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Der ADAC

Fahrzeuge der VW-Gruppe (Audi, Seat, Skoda, Porsche, VW) von Manipulationssoftware betroffen

Logos der VW Group zwischen Nebel
Manipulierte Abgassoftware bei Autos aus dem VW Konzern ∙ © Shutterstock [M]

Fahrzeuge aller Konzernmarken (VW, Audi, Skoda, Seat) mit 1.2-l- und 1.6-l- sowie 2.0-l-TDI Diesel-Motoren der Motorbaureihe „EA189“, die nach Abgasnorm Euro 5 zugelassen sind, von der Softwaremanipulation betroffen. Auch einzelne Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6 haben eine nicht konforme Software, für Fahrzeuge mit 3.0-Liter-Motoren sind Rückrufe angeordnet worden. Neue Vorwürfe gegen VW betreffen den Motor des Typs EA288.

Motor EA189: VW will 50 000 Diesel-Einzelkläger mit Einmalzahlungen entschädigen

Etwa eine Viertelmillion Dieselkunden haben von Volkswagen im Rahmen der Musterfeststellungsklage inzwischen Schadenersatz bekommen. Manche Verbraucher setzten aber auf eigene Klagen. Nach den jüngsten Urteilen des Bundesgerichtshofs (BGH) zum Abgasskandal stellt der VW-Konzern rund 50 000 Einzelklägern Schadenersatz in Aussicht. Dies gilt nur für bereits laufende Klageverfahren zu Fahrzeugen aller VW-Konzernmarken (VW, Audi, Skoda, Seat) mit 1.2-l- und 1.6-l- sowie 2.0-l-TDI Diesel-Motoren der Motorbaureihe „EA189“.

Wie sieht es mit der Abwicklung der noch offenen Fälle aus?

  • Wenn Sie anwaltlich vertreten sind und geklagt haben, müssen Sie nichts weiter tun. Volkswagen ist auf ihre anwaltliche Vertretung zugegangen oder wird das in Kürze tun. Ihre Anwälte melden sich dann bei Ihnen.

  • Laut VW soll es Einmalzahlungen geben, die jeweils individuell berechnet werden. Durch diesen Vergleich können Sie Ihr Auto behalten und Sie erhalten zusätzlich einen bestimmten Geldbetrag.

  • Eine pauschale Höhe für bestimmte Modelle soll anders als beim Vergleich in der Musterfeststellungsklage nicht benannt werden. Wegen der Vielfalt der Konstellationen gebe es keine einheitliche «Auszahlungsmatrix», aus der sich vorab definierte Entschädigungssummen für jedes Automodell und -alter ergeben. Volkswagen hat mitgeteilt, sich jedes Auto individuell anzuschauen und ein entsprechendes Vergleichsangebot über eine Einmalzahlung zu machen. Dabei kommt es ebenfalls etwa auf die Nutzungsdauer und das Alter an.

  • Alternativ können Sie ein Urteil in Ihrem Verfahren abwarten, bei dem sich die Richter an der BGH-Auslegung orientieren dürften. Dann können Sie unter Umständen den Kaufpreis abzüglich eines Betrags für die Nutzung des Fahrzeugs erhalten. Den Wagen müssen Sie an Volkswagen zurückgeben.

Welche Motoren sind betroffen

VW / Audi / Seat/ Skoda mit EA 189-Motoren

Im September 2015 wurde bekannt, dass VW bei weltweit über zehn Millionen PKW mit dem Dieselmotor EA189 eine illegale Software zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes einsetzte. In Deutschland waren etwa 2,6 Millionen Fahrzeuge von VW und der Konzerntöchter VW-Nutzfahrzeuge, Audi, Seat und Skoda betroffen. All diese Fahrzeuge müssen ein verpflichtendes Software-Update bekommen, um diese illegale Software zu entfernen.

In Deutschland ist die Aktion so gut wie abgeschlossen. Fast alle Fahrzeuge bekamen bereits ein Software-Update. Die Beanstandung durch Kunden nach dem Update liegt laut VW dabei unter 1%.

Touareg II - 3,0-Liter-TDI Euro-Norm 6 aus den Modelljahren 2014 bis 2017

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete im November 2017 wegen unzulässiger Abgastechnik beim VW Touareg II einen Rückruf an (Code 23Y3). Betroffen ist der Geländewagen mit dem 3,0-Liter-TDI und der Euro-Norm 6 aus den Modelljahren 2014 bis 2017. Der Rückruf ist in der Zwischenzeit so gut wie abgeschlossen.

Audi mit V6-TDI-Motoren

Das KBA hat für Fahrzeuge mit V-TDI-Motoren in Deutschland einen verpflichtenden Rückruf angeordnet. Seit November 2018 wurden Updates für mehrere 100.000 Fahrzeuge mit V6-TDI-Motoren (2.7 TDI, 3.0 TDI) freigegeben (Codex 23X6).

Betroffen sind die Modelle A4, A5, A6, A7, A8, Q5, SQ5 und Q7 aus den Baujahren ab 2009. Der Audi AG ist aufgegeben worden, die unzulässigen Abschalteinrichtungen aus den betroffenen Fahrzeugen nach der Freigabe des Maßnahmenpakets durch das KBA zu entfernen.

  • 3,0 Liter-V6-Motoren der Schadstoffklasse Euro 5 und Euro 6

  • Audi A4/A5 (Modelljahre 2009 - 2017): 3.0 TDI mit 160, 176, 180 kW

  • Audi A6/A7 (Modelljahre 2011 – 2018): 3.0 TDI mit 155, 160, 180 und 200 kW sowie der 3.0 TDI Biturbo mit 235 und 240 kW

  • Audi A8 (Modelljahre 2010 – 2017): 3.0 TDI mit 150, 155, 184, 190 und 193 kW

  • Audi Q5 (Modelljahre 2014 – 2017): 3.0 TDI mit 184 und 190 kW

  • Audi SQ5 (Modelljahre 2015 – 2018): 3.0 TDI Biturbo mit 230, 240 und 250 kW

Porsche Cayenne und Macan

Im Mai 2018 ordnete das KBA einen Rückruf für rund 60.000 Diesel-Fahrzeuge der Modelle Macan (Code AJ07) und Cayenne (Code AH09) wegen illegaler Abschalteinrichtungen an. Die betroffenen Modelle haben ebenfalls den 3,0-Liter-V6-TDI an Bord. Beide Modelle haben die Abgasnorm Euro 6. Bereits im Herbst 2017 hatte es einen freiwilligen Porsche-Rückruf für den Macan S Diesel gegeben. Auch damals ging es um eine umstrittene Abgasfunktion.

  • Porsche Cayenne Diesel (Modelljahre 2014 - 2017): 3.0 TDI mit 155, 184, 193 kW

  • Porsche Macan S Diesel (Modelljahre 2014 - 2018): 3.0 TDI mit 155, 184, 190 kW

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt*

VW T6 (Bulli) - Rückruf-Code 23Z7

Auch für den VW T6 laufen Feldmaßnahmen unter dem Rückruf-Code 23Z7. Auf Nachfrage teilte das KBA mit, dass es sich hierbei um einen verbindlichen Rückruf handele. Der Rückruf erfolgte jedoch nicht aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung. Im KBA Rückruf heißt es: "Konformitätsabweichung führt zur Überschreitung des Euro-6-Grenzwertes für Stickoxide".

Aktuell: Neue Vorwürfe gegen den VW Konzern – Motoren des Typs EA288 sollen manipuliert sein

Laut einem Bericht der ARD soll VW auch bei neuen Dieselmotoren Software einsetzen, die erkennen kann, ob sich das Auto auf einem Prüfstand befindet. Dabei soll es sich nach Recherchen des SWR um neuere VW-Diesel-Motoren mit Euro-6-Abgasnorm handeln.

Konkret geht es um die Motorreihe EA 288. Das ist der Nachfolger des Motors EA 189, der im Zentrum des ersten Diesel-Skandals stand. Der Nachfolge-Motor wurde seit 2012 in hunderttausenden Diesel-Autos des VW Konzerns eingebaut - unter anderem im Golf, Tiguan oder Passat. Auch bei verschiedenen Modellen von Audi, Skoda und Seat kommt dieser Motor zum Einsatz.

Der VW-Konzern wollte sich laut SWR zu den Dokumenten nicht direkt äußern, da es sich um vertrauliche Dokumente handle. Er dementierte aber allgemein, dass bei diesen Motoren eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut ist.

Was bedeutet die aktuelle Meldung für Autobesitzer, die ein möglicherweise betroffenes Fahrzeug haben? Momentan heißt es abwarten. Bislang gibt es keine Stellungnahme des Kraftfahrbundesamtes oder weitergehende Hinweise. Insgesamt konnte eine Manipulation bei dieser Motorenbaureihe bisher nicht nachgewiesen werden. Um Ansprüche gegen Händler oder Hersteller geltend machen zu können, muss ein Fahrzeug konkret betroffen sein.

Probleme nach Einspielen des Softwareupdates

Im Zuge der laufenden Aktionen gibt es ADAC Mitgliedermeldungen, die zeitnah nach dem Update über Probleme beim Laufverhalten des Motors (Ruckeln, Rasseln) oder auch über Bauteileschäden (Ausfall von AGR-Ventilen, Kühlern, Partikelfiltern, Injektoren etc.) berichten. Dies betraf vorwiegend Modelle mit der Motorengeneration EA198.

Die Händler sind vom Konzern angewiesen, alle Beanstandungen in einem Meldesystem zu verarbeiten, so dass eine gezielte Verfolgung durch den Hersteller möglich ist. Das Softwareupdate kann grundsätzlich nur durchgeführt werden, wenn keine Fehlermeldungen in den Speichern enthalten sind. Betroffene können sich bei Problemen, die nicht mit dem Händler geklärt werden können, an ihren ADAC Regionalclub wenden, damit diese gesammelt und mit dem Hersteller erörtert werden können.

Hinweis zum AGR-Ventil

Speziell zum AGR-Ventil ist indes zu sagen, dass es sich um ein Verschleißteil handelt, das häufig bereits bei Laufleistungen von unter 100.000 km verschlissen sein kann. Dies ist ein herstellerübergreifendes Problem. Ein AGR-Ventil, das unmittelbar nach dem Update kaputt geht, war höchstwahrscheinlich schon vor dem Update stark verschlissen. Besonders die Motoren der Baureihe EA189 fielen jedoch schon weit vor dem Abgasskandal vermehrt durch Pannen wegen defekter AGR-Einheiten auf. Der ADAC hat im Rahmen der Pannenstatistik bereits 2013 darauf hingewiesen.

Vertrauensbildende Maßnahme von VW

Kommt es nach der Umrüstung dennoch zu Problemen, so verspricht VW sich um Beschwerden zu kümmern, die im Zusammenhang mit der technischen Maßnahme an Fahrzeugen mit Dieselmotoren des Typs EA189 stehen und bestimmte Teile des Motor- und Abgasreinigungssystems betreffen. Dies gilt zwei Jahre lang nach der Umrüstmaßnahme bis zu einer Gesamtlaufleistung des jeweiligen Fahrzeuges von max. 250.000 km (je nachdem, welches Kriterium früher greift).

Dies gilt für alle Fahrzeuge mit Dieselmotoren des Typs EA189 der Marken Volkswagen, Audi, Seat, Skoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge, bei denen die technische Maßnahme durchgeführt wurde. Sie umfasst insgesamt 11 Bauteile des Abgasrückführungssystems, des Kraftstoffeinspritzsystems und des Abgasnachbehandlungssystems: Lambdasonde, Temperaturfühler, Umschaltventil Abgasrückführung, Ventil Abgasrückführung, Differenzdrucksensor, Einspritzdüse, Hochdruckpumpe, (Kraftstoff-) Verteilerleiste, Druckregelventil, Drucksensor, Einspritzleitung.

Sollte VW eine Kostenübernahme für Reparaturen verweigern, liegt es am Autobesitzer, den Beweis zu erbringen, dass die Umrüstung des mit Manipulations-Software ausgestatteten Wagens am Defekt schuld war. Da VW bislang keine Garantie abgegeben hat, liegt die Beweislast im Streitfall beim Autobesitzer.

Vorher-Nachher-Tests des ADAC

Bei allen Triebwerken der Baureihe EA189 (1.2 TDI,1.6 TDI, 2.0 TDI) wurden Vorher-Nachher-Tests durchgeführt. Sowohl Leistung/Drehmoment, als auch Verbrauch waren im Rahmen der Messunsicherheit unverändert. Beim strengeren WLTC-Fahrzyklus und höherem Tempo waren die NOx-Werte sogar deutlich niedriger als vorher. Auch die Punkte Motorgeräusche und Laufverhalten wurden genau überprüft. Eine Veränderung der akustischen Eigenschaften und des Laufverhaltens der Motoren konnten wir an den getesteten Fahrzeugen nicht feststellen.

Ergebnisse des Vorher-Nachher-Tests VW 2.0 TDI

Ergebnisse des Vorher-Nachher-Tests VW 1.2 TDI

Ergebnisse des Vorher-Nachher-Tests VW 1.6 TDI

FAQs zu den VW-Abhilfemaßnahmen

Kann man die Werkstatt für die Durchführung der Rückrufaktion frei wählen?

Es muss sich um eine Vertragswerkstatt handeln – nur dort kann die vom Hersteller bereitgestellte Software eingespielt und, soweit erforderlich, sonstige ergänzende Maßnahmen durchgeführt werden. Nach Auskunft von VW kann die Vertragswerkstatt jedoch frei gewählt werden.

Wie lange dauern die Arbeiten und kann ich ein Ersatzfahrzeug verlangen?

Nach Auskunft von VW beträgt der geschätzte Arbeitsumfang je nach Aufwand zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Bei Bedarf soll laut VW eine angemessene und kostenfreie Ersatzmobilität zur Verfügung gestellt werden.

Wie kann man feststellen, ob die Rückrufaktion tatsächlich durchgeführt wurde?

Nach erfolgter Nachbesserung soll ein Aufkleber im Bereich der Reserveradmulde angebracht werden. Außerdem kann das Softwareupdate in der elektronischen Fahrzeughistorie ausgelesen werden. Nach Auskunft von VW erfolgt zudem ein Eintrag im Serviceheft des Fahrzeugs.

Wer trägt die Kosten der Nachbesserung?

Das Kraftfahrtbundesamt hat im VW-Fall eine Kostentragungspflicht angeordnet, die VW unwidersprochen hingenommen hat. Es besteht somit ein Anspruch, dass der Hersteller die angekündigten Maßnahmen für den Kunden in seinem Vertragswerkstattnetz kostenlos durchführt.

Wie kann ich feststellen, ob mein Fahrzeug betroffen ist?

Ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, kann man auf den Internetseiten der Hersteller durch Eingabe der Fahrgestellnummer abfragen. Lediglich der Hersteller und das Kraftfahrtbundesamt verfügen über die notwendigen Informationen zur Einschätzung, ob und in welchen Fahrzeugen eine unzulässige Abschalteinrichtung bzw. Software vorhanden ist.


Prüfen Sie auf der VW-Website* ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Audi-Website* ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
Unter der VW Hotline-Nummer 0662/4681 3500 können auch AUDI-Besitzer telefonisch anfragen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Skoda-Website* ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Seat-Website* ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Porsche-Website* ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

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Text: ADAC Fahrzeugtechnik und Juristische Zentrale