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Der ADAC

Insolvenz Thomas Cook: Noch bis 15.11. online für Ausgleichszahlung anmelden

Thomas Cook Flieger
Insolvenz von Thomas Cook: Bundesregierung entschädigt ∙ © ddp/Niels Poulsen

Im Herbst 2019 meldeten der Reiseveranstalter Thomas Cook und seine Tochtergesellschaften Insolvenz an. Bis 15.11.20 können sich betroffene Pauschalurlauber online für eine Entschädigung anmelden.

  • Ansprüche für Pauschalreisenden aus dem Sicherungsschein und im Insolvenzverfahren

  • Bundesregierung leistet freiwillige Ausgleichszahlung

  • Individualreisende können nur im Insolvenzverfahren Ansprüche anmelden

Im Herbst 2019 mussten wegen der Insolvenz des Touristik-Konzerns Thomas Cook alle Reisen mit Thomas Cook selbst und den verschiedenen Tochtergesellschaften (Signature, Bucher Reisen, Öger Tours, Air Marin, Neckermann und Thomas Cook International) für das Jahr 2020 abgesagt werden. Reisen von Drittveranstaltern, die über neckermann-reisen.de und urlaub.de oder in Thomas Cook-Reisebüros gebucht wurden, konnten dagegen stattfinden - oder mussten erst wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Für Zahlungen von Pauschalreisenden gibt es eine Insolvenzabsicherung, Individualreisende können dagegen nur im Insolvenzverfahren Ansprüche geltend machen.

Bundesregierung entschädigt Thomas Cook Reisende

Thomas Cook-Reisende haben allerdings bisher nur eine Entschädigung von 17,5 % vom Insolvenzabsicherer Zurich bekommen. Der Grund: Die Schadenssumme war höher als die Versicherungssumme. Deshalb hatte die Bundesregierung nach der Insolvenz von Thomas Cook versprochen, die Differenz zu übernehmen. Nun entschädigt der Bund die betroffenen Reisende.

Seit 6.5.2020 gibt es ein kostenfreies Online-Anmeldeverfahren, mit dem sich Betroffene für die freiwillige Ausgleichszahlung anmelden können. Anmeldungen sind bis zum 15.11.2020 möglich. Weitere Informationen und die Voraussetzungen für die Anmeldung finden Sie hier*.

Geld zurück über den Sicherungsschein

Wenn Sie eine Pauschalreise gebucht haben, können Sie Ansprüche aus dem Sicherungsschein stellen. Dieser Schein wurde Ihnen bei Buchung der Reise ausgehändigt.

Wenden Sie sich dazu an KAERA*. Die Zurich Insurance plc ist für die Insolvenz von Thomas Cook zuständig und hat die KAERA mit der Abwicklung beauftragt.

Die ADAC Checkliste hilft Ihnen dabei.
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Welche Zahlungen sind über den Sicherungsschein abgesichert?
Über den Sicherungsschein können Sie die Rückzahlung des gezahlten Reisepreises verlangen. Abgesichert sind auch Zahlungen, die Sie noch einmal bezahlen mussten, obwohl sie schon im Reisepreis enthalten waren (z.B. Hotelkosten, die vor Ort nochmal verlangt wurden).

Sind auch Reisepreisminderung oder Schadensersatz abgesichert?
Der Sicherungsschein bietet keine Absicherung für eine Reisepreisminderung oder Schadensersatzansprüche (z. B. Schadensersatz wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit oder Stornokosten eines Mietfahrzeugs). Diese Kosten können Sie nur im Insolvenzverfahren geltend machen.etfahrzeugs). Diese Kosten können nur im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden.

Reicht die Versicherungssumme für alle Betroffenen?
Die Haftungshöchstsumme, die ein Versicherer für ein Geschäftsjahr vorhalten muss, ist bei Zurich auf 110 Millionen Euro begrenzt. Die Zurich hat betroffene Reisende bisher mit 17,5 % des Reisepreise entschädigt. Die Bundesregierung will freiwillig den Betrag ausgleichen, für den die Zurich Insurance plc nicht aufkommt. Alle Informationen dazu finden Sie hier*.

Wenn Sie schon eine volle Entschädigung erhalten haben müssen Sie mit einer Rückzahlung rechnen, wenn Ihr Sicherungsschein einen entsprechenden Vorbehalt enthält.

Hilft die Reiserücktrittversicherung?
Die Reiserücktrittsversicherung nützt Ihnen im Fall Thomas Cook leider nicht. Sie sichert nur Fälle ab, die in der Person der Reisenden liegen.

Hilft eine Insolvenzversicherung?
Wenn Sie zusätzlich eine Insolvenzversicherung haben, ist der Reisepreis für den Fall der Insolvenz abgesichert. Eine solche Insolvenzabsicherung kann z.B. über eine Kreditkarte abgeschlossen sein. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Kreditkarteninstitut.

Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden

Am 27.11.2019 wurde das Insolvenzverfahren für Teile der Thomas Cook Gruppe eröffnet.

Tipp: Melden Sie Ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter an – und zwar in voller Höhe. Das gilt auch, wenn Sie schon Ansprüche aus dem Sicherungsschein bei KAERA angemeldet haben. Im Laufe des Verfahrens wird der Insolvenzverwalter dies bei seinen Berechnungen berücksichtigen.
Nur wenn Sie Ihre Ansprüche beim Insolvenzverwalter und bei KAERA angemeldet haben, können Sie sich für die freiwillige Ausgleichszahlung der Bundesregierung* anmelden.

Sie können Ihre Forderungen auf dem Verfahrensportal* beim Insolvenzverwalter anmelden. Bei einer fristgerechten Anmeldung entstehen Ihnen keine Kosten.

Über die Thomas Cook International AG (TCI) mit Sitz in Pfäffikon in der Schweiz wurde am 01.10.2019 der Konkurs eröffnet. TCI ist ein Tochterunternehmen der britischen Thomas Cook Group plc. Für die Abwicklung des Konkursverfahrens hat das Konkursamt Höfe die Anwaltskanzlei Baur Hürlimann AG in Zürich (Mandatsleiter: Dr. iur. Daniel Hunkeler) beigezogen. Das Musterformular und die genaue Adresse finden Sie hier*.

Tipps für Individualreisen

Bei individuell gebuchten Leistungen (z.B. nur Flug oder nur Hotel) gibt es keinen Sicherungsschein. Individualtouristen müssen daher ihre Forderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzverwalter geltend machen.

Ob und wie viel Geld Sie zurückbekommen, hängt davon ab, ob die Insolvenzmasse zur Begleichung aller Forderungen ausreicht. Individualtouristen können nicht auf staatliche Hilfe hoffen. Sie bleiben im schlechtesten Fall auf den Kosten sitzen.

Etwas anderes gilt nur, wenn Sie die Leistungen über die Thomas Cook Gruppe als sog. Vermittler verbundener Reiseleistungen gebucht haben. Dieser muss seine eigene Insolvenz absichern. Ob Sie eine vermittelte verbundene Reiseleistung gebucht haben, ergibt sich aus dem Informationsschreiben, das Sie bei der Reisebuchung ausgehändigt bekommen.

Weitere Informationen zur Insolvenz von Reiseveranstalter oder Airline finden Sie hier.

Text: Juristische Zentrale

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