Schwarzwald – Urlaubsziel für Sportler und Feinschmecker

Fahrradfahrer bei Radtour im Schwarzwald
Der Schwarzwald – Destination für Aktivurlauber, Naturfreunde und Gourmets ∙ © Schwarzwald Tourismus/Gerhard Eisenschink

Im Südwesten Deutschlands wechseln sich breite Täler, langgezogene Waldberge und baumfreie, bis 1493 Meter hohe Gipfel ab. Urlaub im Schwarzwald* ist ideal für Naturfreunde und Wanderer.

  • 2019 verzeichnete die Destination fast 23 Millionen Übernachtungen

  • Im Westen liegen Städte wie Karlsruhe, Baden-Baden und Freiburg

  • Gourmets finden hier viel mehr als Kirschtorte und Speck

Darüberhinaus gilt in Baden-Württemberg diese Änderung der Corona-Verordnung*.

Karlsruhe – prächtige Residenzstadt

Schloss in Karlsruhe
Das Schloss als Zentrum der früheren Residenzstadt Karlsruhe ∙ © Schwarzwald Tourismus/Chris Keller

Benannt ist Karlsruhe*, zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs, nach Karl Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach. Seinen Traum von einem prächtigen Schloss dehnte er gleich auf eine ganze Residenzstadt aus, die ab 1715 entstand. Vom Schlossturm im Mittelpunkt der auf dem Reißbrett entstandenen Idealstadt führen 32 Straßen strahlenförmig weg. Im Karlsruher Schloss residiert das Badische Landesmuseum, durch den Schlossgarten fährt eine Bahn. Im Zoologischen Stadtgarten mit seinem Exotenhaus leben u.a. Eisbären und Faultiere, im Japangarten fällt ein roter Shintoschrein auf – erkunden lässt sich der Zoo auch auf einer Gondelfahrt. Die Kunsthalle präsentiert Meisterwerke von Fernand Léger, Erich Heckel und Lucas Cranach.

Baden-Baden: Der Prominententreff

Caracalla-Therme in Baden-Baden
Nach dem römischen Kaiser ist die Caracalla-Therme in Baden-Baden benannt ∙ © Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH

Mit nur 55.000 Einwohnern ist Baden-Baden* eine Weltstadt im Miniaturformat: Der Kurort wurde von den Römern vor rund 2000 Jahren gegründet und seither von so illustren Persönlichkeiten wie Zar Alexander von Russland, Barack Obama und George Clooney besucht. Im klassizistischen Kurhaus mit den acht korinthischen Säulen, entstanden in den Jahren 1821 bis 1824, befindet sich das Casino. Die Prunksäle erinnern an französische Königsschlösser. Das römisch-irische Friedrichsbad von 1877 galt lange als schönste Therme des Kontinents, die Caracalla-Therme verbindet römische Architekturzitate mit modernen Bade- und Saunalandschaften.

Schwarzwald-Hochstraße, eine Route mit Weitblick

Hochschwarzwaldstraße
Die Schwarzwald-Hochstraße – hier ist der Weg das Ziel ∙ © Shutterstock/YesPhotographers

Schon seit 90 Jahren verbindet die älteste Panoramaroute Deutschlands* auf 60
Kilometern Freudenstadt mit Baden-Baden. Sie verläuft teilweise durch den Nationalpark und erlaubt weite Ausblicke nach Westen ins Rheintal. Noch ein bisschen weiter reichen die Blicke vom Signal- und vom Hornisgrindeturm auf dem gleichnamigen Berg, dem mit 1164 Metern höchsten im nördlichen Schwarzwald. Gleich daneben liegt der sagenumwobene, tiefdunkle Hummelsee. Wintersportler lieben den Kniebis mit einer originellen Option: Dort können Langläufer auf einer Nachtloipe bis 22 Uhr bei Flutlicht ihre Runden drehen.

Nationalpark Schwarzwald: Natur pur

Sonnenuntergang am Schliffkopf
Rund 100 km² im Nordschwarzwald sind als Nationalpark geschützt ∙ © imago images/imagebroker

Im dem erst 2014 eingerichteten Schutzgebiet* lässt sich erleben, wie sich die Natur entwickelt, wenn sie sich selbst überlassen bleibt. Das gilt besonders für den Lothar-Erlebnispfad im Norden, wo 1999 der Orkan Lothar eine tiefe Schneise durch den Wald pflügte. Wanderungen führen auch zum Wilden See und den wasserreichen Allerheiligen Wasserfällen. Das 10.000 Hektar große Areal ist zu Fuß, per Rad, mit Schneeschuhen und auf Skiern zu erkunden, individuell oder auf von Rangern geführten Touren. Im Süden informiert das Nationalparkzentrum auf dem 900 Meter hohen Ruhestein über Natur, Geologie und Geschichte des Mittelgebirges. Sein futuristischer Neubau erinnert an lange, übereinander liegende Holzriegel.

Baiersbronn – das Mekka für Feinschmecker

Speisesaal des Restaurants Bareiss
Seit 2007 mit drei Sternen im Guide Michelin: Das Restaurant Bareiss ∙ © Hotel Bareiss

In die weitläufige Nationalpark-Gemeinde Baiersbronn* pilgern Gourmets aus aller Welt. Hier konzentrieren sich die Auszeichnungen der namhaften Restaurantführer wie sonst kaum hierzulande: Seit 2007 darf sich das Restaurant Bareiss mit drei Sternen im Guide Michelin schmücken. Mit einem Stern zeichnete er 2021 das Restaurant Schlossberg aus. Im Hotel Traube Tonbach erhalten die Köhlerstube mit einem und die Schwarzwaldstube mit drei Sternen im Michelin derzeit neue Domizile. Auf 550 Kilometern Wanderwegen, 400 Kilometern Mountainbiketrails und sieben Loipen lassen sich die kalorienreichen Genüsse abtrainieren.

Dornstetten: Unter Dach und Fach

Fachwerkhäuser in Dornstetten
Dornstetten ist eines der Highlights an der Deutschen Fachwerkstraße ∙ © Shutterstock/Juergen Wackenhut

Idyllisch wirken die bergige Lage und die Fachwerkarchitektur des Städtchens Dornstetten*. Die gut restaurierten, etwas überdimensionierten Häuser Dornstettens liegen an zwei in unterschiedlichen Mustern gepflasterten Straßen und am Marktplatz mit einem Brunnen von 1509. In Rundfachwerk ausgeführt sind dort Ober- und Giebelgeschosse des ehemaligen Gasthofs zum Ochsen – heute Rathaus mit Tourist-Information – und des Hegelhauses. Dort ist im Puppen- und Spielzeugmuseum die private Sammlung der Familie Bidermann ausgestellt. Ein ausgeschilderter Rundweg von 30 Minuten erschließt das Häuserensemble, darüber erhebt sich die Martinskirche mit ihrem spätgotischen Turm.

Rust – Action und Illusionen

Achterbahn im Europapark Rust
Hier geht es absichtlich drunter und drüber: Im Europapark Rust ∙ © Europa-Park

Über 100 Attraktionen und Shows, sechs Hotels, ein Campingplatz und über 5,7 Millionen Besucher pro Jahr machen den Europa-Park in Rust* zum größten Freizeitpark Europas. 15 Themenbereiche sind auf eine Fläche von 95 Hektar verteilt, 13 spektakuläre Achterbahnen versprechen Nervenkitzel. Im Virtual-Reality-Erlebnis Alpenexpress Coastiality entschwinden Gäste mit Spezialbrillen in eine animierte 3-D-Welt und spüren dabei Fahrtwind, Fliehkräfte und Kurven der realen Achterbahnfahrt. Der Traum vom Fliegen wird in den Gondeln des Voletariums bei einer fantastischen Reise über Europa wahr. Allein 25 Thrills, darunter Rutschen, Tunnels, Wildbäche und ein Wellenbad, gehören zur neuen Wasserwelt Rulantica vor den Toren des Parks.

Hier finden Sie im Überblick Deutschlands schönste Freizeitparks.

Der Kaiserstuhl, eine Sonnenterrasse

Weinlandschaft am Kaiserstuhl im Schwarzwald
Große Teile des Kaiserstuhls wurden für den Weinanbau terrassiert ∙ © Shutterstock/ThePhotoFab

Bis zu 557 Meter ragt das kleine Mittelgebirge* zwischen Rheinebene und Schwarzwald auf. Sein fruchtbarer, bis zu 20 Meter dicker Lößboden ist dicht mit Weinstöcken besetzt. Sie stehen auf großflächigen Terrassen, die in den 1970er Jahren im Rahmen der Flurbereinigung angelegt wurden. Eine Tour startet in der ältesten Siedlung der Region, im sonnenreichen Ihringen, und führt über Bötzingen und Bahlingen nach Riegel. Dort präsentiert die "kunsthalle messmer" in einer ehemaligen Brauerei wechselnde Ausstellungen und dauerhaft rund 1000 Gemälde und Skulpturen aus Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst, vor allem Werke des Schweizers André Evard. Der Weinbau dagegen steht in den charmanten Orten Endingen, Oberbergen, Oberrotweil, Burkheim und Niederrotweil im Vordergrund.

Triberg: Wasser Marsch

Triberger Wasserfälle im Herbst
Jenseits der Alpen sind die Triberger Wasserfälle die höchsten Deutschlands ∙ © Shutterstock/Andrii Zabolotnyi

Ins romantische obere Gutachtal kommen Touristen wegen des heilklimatischen Kurorts Triberg* und seiner spätbarocken Wallfahrtskirche Maria in der Tanne. Noch mehr Besucher aber ziehen die auf sieben Stufen verteilten Wasserfälle der Gutach an, die schäumend und tosend 163 Meter hinabstürzen. Das macht sie zu den höchsten Fällen Deutschlands außerhalb der Alpen. Im Schwarzwaldmuseum* stehen die berühmten Kuckucksuhren und eine der größten Drehorgelsammlungen Europas im Fokus. Dazu liefert es Anschauliches zum Bau der Schwarzwaldbahn* 1865 bis 1873. In die Praxis umsetzen lässt es sich auf einer Fahrt mit einer der schönsten Gebirgsbahnen Europas, die rund um Triberg durch 35 Tunnel verläuft.

Freiburg – auf in den Süden

Straßenbahn in Freiburg
Freiburg ist mit Trambahnen und Bussen überdurchschnittlich gut versorgt ∙ © Shutterstock/canadastock

Als Stadt freier Bürger wurde die heutige Großstadt Freiburg* 1120 gegründet – jetzt prägen vor allem Studenten das Bild. Freiburg hat eine der ältesten Fußgängerzonen Deutschlands und gilt als Solarhauptstadt. Südliches Flair ist rund um das Münster aus rotem Sandstein spürbar, dessen 116 Meter hoher Westturm als einer der schönsten weltweit gilt. Die Universitätsbibliothek von 2015 setzt mit ihrer halbtransparenten spiegelnden Fassade einen modernen Kontrast zur benachbarten barocken Alten Universität im früheren Jesuitenkolleg. Der Stadtgarten wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit seltenen Gehölzen, prächtigen Blumenrabatten, Stein- und Rosengarten angelegt. Hier startet die Schlossbergbahn hinauf zum Schlossberg mit seinem Aussichtsturm. Rundum reicht der Blick auf die Altstadt, die Rheinebene, den Schwarzwald und die Vogesen im Westen.

Der Feldberg: Überragend

Feldberg im Schwarzwald
Das ist ja wohl die Höhe: Der Feldberg im südlichen Schwarzwald ∙ © imago images/Panthermedia

Höher wird´s nicht im Südwesten Deutschlands: Mit 1493 Metern dominiert der Feldberg* den Schwarzwald und garantiert vom Feldbergturm, noch einmal 36 Meter nach oben, Ausblicke auf den Säntis in der Ostschweiz, die Berner Alpen im Süden und den Montblanc. Hinauf geht es zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit den Kabinen der Feldbergbahn bis zum Bismarckdenkmal auf dem Seebuck, einem Vorgipfel. Schwindelfreie toben sich im Kletterwald mit neun Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade aus. Auf dem Wichtelpfad lernen Kinder spielerisch den Auerhahn und seinen Lebensraum im größten und
ältesten Naturschutzgebiet Baden-Württembergs kennen.

Weil am Rhein: Design und Architektur

Außenansicht des Vitra Museum in Weil am Rhein
Frank Gehry entwarf das Vitra Design Museum in Weil am Rhein ∙ © Shutterstock/Mihai-Bogdan Lazar

Im Dreiländereck aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz spielte einst die Stoffproduktion eine wichtige Rolle. Daran erinnert das Museum Weiler Textilgeschichte im Stadtteil Friedlingen. Der Möbelhersteller Vitra hat einen Architekturpark eingerichtet und für diesen Campus Aufträge an Architekturweltstars wie Zaha Hadid, Herzog und de Meuron und Frank Gehry vergeben. Letzterer entwarf das Vitra Design Museum*, das Ausstellungen und Retrospektiven zu Architektur und Design veranstaltet. Permanent zu sehen sind Werke von Industrie- und Möbeldesignern wie Michael Thonet und Alvar Aalto. Im Rheinpark spannt sich die filigrane Dreiländerbrücke hinüber zur französischen Partnerstadt Huningue. Mit einer Mittelspannweite von 238 Metern ist sie die weltweit längste freitragende Rad- und Fußgängerbrücke.

Der Rheinfall, ein grenzüberschreitendes Erlebnis

Rheinfall in Schaffhausen
Der Rheinfall mit der Brücke, die Deutschland mit der Schweiz verbindet ∙ © Shutterstock/maloff

Zwischen Neuhausen und Laufen-Uhwiesen stürzt der Rhein* auf 150 Meter Breite über
Kalkfelsen immerhin 23 Meter hinab. Vom Schlössli Wörth aus dem 12. Jahrhundert starten unterschiedliche Bootstouren in das Getöse hinein. Besonders eindrucksvoll ist der Wasserfall auf dem Mittelfelsen zu erleben, zu dessen höchsten Punkt schmale steile Treppen hinaufführen. Gemächlicher geht es auf den Aussichtsplattformen zu, die auf beiden Flussseiten angelegt wurden.

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Helmuth Meyer
Redakteur
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