Elektroheizung: Kosten und Verbrauch der Typen im Vergleich

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Von Hilda Arnold, Konstantin Grassl

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Vier verschiedene Heizgeräte stehen nebeneinander auf einem Holzfußboden vor einer pfirsichfarbenen Wand.
Ob Heizlüfter, Infrarotheizung, Konvektor oder Ölradiator – die Auswahl an mobilen Elektroheizungen ist groß© iStock.com/AlexLMX

Wie unterscheiden sich Ölradiator, Infrarotheizung, Konvektor, Heizlüfter und Co. bei Technik, Kosten und Stromverbrauch? Ein Vergleich gängiger Elektroheizung-Typen für zu Hause.

  • Alle Elektroheizungen wandeln Strom nahezu verlustfrei in Wärme um

  • Elektroheizungen sind günstig in der Anschaffung, aber teurer im Betrieb

  • Radiator, Heizlüfter und Konvektor-Heizungen eignen sich eher als Ergänzung

Immer höhere Öl- und Gaspreise: Viele Menschen suchen nach Alternativen zu fossilen Kraftstoffen beim Heizen. Eine Option: Elektroheizungen, die mit Strom laufen. Es gibt sie als mobile Geräte, die sich einfach im Hobbykeller, Wintergarten und in der Garage an die Steckdose anschließen lassen, oder fest installiert als Zusatzheizung für Wohnräume.

Was ist eine Elektroheizung?

Eine Elektroheizung, auch Stromheizung genannt, heizt mit Haushaltstrom aus der Steckdose. In der Heizung befindet sich ein elektrischer Heizwiderstand oder Heizleiter. Fließt Strom durch diesen Draht, erhitzt er sich. Die Wärme wird anschließend entweder an die Raumluft abgegeben oder als Wärmestrahlung direkt an Personen, Wände und Möbel übertragen.

Person sitzt in Pyjama auf dem Boden und wärmt die Hände am Elektroheizer
Mobile Elektroheizkörper sind platzsparend und flexibel einsetzbar© iStock.com/Maryviolet

Es gibt Elektroheizungen als mobile Geräte, die sich flexibel im Hobbykeller, Wintergarten oder in der Garage anschließen lassen, sowie fest installiert als Zusatzheizung für Wohnräume. Die Auswahl ist groß: Sie reicht von Ölradiator und Konvektor über Infrarotheizung, Flächenspeicherheizung und Fußbodenheizung bis zum Heizlüfter. Die diversen Typen von Elektroheizungen unterscheiden sich nicht nur in der Technik, sondern auch bei Verbrauch und Kosten.

Für eine kleinere Elektroheizung mit 2000 bis 3000 Watt braucht es keine speziellen Anschlüsse oder neue Leitungen im Haus. Größere Flächenspeicherheizungen, fest installierte Wandkonvektoren oder elektrische Durchlauferhitzer benötigen wegen der dauerhaften Hochlast zwingend einen Festanschluss durch einen Elektriker oder sogar einen Starkstromanschluss (400 V). Andernfalls fliegt die Sicherung oder die Leitungen können überhitzen (Brandgefahr).

Typen von Elektroheizungen

Diese Übersicht stellt die gängigsten Arten von Elektroheizungen vor sowie deren Funktion, Kosten und Verbrauch. Außerdem erfahren Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile – und für welche Räume sie sich am besten eignen.

Direktheizung vs. Speicherheizung

Bei Elektroheizungen unterscheidet man zwischen zwei Funktionsweisen:

  • Direktheizungen wie Konvektoren, Infrarotheizungen und Heizlüfter liefern schnelle Wärme auf Knopfdruck, die allerdings auch nur kurzfristig im Raum verbleibt.

  • Speicherheizungen wie elektrische Flächen- oder auch Nachtspeicherheizungen geben die Wärme über einen eingebauten Speicherkern zeitversetzt und gleichmäßig ab. Auch nach dem Abschalten der Stromzufuhr sorgen sie noch längere Zeit für Wärme.

Wichtig für den Vergleich: Die Kennzahlen beziehen sich auf die Nennleistung beim Dauerbetrieb. Im Alltag schalten Thermostate die Geräte immer wieder ab, der tatsächliche Verbrauch liegt dann niedriger. Alle Stromkosten sind mit 37 Cent pro kWh gerechnet. Das entspricht dem durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).

Individuelle Variable bedenken: Thermostat-Effekt

Der ADAC Ratgeber rechnet bei den Elektroheizungen stets mit "Dauer-Volllast". In der Realität schalten eingebaute Thermostate die Geräte ab, sobald die Zieltemperatur im Raum erreicht ist. Der effektive Stundenverbrauch liegt im realen Betrieb oft bei nur 50 bis 70 Prozent des Maximalwerts – abhängig von der Raumgröße und der Isolierung des Gebäudes.

Ölradiator: Funktion, Kosten und Verbrauch

Öl-Radiator-Heizung steht auf einem Teppich vor einem Sofa.
Ölradiatoren geben Strahlungswärme gleichmäßig und langfristig ab© Shutterstock/BearFotos

Ölradiatoren sind mobile Heizkörper, die im Inneren ein spezielles Thermoöl als Speichermedium elektrisch erhitzen. Über ihre rippenförmige Metalloberfläche geben sie eine Kombination aus aufsteigender Warmluft (Konvektion) und direkter Strahlungswärme ab, sodass der Raum nach und nach gleichmäßig warm wird. Da das erhitzte Öl die Wärme speichert, geben diese Geräte auch nach dem Abschalten noch eine Zeit lang ohne Stromverbrauch Nachwärme ab.

Kostentechnisch bewegen sich Ölradiatoren bei den Anschaffungskosten im sehr günstigen Bereich, während ihre Betriebskosten im Dauerbetrieb auf einem ähnlich hohen und teuren Niveau liegen wie bei Konvektoren, da der interne Ölspeicher die physikalische Eins-zu-eins-Stromumwandlung langfristig nicht effizienter macht.

Ölradiatoren eignen sich gut für Räume wie Hobbykeller oder selten genutzte Gästezimmer, in denen keine Zentralheizung vorhanden ist und über einen absehbaren Zeitraum hinweg eine konstante, gleichmäßige Wärme benötigt wird.

Kennzahlen für mobilen Ölradiator mit 2000 Watt Leistung

  • Anschaffungskosten: 50 bis 200 Euro

  • Stromverbrauch: 2 kWh (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei einem Strompreis von 37 Cent/kWh: ca. 0,74 Euro pro Stunde (unter Volllast)

Infrarotheizung: Funktion, Kosten und Verbrauch

Ein Infrarot-Heizpaneel lehnt gegen einer weißen Wand
Infrarotheizungen gibt es als flexible Wandpaneele, Bilder und Spiegel© Shutterstock/PhotoSGH

Infrarotheizungen sind kompakt und in vielen Designs erhältlich, beispielsweise als Spiegel oder Bild. Sie geben Strahlungswärme direkt an Wände, Möbel und Personen ab und erwärmen die Raumluft im Gegensatz zu Konvektoren nur indirekt. Dadurch wird kaum Staub aufgewirbelt – ein großer Vorteil für Allergiker. Die Wärme ist nach dem Einschalten schnell spürbar und viele Menschen empfinden sie als sehr angenehm.

Werden sie richtig platziert, genügt für das gleiche Wohlbefinden oft eine niedrigere Raumtemperatur. Das spart im Vergleich zu anderen Elektroheizungen spürbar Energie. Da sich durch die Strahlung auch die Wände aufwärmen und trocknen, kann eine Infrarotheizung bei korrekter Positionierung effektiv Schimmel vorbeugen.

Infrarotheizungen eignen sich ideal für kleinere Räume, die nicht ständig beheizt werden müssen, oder als primäres Heizsystem in gut gedämmten Neubauten. Als flache Wand- oder Deckenheizung montiert, sparen sie wertvolle Stellfläche. Wichtig ist dabei, dass die vom Hersteller vorgegebenen Mindestabstände zu Möbeln und Vorhängen strikt eingehalten werden.

Kennzahlen einer mobilen Infrarotheizung mit 1000 Watt Leistung

  • Anschaffungskosten: ab 100 Euro

  • Stromverbrauch: 1 kWh (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei 37 Cent/kWh: ca. 0,37 Euro pro Stunde (unter Volllast)

Konvektor-Heizkörper: Funktion, Kosten und Verbrauch

Hände werden vor einem Elektroheizer gewärmt, Möbel im Hintergrund unscharf.
Konvektoren sind kompakt, wirbeln aber Staub auf und gehen mit Geräuschen einher© Shutterstock/Dragana Gordic

Ein Konvektor-Heizkörper verfügt im Inneren über elektrische Heizdrähte oder Heizplatten, die die Raumluft sehr schnell aufheizen. Da das Gerät nach dem Prinzip der natürlichen Luftkonvektion arbeitet, kommt es ohne einen integrierten Ventilator aus. Dadurch arbeitet der Konvektor in der Regel sehr leise. Durch den starken thermischen Auftrieb entsteht jedoch ein Kreislauf, der kalte Luft und somit auch Hausstaub vom Boden nach oben wirbelt. Für Allergiker sind Konvektoren im Dauerbetrieb daher meist ungeeignet.

Im Vergleich zu anderen Elektroheizungen liegen die Betriebskosten bei einer Konvektor-Heizung auf einem hohen Niveau, da das Gerät mangels Speicherkern immer wieder Strom ziehen muss, um die Raumtemperatur zu halten.

Die kompakten Elektro-Heizkörper eignen sich als temporäre Zusatzheizung für kleine, selten genutzte Räume wie Gästezimmer. Sie geben ihre Wärme überwiegend über die Raumluft ab und speichern selbst nur wenig Energie. Nach dem Ausschalten endet die Wärmeabgabe deshalb relativ schnell. Wie rasch der Raum anschließend auskühlt, hängt vor allem von seiner Dämmung und seiner baulichen Wärmespeicherfähigkeit ab.

Kennzahlen eines mobilen Konvektors mit 2000 Watt Leistung

  • Anschaffungskosten: 50 bis 150 Euro

  • Stromverbrauch: 2 kWh Kennzahlen (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei 37 Cent/kWh: ca. 0,74 Euro pro Stunde (unter Volllast)

Heizlüfter: Funktion, Kosten und Verbrauch

Person liest auf dem Sofa, daneben steht ein aufrechter Elektroheizer.
Heizlüfter sind die ineffizientesten mobilen Elektroheizungen© Shutterstock/Pixel-Shot

Heizlüfter erzeugen über Heizelemente und ein integriertes Gebläse sehr schnell warme Luft und bieten damit die schnellste Wärmeentwicklung aller Elektroheizungen. Im Betrieb sind sie jedoch vergleichsweise teuer, da sie extrem viel Strom verbrauchen und mangels eines Speichermediums nach dem Ausschalten sofort auskühlen. Zudem ist die Luftzirkulation deutlich hörbar und wirbelt Hausstaub auf, was für Allergiker problematisch ist.

Aufgrund dieser Nachteile eignen sich die in der Anschaffung sehr günstigen und kompakten Geräte ausschließlich zum kurzfristigen Aufheizen kleiner Räume wie Bäder oder Gäste-WCs. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie Modelle mit integriertem automatischem Überhitzungs- und Umkippschutz wählen, um Brandgefahren bei versehentlichem Abdecken oder Sturz zu verhindern.

Kennzahlen eines Heizlüfters mit 1500 Watt Leistung

  • Anschaffungskosten: 30 bis 100 Euro

  • Stromverbrauch: 1,5 kWh (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei 37 Cent/kWh: ca. 0,56 Euro pro Stunde (unter Volllast)

Heizleistung pro Quadratmeter überschlagen

Es gibt Orientierungshilfen, um grob zu überschlagen, wie viel Watt eine Elektroheizung für eine bestimmte Raumgröße haben sollte.

Übliche Richtwerte für die benötigte Heizleistung gehen im Altbau von 100 bis 150 Watt pro Quadratmeter aus.

Bei gut gedämmten Gebäuden ist mit 50 bis 70 Watt pro Quadratmeter zu rechnen.

Elektrische Fußbodenheizung: Funktion, Kosten und Verbrauch

Ein Handwerker verlegt eine elektrische Fußbodenheizung
Mit ein wenig Übung gelingt die Verlegung der Heizmatten einer elektrischen Fußbodenheizung auch Laien© iStock.com/Evgen_Prozhyrko

Elektrische Fußbodenheizungen aus ultradünnen Heizmatten oder Carbon-Heizfolien besitzen eine minimale Aufbauhöhe von oft nur wenigen Millimetern und lassen sich daher ideal nachträglich installieren. Während Heizfolien unter schwimmend verlegtem Laminat trocken Platz finden, werden Heizmatten unter Fliesen oder Vinyl meist in einer dünnen Schicht Ausgleichsmasse eingebettet. Nach dem fachgerechten Anschluss erwärmen sie den Boden sehr zügig mit einer kurzen Anlaufzeit von etwa 20 bis 30 Minuten und lassen sich präzise per Thermostat steuern.

Die gleichmäßige Strahlungswärme sorgt für warme Füße und ein angenehmes Raumklima ohne Staubaufwirbelung, was ideal für Allergiker ist. Elektrische Fußbodenheizungen eignen sich hervorragend als Komfortheizung in barrierefreien Bädern oder als primäre Wärmequelle in hoch gedämmten Neubauten. Da sie den Strom jedoch eins zu eins umwandeln, sind ihre Betriebskosten auf Dauer um ein Vielfaches höher als bei wassergeführten Systemen wie der Wärmepumpe.

Kennzahlen einer elektrischen Fußbodenheizung mit 120 Watt

  • Anschaffungskosten: 20 bis 300 Euro pro Quadratmeter (Heizmatten: 30 bis 300 Euro, Heizfolien: 20 bis 60 Euro); zusätzlich für Thermostate und Installation rund 14 bis 40 Euro pro Quadratmeter

  • Stromverbrauch: 0,12 kWh pro Quadratmeter (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei 37 Cent/kWh: ca. 0,04 Euro pro Stunde und Quadratmeter (unter Volllast)

Flächenspeicherheizung: Funktion, Kosten und Verbrauch

Elektrische Flächenspeicherheizungen (auch Teilspeicherheizungen genannt) mit einem mineralischen Kern aus Schamotte oder Keramik geben die Wärme zeitverzögert und sehr gleichmäßig ab. Im Gegensatz zu alten, unflexiblen Nachtspeicheröfen reagieren sie schnell auf Temperaturänderungen und schalten sich über moderne Thermostate automatisch ab, sobald die Wunschtemperatur erreicht ist. Der interne Speicherkern sorgt dafür, dass das Gerät nach einer kurzen Aufheizphase noch lange Zeit ohne Stromzufuhr Nachwärme abgibt.

Die oft von Herstellern genannte Faustformel, dass ein 2000-Watt-Modell durch diese Taktung im Schnitt nur 15 bis 20 Minuten Strom pro Stunde zieht, gilt jedoch nur bei bereits aufgeheizten Räumen und milder Witterung.

Flächenspeicherheizungen eignen sich gut als dauerhafte Zusatzheizung für Wohnräume oder als Hauptheizung in selten genutzten Ferienhäusern. Da sie die Wärme zu einem großen Teil über Luftzirkulation und nur teils über Strahlung abgeben, wird im Raum etwas Staub bewegt.

Bei den Betriebskosten bieten sie trotz des Speichers keinen echten Sparvorteil gegenüber anderen modernen Direktheizungen, da auch sie den Strom eins zu eins in Wärme umwandeln und im echten Dauerbetrieb teuer bleiben.

Kennzahlen einer Flächenspeicherheizung mit 2000 Watt Leistung

  • Anschaffungskosten: 450 bis 1000 Euro pro mobilem Gerät

  • Stromverbrauch: 2,0 kWh (unter Volllast)

  • Betriebskosten bei 37 Cent/kWh: ca. 0,74 Euro pro Stunde (unter Volllast)

Welche Elektroheizung ist am sparsamsten?

Am sparsamsten sind Elektroheizungen, die Wärme geregelt und gezielt abgeben. Für einen längerfristigen Einsatz eignen sich effiziente Flächenspeicherheizungen oder elektrische Fußbodenheizungen am besten, weil sie meist weniger Strom verbrauchen als die mobilen Direktheizungen. Für kleine, punktuell zu beheizende Räume in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf können auch Infrarotheizkörper wirtschaftlich sinnvoll sein.

Technisch gilt: Jede Elektroheizung wandelt Strom nahezu vollständig in Wärme um. Für dieselbe Wärmemenge verbrauchen alle Typen daher ähnlich viel Strom. Unterschiede entstehen durch Regelung, Speicherfähigkeit, Raumgröße und Dämmung.

Elektroheizung oder Infrarotheizung: Was spart mehr?

Die Infrarotheizung spart im Vergleich zu anderen Elektroheizungen nur dann Stromkosten, wenn sie die Raumtemperatur senken kann. Weil sie Menschen und Oberflächen direkt erwärmt, genügt oft 2 bis 3 Grad weniger. Für große, schlecht gedämmte Räume ist sie dagegen keine günstige Lösung.

Kosten der Elektroheizungen unter Dauer-Volllast

TypLeistungAnschaffungVerbrauchKosten/h bei 37 ct/kWh

Ölradiator

2000 W

50 bis 200 Euro

2 kWh

0,74 Euro

Infrarotheizung

1000 W

ab 100 Euro

1 kWh

0,37 Euro

Konvektor

2000 W

50 bis 150 Euro

2 kWh

0,74 Euro

Heizlüfter

1500 W

30 bis 100 Euro

1,5 kWh

0,56 Euro

Fußbodenheizung

120 W/m²

20 bis 300 Euro/m²

0,12 kWh/m²

0,04 Euro/m²

Flächenspeicher

2000 W

450 bis 1000 Euro

ca. 2,0 kWh

0,74 Euro

Hinweis: Die Werte sind nicht eins zu eins vergleichbar, weil die Leistung und die beheizbare Fläche der Geräte unterschiedlich sind. Senkt ein Thermostat die Temperatur zwischenzeitlich oder schaltet das Gerät ab, sinken Verbrauch und Kosten.

Elektroheizung: Kosten und Verbrauch berechnen

Die Betriebskosten einer Elektroheizung lassen sich mit einer einfachen Formel berechnen:

  • Kosten = Leistung in kW × Betriebsstunden × Strompreis pro kWh

Ein Strommessgerät für die Steckdose zeigt den tatsächlichen Verbrauch mobiler Geräte an. Bei fest installierten Heizungen hilft ein separater Zähler oder der Vergleich der Jahresabrechnung mit dem Vorjahr.

Verbrauch und Kosten pro Jahr nach Wohnfläche

Der energetische Zustand eines Gebäudes beeinflusst sowohl die erforderliche Heizleistung als auch den jährlichen Heizwärmebedarf erheblich. Bei unsanierten Altbauten kann die spezifische Heizlast überschlägig bei etwa 100 bis 150 Watt pro Quadratmeter liegen, in ungünstigen Fällen auch darüber. Gut gedämmte Neubauten benötigen häufig nur etwa 30 bis 50 Watt pro Quadratmeter, hocheffiziente Gebäude (wie Passivhäuser) sogar noch weniger.

Davon zu unterscheiden ist der jährliche Heizwärmebedarf (ohne Warmwasser): Er kann bei unsanierten Altbauten jährlich über 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegen, während bei energetisch guten Neubauten Größenordnungen jährlich etwa 40 bis 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter plausibel sind. Die tatsächlichen Werte hängen unter anderem von Gebäudeform, Dämmstandard, Fenstern, Lüftung, Klimastandort und Nutzung ab.

Ist eine Elektroheizung billiger als Gas?

Nein, Heizen mit Strom ist in der Regel deutlich teurer als Heizen mit Gas. Je nach Tarif kann eine Kilowattstunde Strom dreimal so teuer sein wie eine Kilowattstunde Gas. Ein Beispiel mit der Annahme von 12 Cent pro kWh Gas: Bei 15.000 kWh Wärmebedarf im 100-Quadratmeter-Altbau kostet Gas ca. 1800 Euro im Jahr, das Heizen mit Strom hingegen ca. 5550 Euro.

Die einzige strombetriebene Ausnahme sind Wärmepumpen: Sie erzeugen aus dem Strom, der sie antreibt, das Drei- bis Fünffache an Heizwärme. Im Beispiel oben würde eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3 ca. 5000 kWh Strom benötigen, was bei 37 Cent pro kWh ca. 1850 Euro kostet. Zudem kann die Verknüpfung einer Elektroheizung mit einer Solaranlage wirtschaftlich sinnvoll sein.

Vor- und Nachteile von Elektroheizungen

Vorteile

  • Einfache Installation: Kein Heizkreislauf, keine Rohre – oft einfach an die Steckdose anschließbar

  • Geringe Anschaffungskosten: Zum Beispiel im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen (Ausnahme: Wärmepumpen)

  • Wartungsarm: Keine Brennstoffe, keine beweglichen Teile, keine regelmäßige Wartung nötig

  • Flexibel einsetzbar: Ideal für einzelne Räume, Ferienhäuser oder als Zusatzheizung

  • Schnelle Wärmebereitstellung: Besonders bei Direktheizungen wie Heizlüftern oder Infrarot

Nachteile

  • Hohe Betriebskosten: Strom ist meist teurer als Gas oder Fernwärme – besonders bei Dauerbetrieb

  • Umweltbilanz abhängig vom Strommix: Bei Strom aus Kohle oder Gas ist die CO₂-Bilanz schlecht

  • Begrenzte Heizleistung: Eher für kleine Flächen geeignet – für ganze Häuser oft zu ineffizient

  • Warmwasserbereitung fehlt: Erwärmung des Brauchwassers muss meist separat gelöst werden

  • Nicht immer angenehm: Gebläse in den Geräten können Geräusche verursachen und Staub aufwirbeln

Ist Heizen mit Strom umweltfreundlich?

Aus Klimasicht sind Elektroheizungen nur sinnvoll, wenn sie mit Ökostrom oder mit selbst produziertem Strom von der eigenen PV-Anlage betrieben werden. Nur dann arbeiten sie emissionsfrei. Dadurch lassen sich auch die Betriebskosten von Elektroheizungen stark reduzieren – besonders in Kombination mit Stromspeichern. Betreibt man sie mit Strom aus fossilen Quellen, ist das erheblich teurer und verursacht relativ hohe CO₂-Emissionen.