Nicht jedes Fahrrad für Anhänger geeignet

7.6. 2018

Familien setzen ihre Kinder bei einer Radtour gerne in Fahrradanhänger. Gerade Trekkingräder sind für den Allroundgebrauch jedoch nicht immer ausgelegt. Sobald das zulässige Gesamtgewicht überschritten wird, kann es schnell zu Beschädigungen am Fahrrad kommen. Wir haben alle Informationen für Sie zusammengefasst.

Familie mit Fahrrädern
Tipp: Vor dem Kauf stets prüfen, ob das Rad anhänger- und kindersitztauglich ist.
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Trekkingräder und Fahrradanhänger

Im ADAC Test Trekkingräder 2017 haben wir neben 20 Fahrrädern auch Kinderanhänger und Kindersitze überprüft. Getestet wurden dabei die nachträgliche Montage, Standsicherheit und Belastungsfähigkeit von drei gängigen Fahrradanhängern der Marken Croozer, Thule und Monz und von zwei Fahrradsitzen der Marken Römer und Hamax.

Wer sein Trekkingrad für den Transport seiner Kinder nutzt, sollte bereits vor dem Kauf klären, welche Systeme sich montieren lassen. Die Testergebnisse zeigen, dass das nicht immer problemlos möglich ist. Der Fahrradanhänger von Monz konnte zum Beispiel bei keinem der 20 Trekkingräder montiert werden, der von Croozer dagegen bei jedem. Oftmals fehlen auch Angaben vom Hersteller, ob Fahrradanhänger überhaupt benutzt werden dürfen.

Belastungsgrenze schnell erreicht

Neben der richtigen Montage sind bei jedem Rad der sichere Stand sowie die Einhaltung des zulässigen Gesamtgewichts wichtig für die Mitnahme von Kindern. Gerade bei zusätzlichem Gepäck bei längeren Radtouren und einem vollbesetzten Kinderanhänger ist die Belastungsgrenze des Fahrrads schnell erreicht. 

Nachbesserungsbedarf in Sachen Information besteht besonders bei den Herstellerangaben: Die Angaben zum zulässigen Gesamtgewicht eines Rads finden sich häufig nur versteckt in der Bedienungsanleitung. Im Test gaben lediglich vier Hersteller das zulässige Gesamtgewicht direkt am Fahrrad an. Zudem ist das Gewicht oftmals so knapp bemessen, dass ein Radfahrer maximal 85 Kilogramm wiegen darf, um es nicht zu überschreiten. Wenn Sie dann noch Kinder in einem Anhänger oder auf dem Kindersitz transportieren wollen, dürfen Sie laut Testergebnissen nur 76 Kilogramm auf die Waage bringen.

Alle Ergebnisse des ADAC Tests Trekkingrad finden Sie hier.

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Tipps zur Kindermitnahme mit dem Fahrrad

  • Kinder sollten Sie auf keinen Fall in einem Sitz, der vorne am Rad befestigt wird, mitnehmen. Die Verletzungsgefahr durch Lenker und Erwachsenen – der im Falle eines Unfalls auf das Kind stürzt – ist sehr hoch. Anhänger oder hinten an der Sattelstange befestigter Sitz sind deutlich sicherer. 
  • Egal welche Transportmöglichkeit gewählt wird: Sie sollten sicherheitsrelevante Funktionen von Bremse, Lenker und Bereifung des Fahrrads auf die höheren Anforderungen hin prüfen.
  • Mit einem Rückspiegel am Fahrrad haben Sie Kind und Verkehr immer im Blick.
  • Beim Radfahren und im Fahrradsitz auf Helme nicht verzichten. Sie schützen vor schlimmen Kopfverletzungen und sind deshalb ein Muss, für den Nachwuchs wie für die Erwachsenen.
  • Bei der Fahrt auf kurzen Strecken punktet der Rücksitz: Die höhere Wendigkeit ist ein großer Vorteil im Stadtverkehr. In riskanten Situationen lässt sich leichter ausweichen, beim Überqueren der Straße bietet man weniger Angriffsfläche als mit einem Gespann. Nur Kinder unter sieben Jahren dürfen in speziellen Kindersitzen mitgenommen werden. Dabei muss der Radfahrer mindestens 16 Jahre alt sein. Weiterhin ist nach dem Gesetz eine Speichenabdeckung erforderlich. 
  • Bei langen Strecken ist der wind- und wettergeschützte Anhänger die komfortablere Lösung. Seitenbügel sowie der Rahmen des Anhängers schützen die Kinder im Falle eines Unfalls. Die flexible Achse verhindert in den meisten Fällen ein Umkippen. Aufpassen: Der Hänger ist deutlich breiter als das Fahrrad und auf engen Radwegen gewöhnungsbedürftig. Achtung Vergiftungsgefahr: Anhänger niemals hinter ein mit Verbrennungsmotor angetriebenes Zweirad spannen.
  • In Anhängern dürfen maximal zwei Kinder unter sieben Jahren von mindestens 16 Jahren alten Begleitern mitgenommen werden. Sie sollten im Anhänger angeschallt werden und einen Helm tragen.
  • Der Wendekreis eines Fahrrades ist mit Anhänger deutlich größer. Üblicherweise sind die Anhängerkupplungen auf der linken Seite des Fahrrades montiert, weshalb sich Linkskurven besser fahren lassen. 
  • Eine einseitige Beladung des Anhängers kann die Kippneigung vergrößern. Daher auf eine gleichmäßige Gewichtsverteilung achten.
  • Eine feststellbare Bremse am Anhänger nutzen, weil sie die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen der Kinder verbessert.
  • So genannte Nachlauffahrräder sind eine gute Alternative für Kids ab etwa vier Jahren: Das Kinderrad wird durch eine Stange mit dem Erwachsenenrad verbunden. Hier ist es allerdings wichtig, dass die Kleinen bereits das Gleichgewicht halten können. Achtung: Müde Kinder können Einschlafen und vom Fahrrad fallen!
  • Gute Beleuchtung schützt: Die Gestaltung der Beleuchtungsanlagen für Fahrradanhänger wird in dem im Jahre 2017 neu gefassten § 67a der StVZO festgelegt. Die verpflichtenden Vorschriften gelten für Fahrradanhänger, die ab 1.1.2018 in Verkehr gebracht werden. Wie bei der Beleuchtungsanlage von Fahrrädern müssen vorgeschriebene und bauartgenehmigte lichttechnische Einrichtungen angebracht sein. Auch dürfen die Einrichtungen nicht verdeckt sein (Absatz 1 § 67a StVZO). 
  • Die Vorschriften für seitliche Reflektoren entsprechen denen von Fahrrädern.