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Skifahren im Corona-Winter 2021: Die aktuelle Situation in den Bergen

Leerer Sessellift fährt durch verschneite Winterlandschaft
Der Wintersport in Europa steht – bis auf einige Ausnahmen – still ∙ © Shutterstock/Gorlov-KV

Wer in diesem Winter Skifahren gehen möchte, braucht vor allem Geduld. Wann in Deutschland die Saison startet, ist ungewiss. Und auch die anderen Alpenländer bieten Pisten-Fans nur wenig Möglichkeiten.

  • Update: Einige deutsche Wintersportgebiete schließen Zufahrtsstraßen

  • Skigebiete in Österreich, Schweiz und Bulgarien offen

  • Reisewarnungen für Österreich, Schweiz, Italien und Frankreich

Deutschland: Skiurlaub frühestens im Februar

Die meisten deutschen Skibegeisterten müssen sich vorerst in Geduld üben: die Chancen sind gering, dass sie bald auf die Piste gehen können. Innerhalb Deutschlands legt bis zunächst 14. Februar der landesweite Lockdown das öffentliche Leben weitgehend lahm.

Freizeiteinrichtungen, zu denen auch Bergbahnen zählen, müssen geschlossen bleiben. Touristische Reisen sind zwar nicht verboten, aber ausdrücklich nicht erwünscht. Und auch wer ins Ausland reisen möchte, um dort Skifahren zu gehen, muss mit massiven Einschränkungen rechnen.

Skifahren auf der Zugspitze und dem Feldberg

Skifahrer setzt seine Skibrille auf und trägst einen Mund-Nasen-Schutz
Ohne Maske geht in diesem Ski-Winter nichts ∙ © iStock.com/Vera_Petrunina

Die Beschlüsse des Bayerischen Kabinetts zu den verlängerten Corona-Beschränkungen haben für die Bayerische Zugspitzbahn Konsequenzen: Der Saisonauftakt des Skigebiets Zugspitze muss weiter verschoben werden. Auch im Skigebiet Garmisch-Classic, das im Laufe des Dezembers den Betrieb aufnehmen wollte, stehen die Anlagen weiter still.

Auch der Liftverbund Feldberg im Schwarzwald, das größte Skigebiet in Deutschland, muss wegen der Corona-Beschränkungen auf den Saisonstart warten. Sollte es im Laufe des Winters noch losgehen, wird es Liftkarten nur online geben. Damit würden Schlangen vor Schaltern vermieden, heißt es. Man wisse genau, wie viele Leute an welchem Tag kämen. Wenn das Infektionsgeschehen es erfordere, werde die Ticketzahl beschränkt.

Die Skigebiete in Sachsen werden im Winter 2021 geschlossen bleiben.

Skischulen in Deutschland wären startklar

Theoretisch startklar wären die Ski- und Snowboardschulen: Die Kursstärken sind auf acht Schüler plus einen Lehrer beschränkt. "Das, was wir aus unserem Alltag kennen, übernehmen wir mit auf den Berg: Abstand halten und Masken tragen. Beim Skifahren selbst braucht man die Maske allerdings nicht", sagt Peter Hennekes, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV).

Im Kinder-Skikurs, wo besondere Nähe bei der Betreuung erforderlich und notwendig ist, müsse der Skilehrer sein Verhalten "geschickt der Situation anpassen". Bedeutet: Abstand halten und allzu große Nähe vermeiden. "Muss er einem Kind beim Aufstehen helfen, kann er dies von der Seite tun und den Kopf wegdrehen, oder er trägt seine Mund-Nasen-Bedeckung", so Hennekes.

Kurzfristige Schließungen möglich

Schneesportler müssen sich darauf einstellen, dass die Zugänge zu Wintersportorten wegen Überfüllung geschlossen werden. Dies gilt für viele beliebte Schlitten- und Skitourenberge in Deutschland:

+++ In Sauerland und Eifel bleiben auch am Wochenende viele Ski- und Rodelhänge, Parkplätze und Zufahrten gesperrt. Auch in hessischen Mittelgebirgen (u.a. Willingen) soll Wintersportlern der Zugang verwehrt bleiben. +++

+++ In Oberbayern hat der Landkreis Miesbach bis aus Weiteres für Tagesausflügler geschlossen. Die Polizei will das auch kontrollieren. +++

Österreich: Offene Pisten & FFP2-Maskenpflicht

Österreichs Lifte sind offen, können aber im Wesentlichen nur von den Einheimischen genutzt werden. Denn die Alpenrepublik hat für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten bis 31. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht verhängt. Diese gilt für alle Herkunftsländer mit einer 14-Tage-Inzidenz größer als 100, also aktuell auch für Deutschland. Ziel ist es, den Tourismus weitgehend einzudämmen.

Zudem sind in der Gondel oder beim Anstehen FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben. Die Bergbahnen befördern teils nur halb so viele Gäste, um Abstandsregeln einhalten zu können. Tickets sollen online gebucht werden.

Alle Gaststätten und Hotels müssen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Das betrifft auch die Bergrestaurants.

Für alle Alpenländer gibt es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Die Länder mit den meistbesuchten Skiorten, Österreich, Schweiz, Frankreich und Italien, gelten aktuell als Corona-Risikogebiete. Bei der Rückkehr nach Deutschland ist daher eine Quarantäne erforderlich.

Rückkehr aus einem Risikogebiet nach Deutschland

In ganz Deutschland gilt jetzt eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten. Sie betrifft sowohl Flugreisende als auch Menschen, die mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs waren.

Alle Details zu Quarantäne und Testpflicht sowie zum digitalen Einreiseformular finden Sie hier.

Wichtige Infos für Tages-Skiausflüge

Bayern kippt Quarantäne-Ausnahme für Tagesausflüge: Wintersportler und andere Tagestouristen, die auch nur kurz in ein Risikogebiet im Ausland reisen, müssen bei der Rückkehr nach Bayern verpflichtend in Quarantäne. Eine Ausnahmeregelung für Aufenthalte unter 24 Stunden soll nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe gelten, insbesondere Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten und Geschäfte des täglichen Bedarfs.

Auch Baden-Württemberg will ab sofort mit einer Quarantänepflicht den kleinen Grenzverkehr für Wintersportler und Einkaufstouristen nach Frankreich und in die Schweiz deutlich beschränken. Quarantänefreie Einreisen aus beruflichen, dienstlichen, geschäftlichen, schulischen, medizinischen oder familiär bedingten Gründen sollen möglich bleiben.

In Ischgl kein Après-Ski & Saisonstart in zweiter Januar-Hälfte

Apres-Ski in der Schatzibar in Ischgl
Bild aus vergangenen Tagen: Kein Après-Ski in Ischgl diesen Winter ∙ © imago images/Roland Mühlanger

Ischgl will weitere Negativschlagzeilen vermeiden: So hat die Silvrettaseilbahn AG zuletzt rund 700.000 Euro in Gesundheits- und Sicherheitsstandards investiert. Kameras sollen über Gruppen-Bildung beim Anstehen aufklären. Zudem sollen Wartezeiten vorhergesagt und mit Kaltvernebelungsgeräten die Seilbahn-Kabinen desinfiziert werden. Das Top-of-the-Mountain-Festival mit Popstars aus aller Welt ist ebenso abgesagt wie das beliebte Après-Ski-Vergnügen.

Der Start in die Wintersaison in Ischgl ist für die zweite Januar-Hälfte vorgesehen. In Ischgl sei das Problem das grenzüberschreitende Skigebiet mit der Schweiz, sagte Ischgls Tourismuschef Andreas Steibl. "Wenn man zwei Schwünge auf Schweizer Gebiet macht, müsste man bei Rückkehr nach Österreich in Quarantäne". Auch bei der Schutzmasken-Pflicht und der Gastronomie herrschten in der Schweiz und in Österreich teils völlig andere Bestimmungen. Ein Start wird nun in der zweiten Januarhälfte – nach dem bis 24. Januar dauernden Lockdown – angepeilt.

St. Anton: Einige Bergbahnen geöffnet

Kazy Kanguruh Skihütte am Arlberg in St. Anton
Volle Hütten dürfte es diesen Winter in St. Anton am Arlberg nicht geben ∙ © imago images/imagebroker

In St. Anton am Arlberg, Teil des größten zusammenhängenden Skigebiets Österreichs, wurde die Skisaison am 26. Dezember eröffnet.

Saalbach-Hinterglemm: Covid-19-Schnelltests vor Ort

An sieben Tagen in der Woche können sich Gäste in Saalbach-Hinterglemm (Salzburger Land) einem Corona-Test unterziehen, wenn entweder Symptome auftreten oder der Test aus anderen Gründen (z.B. Rückreise, Arbeitgeber, etc.) benötigt wird. Das Ergebnis von Schnelltests liegt binnen 15 Minuten vor.

Urlaub in Österreich: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Schweiz: Alle Kantone öffnen Lifte

Die Skigebiete in der Schweiz sind mittlerweile größtenteils offen. Der seit dem 22. Dezember gültige landesweite Lockdown betrifft das Skifahren nicht. Hier können die Kantone selbst entscheiden, ob sie die Lifte laufen lassen oder nicht.

Zermatt mit kulanten Stornobedingungen

Zermatt hat bereits angekündigt, bei Zuwiderhandlungen gegen Corona-Schutzauflagen Gäste zu sanktionieren. Schlimmstenfalls könnte auch der Skipass gesperrt werden.

Damit Skiurlauber sorglos buchen können, haben die Bergbahnen kulante Stornobedingungen eingeführt. Im Covid-Fall oder damit einhergehenden behördlichen Auflagen werden die bereits gebuchten Tickets in eine Gutschrift umgewandelt.

Urlaub in der Schweiz: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Italien: Skipisten bleiben bis Mitte Februar zu

Die Bergbahnen zwischen Aostatal und Südtirol öffnen nach derzeitigem Stand frühestens am 15. Februar. Nichtsdestotrotz laufen in den italienischen Skigebieten seit Wochen die Vorbereitungen für die restliche Saison. Zu den Vorsichtsmaßnahmen, falls es dann losgeht, gehören das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Seilbahnen sowie Abstandsregeln. Alle Gondeln werden regelmäßig desinfiziert, Schutzabtrennungen installiert und Taktfrequenzen von Skibussen erhöht. Besucher können Skipässe in vielen Gebieten vorab online kaufen und in einer Ticketbox vor Ort abholen.

Bereits geöffnete Gletscher-Skigebiete wie Sulden in Südtirol bzw. Breuil-Cervinia im Aostatal mussten Anfang November wieder schließen. Hier dürfen nur Profisportler trainieren.

Urlaub in Italien: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Coronavirus: Diese Rechte haben Reisende

  • Was muss ich beachten, wenn ich trotz Corona eine Reise buche?

  • Kann ich auch eine Reise innerhalb Deutschlands kostenfrei stornieren?

  • Bekommt man das Geld für nicht stattfindende Veranstaltungen zurück?

Hier finden Sie Antworten auf diese und viele weitere Rechtsfragen rund um den Coronavirus.

Frankreichs Skigebiete sind geschlossen

Die französischen Alpen sind, wie fast ganz Frankreich, derzeit Corona-Risikogebiet, das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen touristischen Reisen dorthin. In Frankreich bleiben wegen der Pandemie alle Skilifte bis auf Weiteres geschlossen. 

Für den Fall eines späteren Saisonauftakts haben viele Skigebiete ihre Stornierungsbedingungen geändert. So können Reisende auch kurzfristig absagen, wenn es die Corona-Lage nötig macht. Jeder Reisende sollte vorher die Bedingungen prüfen.

Eine Maske auf Sesselliften, in Warteschlangen oder in Gondeln ist in den meisten Skigebieten Pflicht – so auch im Wintersportort Val Thorens in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Generell werben die Skigebiete damit, dass überall ausreichend Desinfektionsmittel bereitstünden und Lifte regelmäßig gesäubert würden.

Urlaub in Frankreich: Corona-Regeln in Hotels, Gastronomie und Geschäften

Tschechien öffnet Skigebiete für Einheimische

Die Skigebiete in den tschechischen Mittelgebirgen sind seit dem 18. Dezember offen. Zugleich wurde die Schließung der Hotels angeordnet. Skifahren soll nur für Einheimische infrage kommen. Eine Einreise aus touristischen Gründen ist derzeit nicht möglich.

So ist die Lage an den Grenzen zu Deutschlands Nachbarländern

Bulgariens Skigebiete teilweise offen

Im international bekannten Skiort Bansko laufen trotz eher mäßiger Schneelage ein großer Teil der Lifte. Auch die Skigebieten Borowez und Pamporowo sind offen. Derzeit sind landesweit die Restaurants geschlossen, Hotels aber geöffnet.

Das ist doch der Gipfel: Testen Sie sich in unserem Berge-Quiz

Mit Material von dpa