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Autoschlüssel nachmachen: So hoch sind Aufwand und Kosten

Mann hält einen Autoschlüssel von BMW in der Hand. Im Hintergrund steht ein 7er BMW
Aufwendig und teuer: Das Nachmachen von Smartkeys ∙ © BMW

Autoschlüssel gestohlen oder verloren? Jetzt muss schnell Ersatz her. Wo Sie ihn nachmachen lassen können, welche Kosten auf Sie zukommen und worauf es zu achten gilt. Die wichtigsten Infos und Tipps.

Klein, aber unentbehrlich: Ist der Autoschlüssel spurlos verschwunden, muss schnellstmöglich ein neuer her. Leichter gesagt als getan, denn die einstmals rein mechanischen Schlüssel mutierten mit der Zeit zu komplexen Hightech-Geräten. So sind Schlüssel mit Funkfernbedienung und Transponder-Chip für die Wegfahrsperre Standard. Weit verbreitet und nicht gänzlich unumstritten sind Keyless-Systeme (Zündung per Knopfdruck). Erfahren Sie hier mehr zur Problematik von Keyless-Systemen. Stark im Kommen ist der intelligente Smartkey mit Touchscreen und Display, der u. a. automatisches Ein- und Ausparken ermöglicht. So modern und komfortabel dies alles sein mag: Schnellen und preiswerten Ersatz beim Schlüsseldienst um die Ecke bekommt man für smarte Autoschlüssel nicht. Was also tun?

Erste Schritte 

  • Deponieren Sie das Auto mithilfe des Zweitschlüssels an einem sicheren Platz, wo es vor dem Zugriff von Fremden, die in den Besitz des verlorenen Schlüssels geraten sind, geschützt ist.

  • Falls Sie keinen Zweitschlüssel besitzen bzw. diesen verlegt haben, könnte Ihnen die ADAC Pannenhilfe dabei behilflich sein, das Fahrzeug an einen sicheren Ort zu transportieren.

  • Besteht der Verdacht, dass der Schlüssel gestohlen wurde, melden Sie den Verlust der Polizei.

  • Informieren Sie in jedem Fall – egal ob der Schlüssel verlegt oder gestohlen wurde – Ihre Kfz-Versicherung.

Ersatz eines mechanischen Schlüssels

Besitzen Sie ein Fahrzeug mit einem klassischen Autoschlüssel ohne Elektronik, ist das Problem schnell und preiswert behoben – vorausgesetzt, Sie haben einen Zweitschlüssel. Mit diesem als Vorlage fertigt Ihnen jeder Schlüsseldienst aus einem Rohling im Handumdrehen einen neuen Schlüssel an. Entsprechende Services finden sich meist bei größeren Supermärkten oder in Einkaufszentren. 

Existiert der Zweitschlüssel nicht mehr, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich an den Vertragshändler bzw. Hersteller zu wenden. Möglicherweise muss in diesem Fall das gesamte Schloss ausgetauscht werden.

Ersatz eines Funkschlüssels

Die meisten Pkw sind per Schlüssel oder Schließkarte mit integrierter Funkfernbedienung (Remote Key Entry) zu öffnen und zu schließen. Aufgrund dieser und weiterer elektronischer Komponenten ist es erforderlich, sich an den Vertragshändler bzw. Autohersteller zu wenden, um einen individuellen Schlüssel für das Fahrzeugmodell nachmachen zu lassen.

Kommen zur Funkfernbedienung, Wegfahrsperre und Zentralverriegelung weitere Daten, wie beispielsweise die von Fehlercodes, Kilometerständen oder das elektronische Serviceheft hinzu, wird das Prozedere noch aufwendiger. Das Codieren und Anlernen (Programmieren) des neuen Schlüssels kann bis zu fünf Arbeitstage dauern. 

Das müssen Sie tun:

  • Beauftragen Sie Autohaus bzw. Hersteller oder Fachwerkstatt, den Schlüssel nachmachen zu lassen. Vorab wird eventuell der Code des verlorenen Schlüssels in der Wegfahrsperre gelöscht, um das Öffnen und Starten des Autos zu unterbinden. 

  • Legen Sie Ausweisdokument, Fahrzeugpapiere und den Zweitschlüssel (falls vorhanden) vor, da auch dieser umprogrammiert werden muss.

  • Anhand der Fahrgestellnummer besorgt der Händler/Hersteller/die Fachwerkstatt den Schlüssel (bzw. beide Schlüssel, falls auch der Zweitschlüssel fehlt). Dieser wird, wie auch das Fahrzeug selbst, neu programmiert. 

  • Taucht der verlorene Schlüssel unverhofft wieder auf, kann er nun nicht mehr verwendet werden.

So viel kostet das Nachmachen des Autoschlüssels

Die Kosten für das Nachmachen eines schlichten mechanischen Autoschlüssels beim Schlüsseldienst bewegen sich zwischen zehn und 20 Euro. 

Für den Ersatz eines modernen Autoschlüssels zahlt man je nach Hersteller und Fahrzeugmodell Summen im dreistelligen Bereich – im Schnitt ab 150 Euro. 

Da auch die Ersatzschlüssel neu codiert und programmiert werden müssen, fallen dafür zusätzlich 30 bis 50 Euro an. 

In den vierstelligen Bereich rutscht man, wenn die Kasko-Versicherung verlangen sollte, den kompletten Schließzylinder auszutauschen. Der Grund dafür könnte der potenzielle Missbrauch des kleinen mechanischen Notschlüssels sein, der sich aus jedem noch so modernen Schlüssel "herausfriemeln" lässt. Damit könnten Unbefugte das trotz aller Elektronik noch mit einem klassischen Türschloss versehene Auto zwar nicht starten, jedoch ausrauben.   

Schlüsselersatz vom Onlineanbieter

In aller Regel erscheinen die Preise bei freien Anbietern von Autoersatzschlüsseln günstiger, doch gibt es dabei nicht selten Fallstricke. So könnten Schlüsselbärte schlampig gefräst sein. Oder die Fernbedienung im Rohling ist noch nicht programmiert und müsste eigenständig mithilfe von Anleitungen aus dem Internet angelernt werden. Nicht zu reden von komplexerer Elektronik in neueren Autos. Doch solche Schlüssel lassen sich ohnehin häufig erst dann codieren, wenn der Hersteller sie in einer kooperierenden Werkstatt dafür freigegeben hat.