Skifahren im Winter 2021/2022: So ist aktuell die Corona-Lage

Leerer Sessellift fährt durch verschneite Winterlandschaft
Die Skiorte in den Alpen hoffen auf eine halbwegs normale Wintersaison, doch die Corona-Auflagen sind hoch ∙ © Shutterstock/Gorlov-KV

Wer in diesem Winter Skifahren gehen möchte, muss flexibel planen: Derzeit ist vielerorts noch unklar, ob und in welchem Umfang Skigebiete öffnen können. So ist die Lage in den einzelnen Alpenländern.

  • Update: Österreich erlaubt Skifahren trotz Lockdown

  • Mehrere Länder verschärfen von 3G- auf 2G-Regel in Seilbahnen

  • Maskenpflicht in der Schweiz

  • Erste Gletscher-Skigebiete in den Alpen in Betrieb

Im vergangenen Jahr war Skifahren wegen der Corona-Pandemie vielerorts nicht möglich. Für die Wintersaison 2021/2022 sieht es etwas besser aus, auch wenn sich die Anzahl der Corona-Fälle in den infrage kommenden Ländern unterscheidet und in manchen derzeit deutlich höher ist als in Deutschland. Auf einigen Gletschern in den Alpen hat die neue Skisaison bereits begonnen.

Was die Alpenländer planen, welche Regeln gelten

Deutschland

Österreich

Schweiz

Italien/Südtirol

Frankreich

Deutschland: 3G oder 2G, Maskenpflicht und Abstand

Skifahrer setzt seine Skibrille auf und trägst einen Mund-Nasen-Schutz
Ohne Maske geht in diesem Ski-Winter nichts ∙ © iStock.com/Vera_Petrunina

Deutschland will prinzipiell mit der 3G-Regel in die kommende Skisaison starten. Das bedeutet, dass Seilbahnbetreibende nur gegen Covid-19 Geimpfte, auf das Virus Getestete oder davon Genesene befördern dürfen. Kinder bis 6 Jahre sowie Schüler und Schülerinnen sind davon ausgenommen. In allen Liften gelten Maskenpflicht und Abstandsgebot. Wie das Einhalten der 3G-Regel kontrolliert wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Thüringen hat bereits angekündigt, die Skilifte unter Einhaltung der 3G-Regel zu öffnen.

Das Bundesland Bayern geht strenger vor: Hier gilt 2G-Plus in den Seilbahnen und Skiliften. Das heißt, Zugang haben nur für Geimpfte und Genesene, aber auch nur mit einem zusätzlichen negativen Schnelltest.

Im Skigebiet Feldberg im Schwarzwald planen die Liftbetreiber ebenfalls eine sogenannte 2G-Plus-Regel. Je nach Schneelage beginnt die Wintersaison am Feldberg etwa Mitte Dezember. 

Skifahren in Österreich trotz Lockdown möglich

+++ In Österreich gilt ein landesweiter Lockdown. Er betrifft die gesamte Bevölkerung (auch Geimpfte und Genesene) und soll zunächst bis 1. Dezember (Verlängerung bis 11. Dezember wahrscheinlich) dauern. Während dieser Zeit gibt es ganztägige Ausgangsbeschränkungen, von denen das Skifahren als sportliche Betätigung im Freien allerdings ausgenommen ist. +++

Diese Regeln gelten während des Lockdowns:

Auf den Skipisten wird die 2G-Regel gelten. Seilbahnbetreibende dürfen also nur gegen Covid-19 Geimpfte oder davon Genesene befördern.

Wie an den Seilbahnen die 2G-Regel kontrolliert werden soll, ohne dass es zu größeren Verzögerungen im Ablauf kommt, ist bisher noch nicht bekannt. Eine mögliche Lösung könnte ein an eine automatisierte Kontrolle des Corona-Status gekoppelter Online-Verkauf von Liftkarten sein.

Es gilt eine FFP2-Maskenpflicht ab 15 Jahren in Gondeln, Sesselliften mit Haube und den Zugangsbereichen zu den Liften. Für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren reicht ein Mund-Nasen-Schutz. Ein 2G-Nachweis ist nötig, Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr sind davon ausgenommen.

Hotels müssen während des Lockdowns schließen, ebenso Restaurants. Inwieweit es in den Skigebieten gastronomische Verpflegung geben wird, es derzeit noch offen.

Hier lesen Sie, welche Stornorechte Sie haben, wenn Sie einen Skiurlaub in Österreich gebucht haben.

Auf einigen Gletschern in Österreich herrscht bereits Betrieb, andere haben diesen zwischenzeitlich wegen des Lockdowns wieder eingestellt und bei einigen weiteren Gletschern soll die Skisaison demnächst losgehen. Auch die Wintersportorte Ischgl und Axamer Lizum wollen am 3. Dezember in die diesjährige Wintersaison starten. Andere dürften folgen, sobald es die Schneeverhältnisse erlauben.

Österreich (mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee) gilt als Hochrisiko-Gebiet, es gibt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Bei der Rückkehr nach Deutschland bedeutet dies: eine 10-tägige Quarantäne-Pflicht, von der man sich frühestens am fünften Tag freitesten kann. Zusätzlich zur Digitalen Einreiseanmeldung ist bereits vor der Einreise nach Deutschland ein Corona-Test (PCR- oder Antigen-Schnelltest) verpflichtend. Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.

Urlaub in Österreich: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Skifahren in der Schweiz: Maskenpflicht in Skiliften

Genaue Pläne der Schweiz, die kommende Skisaison betreffend, sind noch nicht bekannt. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) weist bislang nur darauf hin, dass in allen geschlossenen Berg- und Seilbahnen, Skiliften und Sesselbahnen sowie in geschlossenen Stationsgebäuden, Wartezonen und Liftkarten-Verkaufsstellen eine Maske zu tragen ist. Ob eine 3G-Pflicht kommt, ist noch in der Diskussion.

Mit Samnaun führt das erste Schweizer Skigebiet die 2G-Regelung ein. Grund ist die grenzübergreifende Verbindung zum Tiroler Skigebiet Ischgl.

Das kleine Skigebiet Fideriser Heuberge im Kanton Graubünden hat indes bereits im Sommer angekündigt, in der Skisaison 2021/2022 auf 3G zu setzen. In der Schweiz läuft der Skibetrieb etwa in Zermatt und in Saas-Fee bereits. Einen 3G-Nachweis brauchen hier aktuell nur Menschen über 16 Jahre, die sich in Innenbereichen der Gastronomie aufhalten wollen.

Urlaub in der Schweiz: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Italien/Südtirol: 3G-Regel, Masken- und Abstandspflicht

Auch in Italien haben sich die Verantwortlichen für die Anwendung der 3G-Regel entschieden. Alle Wintersporttreibenden über 12 Jahre müssen eine Impfung, Genesung oder Testung in Form des digitalen Covid-Zertifikats der EU* (auf Italienisch: "Certificazione verde Covid-19" = Grüner Pass) nachweisen.

Geschlossene Kabinenbahnen und Sessellifte mit geschlossener Haube dürfen mit einer maximalen Auslastung von 80 Prozent fahren, offene Sessellifte und Kabinenbahnen können zu 100 Prozent genutzt werden. Fahrgäste müssen einen Sicherheitsabstand einhalten und ab einem Alter von sechs Jahren eine Maske tragen. 

Um in den Skigebieten einen Abstand der Menschen zueinander von mindestens einem Meter zu gewährleisten, sollen spezielle Wege angelegt werden. Skipässe sollen vorrangig online verkauft werden.

Die meisten italienischen Skigebiete werden Ende November bis Anfang Dezember den Betrieb aufnehmen. In Südtirol ist der Schnalstaler Gletscher bereits Mitte September in die Saison gestartet.

Urlaub in Italien: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Coronavirus: Diese Rechte haben Reisende

  • Was muss ich beachten, wenn ich trotz Corona eine Reise buche?

  • Kann ich auch eine Reise innerhalb Deutschlands kostenfrei stornieren?

  • Bekommt man das Geld für nicht stattfindende Veranstaltungen zurück?

Hier finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Rechtsfragen rund um den Coronavirus.

Frankreich: Maskenpflicht ja, 3G nur bei hoher Inzidenz

Skiurlaub in Frankreich wird im Winter 2021/2022 laut Regierung möglich sein. Die ersten französischen Skigebiete nehmen Mitte/Ende November den Betrieb auf. Auf dem Grande-Motte-Gletscher ist die Saison bereits gestartet.

In Frankreich müssen, so mehrere Medienberichte, an Skiliften Masken getragen werden. In offenen Sesselliften dürften die Skifahrer die Masken auch wieder abnehmen. In den Schlangen davor und in geschlossenen Liften wie Gondeln müssten sie aber getragen werden.

Der "pass sanitaire" (Gesundheitspass, entspricht dem digitalen Covid-Zertifikat der EU) ist erforderlich, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz 200 übersteigt. Dann wird das Vorzeigen des Gesundheitspasses mit dem Nachweis von Impfung, Genesung oder eines negativen Tests (3G-Regel) zur Pflicht.

Urlaub in Frankreich: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Mit Material von dpa