Solardachziegel: Wie funktionieren PV-Ziegel und was kosten sie?

• Lesezeit: 6 Min.

Von André Gieße

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Ein Einfamilienhaus mit Solardachziegeln bestückt
Solardachziegel integrieren sich harmonisch in die Dachoptik© Shutterstock/www.hollandfoto.net

Solardachziegel wirken optisch dezenter als normale Module einer Photovoltaik-Anlage, sie sind allerdings auch teurer. Was PV-Ziegel im Jahr 2026 kosten und wann sie sinnvoll sind.

  • Solarziegel fügen sich harmonisch in ein Hausdach ein

  • Ein Einfamilienhaus mit PV-Ziegeln auszustatten, kostet ab 15.000 Euro

  • Förderung von bis zu 20 Prozent bei Investition in Gebäudedämmung möglich

Was sind Solardachziegel?

Mit Solardachziegel können Sie die Energie der Sonne für Ihr Haus nutzen – ohne eine auffällige Photovoltaikanlage auf dem Dach. Solardachziegel kombinieren Dachziegel und Solarmodule. Sie unterscheiden sich optisch kaum von normalen Dachziegeln, sind in etwa genauso schwer und lassen sich deshalb unauffällig und ohne Probleme in eine Dachstruktur einfügen.

Es gibt zwei Arten von Solardachziegeln: solche mit in Vertiefungen eingelassenen Solarpanels und solche, bei denen die gesamte Oberfläche ein Solarpanel darstellt. Erstere können aus klassischen Materialien wie Ton, Schiefer, Keramik oder Kunststoff gefertigt sein, während Letztere aus Quarzglas gegossen werden. Die optimale Wahl von Typ und Material ist abhängig davon, wie das ursprüngliche Dach beschaffen ist und welche ästhetischen Voraussetzungen es gibt.

Bei dunklen Glattziegeln mit Solarfunktion ist es möglich, auch Teilflächen des Dachs zu bestücken, ohne dass dies optisch stört. Solardachziegel sind langlebig und wetterbeständig. Einige Hersteller garantieren eine Lebensdauer von 25 Jahren bei 80-prozentiger Leistungsfähigkeit.

Wie funktionieren Solarziegel?

Bei Photovoltaik-Konstruktionen, die auf Hausdächern angebracht sind, unterscheidet man zwischen Auf-Dach- und In-Dach-Lösungen. Die klassischen rechteckigen Solarmodule sind eine Auf-Dach-Lösung, da sie deutlich sichtbar über dem eigentlichen Dach angebracht werden. Bei einer In-Dach-Lösung sind sie integraler Teil der Dachhaut, aber als Solar-Panels noch erkennbar.

Solardachziegel funktionieren technisch wie herkömmliche PV-Module. Die darin eingefassten Solarzellen fangen Sonnenlicht ein und wandeln die erzeugte Spannung in elektrischen Gleichstrom um. Die PV-Ziegel sind untereinander verschaltet und leiten die Energie an einen Wechselrichter weiter. Dieser wandelt sie, wie bei jeder PV-Anlage, in haushaltsüblichen Wechselstrom um.

Was kosten Solardachziegel 2026?

Der Quadratmeterpreis für Solardachziegel inklusive Installation liegt im Jahr 2026 je nach Hersteller und Leistung bei etwa 330 bis 550 Euro. Sie sind damit häufig mehr als doppelt so teurer wie klassische Aufdach-PV-Anlagen. Die Montagekosten sind auch höher, weil hunderte oder tausende Solarziegel einzeln auf der Dachlatte per Steckverbindung miteinander verkabelt werden.

Für ein Einfamilienhaus mit 4 bis 10 Kilowatt-Peak installierter PV-Leistung sollten Sie mit Kosten von grob 15.000 bis 35.000 Euro inklusive Montage rechnen – ohne Stromspeicher und abhängig davon, ob zusätzliche Arbeiten an Dach, Elektrik, Gerüst oder Zählerschrank nötig sind. Bei sehr hochwertigen PV-Ziegeln oder komplexen Dächern können die Gesamtkosten auch darüber liegen.

Typische Preise für Solardachziegel inklusive Montage:

  • 25 bis 35 pro Solardachziegel

  • 330 bis 550 Euro pro Quadratmeter

  • 2000 bis 3500 Euro pro Kilowatt-Peak

Neben dem Energiebedarf des Haushalts und der Leistung der Solaranlage sind Faktoren wie Dachausrichtung und Neigungswinkel wichtig bei der Kosten-Nutzen-Analyse von Photovoltaik. Deshalb sollten Sie sich unbedingt Herstellerangebote einholen, die Ertragsprognosen enthalten.

Vorteile von Solardachziegeln

Optik

Solardachziegeln fügen sich harmonisch in das Erscheinungsbild eines Hausdachs ein. Das architektonische Design und die ursprüngliche Ästhetik des Gebäudes bleiben erhalten. Dächer mit PV-Ziegeln heben sich oft nur durch einen dunklen Glanz von anderen Dächern ab. Solarziegel gibt es in vielen Stilen und Farben, etwa schwarz und rot sowie in Schiefer- oder Terrakotta-Optik.

Denkmalschutz

Die Installation von Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden in Deutschland ist genehmigungspflichtig und oft nur durchsetzbar, wenn die PV-Anlage das Erscheinungsbild von den prägenden Blickachsen aus nicht stört. Solardachziegel können sich bei solchen historischen Häusern unauffällig in die Originalstruktur einfügen, ohne dass bauliche Veränderungen sichtbar sind.

Flexibilität

Die handliche Größe der Solarziegel macht es möglich, auch ungewöhnliche Dachformen mit Photovoltaik auszustatten. Besonders auf verwinkelten Hausdächern mit vielen Neigungen und Ecken ist es schwierig, Standard-Solarpanels zu installieren. Hier sind Solardachziegel eine praktikable Option, bei der die ganze Dachfläche genutzt werden kann – egal, wie sie beschaffen ist.

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    Nachteile von Solardachziegeln

    Anschaffungskosten

    Solardachziegel sind in der Anschaffung oft doppelt so teuer wie herkömmliche Solarmodule für Aufdach-PV-Anlagen. Die Kosten pro Quadratmeter sind höher, da die PV-Ziegel im Schnitt mehr in der Herstellung kosten. Außerdem ist die Montage mit Hunderten Steckverbindungen deutlich aufwendiger. Die Installation erfordert oft Dachdecker und Elektriker parallel auf der Baustelle.

    Montage- und Wartungsaufwand

    Da jede kleine Dachpfanne einzeln verkabelt und angeschlossen werden muss, steigt der Installationsaufwand bei Solarziegeln massiv. Bei der Neuverdachung können zudem noch weitere Baumaßnahmen erforderlich sein. Die schiere Menge an elektrischen Verbindungen macht das System zudem potenziell anfälliger für Störungen als eine Anlage mit wenigen, großen PV-Modulen

    Leistungseinbußen

    Bei Solarziegel muss mit weniger Leistung rechnen, weil sie nicht optimal zum Sonnenstand ausgerichtet werden können, durch Überlappungen und Rahmen sowie wegen der schlechteren Kühlung. Während manche Aufdach-PV-Module bis zu 250 Watt Peak pro Quadratmeter liefern können, kommen Solardachziegel derzeit nur auf 120 bis 190 Watt Peak pro Quadratmeter.

    Gibt es Förderung für Solardachziegel?

    Vom Bund gibt es derzeit keine direkte Förderung für PV-Anlagen. Allerdings gibt es dennoch einige Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zur Investition in Solardachziegel zu erhalten.

    • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden, die zur Erhöhung der Energieeffizienz des Gebäudes an der Gebäudehülle beitragen. Dazu gehört auch eine Ausstattung und Dämmung des Daches mit Solardachziegeln. Hierüber können 15 bis 20 Prozent der Investitionsausgaben bezuschusst werden.

    • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kann vergünstigte Kredite für Solardachziegel und andere PV-Installationen gewähren, wenn diese an das öffentliche Stromnetz angeschlossen werden. Dies kann über das KfW-Finanzierungsprogramm 270 beantragt werden. Wer überschüssigen Solarstrom zur Verfügung stellt, erhält dazu noch eine Einspeisevergütung.

    • Mancherorts gibt es regionale Förderungen für den Ausbau von erneuerbaren Energien. Hierfür sollte man die aktuellen Angebote von Bundesland, Kreis und Stadt im Blick haben. Bei der Suche nach dem passenden Zuschuss hilft die Förderdatenbank des Bundes.

    In jedem Fall ist es wichtig, die entsprechenden Anträge für Fördermittel und Förderkredite zu stellen, bevor der Auftrag erteilt wird.

    Fazit: Für wen lohnen sich PV-Ziegel?

    Wer sein Haus mit Sonnenenergie versorgen und autarker werden will, doch PV-Module als optisch störend empfindet, für den sind Solardachziegel eine attraktive Alternative. Diese hat jedoch ihren Preis und bietet weniger Leistung als eine herkömmliche Photovoltaik-Aufdachanlage. Solarziegel sind also etwas für Hausbesitzer mit ästhetischen Ansprüchen und entsprechenden Budgets.

    Interessant sind Solarziegel auch dort, wo aufgrund statisch sensibler oder komplizierter Dachkonstruktionen keine anderen PV-Anlagen möglich sind, sowie für denkmalgeschützte Gebäude.

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