Punkt fällig.