Beschlagene Scheinwerfer und Leuchten - was tun?

27.12.2018

Gerade in der kalten Jahreszeit kann man das Phänomen verstärkt beobachten. Scheinwerfer und auch Leuchten beschlagen von innen. Aber bedeutet Feuchtigkeit in den Leuchten gleich einen Mangel? Was ist zulässig und was muss repariert werden?

Angelaufene Auto Scheinwerfer
Wenn Scheinwerfer von innen beschlagen, muss dies nicht automatisch einen Mangel darstellen.

Ursachen für beschlagene Scheinwerfer und Leuchten

Die meisten heute am Fahrzeug üblichen Scheinwerfer und Leuchten für Glühlampen sind nicht hermetisch dicht ausgeführt, sondern verfügen über ein Belüftungssystem. Dieses dient einerseits dem Druckausgleich, andererseits dem Abführen von zu viel Luftfeuchtigkeit. Dennoch kann es zu einem Feuchtigkeits-Niederschlag an der Innenseite der Streuscheibe kommen, der dann von außen deutlich sichtbar ist.

Besonders auffallend ist das Phänomen der beschlagenen Scheinwerfer nach einem Waschstraßen-Besuch oder beim Abkühlen des Motorraums in kalter Umgebung, es tritt aber auch auf bei feuchter Witterung und generell bei hohen Temperaturdifferenzen an der Leuchte zwischen außen und innen.

Sind beschlagene Scheinwerfer ein Mangel?

Beschlagene Scheinwerfer stellen an sich noch keinen Mangel darf, sofern die Feuchtigkeit nach einer Weile wieder verschwindet, etwa weil der Scheinwerfer bzw. die Leuchte eingeschaltet wurde oder weil trockenes Wetter zu einem Verdunsten geführt hat. Beschlag kann weiterhin auftreten, wenn die Glühlampe abgeschaltet wird, die Luft in der Leuchte abkühlt und dadurch kältere Luft von außen hineinsaugt. Wenn die Außenluft genügend mit Feuchtigkeit beladen ist, schlägt sich ihre Ladung rasch auf dem Reflektor und der Abdeckscheibe nieder.

Dieses Phänomen tritt bei modernen Autos vermeintlich verstärkt auf: Weil diese fast ausschließlich über klare Abdeckscheiben verfügen, ist Beschlag deutlich besser zu erkennen als bei älteren Fahrzeugen, die noch mit geriffelten (und daher kaum durchsichtigen) Streuscheiben ausgestattet sind.

Bei beschlagenen Scheinwerfern und Leuchten besteht üblicherweise keine Rostgefahr – denn die heutigen Reflektoren werden aus Kunststoff hergestellt.

So bekämpfen Sie Wassertropfen im Scheinwerfer

Wenn sich in einem Scheinwerfer oder in einer Rückleuchte Wassertropfen befinden, sollte nach der Ursache gesucht werden: Denkbar sind etwa abgefallene Belüftungsgummis, die Spritzwasser haben eindringen lassen, aber auch Risse im Abdeckglas, im Gehäuse oder an der Dichtung. Auch die Belüftungsöffnungen können sich zugesetzt haben.

Wichtig: Verwenden Sie auf keinen Fall verbotene Leuchtmittel mit höherer elektrischer Leistungsaufnahme, denn diese können zu einem Überhitzen des Reflektors oder Gehäuses und damit zu Undichtigkeiten führen. 

Ist gar Wasser eingedrungen, müssen Scheinwerfer oder Leuchte meist ausgebaut und vorsichtig durch Einblasen von (möglichst staubfreier) Warmluft getrocknet werden. Wenn Wasserränder auf den Reflektoren zurückbleiben, kann dies die Lichtleistung beeinträchtigen. Dennoch sollte man die empfindlichen Reflektorflächen auf keinen Fall separat reinigen, denn dabei besteht große Beschädigungsgefahr.

Achtung: Wird ein Frontscheinwerfer aus- und wieder eingebaut, muss er von einer Fachwerkstatt neu justiert werden, damit er die richtige Leuchtweite aufweist und den Gegenverkehr nicht blendet.

Wenn ein Reflektor oder das Scheinwerferglas auch nur teilweise erblindet (ermattet) sind, muss das defekte Teil ausgetauscht werden. Dies gilt ebenso für farbige Glühlampen (etwa im Blinker), deren Beschichtung abblättert.

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