Fahrradanhänger für Hunde: Darauf kommt es beim Kauf an

• Lesezeit: 4 Min.

Von Andrea Piechotta

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Ein Dackel schaut aus einem Hundeanhänger heraus.
Ist der Fahrradanhänger zu klein, fühlt sich der Hund nicht wohl© Shutterstock/AndiPu

Wer seinen Hund auf einer Radtour mitnehmen möchte, für den sind Fahrradanhänger praktisch. Aber worauf muss man beim Kauf achten? Die wichtigsten Infos.

  • Größe des Hundes beim Anhänger-Kauf berücksichtigen

  • Gefederte Anhänger bieten mehr Komfort

  • Achtung: Nicht jedes Rad eignet sich als Zugfahrzeug!

Welcher Fahrradanhänger passt zu meinem Hund?

Viele Hunde sind sehr bewegungsfreudig und lieben Radtouren. Aber nicht jeder Vierbeiner kann oder sollte sehr lange am Rad laufen. Hier bieten Fahrradanhänger für Hunde viele Vorteile. Insbesondere sind sie geeignet für ältere Hunde oder solche, deren Kondition nicht für längere Touren ausreicht.

Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine große Auswahl an unterschiedlichen Modellen mit Preisspannen von rund 100 bis zu 1000 Euro. Die speziellen Anhänger für Hunde orientieren sich am Gewicht des Vierbeiners – so gibt es Anhänger für Tiere bis 15 Kilo, bis 50 Kilo und im XXL-Format.

Generell gilt: Hunde sollten zunächst langsam und positiv an den Fahrradanhänger gewöhnt werden. Es empfiehlt sich, den Anhänger vorab erst mal zu schieben und dann mit kürzeren Radtouren zu starten.

Anhänger für Hunde: Größe richtig wählen

Eine Frau streichelt einen Hund in einem Hundeanhänger
Viele Fahrradanhänger können auch zum Mitführen beim Joggen oder für den Hundetransport im Auto als abnehmbare Box benutzt werden© imago images / biky

Ausschlaggebend für die Wahl eines passenden Fahrradanhängers sind immer die endgültige Größe und das Gewicht des ausgewachsenen Hundes. Wichtig ist dabei, die Abmessungen im Innenbereich des Anhängers mit der Größe des Tieres abzugleichen. Der Hund sollte immer die Möglichkeit haben, zu sitzen oder sich bequem hinzulegen.

Die Länge des Anhängers sollte der Länge des Hundes im Stehen entsprechen plus die halbe Vorderbeinlänge. Der Innenraum sollte mindestens doppelt so breit sein wie die Brustbreite des Hundes. Die Höhe des Fahrradanhängers sollte mindestens die Maße des Hundes im Stehen (von der Pfote bis zur Ohrspitze) haben.

Fahrradanhänger mit Federung bieten mehr Komfort

Im gut gefederten Fahrradanhänger fühlen sich Hunde auch in unwegsamem Gelände wohl© stock.adobe.com/Sabine Schönfeld

Fahrradanhänger mit Federung sind zwar deutlich teurer, bieten dafür aber wesentlich mehr Komfort. Das ist für den Hund besonders auf unebenen Strecken oder auch bei längeren Radtouren mit wechselndem Untergrund wichtig. Generell sind Fahrradanhänger mit einem stabilen Aluminiumrahmen eine gute Wahl, und auch auf luftbereifte Räder sollte man am Anhänger nicht verzichten.

Der richtige Reifendruck ist nicht nur beim Fahrrad als Zugfahrzeug wichtig, sondern auch beim Fahrradanhänger. Denn der passende Luftdruck erhöht das Fahrgefühl, bietet optimalen Grip und schützt zudem vor Fahrradpannen.

Wer mit seinem Hund im Anhänger regelmäßig größere Radtouren in bergigem Gelände unternehmen möchte, für den ist ein Pedelec oder E-Bike als Zugfahrzeug ideal.

Welches Zubehör braucht ein Hundeanhänger?

  • Ein Sicherungsseil an der Kupplung des Radanhängers sollte immer montiert sein.

  • Beide Räder des Fahrradanhängers sollten eine Feststellbremse haben, damit der Anhänger sicher abgestellt werden kann.

  • Eine Fahne in einer Signalfarbe am Anhänger anbringen, um im Straßenverkehr sichtbarer zu sein.

  • Auf eine einheitliche Kupplungsmöglichkeit bzw. auf Adapter achten, die bei allen Fahrrädern passen.

  • Der Anhänger sollte über eine integrierte Leine verfügen. Den Vierbeiner immer am Hundegeschirr mit der Leine im Anhänger sichern.

  • Den Anhänger mit Insektengitter und wasserdichter Regenplane ausstatten.

  • In der Abdeckung sollten genügend Belüftungsoptionen vorhanden sein.

  • Eine dicke, weiche Unterlegmatte für den Hund in den Anhänger legen.

  • Ideal: eine herausnehmbare Sitzwanne für eine einfache Reinigung.

  • Wer bergige Strecken fährt, sollte größere Bremsscheiben am Fahrrad montieren.

Welche Beleuchtung ist vorgeschrieben?

Je nach Breite des Radanhängers gibt es besondere Vorschriften für die Beleuchtung. Fahrradanhänger müssen immer an der Front und am Heck mit Rückstrahlern ausgestattet sein. Ist der Anhänger breiter als einen Meter, benötigt man zusätzlich links eine weiße Frontleuchte. Nur so können Autofahrer im Dunkeln beim Abbiegen auch Fahrradanhänger rechtzeitig im Straßenverkehr wahrnehmen.

Fahrrad-Anhänger Illu
Damit man sicher im Straßenverkehr unterwegs ist, muss auch die Beleuchtung des Radanhängers stimmen© ADAC e.V.

Welche Fahrräder dürfen einen Anhänger ziehen?

Genau wie bei Fahrradanhängern für Kinder muss man bei Anhängern für Hunde in der Praxis darauf achten, dass das Beladungsgewicht des Anhängers nicht die Belastungsgrenze des Fahrradrahmens überschreitet. Denn bei Überladung des Fahrradgespanns kann es durchaus zum Rahmenbruch kommen. Das zulässige Gesamtgewicht von Fahrrad und Anhänger muss deshalb immer eingehalten werden.

Wichtig ist es auch zu prüfen, ob das Fahrrad laut Hersteller und Betriebsanleitung für das Ziehen eines Anhängers ausdrücklich freigegeben ist. Denn nicht jedes Fahrrad oder E-Bike ist für den Anhängerbetrieb freigegeben.

Fazit: Sicher mit Hund auf Radtour

Vor dem Kauf eines Fahrradanhängers, sollte auch der Hund im Fachhandel durchaus einmal Probe sitzen und die Fahreigenschaften mit Anhänger sollten getestet werden. Denn beim Fahren mit Anhänger verlängert sich der Bremsweg – besonders bei Nässe, Gefälle und höherem Gesamtgewicht. Die Geschwindigkeit sollte daher angepasst werden.

Besonders im Sommer sollte auf den passenden Hitzeschutz für den Hund geachtet werden. Im Anhänger können sich insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung schnell hohe Temperaturen entwickeln. Daher sollten regelmäßige Pausen eingelegt und es sollte für ausreichende Belüftung sowie für Trinkwasser gesorgt werden.

Ein guter Fahrradanhänger bietet dem Hund immer genügend Platz, hohen Fahrkomfort und eine sichere Ausstattung. Wer beim Kauf auf Größe, Federung, Beleuchtung und die Eignung des Zugfahrrads achtet, schafft die besten Voraussetzungen für entspannte Fahrradtouren mit Hund.

Fachliche Beratung: Matthias Zimmermann, ADAC Technik Zentrum