Yamaha TMAX: Erfolgreicher Sport-Scooter

Frontansicht einer fahrenden Yamaha TMAX 560
Den Maxi-Roller Yamaha TMAX gibt es in zwei Varianten© Yamaha

Der Yamaha TMAX gehört zu den Sport-Scootern und ist in diesem Segment erfolgreich unterwegs. Fahrbericht, Bilder, Daten, Preis.

  • Sehr effiziente 48 PS

  • Einfach und komfortabel im Handling

  • Premiumausstattung, hoher Preis

Der Yamaha TMAX – 2001 erstmals erschienen – hat die Klasse der sogenannten Sport-Scooter begründet. Sie heißt so, weil ihre Fahrzeuge ein Fahrverhalten aufweisen, das Motorrädern nicht unähnlich ist. Führend im Handling, aber auch in den verkauften Stückzahlen, ist der Yamaha TMAX. Hierzulande sind die Stückzahlen überschaubar, aber sein Freundeskreis ist treu: einmal TMAX, immer TMAX. Seit 2021 ist die siebte Generation am Start, und zwar in gleich zwei Versionen.

Zwei Millimeter mehr Bohrung machen aus dem Zweizylinder des Vorgängers TMAX 530 die 560er-Version. Größere Einlassventile lassen mehr zündfähiges Gemisch in die Brennräume, etwas mehr Leistung ist das Resultat, nämlich 48 PS. Doch dank neuer Einspritzdüsen sind die Abgase sauberer geworden, und der Verbrauch ist geringfügig zurückgegangen.

Einfach im Handling

Eine Yahmaha TMAX 560
Der Yamaha TMAX lässt sich easy fahren© Yamaha

Zudem wurden zahlreiche Details verändert, vom Kühlsystem bis zur Auspuffanlage. Weil auch die Übersetzung der zweistufigen Variomatik modifiziert worden ist, sprintet der TMAX noch ein bisschen schneller – wer ihm die Zügel frei lässt, bleibt auf Land- und Bergstraßen an vielen Motorrädern dran, selbst wenn deren Motorleistung doppelt so hoch ist. Das war schon früher so, und es hat sich nicht verändert – außer ins nochmals Positivere. Denn viele kleine Weiterentwicklungen haben den Yamaha TMAX noch leichter fahrbar, noch leichter beherrschbar und zugleich komfortabler gemacht.

Dank schlankem Heck steigt ein Beifahrer oder eine Beifahrerin leicht auf, die Füße haben ordentlich Platz. Beide genießen eine optimal ansprechende Federung. Allein dem Wohlbefinden des Pilotierenden dient dagegen das 7-Zoll-Farbdisplay. Es zeigt fast alles an, was man wissen möchte: Tempo, Drehzahl, Uhrzeit, Verbrauch, Außentemperatur. Und wer die Yamaha "MyRide"-App auf dem Smartphone installiert, kann sich mit dem Bordinstrument vernetzen.

Bilder: Der Yamaha TMAX im Detail

Tech-MAX-Version

Für noch mehr Premium-Gefühl als ohnehin schon sorgt die Tech-MAX-Version. Sie bietet eine elektrisch verstellbare Scheibe, Sitz- und Griffheizung und Tempomat. Eine Einschränkung, der schon frühere Modellgenerationen unterlagen, gilt auch jetzt noch: Kleiner als 1,75 Meter sollte man nicht sein, um halbwegs sicher anhalten zu können. Aber auch mit 1,75 Meter finden nicht mehr als die Zehenspitzen Halt am Boden. Zwar ist die Sitzhöhe nicht übertrieben hoch, jedoch ist der sehr bequeme Sitz von der breiteren Sorte.

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Hoher Komfort, gute Ausstattung

Eine Yahmaha TMAX 560
Der TMAX zeigt sich sehr bedienerfreundlich© Yamaha/ Jonathan Godin

Alles andere am TMAX funktioniert kinderleicht: Die beiden Bremshebel am Lenker lassen sich auf die Handgröße einstellen und verzögern mittels der drei Bremsscheiben bestens, das Aufbocken verlangt ebenfalls kein grobes Hinlangen. Auch die restliche Bedienung ist sinnvoll gestaltet: Die Anzeigen spiegeln nicht, der Tempomat hält sauber das Tempo, die dreistufige Griffheizung weist eine gute Differenzierung auf. Was man vom Fahrmodus nicht sagen kann: Ob man T oder S einlegt, macht kaum einen Unterschied.

Das ist andererseits gut: Denn die Gasannahme des Zweizylindermotors ist, egal bei welcher Drehzahl, geradezu fantastisch. Nie war während des 220 Kilometer langen Tagestests auch nur das geringste Ruckeln spürbar. Diese prächtige Eigenschaft hilft nicht zuletzt beim Manövrieren auf der Küstenstraße zwischen Cascais und Lissabon, wo im Berufsverkehr zweispuriger Dauerstau herrscht und es oft genug des letzten Zentimeters bedarf, um zwischen den Außenspiegeln der Autos einen Weg zu finden.

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Weil der TMAX bestens austariert ist und ebenso fein ans Gas geht, machen selbst solche Manöver noch halbwegs Spaß. Mehr jedenfalls, als sich im Regen hinten anzustellen. Apropos Niederschlag: Der Wetterschutz des TMAX ist insbesondere bei der Tech-MAX-Version ausgezeichnet, weil das feinfühlig einstellbare Windschild beispielsweise hinter übel gischtenden Lkw auf Schrankwand-Format hochgezogen werden kann.

Unerschütterlich flitzt er mit bis zu 50 Grad Schräglage um jede Kurve, federt fein und dämpft absolut zufriedenstellend. Dass er nie zu teuer war, zeigt die extrem hohe Ausrüstungsquote mit dem nun wirklich nicht billigen Akrapovic-Auspuff. Allerdings scheint der TMAX nun seinen Maximalzustand erreicht zu haben: Mehr als 35 kW/48 PS sind für Inhaber der A2-Lizenz nicht drin, und diese Grenze darf er nicht überspringen, um nicht wichtige Kunden zu verlieren.

Yamaha TMAX: Technische Daten, Preis

Herstellerangaben

Yamaha TMAX

(TMAX Tech MAX )

Motor

Wassergekühlter Zweizylinder-Reihenmotor mit vier Ventilen pro Zylinder und einem Ausgleichskolben, 562 ccm Hubraum, 35 kW/48 PS bei 7500/min., 55,7 Nm bei 5250 U/min; Einspritzung, Variomatik, Endantrieb über Zahnriemen

Fahrwerk

Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen; Upside-down-Telegabel ø 41 mm vorne, 120 mm Federweg; Zweiarm-Leichtmetallschwinge, liegendes Mono-Federbein (Federbasis einstellbar), 117 mm Federweg; Leichtmetallgussräder

Bremsen

Reifen 120/70 15 (vorne) und 160/60 15 (hinten). 267 mm Doppelscheibenbremse vorne, 282 mm Einscheibenbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1575 mm, Sitzhöhe 800 mm, Gewicht fahrfertig 218 (220) kg, Zuladung 195 kg; Tankinhalt 15 Liter

Fahrleistungen

0-100 km/h ca. 7 s, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h. Normverbrauch lt. EU4 4,8 l/100 km

Preis

13.899 Euro

(Tech MAX 15.999 Euro)

Athletisch genug für ein Leistungsplus wäre er, hält er doch seit Anbeginn strengste Diät: Aus den 217 Kilogramm des Erstlings sind innerhalb von gut 20 Jahren gerade mal 218 geworden, trotz gewaltiger technischer Aufrüstung. Zugleich ist er aber nicht nur stärker und schneller, sondern auch sparsamer geworden – allein gegenüber dem 2017er-Modell ist der Durchschnittsverbrauch um einen halben Liter auf nun 4,8 Liter gesunken. Nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der Bordcomputer-Anzeige des Testfahrzeugs.

Text: Ulf Böhringer/SP-X