Kinderfahrräder mit 24 Zoll im Test: Leicht und sicher siegt

• Lesezeit: 6 Min.

Von Jochen Krauß

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Kinder fahren im Zuge des ADAC Kinderfahrradtests durch einen Parcour
Praxistest: Wie gut lassen sich die Kinderfahrräder fahren? © ADAC/Ralph Wagner

Der ADAC hat 14 Kinder- und Jugendfahrräder in der Größe 24 Zoll für Kinder ab acht Jahren getestet. Geprüft wurden Handhabung und Fahren, Eignung für das Kind, Sicherheit und Verarbeitung sowie mögliche Schadstoffe. Ein Modell fällt durch.

  • Testsieger überzeugt mit guter Ergonomie

  • In der Basis fehlt oft wichtige Ausstattung

  • Nur ein Modell im Test frei von Schadstoffen

Ab dem achten Lebensjahr dürfen Kinder aktiv mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen – vorausgesetzt, sie fühlen sich auf ihrem Rad sicher. In diesem Alter entwickeln die Kinder zunehmend auch eigene Vorlieben bezüglich Farbe und Form ihres Fahrrads.

Eine Kaufentscheidung sollte aber nicht aufgrund der Optik getroffen werden, wie der ADAC Test von 14 verschiedenen 24-Zoll-Kinderfahrrädern zeigt. Die Unterschiede sind groß, genau wie die Preise: Für ein Kinderfahrrad lassen sich sogar mehr als 800 Euro ausgeben.

Dennoch fehlen in den Basisausstattungen der Räder oftmals wichtige Ausstattungsdetails wie Seitenständer, Reflektoren, Beleuchtung oder Schutzbleche. Beim Kauf sollten Eltern darauf genau achten. 24-Zoll-Fahrräder sind für Kinder ab etwa acht Jahren gedacht.

Für längere Nutzbarkeit: Das ideale Rad wächst mit

Verstellbarer Vorbau an einem Kinderfahrrad
Ein verstellbarer Lenker-Vorbau erleichtert das Einstellen auf die Körpergröße bei heranwachsenden Kindern© ADAC/Ralph Wagner

Elf der getesteten Kinderfahrräder erhalten das ADAC Urteil "gut". Zwei Räder bekommen das Urteil "befriedigend", eines fällt mit "mangelhaft" durch. Beim Preis bewegen sich die 14 Kinder- und Jugendfahrräder im Bereich von 268 bis 808 Euro. Das ist viel Geld – doch ein qualitativ hochwertiges Fahrrad erleichtert es Kindern, das Radfahren zu erlernen.

Wichtiges Kriterium bei Kinderfahrrädern: Je mehr Einstellmöglichkeiten ein Rad zur Anpassung an die Körpergröße bietet, desto länger kann es später genutzt werden. Ein verstellbarer Vorbau – wie bei den getesteten Modellen von Academy, Bikestar, Cube, Winora und Woom – und ein in der Länge justierbarer Sattel sowie eine ausreichend lange Sattelstütze, wie sie Cube, Decathlon und Woom bieten, tragen entscheidend zur langen Nutzbarkeit des Fahrrads bei.

Testsieger: Explore 5 von Woom

Produktfoto des Woom Explore 5
Zubehör wie Seitenständer, Licht oder Gepäckträger muss beim Woom extra erworben werden© ADAC/Test und Technik

Mit deutlichem Notenvorsprung sichert sich das Rad von Woom den ersten Platz im Vergleich. Mit einer 2,0 im Endergebnis kann es sich vom zweitplatzierten Cube Numove 240 Street (Note 2,2) absetzen. Als einziges Modell im Test ist das Allroundfahrrad von Woom mit Scheibenbremsen ausgestattet, die auch bei Nässe konstant hohe Bremsleistungen zeigen.

Sattelhöhe und Vorbau lassen sich leicht anpassen und ermöglichen eine sehr gute Ergonomie. Das Zubehör ist optional erhältlich und schnell montiert. Die 8‑Gang‑Schaltung ohne Ganganzeige konnte die Testfahrerinnen und Testfahrer jedoch nicht vollständig überzeugen.

Zudem fehlen in der Basisausstattung trotz des hohen Preises von knapp 679 Euro wichtige Zubehörteile wie Seitenständer oder Beleuchtung. Äußerst positiv hervorzuheben ist, dass das Rad als einziges Modell im Test komplett frei von Schadstoffen ist.

Testverlierer: Jugendfahrrad leicht von Bikestar

Kinder fahren im Zuge des ADAC Kinderfahrradtests durch einen Parcour
Schadstoffe in den Griffen: Das Jugendfahrrad leicht 24 Zoll von Bikestar musste abgewertet werden© ADAC/Ralph Wagner

Das Rad von Bikestar gehört zu den leichtesten Modellen im Test, was auch bei den Fahrversuchen der Kinder positiv auffiel. Verbesserungswürdig sind aber die Auszuglänge der Sattelstütze, die schwergängigen Pedale und die Position des Seitenständers.

Deutlich abgewertet werden musste das Rad aufgrund der in den Lenkergriffen nachgewiesenen Schadstoffe. Da im Bikestar die PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) Benzo(e)pyren und Benzo(a)pyren gefunden wurden, die als gesundheitsschädlich, krebserregend und erbgutschädigend gelten, kam das Fahrrad im Gesamtergebnis nur auf die Note "mangelhaft".

24-Zoll-Kinderfahrräder: Die Testergebnisse

Die 14 Kinderfahrräder wurden mit unterschiedlicher Gewichtung in den fünf Kategorien Fahreigenschaften, Eignung für das Kind, Handhabung, Sicherheit und Verarbeitung sowie Schadstoffe getestet (siehe Einzelbewertungen in der Tabelle). Die Fahreigenschaften wurden in einem Praxistest mit acht Kindern überprüft.

Für die Einzelbewertung der Fahrräder im Test klicken oder tippen Sie auf die entsprechende Zeile in der Tabelle:

Hersteller/ModellPreis in Euro inkl. ZubehörADAC UrteilFahrenEignung für das KindHandhabungSicherheit und VerarbeitungSchadstoffezum Vergleich hinzufügen
798,90
2,0
2,0
2,2
1,8
2,0
1,0
599,00
2,2
2,1
2,2
2,1
2,5
3,0
663,80
2,3
2,1
2,5
2,2
2,6
3,0
499,99
2,3
2,2
2,6
2,3
2,4
2,0
699,00
2,3
2,2
2,7
2,0
2,3
2,5
549,00
2,3
2,3
2,6
2,3
1,9
3,0
529,00
2,3
2,3
2,5
2,1
1,8
3,0
599,00
2,4
2,3
2,6
2,4
2,3
3,0
733,95
2,4
2,3
2,6
2,9
1,9
2,0
699,95
2,5
2,4
2,6
2,4
2,5
3,0
808,00
2,5
2,4
2,5
2,6
2,3
3,0
654,96
2,7
2,8
2,5
2,5
2,5
3,0
267,98
2,9
2,7
2,8
3,4
2,9
3,0
454,85
5,01
2,2
2,6
2,2
2,8
5,0
  1. 1 · Ist die Note Schadstoffe mangelhaft, kann das ADAC-Urteil nicht besser sein

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

© ADAC e.V.

Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.

Decathlon: Das billigste Rad bremst bei Nässe schlecht

Ein Kinderfahrrad während eines Tests auf dem Bremsenprüfstand
Auf dem Bremsenprüfstand hatte das Rad von Decathlon/B'Twin Defizite bei nassen Verhältnissen© ADAC/Test und Technik

Da der Testsieger von Woom als einziges Modell im Test über Scheibenbremsen verfügt, achteten die Tester auch darauf, welche Bremsleistung preisgünstigere Kinderfahrräder an den Tag legen. Dabei offenbarte das billigste Rad im ADAC Test eine Schwäche auf dem Bremsenprüfstand.

Beim Kinder‑ und Jugendrad von Decathlon/B'Twin (268 Euro) erreichten die gemessenen Bremswerte auf beiden Bremsen nicht das geforderte Verhältnis von Trocken‑ zu Nassbremsung und lagen damit unterhalb des Normwerts. Das bedeutet, dass die Bremswirkung bei Regen deutlich nachlässt und eine Gefahrenbremsung nur stark verzögert möglich wäre. Vermutlich muss der Hersteller hier die Kombination aus Reibbelag und Felge optimieren. Folge im Test war eine Abwertung in der Kategorie Bremsen.

Auf dem Bremsenprüfstand wird in Anlehnung an die Norm DIN 4210:2023 die Mindestbremswirkung sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand überprüft. Die besten Bremsleistungen im gesamten Testfeld zeigten die Modelle von KTM und Winora. Die Scheibenbremse des Testsiegers von Woom überzeugte ebenfalls durch konstante Performance, auch bei Regen.

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Sichtbarkeit im Dunkeln muss verbessert werden

Detailansicht eines Fahrradlichts an einem Kinderfahrrad
Akkubetriebene Leuchten sind zwar praktisch, aber morgens vor dem Schulweg ist die Batterie oftmals leer© ADAC/Ralph Wagner

Reflektoren und eine funktionierende Beleuchtung am Fahrrad sind bei Dunkelheit entscheidend, um im Straßenverkehr wahrgenommen zu werden. Allerdings werden nicht bei allen Kinderfahrrädern im Test die von der StVZO geforderten Reflektoren (für vorne, für hinten sowie für die Seite und an den Pedalen) mitgeliefert.

Käuferinnen und Käufer sollten daher unbedingt darauf achten, dass das Fahrrad den Anforderungen der StVZO entspricht. Verbesserungspotenzial zeigt sich auch bei der Beleuchtung: Bei den Modellen von Academy, Kubike, Puky und Woom sind serienmäßig keine Lichtanlagen verbaut.

Im Zubehör findet man lediglich akkubetriebene Lichtquellen, die regelmäßig nachgeladen werden müssen. Fest verbaut, jedoch mit Batteriezellen betrieben, sind die Lichter an den Fahrrädern von Bikestar, Decathlon/B'Twin und Winora – was einen regelmäßigen Austausch der Batterien erforderlich macht.

Kinderfahrräder: Tipps für Eltern

Radfahren gehört zum Großwerden dazu, der eine oder andere Sturz lässt sich dabei leider nicht vermeiden. Umso wichtiger ist das Tragen eines gut sitzenden Fahrradhelms.

Falls Bedenken wegen möglicher Schadstoffe in den Lenkergriffen des Rades bestehen, können diese immer im Fachhandel getauscht werden. Denn Schadstoffe gehören gerade bei Fahrrädern für Kinder nicht in Griffe oder Sättel.

Worauf Eltern zusätzlich achten sollten

  • Vor der Probefahrt beim Fachhändler Sattelhöhe, Lenkerposition und Bremshebel richtig einstellen.

  • Erste Übungsfahrten mit Kindern idealerweise auf einem abgesperrten Gelände durchführen.

  • Je mehr Einstellmöglichkeiten ein Rad zur Anpassung an die Körpergröße bietet, desto länger kann es genutzt werden. Ein verstellbarer Vorbau, ein Sattel, der sich in der Länge justieren lässt, und eine ausreichend lange Sattelstütze tragen hierzu bei.

  • Sinnvolles Zubehör wie ein Seitenständer oder ein Fahrradlicht am besten direkt vom Fachhändler montieren lassen. Speichen-Reflektoren und eine gut zu bedienende Fahrradklingel sollten mindestens dabei sein.

Neben den Tests der 16-Zoll-Kinderfahrräder aus dem Jahr 2024 und den 20-Zoll-Kinderfahrrädern aus dem Jahr 2022 ergänzt dieser Produkttest der 24-Zoll-Fahrräder das Angebot an Rädern, mit denen Kinder das Radfahren erlernen können.

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Test Kinderfahrräder 24 Zoll: So hat der ADAC getestet

Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann, ADAC Technik Zentrum