Kleinere Kennzeichengröße – wer bekommt sie?

Kleine Kennzeichen für Autos werden selten zugeteilt, da sie an diverse Bedingungen geknüpft sind.
Kleine Kennzeichen für Autos werden selten zugeteilt, da sie an diverse Bedingungen geknüpft sind.© iStock.com/micha360

Einige Fahrzeugbesitzer wollen ein kurzes Kennzeichen für ihren Wagen. Einen Anspruch darauf gibt es allerdings nur in Ausnahmefällen. Für Motorradfahrer ist das anders.

  • Motorradfahrer haben mehrere Größen zur Auswahl.

  • Mini-Kennzeichen für Autos gibt es nur in Ausnahmefällen.

Kleinere Nummernschilder sind bei vielen Fahrzeugbesitzern begehrt. Doch oft ist der Kampf um ein kleineres Kennzeichen bei den Zulassungsstellen erfolglos. Denn die Ausgabe dieser Schilder ist an strenge Vorgaben geknüpft. Zudem prüfen die Zulassungsstellen akribisch, ob nicht doch ein normales Schild angebracht werden kann.

Reicht der Platz für ein normales Schild?

Wenn genügend Platz für ein Kennzeichen mit dem gesetzlichen Mindestmaß vorhanden ist, gibt es kein kleineres Kennzeichen. Die Auswertung erfolgt durch Augenschein, Vermerk in den Fahrzeugpapieren oder ein Gutachten. Ästhetische Gründe spielen dabei keine Rolle.

Kann das Schild in Engschrift ausgeführt werden?

Ist kein Platz für ein normales Kennzeichen vorhanden, prüft die Zulassungsbehörde, ob ein Kennzeichen in sogenannter "Engschrift" das Problem löst. Wenn ja, wird ein Kennzeichen in Engschrift zugeteilt, gegebenenfalls kombiniert mit Mittelschrift. Ein Anspruch auf ein kleineres Kfz-Kennzeichen besteht dann nicht.

Sind Fahrzeugveränderungen möglich?

Kommt ein Kennzeichen in Engschrift nicht in Frage, wird geprüft, ob Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden können, die die Anbringung eines vorschriftsmäßigen Kennzeichens ermöglichen. Diese Veränderungen dürften aber keinen unverhältnismäßigen Aufwand erfordern, technisch möglich und zulässig sein.

Für den Nachweis müssen Sie ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen vorlegen. Kostet der Umbau dann mehr als 5 % des aktuellen Wertes des Fahrzeugs (nach älterer Rechtsprechung können es auch 10 % sein), gilt der Umbau als unzumutbar.

Allerdings kommen diese Ausnahmen regelmäßig nur bei einem verkleinerten hinteren Kennzeichen bei einem mehrspurigen Kraftfahrzeug zur Anwendung. Insbesondere für Krafträder oder vordere Kfz-Kennzeichen gilt dies daher nicht.

Das gilt für Motorradkennzeichen

Für Motorradfahrer werden die Kennzeichen bereits seit April 2011 in den Breiten 180, 200 und 220 mm bei einer Höhe von 200 mm ausgegeben. Ältere große Motorradkennzeichen können seitdem in diese kleineren Kennzeichen umgetauscht werden. Die Idee des Gesetzgebers dahinter ist, dass eine bereits zugeteilte Buchstaben-Zahlen-Kombination unverändert bleiben soll. Wer will und beim Umtausch die Gebühr für das schmalere Nummernschild bezahlt, erhält dieses Kennzeichen dann in der kleineren Version.

Auf den besonders schmalen, nur 180 mm breiten Schildern, können bei zwei Buchstaben nicht mehr als zwei Ziffern stehen, also hinter dem Zulassungsbezirk nicht mehr als 4 Zeichen. Daher wird bei längeren Kombinationen ein 220 mm breites Kennzeichen erforderlich.

Wer allerdings eine Kombination mit 6 Stellen hinter dem Ortkürzel umtauschen will, der erhält eine ganz neue, kürzere Kennzeichenkombination. Grund: Auch bei dem 220 mm breiten neuen Kennzeichen sind maximal insgesamt 5 Stellen hinter dem Ortskürzel möglich.

Max Pliefke
Max Pliefke
Fach-Autor
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Kristina Benecke
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