Indach-Photovoltaik: Vorteile, Nachteile und Kosten

• Lesezeit: 4 Min.

Von André Gieße

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Haus mit im Dach integrierten Solarpanelen
Bei der Indach-Photovoltaik ersetzen Solarmodule die Dachziegel teilweise© Shutterstock/fokke baarssen

Solarmodule lassen sich auch direkt in das Dach eines Hauses integrieren. Wann sich diese Montage-Variante lohnt und welche Dachflächen für Indach-Photovoltaik geeignet sind.

  • Indach-Solarmodule ersetzen Dachziegel teilweise oder vollständig

  • Eine Indach-PV ist durch ihre Konstruktion besonders widerstandsfähig

  • Finanziell lohnt sich die Installation vor allem für Neubauten

Was ist Indach-Photovoltaik?

Bei der Indach-Photovoltaik (auch gebäudeintegrierte Photovoltaik-Anlage genannt) ersetzen die Solarmodule die klassischen Dachziegel. Sie werden direkt in die Dachhaut integriert, bilden eine ebene Fläche mit dem restlichen Dach und übernehmen neben der Stromerzeugung auch die Funktion der wetterfesten Dacheindeckung. Diese Variante der Photovoltaik-Montage ist nur für Schrägdächer geeignet und teuer als die verbreiteteren PV-Aufdach-Anlagen.

Was sind die Vorteile und Nachteile von Indach-PV?

Indach-PV-Module haben gegenüber den weit verbreiteten Aufdach-Solaranlagen viele Vorteile, doch auch einige Nachteile. Hier ein Überblick der wichtigsten Faktoren, die Sie kennen sollten.

Vorteile

  • Ästhetisch ansprechende, nahtlose Integration ins Dach

  • Dient gleichzeitig als Dacheindeckung (ersetzt Dachziegel)

  • Weniger Angriffsfläche für Wind (bessere Sturmresistenz)

  • Gleichmäßige Gewichtsverteilung von Photovoltaik auf dem Dach

  • Robuste Bauweise (häufig Glas-Glas-Module mit hoher Lebensdauer)

  • Ideal bei Neubau oder Dachsanierung (Einsparung bei Dacheindeckung)

  • Geeignet für Denkmalschutz oder architektonisch anspruchsvolle Gebäude

Nachteile

  • Höhere Anschaffungs- und Installationskosten als Aufdach-PV (+10-20%)

  • Geringere Effizienz durch schlechtere Hinterlüftung (bis -5% Ertrag)

  • Komplexere Montage, längere Bauzeit, höherer Planungsaufwand

  • Aufwendigere Wartung und Reparatur (Module schwerer zugänglich)

  • Nicht für alle Dachformen geeignet (z.B. ungeeignet für Flachdächer)

  • Nachträgliche Änderungen schwierig (z.B. Dachfenster einbauen)

  • Wirtschaftlich oft nur bei Neubau oder ohnehin geplanter Dachsanierung sinnvoll

Welches Dach eignet sich für Indach-Solarmodule?

Ob eine Indach-Photovoltaik-Anlage installiert werden kann, hängt stark von der Art des Dachs ab. Schräge Ziegeldächer, vor allem Satteldächer und Walmdächer, sind dafür am besten geeignet.

Bei Blech- oder Bitumendächern rechnet sich eine Indach-PV eher nicht. Diese Materialien sind extrem günstig in der Anschaffung und Verlegung. Die Einsparung durch weggelassenes Blech oder Bitumen ist minimal und wiegt den hohen Aufpreis des Indach-Montagesystems nicht auf.

Indach-PV-Anlagen setzen in der Regel einen Mindestwinkel von 20 bis 25 Grad voraus, damit Regenwasser problemlos abfließen kann. Sie sind deshalb nicht für Flachdächer geeignet. Dasselbe für ein Pultdach, wenn dessen Winkel zu flach oder es nach Nordwesten ausgerichtet ist.

Für einen hohen Solarertrag sind Süd-, Südost- oder Südwest-Ausrichtungen am besten. Auch Ost-West-Dächer können sinnvoll sein, wenn der erzeugte Strom stärker über den Tag verteilt im Haus genutzt werden soll. Der höchste Ertrag wird bei ungefähr 30 Grad Dachneigung erreicht.

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    Was kostet eine Indach-PV-Anlage?

    Indach-PV-Anlagen sind meist 10 bis 20 Prozent teurer als klassische Aufdach-PV-Systeme. Die Montage ist aufwendiger und erfordert spezielle Abdichtungen. In Einzelfällen – zum Beispiel bei komplizierter Integration in ein Bestandsgebäude – kann der Aufpreis auch deutlich höher ausfallen. Eine installierte Indach-Solaranlage kostet im Jahr 2026 durchschnittlich 1500 bis 2300 Euro pro kWp (Kilowatt-Peak) beziehungsweise 350 bis 550 Euro pro Quadratmeter Dachfläche.

    Wie installiert man Indach-Photovoltaik?

    Die Installation einer Indach-PV-Anlage ist komplexer als bei einer Aufdach-Anlage, da sie die Expertise sowohl eines Dachdeckers als auch eines Elektrikers erfordert. Beim Indach-System werden die Solarmodule anstelle von Dachziegeln direkt in die Dacheindeckung integriert.

    Dafür werden Schienen auf die Dachlatten montiert, in die später die Module eingesetzt werden. Die spezielle Unterkonstruktionen mit Dichtprofilen und Einfassblechen leitet Regenwasser ab. Die Verkabelung der einzelnen Module ist bei manchen Indach-PV-Anlagen aufwendiger.

    Wie viel Ertrag bringt eine Indach-PV-Anlage?

    Durch die Integration in die Dacheindeckung haben Indach-Solarmodule im Gegensatz zu den Aufdach-PV-Modulen keinen Abstand zum Dach. Dadurch kann die Hinterlüftung etwas schlechter sein, was bei hohen Temperaturen im Sommer möglicherweise zu Leistungseinbußen führt, weil die Indach-Module sich stärker aufheizen und infolgedessen ihr Wirkungsgrad abnimmt.

    Realistisch sind Ertragseinbußen von bis zu 5 Prozent. Hochwertigere Indach-PV-Module mit einer besseren Wärmeableitung können die Überhitzung allerdings ausgleichen.

    Wann lohnt sich Indach-Photovoltaik auf dem Haus?

    Wirtschaftlich wird Indach-Photovoltaik vor allem dann interessant, wenn durch eine integrierte PV-Anlage ein Teil der Dacheindeckung ersetzt wird. Die eingesparten Dachziegel gleichen einen Teil der Mehrkosten der Solarmodule aus. Deshalb lohnt sie sich meist eher bei Neubauten oder im Zuge einer ohnehin geplanten Dachsanierung als bei einem bestehenden, intakten Dach.

    Wann das Dach dagegen noch gut in Schuss ist und die Optik keine große Rolle spielt, rechnet sich eine nachträgliche Aufdach-PV-Anlage meist mehr. Diese Standardlösung ist deutlich günstiger in der Anschaffung und Montage sowie flexibler, falls man die PV-Anlage erweitern möchte. Vor der Beauftragung sollte immer geprüft werden, ob das Dach die zusätzlichen Lasten tragen kann.

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