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Kleinere Kennzeichengröße – wer bekommt sie?

Kennzeichen
Kleine Kennzeichen für Autos werden selten zugeteilt, da sie an diverse Bedingungen geknüpft sind. ∙ © iStock.com/micha360

Einige Fahrzeugbesitzer wollen lieber ein kürzeres Kennzeichen – doch oft ist der Kampf um ein kleineres Kennzeichen bei den Zulassungsstellen erfolglos. Für Motorradfahrer ist das anders.

  • Für Motorradfahrer werden Kraftradkennzeichen auch in den Breiten 180, 200 und 220 mm bei einer Höhe von 200 mm ausgegeben.

  • Für alle anderen Fahrzeugbesitzer bleibt ein kleineres Kennzeichen die Ausnahme.

  • Von den Nicht-EU-Staaten akzeptieren nur Schweiz, Liechtenstein und Norwegen das kleine "D" im Euro-Kennzeichen.

Kleine Kennzeichengröße bei Autos

Kleinere Nummernschilder sind bei vielen Fahrzeugbesitzern begehrt. Doch oft ist der Kampf um ein kleineres Kennzeichen bei den Zulassungsstellen erfolglos. Für die Zuteilung eines kleineren Nummernschildes beim Pkw gilt folgendes:

Genügend Platz

Wenn genügend Platz für ein Kennzeichen mit dem gesetzlichen Mindestmaß vorhanden ist, gibt es kein kleineres Kennzeichen. Die Auswertung erfolgt durch Augenschein, Vermerk in den Fahrzeugpapieren oder ein Gutachten. Ästhetische Gründe spielen dabei keine Rolle.

Engschrift

Ist kein Platz für ein normales Kennzeichen vorhanden, prüft die Zulassungsbehörde, ob ein Kennzeichen in sogenannter "Engschrift" das Problem löst. Wenn ja, wird ein Kennzeichen in Engschrift zugeteilt, gegebenenfalls kombiniert mit Mittelschrift. Ein Anspruch auf ein kleineres Kfz-Kennzeichen besteht dann nicht.

Fahrzeugveränderungen

Kommt ein Kennzeichen in Engschrift nicht in Frage, wird geprüft, ob Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden können, die die Anbringung eines vorschriftsmäßigen Kennzeichens ermöglichen. Diese Veränderungen dürften aber keinen unverhältnismäßig großen Aufwand erfordern. Die Veränderungen müssen jedoch technisch möglich und zulässig sein. Hierfür müssen Sie ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen vorlegen. Kostet der Umbau dann mehr als 5 % des aktuellen Wertes des Fahrzeugs (nach älterer Rechtsprechung können es auch 10 % sein), gilt der Umbau als unzumutbar.

Allerdings kommen diese Ausnahmen regelmäßig nur bei einem verkleinerten hinteren Kennzeichen bei einem mehrspurigen Kraftfahrzeug zur Anwendung. Insbesondere für Krafträder oder vordere Kfz-Kennzeichen gilt dies daher nicht.

Kleinere Kennzeichen bei Motorrädern

Für Motorradfahrer werden die Kennzeichen auch in den Breiten 180, 200 und 220 mm bei einer Höhe von 200 mm ausgegeben.
Bereits zugeteilte große Motoradkennzeichen können in kleinere Kennzeichen umgetauscht werden, doch einige Zulassungsstellen setzen die entsprechende Verordnung nicht wie vom Gesetzgeber geplant um: Danach sollte eine bereits zugeteilte Buchstaben-Zahlen-Kombination unverändert bleiben. Wer will und die Gebühr für das schmalere Nummernschild bezahlt, erhält dieses Kennzeichen dann in der kleineren Version.

Manche Zulassungsstellen vertreten hingegen die Meinung, auf den 18 cm breiten Schildern dürften wegen der Lesbarkeit bei zwei Buchstaben nicht mehr als zwei Ziffern stehen, also hinter dem Zulassungsbezirk nicht mehr als 4 Zeichen. Andernfalls sei eben kein schmaleres Kennzeichen möglich.

Diese Rechtsauffassung ist nach Ansicht der ADAC Juristen falsch. Bisher erteilte Nummernkombinationen mit bis zu fünf Stellen hinter dem Ortskürzel können problemlos auch in dem verkürzten Kennzeichen dargestellt werden. Das haben Untersuchungen zur Erkennbarkeit und Feststellung auf Radarfotos ergeben.

Text: Juristische Zentrale