ADAC Staubilanz 2025: So viel Stillstand gab es auf Deutschlands Autobahnen

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Von Katharina Dümmer

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Auch 2025 ging stellenweise auf manchen Autobahnen nichts mehr© XXLPhoto

Deutschlands Autofahrer und Autofahrerinnen steckten auch im vergangenen Jahr das ein oder andere Mal fest: Rund 496.000 Staus und 478.000 Staustunden so bilanziert der ADAC das Verkehrsjahr 2025. Und Besserung ist nicht in Sicht.

  • Jahresvergleich: Weniger Staus als im Vorjahr, aber dafür längere

  • Staureich: Juli und Oktober, Mittwoch und Donnerstag

  • ADAC Tipps: So meiden Sie Staus

Trotz Homeoffice und Deutschland-Ticket: Die Stausituation auf Deutschlands Autobahnen entspannt sich nicht. Das zeigt die ADAC Staubilanz 2025. Für einen Großteil der Staus sind Baustellen verantwortlich.

Staubilanz 2025: Staus dauern länger

Die Zahl der registrierten Staustunden hat sich gegenüber dem Vorjahr um rund sieben Prozent auf 478.000 Stunden erhöht, die Gesamt-Staulänge war mit 866.000 Kilometern etwas höher als 2024. Rund 496.000 Staus haben sich 2025 auf den Autobahnen gebildet (2024: 516.000).

Das Kfz-Aufkommen auf den Autobahnen lag laut Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BAST) 2025 in etwa auf Vorjahresniveau. Ebenso die Zahl der gemeldeten Autobahn-Baustellen. Bundesweit zeitgleich bestanden zwischen 650 und 1300.

Längster Stau über 55 Kilometer

610 Staus mit einer Länge von mindestens 20 Kilometern registrierte der ADAC im vergangenen Jahr (2024: 817 Staus). Das waren die längsten:

  • A7 Ulm – Füssen/Reutte zwischen Wörnitz und Kreuz Memmingen am Samstag, 27. Dezember (Samstag nach den Weihnachtsfeiertagen), Länge: bis zu 55 Kilometer

  • A9 Nürnberg – München zwischen Hilpoltstein und Kreuz Neufahrn am Samstag, 27. Dezember (Samstag nach den Weihnachtsfeiertagen), Länge: bis zu 44 Kilometer

  • A24 Schwerin – Berliner Ring zwischen Pritzwalk und Kremmen am Sonntag, 1. Juni (Sonntag nach Christi Himmelfahrt), Länge: bis zu 43 Kilometer

  • A7 Hannover – Kassel zwischen Dreieck Hannover-Süd und Dreieck Drammetal am Donnerstag, 9. Januar (Wintereinbruch), Länge: bis zu 43 Kilometer

  • A4 Chemnitz – Görlitz zwischen Berbersdorf und Pulsnitz am Donnerstag, 17. April (Gründonnerstag vor Ostern), Länge: bis zu 40 Kilometer

Im Jahr 2024 war der längste Stau 70 Kilometer lang. Er wurde auf der A61 Ludwigshafen – Mönchengladbach gemessen.

Stau-Höhepunkte rund um Feiertage und Ferien

An folgenden Tagen war die Stausituation besonders schlimm:

  • Donnerstag, 9. Januar (Wintereinbruch in weiten Teilen Deutschlands), mit insgesamt rund 6300 Kilometern Stau

  • Mittwoch, 30. April (Tag vor dem 1. Mai, Tag der Arbeit), mit rund 2400 Stunden Stau und rund 4700 Kilometern Gesamtstaulänge

  • Mittwoch, 28. Mai (Tag vor Christi Himmelfahrt), mit rund 2800 Stunden Stau und rund 5700 Kilometern Gesamtstaulänge; in den Jahren davor zählte der Tag vor Christi Himmelfahrt (08.05.24, 17.05.23 und 25.05.22) ebenfalls zu den Stau-Spitzentagen.

  • Freitag, 6. Juni (Freitag des Pfingstwochenendes), mit rund 2300 Stunden Stau und rund 4400 Kilometern Gesamtstaulänge; auch in den Vorjahren war der Freitag vor dem Pfingstwochenende (17.05.24, 26.05.23 und 03.06.22) jeweils ein Stau-Spitzentag.

  • Freitag, 1. August (Freitag des ersten Augustwochenendes, Sommerferien in zahlreichen Bundesländern), mit knapp 2250 Stunden Stau und rund 4700 Kilometern Gesamtstaulänge

  • Donnerstag, 2. Oktober (Donnerstag vor dem Tag der Dt. Einheit), mit insgesamt rund 2800 Staustunden und rund 4900 Kilometern Gesamtstaulänge; in den Vorjahren war der Tag bzw. der Freitag vor dem langen Wochenende mit dem Tag der Dt. Einheit ebenfalls ein Stau-Spitzentag des Jahres gewesen.

  • Donnerstag, 30. Oktober (Tag vor dem langen Wochenende mit dem Reformationstag), mit rund 2350 Staustunden und rund 4400 Kilometern Gesamtstaulänge.

  • Montag, 24. November (Wintereinbruch in der Mitte Deutschlands), mit insgesamt rund 5500 Kilometern Stau.

Stau-Flaute nur im Winter

Von Februar bis Juli stiegen die Staustunden deutlich, Spitzenmonate im Jahresverlauf waren Juli, Oktober und September. Ab Oktober entspannte sich die Lage wieder. Am schlimmsten war es mittwochs und donnerstags (rund 1650 Staustunden), während Montage und Freitage – wohl wegen Homeoffice – weniger belastet waren.

Am Wochenende gab es in der Regel deutlich weniger Stau, außer in den Sommerferien.

Typisch für Werktage blieben die ausgeprägten Stauspitzen morgens zwischen 6 und 9 Uhr und ab Nachmittag zwischen 14 und 19 Uhr.

Stau-Hotspots: A1, A3, A5 und A8

Spitzenreiter waren wie schon 2024 Nordrhein-Westfalen (35 Prozent der Staustunden), Bayern (13 Prozent) und Baden-Württemberg (10 Prozent). Auch die meisten Staukilometer gab es in diesen Bundesländern.

Bei den überregionalen Autobahnen gab es im Verhältnis zur Autobahn-Länge den meisten Stillstand auf den Autobahnen A1, A3, A5 und A8.

Die schlimmsten Staustrecken

Besonders häufig bildeten sich auf folgenden Hauptrouten Staus:

  • A1 Hamburg – Lübeck

  • A1 Münster – Dortmund – Köln – Euskirchen

  • A2 Dortmund – Oberhausen

  • A3 Köln – Oberhausen

  • A3 Frankfurt am Main – Würzburg

  • A4 Aachen – Köln – Olpe

  • A5 Karlsruhe – Heidelberg – Darmstadt

  • A6 Mannheim – Heilbronn

  • A7 Hamburg – Hannover

  • A8 Stuttgart – Karlsruhe

  • A8 München – Salzburg

Ausblick 2026: Verkehrslage entspannt sich nicht

Für 2026 erwartet der ADAC ein leicht steigendes Verkehrsaufkommen – und damit mehr Staus. Tausende Brücken müssen saniert oder ersetzt werden, ebenso stehen umfassende Arbeiten an Tunneln und Fahrbahnen an.

ADAC Tipps: Staus meiden

Nach Ansicht des ADAC kann man mit guter Planung und Information Staus umgehen.

  • Günstige Tage zum Reisen sind Samstag und Sonntag, weil dann der Berufsverkehr wegfällt. Nur während der Hauptreisezeiten im späten Frühjahr und Sommer sollte man nicht an einem Samstag los- oder heimfahren. Reist man unter der Woche, sind Mittwoch und Donnerstag keine gute Wahl. Montags – außerhalb der Berufszeiten – kommt man hingegen besser durch.

  • Die Zeiten im Berufsverkehr morgens und abends gilt es ebenfalls zu umgehen. Wer freitags los will, sollte je nach Reiseziel früh aufbrechen. An diesem Tag ist der morgendliche Berufsverkehr besonders niedrig. Ab Mittag steigt die Staugefahr aber sehr schnell an.

  • Vorsicht vor Feier- und Brückentagen! Die Tage vor Ostern, Pfingsten und Brückentage rund um Christi Himmelfahrt, 1. Mai, oder Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) sind extrem staugefährdet. Den Reisebeginn besser ein oder zwei Tage vorverlegen und früher zurückkehren als die Masse.

  • Bei der Wahl der Fahrtroute lohnt es sich, die Baustellen-Situation zu berücksichtigen.

  • Ein Muss vor Fahrtantritt: Sich über geeignete Ausweichrouten informieren.

  • Wer am Wochenende in die Sommerferien startet, kann auch eine Nachtfahrt in Erwägung ziehen. Natürlich nur, wenn man sich wirklich fit fühlt.

  • Auch Wintersporturlauber mit dem Ziel Alpen können einen Beitrag leisten, die Verkehrssituation zu entschärfen, indem sie – wenn möglich – auf Fahrten in der Hochsaison verzichten. Rund um Fasching bzw. Karneval sind die Wintersportrouten besonders belastet. Deutlich weniger Staus gibt es erfahrungsgemäß im Januar. Auch die Skipisten sind dann nicht so voll.

  • Gut beraten ist auch, wer sich kurz vor Fahrtantritt bei der ADAC Verkehrsinfo über Staus, Gefahren-Meldungen, geplante Vollsperrungen etc. informiert.

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Abfahren von der Autobahn: Nicht überall erlaubt

Bei kleinen Berufsverkehrsstaus lohnt ein Abfahren von der Autobahn kaum, da Ausweichrouten meist ebenfalls überlastet sind. Bei Vollsperrungen sollte man jedoch schnell von der Autobahn, um nicht stundenlang festzustecken. In Ferienstaus ist das Abfahren nur mit verlässlichen Infos zu Alternativrouten sinnvoll.

In Bayern versuchen mehrere Gemeinden, den Ausweichverkehr per Durchfahrtsverbot zu stoppen – bislang jedoch mit zweifelhaftem Erfolg, da Navis weiter durchleiten.

Aktuelle Verkehrsinformationen des ADAC

Der ADAC hilft Autofahrern mit aktuellen Verkehrsinformationen dabei, dass sie möglichst zügig vorankommen. Und die aktuelle Verkehrslage in ADAC Maps zeigt den Echtzeit-Verkehrsfluss auf der Karte und kurzzeitige Störungen. Stauinformationen für Fahrten an den Wochenenden findet man in der Wochenend-Stauprognose.

Immer aktuell: So sammelt der ADAC Staudaten

Zur Stauermittlung nutzt der ADAC das sogenannte "Floating Car Data"-System. Dabei wurden rund 278 Milliarden Datensätze mit Positions- und Geschwindigkeitsinformationen von Lkw-Flotten sowie Nutzern von Smartphone-Apps verarbeitet. Ergänzt werden sie mit Baustellen-Infos. Innerhalb weniger Minuten entsteht so ein aktuelles Bild von der Lage auf deutschen Autobahnen.

Die Kennzahlen für Stauereignisse sind weniger als 20 km/h (Stau) beziehungsweise 40 km/h (stockender Verkehr). "Ab einer Länge von mindestens 300 Metern sprechen wir von einem Stau", erläutert ADAC Datenexpertin Susanne Hessel, "aber erst ab einem Kilometer geben wir die Länge mit an."

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